Helmut Fischer (* 5. September 1934 in Hennef-Geistingen; † 23. Juli 2023 in Hennef-Stadt Blankenberg) war ein deutscher Germanist. Er lehrte Germanistik, Literaturwissenschaft und Didaktik an der Universität Essen und lebte in Hennef-Stadt Blankenberg. Fischer befasste sich auch mit der Erzählforschung und Sagen im Rheinland. Im Jahr 2002 erhielt er den Europäischen Märchenpreis. mini|Helmut Fischer (2015)

Werdegang und Familiäres Fischer erwarb sein Abitur 1957 und studierte zunächst Geschichte, Philosophie und Sprachwissenschaften an der Universität Bonn. Gleichzeitig studierte er an der Pädagogischen Akademie Bonn auf Lehramt. Anschließend war er von 1960 bis 1964 als Volksschullehrer in Stadt Blankenberg tätig. Parallel studierte er weiter Germanistik und Geschichte. 1972 wurde er als Professor für Germanistik und Literaturwissenschaft an die Gesamthochschule Essen (seit 2003 Universität) berufen.

Fischer war Vater von zwei Söhnen. Mit seiner Ehefrau lebte er seit Jahrzehnten in Stadt Blankenberg.

Engagement für Denkmalschutz Über viele Jahrzehnte kümmerte sich Fischer um den Denkmalschutz in seiner Heimatstadt Hennef. Seit Anfang der 1980er Jahre war er dort bis zu seinem Tod ehrenamtlich als von der Stadt gewählter Denkmalbeauftragter tätig und wurde im Jahr 2022 – im Alter von 88 Jahren – erneut für fünf Jahre in dieses Amt gewählt. Er trug durch seine Tätigkeit entscheidend dazu bei, der Denkmalpflege in Hennef zu einem hohen Stellenwert zu verhelfen.

Er stieß in dieser Funktion zahlreiche Projekte in der Denkmalpflege an und erreichte, dass viel Erhaltenswertes unter Denkmalschutz gestellt wurde. Er leitete mehr als 20 Jahre lang das Heimatmuseum im Katharinenturm von Stadt Blankenberg (Turmmuseum).

Ein besonderer Erfolg seiner Tätigkeit als Denkmalbeauftragter ist, dass der Marienwallfahrtsort Bödingen gemeinsam mit dem mittelalterlichen Ort Stadt Blankenberg per Denkmalbereichssatzung im Jahr 2008 als Historische Kulturlandschaft „Unteres Siegtal: Stadt Blankenberg - Bödingen“ unter Schutz gestellt wurde. Die Idee, Stadt Blankenberg und Bödingen gemeinsam zu betrachten, sah Fischer als einmalig.

Fischer gehörte dem Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Hennef (VVV) an und war Mitherausgeber der Buchreihe mit historischen Schriften der Stadt Hennef, die unter dem Titel „Beiträge zur Geschichte der Stadt Hennef“ erscheint.

Auch für den Geschichts- und Altertumsverein für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis war Fischer aktiv und verfasste u. a. zahlreiche Veröffentlichungen dieses Vereins oder gab sie heraus.

Werke Erzählüberlieferung an der Sieg, 1975 Erzählgut der Gegenwart, 1978 Sagen des Westerwaldes, 1985 Hennefer Sagen, 1985 Wörterbuch der unteren Sieg, 1985 Hennef-Bödingen, m. Werner Beutler, Neusser Druckerei und Verlag, Neuss 1990, ISBN 3-88094-659-0 Der Rattenhund. Sagen der Gegenwart, 1991 Kinderreime im Ruhrgebiet, 1991 Erzählen – Schreiben – Deuten. Beiträge zur Erzählforschung. Waxmann, 2001, ISBN 978-3-8309-1036-7

Weitere Veröffentlichungen Beiträge zur Geschichte der Stadt Hennef (Schriftenreihe des VVV Hennef): Mitherausgeber und regelmäßiger Autor

Weblinks

Porträt von Helmut Fischer beim Verlag Waxmann

Einzelnachweise Beiträge zur Geschichte der Stadt Hennef Eine Buchreihe mit historischen Schriften der Stadt Hennef; abgerufen am 6. Januar 2021.

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