Die DIN-Norm DIN 199 des Deutschen Instituts für Normung e. V. regelt und definiert die Terminologie in der Technischen Produktdokumentation. Teil 1 dieser Norm ist ein Lexikon der Begriffe für ausgewählte feste Benennungen und Dokumentarten aus den Bereichen CAD-Modelle, Zeichnungen und Stücklisten, der Teil 3 definiert die Begriffe für den Aufbau und die Anwendung von Schlüsselnummern. PLM Portal

DIN Begriffe der Technischen Dokumentation Den weiteren Ausführungen zur DIN 199 sei der DIN Begriff der Technischen Dokumentation vorangestellt, wie er in DIN 6789 definiert wird.

Dort heißt es: „Technische Dokumentationen umfassen sowohl direkt oder mit optischen Hilfsmitteln lesbare Unterlagen (siehe DIN 199 Teil 1, Ausgabe 05.84) als auch solche Dokumente, die nicht den Kriterien für Unterlagen genügen (z. B. Magnetbänder).“, Entwurf Feb. 1986, Tekom

Ein Dokument ist eine als Einheit gehandhabte Zusammenfassung oder Zusammenstellung informationstragender Daten.

Eine Dokumentation ist die für einen bestimmten Zweck vollständige Zusammenstellung von Dokumenten.

DIN 199-1: Begriffe Aktuelle Ausgabe: 6.2024

Teil 1 dieser Norm bringt in alphabetischer Reihenfolge die wichtigsten Zeichnungsbegriffe und Zeichnungsarten:Hoischen Technisches Zeichnen. Cornelsen Schwann-Girardet, Düsseldorf 1988, ISBN 3-590-82024-1, 22. Auflage: Seite 13Hoischen Technisches Zeichnen. Cornelsen, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-589-24130-9, 31. Auflage: Seite 18

Typ Zweck oder Inhalt Bemerkungen, Beispiele usw. Änderungsindex Kennzahl oder Kennbuchstabe zur Versionierung einer technischen Zeichnung Anordnungs-Plan Darstellung der räumlichen Lage von Gegenständen zueinander CAD-Modell Strukturierter CAD-Datenbestand, der in physische Teile und in dargestellte Objekte gegliedert ist, z. B. ein Gebäude, ein mechanisches Gerät CAD-Plot Ausgabe von einer CAD-Zeichnung oder eines Teils auf einem Zeichnungsträger CAD-Zeichnung Durch ein Rechnerprogramm erzeugte Zeichnung, die auf einem Plotter, Drucker oder Bildschirm dargestellt wird Diagramm Darstellung von Zahlenwerten oder funktionalen Zusammenhängen in einem Koordinatensystem Einzelteil-Zeichnung Darstellung eines Einzelteils ohne räumliche Zuordnung zu anderen Teilen. vollständige Bemaßung, Werkstoffangabe, Oberflächenangabe Entwurf-Zeichnung Darstellung, über deren endgültige Ausführung noch nicht entschieden wurde Ergänzungszeichnung Zeigt Einzelheiten von Gegenständen auf, die in anderen Zeichnungen Bezug genommen wird Fertigungszeichnung Darstellung eines Teils mit weiteren Angaben zur Fertigung Foto-Zeichnung Foto ist wesentlicher Bestandteil der Zeichnung Gesamtzeichnung Darstellung einer Maschine, eines Gerätes oder einer Anlage in zusammengebautem Zustand Gruppenzeichnung Maßstabsgetreue Darstellung der räumlichen Lage und die Form der zu einer Gruppe zusammengefassten Teile Konstruktionszeichnung Darstellung eines Gegenstandes im vorgesehenen Endzustand Maßzeichnung Auf den jeweiligen Anwendungsfall reduzierte Darstellung wesentlicher Maße und Informationen für ein Teil siehe auch: Bemaßung Original-Zeichnung Eine für weitere Arbeitsschritte verbindliche Fassung einer Zeichnung Patent-Zeichnung Darstellung und formaler Aufbau nach den Vorschriften der Verordnung über die Anmeldung von Patenten -Plan Stellt z. B. Funktionszusammenhänge durch Symbole dar z. B. elektrische Schaltpläne, pneumatische Schaltpläne, hydraulische Schaltpläne, Rohrleitungsplan Skizze Nicht unbedingt maßstäbliche, vorwiegend freihändig erstellte Zeichnung Standard-Zeichnung Darstellung, die durch hinzufügen oder verändern bestimmter, vorgesehener Daten dem jeweiligen Anwendungsfall angepasst wird siehe auch: Standard Technische Unterlage Dient durch ihren Informationsinhalt technischen Zwecken Technische Zeichnung Eine Zeichnung in der für technische Zwecke erforderlichen Art und Vollständigkeit, z. B. durch Einhaltung von Darstellungsregeln und Maßeintragungen Teil-Zeichnung Darstellung eines Teils ohne räumliche Zuordnung zu anderen Teilen Varianten-Zeichnung z. B. eine Zeichnung von Gegenständen, die von einem anderen, ähnlichen Gegenstand in bestimmten Maßen abweicht Vordruck-Zeichnung Eine reproduzierbare Standardzeichnung Zeichnung Eine aus Linien bestehende bildliche Darstellung Zeichnungssatz Die Gesamtheit aller Zeichnungen, die zur vollständigen Darstellung eines Gegenstandes erforderlich sind Zusammenbau-Zeichnung Darstellung, die zur Erläuterung von Zusammenbauvorgängen dient auch Montagezeichnung genannt

Einteilung technischer Zeichnungen Technische Zeichnungen können laut DIN 199-1 wie folgt unterschieden werden:

Nach der Art der Darstellung Skizze: vorwiegend freihändig, meist nicht maßstäblich Zeichnung: aus Linien bestehende bildliche Darstellung Plan: Funktionszusammenhänge (z. B. Schaltpläne) Graphische Darstellung: bildliche Darstellung (z. B. Haus) Nach der Art der Fertigung Original Bleistiftzeichnung Tuschezeichnung Vervielfältigung Nach dem Inhalt Gesamtzeichnung Gruppenzeichnung Einzelteilzeichnung (vollständige Bemaßung, Werkstoffangabe, Oberflächenangabe) Rohteilzeichnung Schweißgruppenzeichnung Nach dem Zweck Entwurfszeichnung Sonderfälle (nicht unbedingt nach DIN 199) (z. B. Fertigungszeichnung, Angebots- und Bestellzeichnung, Genehmigungszeichnung, Patentzeichnung)

Teilearten

Weitere Begriffe, die in Teil 1 definiert werden, sind verschiedene Teilearten wie:Sachkennzeichnung der Bauteile für Voith Turbo Produkte (PDF) Voith Fremdteile: Gegenstand fremder Entwicklung und fremder Fertigung (en: part of outside origin) Eigenteile: Gegenstand eigener Entwicklung und eigener Fertigung Fremdfertigungsteile: Gegenstand eigener Entwicklung, aber fremder Fertigung (en: part of outside manufacture)

DIN 199-2: Begriffe für Stücklisten und das Stücklistenwesen Teil 2 regelt Begriffe, die Stücklisten und das Stücklistenwesen betreffen. Die DIN 199-2 (letzte Ausgabe 12.1977) wurde 2002 als eigenständiger Normteil zurückgezogen und durch DIN 199-1, Ausgabe 3.2002, ersetzt.

Definition Stückliste „Die Stückliste ist ein für den jeweiligen Zweck vollständiges, formal aufgebautes Verzeichnis für einen Gegenstand, das alle zugehörenden Gegenstände unter Angabe von Bezeichnung (Benennung, Sachnummer), Menge und Einheit enthält. Als Stückliste werden nur solche Verzeichnisse bezeichnet, die sich auf die Menge ≥1 eines Gegenstandes beziehen.“ (Ausgabe 12.1977, Nr. 51)Stücklisten in der Produktionsplanung (PDF; 1,8 MB) SAP

Stücklistenarten Baukastenstückliste: „Die Baukastenstückliste enthält die Gruppen, Eigen- und Fremdteile nur in der jeweils nächsttieferen Ebene eines Erzeugnisses oder einer Gruppe, welche unmittelbar für ihren Zusammenbau benötigt werden. Ein mehrgliedriges Erzeugnis besteht immer aus mehreren Stücklisten.“ (PDF; 959 kB), FH Zwickau

Strukturstückliste: „Die Struktur-Stückliste ist eine Stücklistenform, die zur Darstellung der Erzeugnisstruktur mit allen Gruppen und Teilen dient, wobei jede Gruppe jeweils bis zu ihrer niedrigsten Stufe aufgegliedert ist.“Erstellung von Arbeitsplänen, Meistersite (PDF; 5,7 MB)

Gleichteileliste: „Eine Gleichteileliste ist eine Liste, die alle die Gegenstände enthält, die mit gleicher Sachnummer und gleicher Menge in mehreren Varianten vorkommen.“Grundlagen der Modellierung von Produktionssystemen (PDF) Uni Paderborn

Mengenübersichtsstückliste: „Mengenübersichtstückliste ist eine Stücklistenform, in der für einen Gegenstand alle Teile nur einmal mit Angabe ihrer Gesamtmenge aufgeführt sind.“

Variantenstückliste: „Die Variantenstückliste ist eine Zusammenfassung mehrerer Stücklisten auf einem Vordruck, um verschiedene Gegenstände mit einem in der Regel hohen Anteil identischer Bestandteile gemeinsam aufführen zu können.“, TU Darmstadt

Weitere Begriffe zu Stücklisten Sachnummer: „Die Sachnummer ist die identifizierende Nummer eines Gegenstandes (einer Sache).“

Rohteil: „Ein Rohteil ist ein zur Herstellung eines bestimmten Gegenstandes spanlos gefertigtes Teil, das noch einer Bearbeitung bedarf.“

Erzeugnis: „Ein Erzeugnis ist ein durch Fertigung entstandener gebrauchsfähiger beziehungsweise verkaufsfähiger Gegenstand.“

Erzeugnisstruktur: „Die Erzeugnisstruktur ist die Gesamtheit der nach einem bestimmten Gesichtspunkt festgelegten Beziehungen zwischen den Gruppen und Teilen eines Erzeugnisses. Die Stückliste gibt in analytischer Sortierfolge an, welche Gruppen und Einzelteile mit welcher Anzahl in einem Erzeugnis bzw. (Bau-)Gruppe enthalten sind (siehe z. B. VDI 2815, DIN 199-2, DIN 199-4).“

Varianten: „Varianten sind Gegenstände ähnlicher Form oder Funktion mit einem in der Regel hohen Anteil identischer Gruppen oder Teile.“

Baugruppe: „Eine Baugruppe ist ein aus zwei oder mehr Teilen oder Gruppen niedrigerer Ordnung bestehender Gegenstand. Sie ist eine Gliederung der Gesamtproduktstruktur in einzelne, funktionsunabhängige Gruppen und verkörpert somit den strukturellen Aufbau eines Produktes.“ TU Chemnitz

Systembestandteile: „Je nach Komplexität und Wertschöpfungsstufe des Systems kann die Systemumgebung in mehrere Ebenen unterteilt werden („Super-System“ und „Super²-System“vgl. Schuh, Grawatsch, 2004). Gleiches gilt auch für die Systembestandteile, die in Anlehnung an die Erzeugnisstruktur (DIN 199-2/12.77) in Subsysteme und Komponenten sowie ggf. in Querschnittsbestandteile unterteilt werden können.“Axel Gomeringer: Dissertation (PDF; 2,9 MB)

DIN 199-3: Stücklisten-Verarbeitung, Begriffe in Schlüsselsystemen Aktuelle Ausgabe: 8.1978

Teil 3 regelt Begriffe der Stücklistenverarbeitung sowie Begriffe in Schlüsselsystemen und bringt die wichtigsten Begriffe in alphabetischer Reihenfolge:

Typ Zweck bzw. Inhalt Bemerkungen, Beispiele etc.Baukasten-StücklisteStückliste, in der alle Teile und Gruppen der nächsttieferen Stufe aufgeführt sind.BereitstellungslisteListe der Gegenstände, die zur Verfügung stehen müssen, mit der Angabe der Mengen sowie der liefernden und empfangenden StellenBetriebsstoffStoff, der in dem Gegenstand nicht enthalten ist, aber zur Herstellung notwendig ist, z. B. Reinigungsmittel, Bohrwasser usw.EinzelteilTeil, welches nicht zerlegt werden kann, ohne zerstört zu werden.Ersatzteil-ListeEnthält Informationen über Ersatzteile für einen GegenstandFertigteilTeil (Gegenstand) in funktions- und einbaufertigem Zustand.Grund-StücklisteWird für die Grundausführung eines Gegenstandes erstellt.GruppeKann aus zwei oder mehr Einzelteilen bestehen oder in sich geschlossen (montiert) sein.HalbzeugErzeugnis, das durch Stranggießen mit anschließender Bearbeitung, wie z. B. Walzen oder Schmieden, zu Blöcken gearbeitet wird und für die Umformung zu Flach- oder Langerzeugnissen oder für die Herstellung warmgeformter Schmiedestücke bestimmt ist.Konstruktions-StücklisteWird für den Konstruktionsbereich im Zusammenhang mit den zugehörigen Zeichnungen erstellt.Struktur-StücklisteZeigt den Zusammenbaufluss von der niedrigsten Stufe mit allen Gruppen und Teilen.StücklisteEin Verzeichnis, das für den jeweiligen Zweck für einen Gegenstand aufgebaut wird.Varianten-StücklisteAuf einem Vordruck zusammengefasste Stücklisten, die verschiedene Gegenstände mit einem hohen Anteil identischer Bestandteile aufführen.

DIN 199-4: Änderungen Aktuelle Ausgabe: 10.1981

Nach DIN 199-4 umfasst das Änderungswesen „die innerbetriebliche Organisation und die dazugehörigen Organisationsmittel zur Änderung von Gegenständen, z. B. von Unterlagen oder Teilen“. Es schließt weiterhin in der Regel die Folgeänderungen von spezifischen Fertigungs-, Mess- und Prüfmitteln ein.

DIN 199-5: Stücklistenverarbeitung, Stücklistenauflösung Aktuelle Ausgabe: 10.1981

Verwendungsnachweis Nach DIN 199-5 ist „der Verwendungsnachweis für eine Sachnummer ein Verzeichnis, in dem alle nach bestimmten Gesichtspunkten zusammengefassten Gegenstände aufgeführt sind, in denen diese Sachnummer enthalten ist oder enthalten sein kann.“ PLM Portal