mini|Die Blumenuhr mini|Strand von Reñaca mini|Casino von Viña mini|Festival auf der Freilichtbühne im Parque Quinta Vergara mini|Schloss Wulff im Gegenlicht
Viña del Mar ist eine Stadt in Chile. Sie liegt in der Agglomeration Valparaíso und ist mit 334.248 Einwohnern die viertgrößte Stadt des Landes (Stand: 2017). Die an einer Bucht des Pazifiks gelegene Stadt gilt als mondäner Urlaubsort.
Geschichte Die Stadt wurde von Pedro de Valdivia an der Stelle eines Weinbergs (spanisch viña) gegründet. Eigentlich trennte Valdivia zwei große Haciendas, die südliche hieß Viña de la Mar und die nördliche Las Siete Hermanas. 1855 wurde eine Eisenbahnstrecke zwischen Valparaíso und Viña del Mar eröffnet.
Viña del Mar erhielt erst am 30. Mai 1878 das Stadtrecht, bis dahin gehörte es zur Stadt Valparaíso. Am 16. August 1906 wurden beide Städte von einem schweren Erdbeben verwüstet.
1929 eröffnete Präsident Carlos Ibáñez del Campo in einer repräsentativ ausgebauten Villa auf dem Hügel Cerro Castillo das bis heute als Sommerresidenz genutzte Präsidentenpalais sowie die Spielbank von Viña an der Strandpromenade unmittelbar nördlich der Mündung des nur saisonal wasserführenden Flusses Marga-Marga.
Im Mai 1969 trafen sich in Viña del Mar die Außenminister der lateinamerikanischen Staaten und einigten sich auf den „Konsens von Viña del Mar“, der festhielt, dass die USA die eigenständige Entwicklung Lateinamerikas behinderten.
Seit 1998 besteht die Escuela Popular de Artes.
JahrEinwohnerzahl1982265.3551992285.4542002286.9312017334.248
Wirtschaft Viña lebt vor allem vom Tourismus und den damit verbundenen Dienstleistungen.
Verkehr Viña del Mar besitzt eine 1983 eröffnete Standseilbahn (Ascensor Villanelo), ähnlich den zahlreichen Standseilbahnen von Valparaíso.
Kultur Das Kulturleben in Viña ist ausgeprägt. Regelmäßig finden bekannte Festivals statt.
Seit 1960 findet das Lateinamerika weit bekannte Internationale Liedfestival im Februar auf einer Freilichtbühne im Stadtpark Quinta Vergara statt. Es gilt als eines der wichtigsten Musikfestivals in Lateinamerika.
Tourismus Die Stadt mit ihren Palmen und Sandstränden zieht besonders im Januar und Februar zahlreiche Besucher an. Einige Parkanlagen sorgen neben Diskotheken oder Kneipen sowie dem örtlichen Casino für Erholungsmöglichkeiten in dem von der Fremdenverkehrswerbung als „Gartenstadt“ (Ciudad Jardín) bezeichneten Ort.
Als touristische Punkte gelten der Botanische Garten (Jardín Bótanico) im Osten der Stadt, der Ausflugspark Parque Sausalito mit einem künstlichen See und die „Blumenuhr“ (Reloj de Flores), das Wahrzeichen Viñas am Fuß des Cerro Castillo („Schlossberg“).
Auf dem Cerro Castillo befindet sich die Sommerresidenz der chilenischen Präsidenten. Unterhalb des Hügels, unmittelbar am Meer, liegt eine von dem 1881 eingewanderten deutschstämmigen Industriellen Gustavo Adolfo Wulff Mowle (1849–1946) im Jahr 1908 errichtete und 1916 burgartig ausgebaute und mit Türmchen versehene, aktuell geschlossene Villa, genannt Castillo Wulff („Schloss Wulff“).
Im Norden von Viña, auf einem Hügel mit Aussicht auf die Stadt und das angrenzende Valparaíso, befindet sich der städtische Friedhof Santa Inés. Dort lag, bis zu seiner Umbettung in eine Präsidentengruft in Santiago de Chile im Jahr 1990, das Grab des 1973 von den Militärs gestürzten Präsidenten Salvador Allende (bis 1989 anonym ohne Namensnennung).
Während der Hauptsaison ist die Stadt, ebenso wie die im Norden angrenzenden Orte Reñaca und Concón, ein beliebter Badeort. Etwa beim Strand von Reñaca, entlang der Küstenlinie und oberhalb der bebauten Hügel, beginnen relativ große Dünen, die sich bis zu dem Ort Concón erstrecken. Als die schönsten Strände gelten Reñaca und Las Salinas. Die Fahnen an den Stränden signalisieren den Badegästen die Sicherheitslage: Rot bedeutet, dass die Wellen einen sehr starken Sog verursachen (Lebensgefahr).
Jedes Jahr findet hier von Ende Januar bis Anfang Februar ein ATP-Tennisturnier statt.
Städtepartnerschaften Mar del Plata, Argentinien Sausalito, Kalifornien, USA
Söhne und Töchter der Stadt
Manuel Guerrero (1896–1947), Fußballspieler César Espinoza (1900–1956), Fußballspieler Alberto Hurtado (1901–1952), Jesuit und Heiliger der katholischen Kirche María Luisa Bombal (1910–1980), Schriftstellerin Jorge Guerra (1913–2003), Radrennfahrer Rosita Serrano (1914–1997), Sängerin Patricio Aylwin (1918–2016), Politiker und Staatspräsident von Chile Teresa Hamel (1918–2005), Schriftstellerin Juan Alcántara (1920–2002), Fußballspieler Carlos Botto Vallarino (1923–2004), Komponist und Musikpädagoge Gonzalo Domínguez (1925–2017), Skirennläufer Carlos Robles (1925–2018), Fußballschiedsrichter Augusto Arenas (1929–2015), Fußballspieler Jesús Picó (1935–1993), Fußballspieler Gloria Münchmeyer (* 1938), Film-, Theater- und Fernsehschauspielerin Erich Wehrhahn (* 1939), Professor für Elektrotechnik in Erlangen Daniel Escudero (1941–2021), Fußballspieler Juan Olivares (* 1941), Fußballspieler Moisés Silva (* 1941), Fußballspieler Mauricio Pergelier (* 1951), Organist und Hochschullehrer Edmundo Warnke (* 1951), Leichtathlet Morris Tidball-Binz (* 1957), Arzt für Rechtsmedizin und Spezialist für Menschenrechte und humanitäre Arbeit María Ignacia Benítez (1958–2019), Politikerin und Umweltministerin Chiles Tom Araya (* 1961), Sänger und Bassist der Thrash-Metal-Band Slayer Jorge García (* 1961), Fußballspieler Manuel José Ossandón (* 1962), Agrartechniker und Politiker Elke Riesenkönig (* 1965), deutsche Ruderin Marcela Cubillos (* 1967), Rechtsanwältin und Politikerin Juan Carlos Guarda (* 1967), Fußballspieler Mario Salas (* 1967), Fußballspieler Sandra Vásquez de la Horra (* 1967), Künstlerin Luis Guarda (* 1968), Fußballspieler Juan Carlos Muñoz (* 1970), Bauingenieur, Verkehrswissenschaftler und Hochschullehrer Beatriz Sánchez (* 1970), Journalistin und Politikerin Francisco Chahuán (* 1971), Politiker Carlos Toro (* 1976), Fußballspieler Moisés Villarroel (* 1976), Fußballspieler Jorge Ormeño (* 1977), Fußballspieler Sebastián González (* 1978), Fußballspieler Nicolás Massú (* 1979), Tennisspieler Álvaro Ormeño (* 1979), Fußballspieler Andrés Longton (* 1982), Jurist und Politiker Marco Oneto (* 1982), Handballspieler Marco Estrada (* 1983), Fußballspieler Alejandro Maureira (* 1983), Fußballspieler Francisca Toledo Echegaray (* 1985), Ingenieurin und Politikerin Francisco Orrego (* 1986), Rechtsanwalt und Politiker Gustavo Zamudio (* 1986), Fußballspieler Giorgio Jackson (* 1987), Politiker und Ingenieur Eugenio Mena (* 1988), Fußballspieler Fidel Córdova (* 1989), Fußballspieler José Huentelaf (* 1989), Fußballspieler Jean Cammas (* 1990), Jazzmusiker Sebastián Pérez (* 1990), Fußballspieler Jorge Romo (* 1990), Fußballspieler Cristóbal Saavedra Corvalán (* 1990), Tennisspieler Carolina Vargas (* 1990), Schauspielerin Nicolás Peñailillo (* 1991), Fußballspieler Gino Alucema (* 1992), Fußballspieler Douglas Estay (* 1992), Fußballspieler Felipe Ríos (* 1992), Tennisspieler Esteban Salinas Muñoz (* 1992), Handballspieler Camila Gallardo (* 1996), Sängerin Diego Valencia (* 2000), Fußballspieler Lucas Cepeda (* 2002), Fußballspieler Mauricio Ojeda, zeitgenössischer Maler
ebenso: Los Jaivas, Folk/Rock-Musikgruppe
Siehe auch Liste der Städte in Chile
Weblinks
www.vinadelmar.cl
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Südamerika Kategorie:Ort in Chile Kategorie:Ort mit Seehafen Kategorie:Kommune in Chile Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1878