mini|Gemeindegebiet mit Ortsteilen Gründau ist eine Gemeinde im Main-Kinzig-Kreis in Hessen, die ihren Namen durch den Fluss Gründau erhalten hat.
Geografie Geografische Lage Gründau liegt westlich und nördlich von Gelnhausen und südlich von Büdingen an den Flüssen Gründau und Kinzig.
Landschaft, Naturräume, Ökologie Nach der naturräumlichen Gliederung Hessens (Liste der naturräumlichen Einheiten in Hessen) liegt das Gemeindegebiet mit seinem größeren nordöstlichen Teil im Büdinger Wald (Haupteinheit 143), sein südwestlicher Teil gehört zum Büdingen-Meerholzer Hügelland (Haupteinheit 233), beide gehören zur Großlandschaft Südwestdeutsches Mittelgebirgs-/Stufenland.
Der Büdinger Wald ist ein nach Norden über die Kinzig vorspringender Spessart-Ausläufer, der zum Hessisch-Fränkischen Bergland (Haupteinheitengruppe 14) gezählt wird. Dieser schiebt sich von Süden vor die gegen das Rhein-Main-Tiefland (Haupteinheitengruppe 23) gerichtete Südabdachung des Vogelsberges. Als nordwest-südost-verlaufende Buntsandsteinscholle von 350 bis 410 m Höhe bildet er im Wesentlichen eine Sandsteinhochfläche, auf deren lehmigen Sandböden sich ein fast geschlossenes Waldgebiet befindet, zum größeren Teil Laubwälder, darunter auch schutzwürdige Edellaubbaumwälder. Die Bachtäler sind meist als Grünland genutzt. Die Landschaft hat hohe Bedeutung als Erholungsgebiet. Bedeutung für den Biotopverbund hat insbesondere das große unzerschnittene Gebiet nördlich Gelnhausen. An der Grenze zum Vogelsberg (Kennziffer 350.5) befinden sich dagegen Basaltdecken und einer der größten Basaltbrüche Hessens.
Der weitere Teil des Gemeindegebietes gehört zum Büdingen-Meerholzer Hügelland (früher Ronneburger Hügelland -Kennziffer 233.0- im Nordostteil des Rhein-Main-Tieflandes zwischen Nidder und Kinzig), einer gehölz- bzw. waldreichen Kulturlandschaft. Die aus Lössauflagen und aus Letten des Rotliegenden entstandenen Böden sind die Grundlage einer ertragreichen Landwirtschaft. Nur die nördlich des Kinzigtals gelegene Hochfläche gehört zum Gemeindegebiet, sie setzt sich aus einer Anzahl Nordost-Südwest-verlaufender Bergrücken zwischen breiten Talmulden und einem flachwelligen Gebiet nach Westen hin zusammen. Eine ökologische Sonderstellung nimmt das südlich der Hochfläche liegende Kinzigtal ein, in welchem Hochwässer häufig sind. Die Kinzig durchfließt die Landschaft in einem weiten flachen Muldental in 130 bis 110 m ü. NN. Die Wälder der Landschaft bestehen zum großen Teil aus Buchenwaldgesellschaften. Die Niederungen insbesondere der Kinzig werden als Grünland genutzt, der größte Teil der Landschaft als Ackerland. Wertvolle Biotope der Landschaft sind Gehölze des Offenlandes, Streuobst und naturnahe Fließgewässer mit angrenzenden Feuchtbiotopen.
Ortsteile Die Ortsteile Breitenborn und Gettenbach liegen inmitten des Gebietes des Büdinger Waldes. An dessen Rand liegen die Ortsteile Hain-Gründau (zur Gründauaue hin) und Lieblos (zur Kinzigaue hin); im Ronneburger Hügelland liegen Mittel-Gründau und Niedergründau, im Kinzigtal Rothenbergen und größtenteils Lieblos.
Nachbargemeinden
Geschichte Vorgeschichte und erste urkundliche Erwähnungen Die meisten Ortsteile wurden schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt; Siedlungsspuren aus der Zeit davor – meist aus dem Neolithikum, später aus der Römerzeit (die westlichen Ortsteile lagen im römisch kontrollierten Limes-Vorfeld) und der fränkischen Besiedlung ab 500 – findet man in allen Gemarkungen (außer in Breitenborn).Otmar Engel und Klaus von Berg: Archäologie – Funde auf Gründauer Gebiet. In: Grindaha, Veröffentlichungen des Geschichtsvereins Gründau e. V., Heft 26, Gründau 2016 , S. 146–152.
Gebietsreform und Gründung der neuen Gemeinde Die Gemeinde Gründau wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 31. Dezember 1971 aus den bisherigen Gemeinden Breitenborn (Amt Wächtersbach), Gettenbach, Lieblos und Niedergründau (durch Vereinbarung/Vertrag§ 16 Absatz 3 HGO) gebildet (Am 26. Mai 1971 unterzeichneten die Bürgermeister und Ersten Beigeordneten der Gemeinden Breitenborn A. W., Gettenbach, Hain-Gründau, Lieblos und Niedergründau den Zusammenschlussvertrag in Breitenborn A. W.Reinhard Weis: 40 Jahre Gemeinde Gründau – Trotz „schwerer Geburt“ entstand ein vorbildliches Gemeinwesen. In: Grindaha – Heft 22, 40 Jahre Gemeinde Gründau, Gründau 2012 (ISSN 2194-8631), S. 5–20. nach der Genehmigung durch die Landesregierung am 21. Dezember 1971 wurde der Vertrag – ohne Hain-Gründau – zum 31. Dezember 1971 realisiert). Hain-Gründau kam erst am 1. August 1972 Kraft Landesgesetz dazu, wie Mittel-Gründau und Rothenbergen (das sich bis zum Schluss gegen den Zusammenschluss mit Gründau wehrte und am 21. Dezember 1971 einen Zusammenschlussvertrag mit der Stadt Gelnhausen abgeschlossen hatte). Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.
Die früheren Gründauer Dörfer und der Gelnhäuser Stadtteil Roth (nicht aber Breitenborn und Hain-Gründau) gehörten kirchlich schon seit dem Mittelalter zur Bergkirche in Niedergründau und zum Gericht Gründau, so dass sich die Gebietsreform weitgehend an historisch gewachsenen Strukturen orientierte.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Gründau 14.335 Einwohner. Nach dem Lebensalter waren 2473 Einwohner unter 18 Jahren, 6210 zwischen 18 und 49, 3105 zwischen 50 und 64 und 2567 Einwohner waren älter. Unter den Einwohnern waren 752 (5,2 %) Ausländer, von denen 296 aus dem EU-Ausland, 294 aus anderen europäischen Ländern und 162 aus anderen Staaten kamen. Von den deutschen Einwohnern hatten 17,1 % einen Migrationshintergrund. Bis zum Jahr 2020 erhöhte sich die Ausländerquote auf 9,1 %. Die Einwohner lebten in 6132 Haushalten. Davon waren 1750 Singlehaushalte, 1852 Paare ohne Kinder und 1924 Paare mit Kindern, sowie 490 Alleinerziehende und 111 Wohngemeinschaften. In 1120 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 4297 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1987: 2819 evangelische (= 70,4 %), 666 katholische (= 19,6 %), 521 sonstige (= 13,0 %) Einwohner • 2011: 7820 evangelische (= 54,7 %), 2400 katholische (= 16,8 %), 180 freikirchliche (= 1,2 %), 120 orthodoxe (= 0,8 %), 290 andersgläubig (= 2,0 %), 3500 sonstigeKeiner öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaft angehörig. (= 24,5 %) Einwohner • 2022: 51 % evangelisch, 19 % katholisch, 30 % sonstige
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Gründau erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 CDU-Gemeindeverband Gründau36,71333,21234,01328,91151,51948,818 SPD-Ortsverein Gründau29,51137,41435,21356,62133,41230,211 19,17—————————— 12,9521,0830,81114,2514,7615,36 KBG Konservative Bürger GründauKonservative Bürger Gründau1,818,53———————— ——————0,300,30—— ——————————5,72 Gesamt 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 100,0 37 Wahlbeteiligung in % 55,7 51,0 53,4 50,5 47,7 56,1 Nach dem staatsbeauftragten Vorsitzenden Karl Rödig in der Gründungsphase der Gemeinde hatte die Gemeindevertretung folgende gewählte Vorsitzende (Parlamentsvorsteher): von 1972 bis 1989 Karl Seibert † (CDU), von 1989 bis 2004 Karl Fischer (FWG), von 2004 bis 2011 Stefan Ament (CDU), von 2011 bis 2016 Norbert Breunig (SPD), von 2016 bis 2021 Stefan Ament (CDU), von 2021 bis 2026 Axel Fetzberger (FWG), seit 2026 Johannes Heger (CDU).
Bürgermeister mini|Rathaus Gründau Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Gründau neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und sieben weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2025 Markus Kern (CDU). Er wurde als Nachfolger von Gerald Helfrich, der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 16. März 2025 im ersten Wahlgang bei 51,5 Prozent Wahlbeteiligung mit 64,5 Prozent der Stimmen gewählt.hessenschau: Bürgermeisterwahl am 16. März 2025 in Gründau
Amtszeiten der Bürgermeister - Votemanager: Wahltermine Gemeinde Gründau, seit 2005 seit 2025 Markus Kern (CDU)Main-Kinzig-Echo, 17. März 2025: Markus Kern (CDU) gewinnt Bürgermeisterwahl in Gründau: „Markus Kern … wird ab Juli die Amtsgeschäfte von Gerald Helfrich übernehmen“ 2013–2025 Gerald HelfrichFAZ, 10. März 2013: Parteiloser Überraschungssieger in Gründau: „Der 47 Jahre alte Diplom-Verwaltungswirt ist seit 1995 Mitarbeiter im Rathaus, seit 2008 leitet er die Haupt- und Finanzverwaltung.“ - Kinzig News, 18. Juni 2019: Bürgermeister Gerald Helfrich in Lieblos vereidigt: „Am 1. Juli beginnt die zweite Amtszeit von Gründaus Bürgermeister Gerald Helfrich.“ 2007–2013 Heiko Merz (SPD)Frankfurter Rundschau, 2012: Merz mag nicht mehr: „für eine zweite Amtsperiode ab Juli 2013 nicht mehr zur Verfügung“ 1984–2007 Georg Meyer (CDU)Vorsprung online, 7. Januar 2013: Ehrenbürgermeister Georg Meyer feiert 70. Geburtstag 1973–1984 August Imhof (FWG) (1919–1986)
Erster Beigeordneter war von 2011 bis 2016 Hans Kroth (SPD) und von 2016 bis 2021 Axel Fetzberger (FWG) sowie von 2021 bis 2026 erneut Hans Kroth (SPD). Seit 2026 ist es Jürgen Schubert (SPD).
Ortsbezirke, Ortsbeiräte, Ortsvorsteher Die neue Gemeinde hat entsprechend den bisher selbständigen Gemeinden Ortsbezirke gebildet. Nach ihrer Fläche sind Gettenbach (1357 ha) und Breitenborn (1872 ha) die größten Ortsteile, nach der Einwohnerzahl die kleinsten Dörfer (461 Einwohner und 1089 Einwohner), Nach der Anzahl der Einwohner () sind Rothenbergen (3979 Einwohner) und Lieblos (3761 Einwohner) die größten Ortsteile, nach der Fläche mit die kleinsten (560 ha und 734 ha). Mittel-Gründau (915 ha, 2165 Einwohner), Niedergründau (719 ha, 1806 Einwohner) und Hain-Gründau (608 ha, 1753 Einwohner) liegen sowohl nach der Einwohnerzahl wie nach der Fläche im Mittelfeld. Jeder der Ortsteile bildet gemeinderechtlich (Hessische Gemeindeordnung – HGOHessische Gemeindeordnung (HGO)) einen Ortsbezirk§ 81 HGO und hat einen Ortsbeirat,§ 82 HGO mit einem Ortsvorsteher§ 82 Absatz 5 HGO als Vorsitzendem. Außenstellen der Gemeindeverwaltung§ 81 Absatz 3 HGO sind jedoch nicht eingerichtet. Die Wahl der Ortsbeiräte erfolgt im Rahmen der Kommunalwahlen. Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin. Zur Zusammensetzung der Ortsbeiräte siehe in den entsprechenden Ortsteilen.
Städtepartnerschaften mit der Stadt Ebersbach-Neugersdorf in der Oberlausitz (Sachsen) mit Laussonne, Département Haute-Loire, Region Auvergne-Rhône-Alpes, Frankreich
Wappen Als Hoheitszeichen führt die Gemeinde Gründau dieses Wappen, das sie von der ehemals selbstständigen Gemeinde Niedergründau übernommen hatte:
Religionen mini|Das Innere der evangelische Bergkirche von Niedergründau: 1838 bis 1840 im klassizistischen Stil erbaut, 1950 renoviert
54,1 % evangelisch, 18,9 % katholisch, 27 % sonstige.
Kirchen Die Bergkirche auf dem Schieferberg (örtlich: Schiwwerberch) in Niedergründau ist die alte zentrale Kirche der meisten Gründauer Ortschaften. Sie wurde erstmals 1217 urkundlich erwähnt.Heinrich Reimer: Hessisches Urkundenbuch, Abt. 2, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Band 1. 767–1300. Publikationen aus den königlich-preußischen Staatsarchiven, Hirzel, Leipzig 1891 Nr. 131 und 132 Damals nahmen die Mönche des Klosters Selbold die Seelsorge in den Orten rings um den Schieferberg wahr. In der Reformation wurde die Bevölkerung evangelisch.