Die Pleichach, im Würzburger Stadtgebiet auch Quellenbach oder Quellbach genannt, ist ein Fließgewässer der II. Ordnung mit einer Länge von knapp 34 km bei und in Würzburg.
Name Pleichach bedeutet wahrscheinlich „weißes Wasser“, denn in der Bezeichnung ist das germanische Grundwort aha, Bedeutung „Wasser“, sowie pleih < bleih (→ bleich ≈ blass) althochdeutsch „weiß“ enthalten.
Geographie Verlauf Die Pleichach, einer der bekanntesten Bäche des Würzburger Umlandes, fließt durch Unterpleichfeld, Rimpar, Versbach und mündet als rechter Nebenfluss in Würzburg in den Main.
Die Quellen der Pleichach liegen nördlich von Erbshausen-Sulzwiesen, einem Ortsteil von Hausen. Sie fließt zunächst in westsüdwestliche Richtung. Kurz vor Rimpar schlägt die Pleichach im Maidbronner Wald zwei Schleifen, an deren Ende sie nordwärts in den Ort einfließt. In Rimpar knickt sie dann mit einer engen 180°-Kehre nach Süden ab. Sie mäandriert weiter und fließt dabei durch Versbach und die Lindleinsmühle in südlicher Richtung. Nach der Lindleinsmühle nimmt sie von links und Osten ihren größten Nebenfluss auf, die Kürnach. Kurz danach ändert die Pleichach erneut ihren Kurs und zieht danach westwärts. Sie verschwindet kurz vor dem Würzburger Bahnhof in einer Untertunnelung, die sie bis zu ihrer Mündung nicht mehr verlässt. Die Pleichach mündet schließlich unmittelbar oberhalb des Heizkraftwerks Würzburg von rechts in den Main.
Zuflüsse Die nachfolgende Liste enthält eine Auswahl der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung mit Angabe der Gewässerlänge, Einzugsgebiet und Höhe. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.
Riederngraben, von rechts und Westen auf etwa nördlich von Bergtheim. 1,2 km Bergtheimer Bach oder Dorfbach, von rechts und Westen auf etwa östlich von Bergtheim, 3,2 km Alter Seebach, von links und Nordosten auf etwa , 4,8 km und 6,4 km² Triebgraben, von links und Osten auf kurz vor Oberpleichfeld, 1,0 km Grumbach, von rechts und Nordnordwesten auf kurz nach Unterpleichfeld, 8,0 km mit der Namensabschnittsfolge Erbshausener Bach → Grundelbach → Grumbach und 19,2 km² Erleinsbach, von rechts und Nordwesten auf etwa nach der Kläranlage von Unterpleichfeld, 3,7 km und 2,9 km² class=noviewer|10px Passiert auf einer Länge von etwa 0,7 km auf etwa 244– eine Gruppe von dicht aufeinander folgenden, fast nur links liegenden Teichen vor Rimpar-Maidbronn Eselsbach, von links und Nordosten auf etwa in Würzburg-Versbach, 2,4 km Kürnach, von links und insgesamt Nordosten auf etwa gegenüber der Klinik in der Versbacher Straße im zentralen Würzburg, 11,6 km und 32,10 km²
Kanalisierung mini|Die Pleichach „verschwindet“ unter dem Hauptbahnhof Würzburg Die Pleichach ist im Stadtgebiet von Würzburg überdeckt, überbaut bzw. verrohrt, und zwar in den Flusskilometerbereichen: 0,000 – 1,111 2,367 – 2,518 1,131 – 1,365 3,970 – 4.195 2,022 – 2,200 6,055 – 6.485
Natur und Umwelt Renaturierung Die von 1955 bis 1972 vom Forellenbach zur „üblen Kloake“Main-Post. 18. Juli 1975. gewordene Pleichach wurde im Bereich des Fluss-km 17,5 bis 17,0 im Oktober 2004 durch das Wasserwirtschaftsamt Würzburg nach ökologischen Gesichtspunkten umgebaut. Damit wurde die im Jahre 2002 begonnene Renaturierung zwischen Fluss-km 18,1 und 17,5 fortgesetzt.
Der ursprünglich geradlinige und monotone Verlauf wurde durch Verzweigungen und wechselnde Sohlaufweitungen sowie durch flachere Böschungsneigungen und kleinere Sohlschwellen strukturreicher gestaltet und vermindert damit die Fließgeschwindigkeit bei Hochwasser.
Fauna In der Pleichach kommen Bachforelle, Bachschmerle, Gründling, Hasel, Rotauge, Rutte und Dreistachliger Stichling vor.
Mühlen An der Pleichach wurden mehrere Mühlen betrieben: die Klostermühle in Maidbronn, die Veitsmühle, die Schlossmühle und die Grundmühle in Rimpar, die Schäfersmühle (Maimühle) sowie die Herrenmühle, die Freundsmühle (die bis in die 1970er Jahre Strom erzeugte), der Mühlenhof Daxbaude, die Straubmühle, die Neumühle und die Lindleinsmühle. Die Lindleinsmühle wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff am 16. März 1945 auf Würzburg durch Bomber der Alliierten zerstört.
Sonstiges Zwei-Bäche-Radtour Die 24 Kilometer lange Zwei-Bäche-Radtour – gekennzeichnet durch zwei Fische auf einem Fahrrad – führt über befestigte und ausgeschilderte Wege entlang der Bäche Kürnach und Pleichach.
Die Pleichach als Namensgeber Die Innere Pleich und die Äußere Pleich sind Namen von Stadtteilen der Altstadt von Würzburg.
Die Würzburger Pfarrkirche St. Gertraud im Stadtteil „Pleich“ (ehemals der früher auch „Professorenviertel“Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg, Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 289. genannte Stadtbezirk Pleich zwischen Main, Ringparkanlagen, Juliusspital und Juliuspromenade) firmiert unter „Pfarrkirche zu Pleichach (St. Gertraud)“
Nach der Pleichach ist eine Autobahnbrücke (Talbrücke Pleichach) auf der A7 benannt.
Siehe auch Liste der Nebenflüsse des Mains
Einzelnachweise BayernAtlas („BA“) Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet der Pleichach Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Höhe: Höhe abgefragt auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte (Rechtsklick). Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte. Länge: Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Amtliche Karte.
Gewässerverzeichnis Bayern („GV“) Länge nach: Einzugsgebiet nach:
Sonstige Verdeckte Abschnitte nach: Bezirk Unterfranken (toter Link) Unterpleichfeld.de: . Online auf www.unterpleichfeld.de. Abgerufen am 30. Oktober 2017. (toter Link)
Literatur Amtliche Topographische Karte (ATK) 1:25.000 des Landesamtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Bayern Nr. D05 Arnstein Nr. E05 Kitzingen Franz Seberich: Pleichach und Kürnach und ihre Mühlen im Stadtbereich. In: Die Mainlande. Band 5, 1954, S. 69–72, 73–75, 77–79, 81–83, 85–87 und 89–92.
Weblinks
Karte von Lauf und Einzugsgebiet der Pleichach auf:
Die Pleichach, Gewässerportraits Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg Gewässerzustand der Pleichach und Kürnach Pleichach, WürzburgWiki
Kategorie:Gewässer im Landkreis Würzburg Kategorie:Gewässer in Würzburg