Die Schweizer Wanderwege (vormals Schweizer Arbeitsgemeinschaft für Wanderwege, Abkürzung SAW) ist die Dachorganisation der kantonalen Wanderwegvereine der Schweiz sowie Liechtensteins. Unter dem Namen Wanderland Schweiz sind die Wanderwege auch Teil des Projekts SchweizMobil. Die Schweiz verfügt über ein Netz von einheitlich markierten Wanderwegen von einer Länge von über 65'000 km (2019), davon 14'000 km Hartbelag und 21'000 km Bergwege.
Aufgaben und Fakten Die SAW unterstützt die kantonalen Wanderwegvereine, koordiniert die Anlage der Kantons- und Landesgrenzen überschreitenden Wanderwege und legt einheitliche Kriterien zur Wegmarkierung fest. Zurzeit (2019) umfasst das schweizerische Wanderwegnetz eine Gesamtlänge von über 65'000 km. Seit 2008 werden die Wanderwege der SAW zusammen mit SchweizMobil verwaltet. Durch SchweizMobil ist die Steigerung des Tourismus in der Schweiz beabsichtigt. Da die Schweizer Wanderwege ein wichtiger Bestandteil Schweizer «Touristensportarten» sind, werden sie in SchweizMobil eingegliedert, um dadurch auch genauere Einteilungen und Nummerierungen der Wanderwege zu erzielen → Signalisation (weiter unten).
In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landestopografie werden Wanderkarten im Massstab 1:50'000 produziert, und vier Mal jährlich wird die Zeitschrift «Wanderland Schweiz» herausgegeben.
Fakten für 2020: 80 % der Schweizer Bevölkerung benutzten das Wanderwegnetz, wovon mehr als die Hälfte (57 Prozent) regelmässig wandert. Die kantonalen Wanderwegorganisationen haben insgesamt 49'391 Mitglieder. Jährlich helfen 1'500 Freiwillige beim Unterhalt des Wegnetzes und der rund 50'000 Wegweiser, der jährlich rund 800 Franken pro Kilometer Wanderweg kostet.Zeitschrift Gönnerinfo «amirando» 2019, S. 3: , Herausgeber Schweizer Wanderwege
Signalisation mini|Wanderweg in Einsiedeln, im Hintergrund der Sihlsee mini|Oben standardisierte Wegweiser für Wanderwege, Bergwanderwege, Kulturwege und Alpinwanderwege. Dazwischen nicht standardisierte Zusatzwegweiser. mini|Neutrale Richtungsangabe mini|Signalisierter Winterwanderweg in Falera
Wanderweg-Kategorien Es werden folgende Weg-Kategorien unterschieden:
Wanderwege Wanderwege stellen keine besonderen Anforderungen. Steile Passagen werden mit Stufen überwunden und Absturzstellen werden mit Geländern gesichert.Markiert werden Wanderwege durch gelbe Wegweiser, gelbe Richtungspfeile und gelbe Rhomben.
Kulturwege Kulturwege (Themenwanderwege) stellen keine besonderen Anforderungen.Markiert werden Kulturwege durch braune Wegweiser, braune Richtungspfeile und braune Rhomben.
Bergwanderwege Bergwanderwege sind überwiegend steil und schmal und teilweise exponiert, besonders schwierige Passagen sind aber mit Seilen oder Ketten gesichert. Feste Schuhe mit griffiger Sohle, der Witterung entsprechende Ausrüstung und das Mitführen topografischer Karten werden vorausgesetzt.Markiert werden Bergwanderwege durch gelbe Wegweiser mit weiss-rot-weisser Spitze, weiss-rot-weisse Richtungspfeile und weiss-rot-weisse Farbstriche.
Alpinwanderwege Alpinwanderwege führen teilweise durch wegloses Gelände, über Schneefelder und Geröllhalden und können auch kurze Kletterstellen enthalten. Bauliche Vorkehrungen und Sicherungen können nicht erwartet werden. Zusätzlich zur Ausrüstung für Bergwanderwege werden Höhenmesser und Kompass, für Gletscherüberquerungen Seil und Pickel vorausgesetzt. Routenführerliteratur wird empfohlen.
Markiert werden Alpinwanderwege durch blaue Wegweiser mit weiss-blau-weisser Spitze, weiss-blau-weisse Richtungspfeile und weiss-blau-weisse Farbstriche.
Winterwanderwege Winterwanderwege sind Wanderwege, welche nur während der Wintermonate signalisiert werden. Sie stellen keine besonderen Anforderungen, doch ist auf Schnee mit Rutschgefahr zu rechnen.Im Rahmen von SchweizMobil wurden die Winterwanderwege in der Schweiz einheitlich mit rosaroten Wegweisern und rosaroten Pfosten markiert.Homepage: SchweizMobil Winter
Hindernisfreie Wege Inzwischen gibt es speziell markierte Wege, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet sind. Sie sind (wie die lokalen Wanderwege) mit einer dreistelligen Nummer, zusätzlich aber mit einem Rollstuhlsymbol gekennzeichnet. Derzeit sind es 78 Wege mit Nummern zwischen 145 und 992.
Beschilderung Die Wegweiser für Wanderwege sind einheitlich «gelb», für Bergwanderwege «weiss/rot/weiss» und für alpine Bergrouten mit erhöhten Anforderungen «weiss/blau/weiss» markiert. 2008 wurden die Wanderwege in der Schweiz neu signalisiert. Die Routen wurden neu nummeriert, nationale Routen erhielten eine einstellige und regionale Routen eine zweistellige Nummer. Lokale Wanderwege erhielten einen Namen oder eine dreistellige Nummer.
mini|Die Signalisation der Wanderwege in der Schweiz. Der untere Wegweiser ist für regionale Wanderrouten (21 derzeit nicht vergeben). mini|Wegsymbol mini|Wegsymbol
Es werden verschiedene Typen von Wegweisern unterschieden: Ein Hauptwegweiser gibt auf einem weissen Feld den Standort und die Standorthöhe an und auf gelben Pfeilen die Ziele mit Marschzeiten, wobei das nächstgelegene Ziel einer Route oben angeordnet ist, das weiter entfernte Routenziel unten. Auf einer Wegweisertafel können mehrere Routen angezeigt werden, sie werden durch einen horizontalen Strich voneinander getrennt. Bei Verzweigungen sind nur die verschiedenen Ziele ohne Marschzeiten aufgeführt. Bei Weggabelungen wird der Wanderweg durch einen gelben Wegweiser «Wanderweg», durch ein gelbes Rautenschild oder eine aufgemalte gelbe Raute markiert, bei Bergwanderwegen durch weiss-rot-weisse Streifen.
Die Zeitangaben der Wegstunden sind für die ganze Schweiz einheitlich: der offizielle Rotsockentrott rechnet mit 4,2 km pro Stunde mit Zu- und Abschlägen je nach Steigung oder Gefälle, wobei Pausen nicht eingerechnet sind.
Die internationalen Wanderwege erhalten zusätzlich das Logo des Weges (wie auf dem Bild rechts zu sehen ist), hier beispielsweise das Logo der ViaJacobi (Jakobsweg).
In Ergänzung zur bestehenden Signalisation werden gelbe Richtungszeiger mit grünen Routenfeldern für die Kennzeichnung von nationalen, regionalen und lokalen Routen montiert. Diese Art der Signalisation wird bei den Velorouten bereits seit mehreren Jahren angewendet.
Durch die Einteilung möchte man das Planen der Wanderer erleichtern. Für eine nationale Route wird etwa einen Monat benötigt, regionale Routen sind für zwei bis drei Tage gedacht, lokale Routen sind an einem Tag zu bewältigen. Als Highlights werden Abschnitte bezeichnet, deren Attraktionsfaktor durch eine schöne Aussicht oder die Lage an einem See stark verbessert wird.
Beispiele für Wanderwege Nationale Wanderwege mini|Markierungs-Beispiel Sieben nationale RoutenNationale Wanderrouten, auf myswitzerland.com, abgerufen am 25. Dezember 2020 mit einstelliger Nummer durchqueren einen grossen Teil der Schweiz, und ihre Ausgangspunkte und Ziele liegen meist im grenznahen Bereich.
1. Via Alpina (früher «Alpenpassroute»): Vaduz–Montreux (20 Tage) 2. Trans Swiss Trail: Porrentruy–Mendrisio (32 Tage) 3. Alpenpanorama-Weg (früher Trans Swiss Trail 2): Rorschach–Genf (29 Tage) 4. ViaJacobi (Teil der Jakobswege): Rorschach/Konstanz/Luzern–Genf (20 Tage) 5. Jura-Höhenweg: Dielsdorf–Nyon (18 Tage) 6. Alpenpässe-Weg: Corviglia–St-Gingolph (39 Tage) 7. ViaGottardo: Basel–Gotthard–Chiasso (20 Tage)
Regionale Wanderwege 65 regionale Routen (mit zweistelliger NummerWanderwegnetz und Wegweisung, auf schweizmobil.ch, abgerufen am 25. Dezember 2020) führen über mehrere Kantone. Beispiele: mini|Markierungs-Beispiel 22. Kulturspur Appenzellerland: Degersheim – Rheineck 23. Senda Scuol–Samnaun: Scuol – Samnaun 24. Thurweg: Wildhaus – Wattwil – Bischofszell – Rüdlingen 25. Senda Segantini: Savognin – Samedan 26. Panorama Rundweg Thunersee: Thun – Sigriswil – Interlaken – Spiez – Thun 27. Swiss Tour Monte Rosa: Saas-Fee – Grächen (Balfrin-Höhenweg) – Zermatt (Europaweg) 29. Pragelpass-Weg: Schwyz – Glarus 30. Via Valtellina: Gargellen – Tirano 31. Chemin du Jura: Delémont – Porrentruy – St-Ursanne – Saignelégier 32. ViaSurprise: Dornach – Dornach 33. Via Albula/Bernina: Thusis – Preda – Tirano 34. Klettgau-Rhein-Weg: Hallau – Randen – Schaffhausen 35. Walserweg Graubünden: San Bernardino – Brand im Vorarlberger Montafon 36. Chemin du vignoble: Martigny – Leuk 37. Berner Voralpenweg: Gstaad – Spiez 38. ViaBerna: Bellelay – Sustenpass 39. Aletsch-Panoramaweg: Blatten, Belalp – Bellwald 40. Via Sbrinz: Stansstad – Ponte (I) 42. Aargauer Weg: Frick – Muri AG 43. Via son Giachen: Müstair – Amsteg 44. Appenzeller Weg Rankweil (A) – St. Peterzell 45. Nationalpark-Panoramaweg: Scuol – Müstair – Zernez 46. Tour des Alpes Vaudoises: Aigle – Château-d’Oex – Les Diablerets – Aigle 47. Zürich-Zugerland-Panoramaweg: Zürich – Zug 48. Toggenburger Höhenweg: Wildhaus–Wil SG (88 km; 6 Tage) 49. Vier-Quellen-Weg: Oberalppass – Furkapass 50. Via Spluga: Thusis – Chiavenna 51. Furka-Höhenweg (Urschner Höhenweg): Oberwald – Andermatt 52. Sentiero Lago di Lugano: Lugano (Magliaso) – Mendrisio 53. Bernina-Tour: Poschiavo – Maloja 54. Mittelbünden-Panoramaweg: Lenzerheide – Davos 55. Via Suworow: Airolo – Ilanz 56. Lötschberg-Panoramaweg: Kiental – Fafleralp 57. Obwaldner Höhenweg: Pilatus Kulm – Stanserhorn 58. Chemin des Bisses 59. Sentiero Cristallina: Bignasco – Airolo 60. ViaRhenana: Kreuzlingen – Schaffhausen – Eglisau – Basel 61. Walliser Sonnenweg: Crans-Montana – Brig 63. Schwyzer Höhenweg: Küssnacht – Einsiedeln 64. ViaSett: Chur – Chiavenna 65. Grenzpfad Napfbergland: Langenthal – Napf – Brünigpass 66. Liechtensteiner Panoramaweg: Malbun (FL) – Ruggell (FL) 67. Dreiland-Wanderweg: Basel, Schifflände – Weil am Rhein – Riehen – Basel, Schifflände 68. WALSA-Weg. Bad Ragaz – Amden 69. Züri Oberland-Höhenweg: Winterthur – Rapperswil 70. Via Francigena: Ste-Croix – Grosser St. Bernhard 71. Chemin des Trois-Lacs: Yverdon-les-Bains – Murten 72. Prättigauer Höhenweg: Landquart – Klosters 73. Sardona-Welterbe-Weg: Filzbach – Flims 74. Sentiero Verzasca: Sonogno – Locarno 76. Seeland-Solothurn-Weg: Erlach – Solothurn 78. Freiburger Voralpenweg: Fribourg – Château-d’Oex 79. Thurgauer Panoramaweg: Amriswil – Bischofszell – Wil 80. ViaJura: Basel – Biel/Bienne 81. Fribourg en diagonale: Greyerz – Murten 82. Sanetsch-Muveran-Weg: Gsteig bei Gstaad – Ovronnaz 84. Zürichsee-Rundweg: Zürich, Bürkliplatz – Horgen – Richterswil – Etzel – Pfäffikon SZ – Tuggen – Schmerikon – Rapperswil – Stäfa – Küsnacht – Zürich, Bürkliplatz 85. Senda Sursilvana (Vorderrheintal): Andermatt – Chur (5 Tage) 86. Rheintaler Höhenweg: Rorschach – Sargans 87. Via Engiadina: Maloja – Vinadi (10 Tage) 88. Nidwaldner Höhenweg: Stanserhorn – Niederbauen 90. Via Stockalper: Brig – Gondo 91. Chemin du Jura bernois: Moutier – La Chaux-de-Fonds 95. Au fil du Doubs: Les Brenets – St-Ursanne 98. Waldstätterweg: Brunnen – (Vierwaldstättersee) – Rütli 99. Weg der Schweiz: Rütli – (Urnersee) – Brunnen
Lokale Wanderwege 269 lokale Routen (fast alle mit dreistelliger NummerInformationen zum Wandern, auf myswitzerland.com, abgerufen am 25. Dezember 2020) stellen einen herausragenden Wanderweg eines Ortes / einer Region dar. Beispiele: mini|Markierungs-Beispiel 159. Höhenweg Almagelleralp 180. Zauberwasser-Weg Grächen 182. Fafleralp-Rundweg 184. Gommer Höhenweg 185. Turtmanntaler Aussichtsweg 186. 5-Seenweg Zermatt 193. Randa Hängebrückenweg 221. Tour du Lac de Moiry 353. Eiger Trail 564. Kapellenweg Engelbergertal 566. Felsenweg Bürgenstock 569. Benediktusweg 570. Nidwaldner Zentrumsweg 573. Walenpfad 574. Vier-Seen-Wanderung 587. Wildheupfad 590. Höhenweg Maderanertal 595. Höhenweg Schächental 599. ViaUrschweiz 676. Pazolastock-Rheinquelle-Weg 702. Schijenfluh Umrundung 721 Senda Ils Lajins 724. Sentiero Val da Camp 726. Sentiero Lagh dal Mat 735. Walserweg Safiental 757. Alte Averserstrasse 766. Aroser-Weisshorn-Weg