Dornbirn (, lokales Vorarlbergerisch: []) ist die bevölkerungsreichste Stadtgemeinde im österreichischen Bundesland Vorarlberg und zugleich Sitz der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn. Die Stadt ist ein wirtschaftliches Zentrum im Norden des westlichsten Bundeslandes Österreichs und ein regionaler Verkehrsknotenpunkt. Mit ihren Einwohnern (Stand ) ist Dornbirn die zehntgrößte Stadt Österreichs und die größte ohne eigenes Statut.
Die Bedeutung der Stadt entwickelte sich erst relativ spät Ende des 19. Jahrhunderts mit dem Aufblühen der Textilindustrie, die Dornbirn rasch zur größten Gemeinde zwischen Alpenrhein und Arlberg machte. Seit dem Niedergang der lokalen Textilindustrie im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts dominieren Handel, Gewerbe, Tourismus und einige mittelgroße Industriebetriebe die Wirtschaft der Stadt, die nach wie vor ein dominantes wirtschaftliches Zentrum und mit Abstand größter Arbeitsplatzstandort in Vorarlberg ist. Mit der in den 1990er Jahren hier etablierten Fachhochschule Vorarlberg ist Dornbirn außerdem der wichtigste Hochschulstandort des Landes und ein Zentrum für Wissenschaft und Bildung.
Geografie Geografische Lage Dornbirn liegt auf 437 Metern Höhe im Vorarlberger Rheintal am Fuße des Bregenzerwaldgebirges und damit am westlichen Rande der Ostalpen. Geografisch gehört Dornbirn zur Landschaft Vorderer Bregenzerwald, die Teil der österreichischen Voralpen ist. Der mit Abstand wichtigste Fluss ist die Dornbirner Ach, die das Ortsgebiet in zwei Hälften teilt und damit auch die Grenze einiger Stadtbezirke bildet. Das Tal der Dornbirner Ach, das Ebniter Tal, liegt fast zur Gänze im Gemeindegebiet von Dornbirn.
Geologie mini|links|Findling Gütle Der größte Teil des Dornbirner Siedlungsgebiets liegt direkt auf dem Sedimentfächer der Dornbirner Ach. Durch die Lage im Rheintal befindet sich die Gemeinde geologisch gesehen im so genannten Bodenseebecken, welches zum Teil tektonisch entstanden ist, andererseits aber durch Erosionen des nach der letzten Eiszeit zurückweichenden Rheingletschers gebildet wurde. Das Bodenseebecken bildet den Untergrund, auf dem sich die von der Dornbirner Ach angeschwemmten Sedimente ablagern konnten und somit den heutigen Untergrund Dornbirns bestimmen. Im Osten des Gemeindegebiets erheben sich die ersten Berge der Ostalpen, die hier zum größten Teil noch aus brüchigen Diluvialmassen bestehen.Geologische Angaben laut: Bernhard Ölz: Revitalisierung der Dornbirner Ache und damit zusammenhängende stadtplanerisch begleitende Maßnahmen. Univ. für Bodenkultur, Diplomarbeit, Wien 1987.
Seehöhe Die allgemeine Seehöhe der Stadt Dornbirn wird mit angegeben. Dies entspricht der Lage des steinernen Stadtwappens, das in der Mitte des Marktplatzes eingelassen ist. Den geografisch niedrigsten Punkt Dornbirns bildet das Flussbett der Dornbirner Ach wenige Meter vor der Einmündung des Vorarlberger Rheintal-Binnenkanals im äußersten Norden des Gemeindegebiets mit Der höchste Punkt ist der Gipfel der Sünser Spitze mit
Stadtgliederung Nr. Stadtbezirk Einwohner Fläche in ha 1. Markt 13.706 837,18 2. Hatlerdorf 11.161 1.534,42 3. Oberdorf 5.000 5.175,33 4. Haselstauden 5.409 840,67 5. Rohrbach 7.755 458,93 6. Schoren 5.638 1.083,88 Einwohner Stand 2012 im Rahmen des Webauftritts der Stadt Dornbirn., Flächen basieren auf Karte
Dornbirn ist nicht aus ehemals eigenständigen Dörfern zusammengewachsen, sondern war immer eine einzige Gemeinde, deren Siedlungsgebiete allerdings sehr zerstreut waren und mit den heutigen Bezirken 1 bis 4 aus vier nicht zusammenhängenden Teilen bestanden. Diese „Viertel“ hießen damals noch Niederdorf, Hatlerdorf, Oberdorf und Stiglingen. Erst 1902 wurden diese vier Bezirke offiziell mit ihren heutigen Namen (Niederdorf wurde zum Bezirk Markt, aus Stiglingen wurde Haselstauden) zu Stadtbezirken erklärt. Heute gibt es ein zusammengewachsenes Stadtgebiet, das sich vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch westlich der Bahnlinie stark ausgebreitet hat. In diesen Gebieten entstanden so teilweise die Bezirke Rohrbach und Schoren, die erst 1994 zu eigenen Stadtbezirken wurden.Franz Kalb: Die Dornbirner Bezirke. In: Stadtarchiv Dornbirn (Hrsg.): Dornbirner Schriften – Beiträge zur Stadtkunde. Band 18. Dornbirn, 1995. ISBN 3-85430-225-8.
Ortsteile Die Bevölkerung der Stadt konzentriert sich hauptsächlich auf das Kerngebiet im äußersten Nordwesten des Gemeindegebiets. Jedoch finden sich besonders an den Berghängen im Osten der Stadt noch zahlreiche kleinere Orte, die als Bergparzellen bezeichnet werden. Zu diesen zählen unter anderem Watzenegg und Kehlegg, die besonders wegen ihrer Hanglage und des Blicks ins Rheintal hohe Grundstückspreise aufweisen. Außerdem gehören auch Winsau, Heilgereuthe und zahlreiche andere Häuseransammlungen im östlichen Berggebiet zur Stadt Dornbirn. Die herausragendste Parzelle Dornbirns ist das Walserdorf Ebnit, das ehemals eine eigenständige Gemeinde war und 1932 aufgrund finanzieller Probleme Teil der Stadt wurde. Das Ebnit ist zugleich auch das südlichste und östlichste ganzjährig bewohnte Gebiet Dornbirns und bildet damit das Zentrum des von Gebirge und Wald geprägten südöstlichen Gemeindegebiets.
Nachbargemeinden mini|hochkant|Das Gemeindegebiet Dornbirns in Vorarlberg mit allen Nachbargemeinden
Aufgrund der Größe des Gemeindegebiets von Dornbirn hat die Stadt zahlreiche Grenzen zu anderen Gemeinden. Von den 15 Nachbargemeinden Dornbirns gehören neun zum politischen Bezirk Bregenz (Lauterach, Wolfurt, Schwarzach, Bildstein, Alberschwende, Schwarzenberg, Reuthe, Mellau und Damüls) und vier zum Bezirk Feldkirch (Laterns, Zwischenwasser, Viktorsberg und Fraxern). Außerdem grenzen die beiden anderen Gemeinden des Bezirks Dornbirn (Hohenems und Lustenau) an das Gemeindegebiet der Stadt, welche die einzige Kommune im Bezirk ist, die keine Staatsgrenze als Gemeindegrenze hat. (Angabe der Gemeinden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend.)
Flächenbilanz Name Code Einwohner Fläche in ha 250px|mini|Karte der Dornbirner Katastralgemeinden Dornbirn 92001 50.126 9.930,41 Ebnit I 92002 131 1.159,09 Ebnit II 92003 0 1.003,50 Einwohner Stand 2021Bevölkerung am 1.1.2021 nach Zählsprengel (Gebietsstand 1.1.2021) (PDF; 2,0 MB) der Statistik Austria. Das gesamte Dornbirner Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Fläche von rund 121 Quadratkilometern (12.093 Hektar), die Fläche verteilt sich auf drei Katastralgemeinden.
Von dieser Gesamtfläche entfallen etwa 4.815 Hektar auf Waldgebiete und 5.723 Hektar auf Wiesen, Weiden und Alpen. Das Gemeindegebiet der Stadt Dornbirn macht etwa 70 % der Fläche des Bezirks Dornbirn ( Quadratkilometer) aus. Dornbirn ist damit nach Gaschurn und St. Gallenkirch flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde Vorarlbergs und macht 4,65 % der Gesamtfläche des Bundeslands aus.Daten und Fakten im Webauftritt der Stadt Dornbirn. Die Fläche Vorarlbergs beträgt Quadratkilometer.
Berglandschaft Durch ihre Lage am Rande der Ostalpen und des Bregenzerwaldgebirges kann die Stadt Dornbirn mehrere Bergspitzen über 1.500 resp. 2.000 Meter Höhe in ihrem Gemeindegebiet nennen. Die markantesten sind der 971 Meter hohe Karren, welcher durch eine Seilbahn erschlossen ist und als Hausberg Dornbirns gilt, sowie der Staufen (). Außerdem sind bei Wanderern die 1.830 Meter hohe Mörzelspitze und der Hohe Freschen, der 2.004 Meter hoch ist, beliebt. Der höchste Berg im Gemeindegebiet ist die eher unscheinbare Sünser Spitze mit Die meisten Bergspitzen im Gemeindegebiet sind durch Wanderwege erreichbar. Bestimmt wird das Bergbild Dornbirns durch den sogenannten First, die Bergkette, zu der unter anderem die Mörzelspitze, der Hohe Freschen sowie die Sünser Spitze gehören und die an klaren Tagen noch von Friedrichshafen aus zu sehen ist.
Flüsse und Gewässer mini|Die Dornbirner Ach im Stadtgebiet Die Gewässerkarte des Gemeindegebiets wird von der Dornbirner Ach beherrscht, dem Hauptfluss Dornbirns. Die Ach ist einer der wichtigsten Entwässerungsflüsse im vorderen Bregenzerwald und zudem Abfluss für zahlreiche größere und kleinere Bäche in der Dornbirner Berglandschaft. Die zahllosen Flüsse und Bäche, die sich der Dornbirner Ach während ihres Verlaufs vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt des Gemeindegebiets anschließen, haben größtenteils keinen Namen. Der Fallbach ist der einzige Bach, der nicht direkt der Dornbirner Ach zufließt, sondern zuerst in den Rheintal-Binnenkanal fließt. Seen gibt es in Dornbirn nur wenige, zwei der bekanntesten sind der Sünser See und der Staufensee-Stausee. Zudem gibt es den Blauen See. In ihrem Verlauf durchfließt die Dornbirner Ach auch die Alploch- und die Rappenlochschlucht, zwei Jahrtausende alte Schluchten, die heute touristisch ausgebaut und begehbar sind.
Klima Das Klima in Dornbirn ist für österreichische Verhältnisse relativ mild, begünstigt durch die Lage im Rheintal und den Föhn. Die Durchschnittstemperatur im Gesamtjahresverlauf liegt bei 10 °C.Jahrbuch ZAMG Jahrbuch der ZAMG
Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,3 °C, der kälteste der Jänner mit 0,4 °C. Dauerfrostperioden treten beinahe jährlich auf, extreme Tiefwerte sind dabei aber selten. Dornbirn liegt wie das gesamte Alpenrheintal an der Grenze der USDA-Klimazone 7b zu 8a und ist eine der wintermildesten Regionen Österreichs.
Der letzte Frost (Messzeitraum 1993–2019) tritt im Schnitt am 14. April auf, der erste am 6. November. Die frostfreie Periode beträgt im Mittel demnach 205 Tage. Zwischen Anfang Mai und Mitte Oktober fallen die Temperaturen nicht unter den Gefrierpunkt.
Im jährlichen Mittel werden 13 Eis- und 82 Frosttage verzeichnet. Demgegenüber stehen 52 Sommer- und 9 Hitzetage.
Die tiefste aufgezeichnete Temperatur seit Messbeginn 1993 liegt bei −17,9 °C, die bisher höchste bei 36,8 °C.
Bemerkenswert ist der für mitteleuropäische Verhältnisse ausgiebige Jahresniederschlag, der im langjährigen Schnitt bei etwas über 1.500 mm liegt und in Teilen des Gemeindegebiets auf deutlich über 2.000 mm ansteigt. Dadurch werden in allen Wintern geschlossene, teils beträchtliche Schneedecken registriert.
Die Sonne scheint im Winter im Mittel zwischen zwei und vier Stunden am Tag. Diese Zahl steigt bis zu den Sommermonaten Juni bis August auf über sieben Stunden an. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer liegt bei knapp unter 1.800 Stunden im Jahr, was für die Verhältnisse in österreichischen Tälern relativ wenig ist.
Bevölkerung
Bevölkerungsstruktur Mit Stichtag zählte Dornbirn eine Gesamtbevölkerung von Menschen, das sind etwa 12 % der Einwohner Vorarlbergs.
Die Bevölkerung der Stadt teilt sich nahezu gleichmäßig in Männer und Frauen. Während bei der Volkszählung im Jahr 2001 20.730 Männer (49,0 %) gezählt wurden, kam der weibliche Teil der Bevölkerung auf 21.571 (51,0 %). In derselben Volkszählung wurde erhoben, dass 86,6 % der Einwohner Dornbirns die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Zur römisch-katholischen Kirche bekannten sich 74,8 % der Dornbirner (in ganz Vorarlberg 78,03 %), weitere 2,6 % waren evangelischen Glaubensbekenntnisses (Vorarlberg 2,23 %), und 2,7 % gehörten einer christlich-orthodoxen Kirche an (Vorarlberg 2,61 %). Die Neuapostolische Kirche ist in Dornbirn mit einer Gemeinde vertreten. Die zweitgrößte Glaubensgruppe stellte jene des Islam dar. Im Jahr 2001 waren 9,9 % der Einwohner Dornbirns Muslime (Vorarlberg 8,36 %), nur 8 Bürger waren jüdischen Glaubens.