mini|Ardeotis arabs

Die Arabientrappe (Ardeotis arabs), die in der afrikanischen Sahelzone und im Südwesten der arabischen Halbinsel verbreitet ist, ist eine von 27 bekannten Trappenarten.

Beschreibung Die Arabientrappe ist eine große Trappe, die in Gestalt und Färbung viel mehr an die afrikanische Riesentrappe (Ardeotis kori) als an die Großtrappe erinnert. Im Fluge zeigt sie ebenso Weiß im Flügel wie die Großtrappe, sonst ist sie recht einfarbig. Das Männchen ist 90 cm, das Weibchen 74 cm groß. Die Stimme ist ein raspelndes Krächzen und ein langgezogener Flötenpfiff.

Verbreitung Die Arabientrappe ist in der afrikanischen Sahelzone und an der Westküst der Arabischen Halbinsel verbreitet. Sie kommt von Westen nach Osten in Teilen von Mauretanien, dem Senegal, Gambia, Mali, Burkina Faso, Kamerun, Niger, Nigeria, dem Tschad, dem Sudan, dem Südsudan, Kenia, Eritrea, Äthiopien, Djibouti, Somalia, Saudi-Arabien und dem Yemen vor. In Marokko ist die Arabientrappe vermutlich ausgestorben.

Unterarten Es sind vier Unterarten bekannt:Turacos, bustards, cuckoos, mesites, sandgrouse Ardeotis arabs lynesi (, 1930)David Armitage Bannerman (1930), S. 432. kommt im westlichen Marokko vor. Der letzte gesicherte Nachweis stammt jedoch aus dem Jahr 1962, sodass sie vermutlich ausgestorben ist. Ardeotis arabs stieberi (, 1907)Oscar Neumann (1907), S. 307. ist vom südwestlichen Mauretanien, dem Senegal und Gambia bis in den östlichen Sudan verbreitet. Ardeotis arabs arabs (, 1758)Carl von Linné (1758), S. 154. ist in Äthiopien, Somalia, dem südwestlichen Saudi-Arabien und dem westlichen Jemen verbreitet. Ardeotis arabs butleri (, 1930)David Armitage Bannerman (1930), S. 433. kommt im südlichen Sudan vor.

Lebensraum und Lebensweise Die Arabientrappe lebt in Steppengebieten, offenem Buschland und Halbwüsten wie der Dilia de Lagané.

Ihre Nahrung besteht aus Insekten und anderen wirbellosen Tieren sowie kleinen Wirbeltieren. Außerdem frisst sie Samen, Früchte, sukkulente Pflanzenteile und das Gummi von Akazien. Die Brutzeit variiert aufgrund ihres großen Verbreitungsgebiets mit den klimatischen Bedingungen.

Gefährdung Die IUCN („Weltnaturschutzunion“) stuft die Art seit 2012 als potentiell gefährdet ein und ihre Bestandsentwicklung als rückläufig. Beobachtungen aus besser zugänglichen Teilen des Verbreitungsgebiets lassen vermuten, dass der Bestand der Art in den letzten Jahrzehnten aufgrund von Bejagung und zerstörten Lebensräumen dort bereits stark abgenommen hat. In weniger zugänglichen Gebieten soll die Art jedoch weiter verbreitet und häufig sein. Insgesamt stellt die menschliche Bejagung die vermutlich größte Bedrohung für die Art dar. Beispielsweise im Waza-Nationalpark in Kamerun führte korruptes Parkamanegement zwischen 2007 und 2009 zu einem hohen Wildereidruck. Besonders klein ist der Bestand der Unterart Ardeotis arabs arabs auf der arabischen Halbinsel und nimmt dort vermutlich ebenfalls durch Bejagung sowie dem Rückgang an Lebensräumen und dem Einsatz von Pestiziden ab.

Die Art ist in Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet. Bei diesen Arten ist ein kommerzieller, internationaler Handel erst nach einer Unbedenklichkeitsprüfung des Ausfuhrstaates möglich.

Literatur H. Heinzel, R. Fitter, J. Parslow: Pareys Vogelbuch. 5. Auflage. Verlag Collins Publishers, Hamburg / Berlin 1988, ISBN 3-490-22018-8.

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Einzelnachweise

Kategorie:Trappen