mini|Breitscheid (Westerwald), Luftaufnahme (2016) mini|Hochscheid, Luftaufnahme (2018) mini|Nassen (links), Siebenmorgen (rechts), Luftaufnahme (2018) Breitscheid ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach an und hat Einwohner.
Geographie Lage Der Ort liegt im Naturpark Rhein-Westerwald nordöstlich von Waldbreitbach. Auf einem ausgedehnten, bis zu 360 m hohen Bergrücken über dem Wiedtal und im Elsbachtal liegen die Ortsteile der Gemeinde. Gut ausgebaute Wanderwege führen in die Seitentäler der Wied.
Ortsteile Neben dem Hauptort Breitscheid gehören zur Gemeinde 15 weitere Dörfer und Wohnplätze:
Geschichte Die Häufung der Ortsnamen im heutigen Gemeindegebiet auf die Endung „-scheid“ lässt auf einen Siedlungsbeginn in fränkischer Zeit schließen.Paul Vogt: Die Ortsnamen im Engersgau, Neuwied, 1890, S. 12, 20 (dilibri Rheinland-Pfalz) Breitscheid gehörte im 13. Jahrhundert zum thüringischen Erbe der Mechthild von Sayn, das sie 1250 dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden schenkte. Das Erzstift Köln ordnete die Honschaft Breitscheid dem Amt Neuerburg zu, zu dem es bis 1803 gehörte. Kirchlich und bezüglich der niederen Gerichtsbarkeit gehörte Breitscheid zum Kirchspiel Waldbreitbach im Dekanat Engers des Erzbistums Trier. Die Honschaft Breitscheid umfasste dieselben Ortschaften wie die heutige Ortsgemeinde, zeitweise gehörte auch der kölnische Teil von Kurtscheid und Escherwiese zur Honschaft.Anton Joseph Weidenbach: Nassauische Territorien vom Besitzstande unmittelbar vor der französischen Revolution bis 1866, Wiesbaden: Stein, 1870 S. 53, 55 (dilibri Rheinland-Pfalz)
Auf dem Reichsdeputationshauptschluss (1803) wurde das Kurfürstentum Köln endgültig aufgelöst, die Ämter Altenwied und Neuerburg, damit auch Breitscheid, wurden dem Fürsten von Wied-Runkel als Entschädigung für seine verlorenen linksrheinischen Besitztümer zugesprochen. Bereits 1806 kam dieses Gebiet bei der Bildung des Rheinbundes zum Herzogtum Nassau. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam dieses Gebiet schließlich zum Königreich Preußen und wurde 1816 zunächst dem Standesherrlichen Kreis Neuwied, 1848 dem Kreis Neuwied im Regierungsbezirk Koblenz zugeordnet, der von 1822 an zu Rheinprovinz gehörte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Breitscheid innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Seit 1968 gehörte Breitscheid der Verbandsgemeinde Waldbreitbach an, die 2018 in der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach aufging.
Bevölkerungsentwicklung
Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Breitscheid, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
Jahr Einwohner 1815 771 1835 678 1871 784 1905 784 1939 786 1950 802 1961 832 Jahr Einwohner 1970 1.102 1987 1.528 1997 1.958 2005 2.312 2007 2.247 2010 2.196 2011 2.135 Jahr Einwohner 2013 2.096 2015 2.120 2017 2.177 2018 2.157 2022 2.261 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Breitscheid (Westerwald) von 1815 bis 2018 nach nebenstehender Tabelle
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Breitscheid besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWGB Gesamt 2024 – 7 9 16 Sitze 2019 3 8 5 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 3 9 4 16 Sitze 2009 5 11 – 16 Sitze 2004 4 12 – 16 Sitze FWGB = Freie Wählergruppe Ortsgemeinde Breitscheid e. V.
Bürgermeister Rita Viccari (CDU) wurde am 27. Juli 2022 Ortsbürgermeisterin von Breitscheid. Bei der Direktwahl am 10. Juli 2022 war sie mit 76,2 Prozent der abgegebenen Stimmen ins Amt gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 68,0 % der Stimmen für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.
Viccaris Vorgängerin Roswitha Schulte (CDU) hatte das Amt seit 1993 ausgeübt. Zuletzt war sie 2019 für weitere fünf Jahre wiedergewählt worden. Im Frühjahr 2022 legte sie ihr Amt jedoch aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig nieder, wodurch die Neuwahl notwendig wurde.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Die Gemeinde hat Anstrengungen unternommen, das Arbeitsplatzangebot vor Ort und die Finanzkraft zu steigern, indem sie durch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete („Gewerbepark Breitscheid“) die Vorbedingungen zur Ansiedlung weiterer mittelständischer Unternehmen geschaffen hat. Begünstigende Standortfaktoren sind dabei die unmittelbare Nähe zur A 3 und die zentrale Lage zu den Ballungszentren Rhein/Main, Köln/Bonn und Neuwied/Koblenz.
Öffentliche Einrichtungen Kommunaler Kindergarten „Haus Kunterbunt“ Grundschule „Marienschule“ Sportplatz mit Sanitär- und Umkleidegebäude Dorfgemeinschaftshaus mit Grillplatz und einem neu erbauten Backhaus Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Breitscheid, Standort Nassen.
Verkehr Durch den Ort verläuft die Landesstraße L 256 von Linz am Rhein nach Neustadt (Wied). Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Neustadt/Wied an der A 3.
Der Bahnhof Linz am Rhein an der rechten Rheinstrecke ist von Breitscheid aus schnell zu erreichen. Zudem verläuft nordöstlich des Ortes die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main, deren nächster Bahnhof sich in Siegburg befindet.
In Breitscheid geboren Johann Effert (1863–1939), christlicher Gewerkschafter und Abgeordneter der Zentrumspartei
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Breitscheid Liste der Naturdenkmale in Breitscheid
Literatur Albert Hardt: Im Lande der Neuerburg an der Wied, Zweite Auflage 1988, Herausgegeben von der Verbandsgemeinde Waldbreitbach
Weblinks
Ortsgemeinde Breitscheid auf den Seiten der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied