Die Bristol Type 152 Beaufort war ein im Zweiten Weltkrieg eingesetzter zweimotoriger Torpedobomber des britischen Flugzeugherstellers Bristol Aeroplane Company. Der Erstflug fand 1938 statt, und bis zur Produktionseinstellung im August 1944 wurden 2129 Maschinen gebaut.
Geschichte Die Beaufort war ein von dem leichten Bomber Blenheim abgeleiteter Torpedobomber. Der Prototyp flog erstmals am 15. Oktober 1938. Wegen Schwierigkeiten mit den neuen schiebergesteuerten Bristol-Taurus-Motoren verzögerte sich die Indienststellung allerdings bis zum Januar 1940. Aber auch danach gab es mit den Triebwerken fortwährend Probleme, die mitunter auch Flugverbote zur Folge hatten.
Die Beaufort wurde auch in Australien gebaut, dort jedoch mit den stärkeren amerikanischen Pratt & Whitney R-1830-Triebwerken. Die guten Erfahrungen mit diesen Motoren veranlassten das Air Ministry, deren Einbau auch in der neuen Baureihe zu verlangen. Die letzten Baureihen wurden aber wieder mit den inzwischen verbesserten Taurus-Triebwerken ausgerüstet.
Das Muster wurde vom britischen Küstenkommando bis 1943 als Minenleger und Torpedobomber eingesetzt, wonach es von der Beaufighter ersetzt wurde. Im Pazifik flog die Beaufort bis Ende des Krieges. Mit Erfolg wurde sie auch von Malta aus eingesetzt, wo sie im Mittelmeerraum die deutschen Versorgungskonvois nach Nordafrika massiv stören und damit den Nachschub des Deutschen Afrikakorps schwerwiegend behindern konnte. Insgesamt wurden über 2129 Exemplare gebaut.
Versionen mini|Beaufort Mk.1, No. 217 Squadron RAF mini|Bristol Beaufort Mk.V der Royal Australian Air Force mini|Farbfoto, 1942 Beaufort I Erste Serienversion mit Bristol-Taurus-Motoren als Torpedobomber und Aufklärungsflugzeug der Royal Air Force. Beaufort II Mk.I mit Pratt & Whitney-Twin-Wasp-Motoren. Beaufort III nicht gebaute Version mit Rolls-Royce Merlin-XX-Motoren. Beaufort IV Ein Prototyp mit Bristol-Taurus-XX-Motoren. Beaufort V In Australien gebauten Version mit Pratt & Whitney R-1830-S3C4-G Twin-Wasp-Motoren. 50 wurden gebaut. Beaufort VA Mk.V mit vergrößertem Heckleitwerk, 30 wurden in Australien gebaut. Beaufort VI Australische Version mit Pratt & Whitney-Motoren R-1830-S1C3 Twin Wasp, 40 wurden gebaut. Beaufort VII Version mit Propellern von Hamilton Standard, 60 wurden in Australien gebaut. Beaufort VIII Australische Version mit ASV-Radar, die sowohl mit Torpedos und Minen aus britischer als auch aus US-amerikanischer Produktion bewaffnet werden konnte. 520 wurden gebaut. Beaufort IX 46 australische Beaufort, die zu Transportflugzeugen umgebaut wurden.
Produktionszahlen
Die Beaufort wurde in Großbritannien in Filton bei Bristol und in Banwell gebaut.
+Britische Produktion der Bristol BeaufortNational Archives, Kew, Bestand AVIA 10/311 Version Filton Banwell Summe Mk I10131013 Mk II166250416 Summe 1179 250 1429
+Jährliche Produktion der Bristol Beaufort in UK Jahr Anzahl 193927 1940361 1941159 1942318 1943375 1944189 Summe 1429
+Jährliche Produktion der Bristol Beaufort in AustralienOfficial Year Book of the Commonwealth of Australia No. 37, 1946 and 1947, S. 1168 Fiskaljahr Anzahl 01.07.1941–30.06.194276 01.07.1942–30.06.1943285 01.07.1943–30.06.1944312 01.07.1944–30.06.194527 Summe 700
Militärische Nutzung
Royal Australian Air Force
Royal Canadian Air Force
Royal New Zealand Air Force
South African Air Force
Türkische Luftwaffe
Royal Air Force Royal Navy
Technische Daten miniatur|Australischer Propagandafilm über die Produktion von Bristol Beauforts Kenngröße Daten Bristol Beaufort Mk I Besatzung 4 Länge 13,59 m Spannweite 17,63 m Höhe 3,78 m Flügelfläche 46,73 m² Flügelstreckung 6,7 Leermasse 5945 kg Startmasse 9630 kg Antrieb zwei Sternmotoren Bristol Taurus mit je Höchstgeschwindigkeit 418 km/h in 1830 m Höhe Dienstgipfelhöhe 5030 m Reichweite 1666 km Bewaffnung vier bis sieben 7,7-mm-MGs, 680 kg Bomben oder ein 728-kg-Torpedo
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen
Literatur C. H. Barnes: Bristol Aircraft Since 1910. Putnam Aeronautical, London 1988, ISBN 0-85177-823-2. Tony Buttler: Bristol Beaufort (Warpaint Series No. 50). Warpaint Books Ltd., Milton Keynes 2000 Tony Buttler: British Secret Projects. Fighters and Bombers 1935–1950. Midland, Hersham 2004, ISBN 1-85780-179-2. William Green: War Planes of the Second World War. Volume Seven: Bombers and Reconnaissance Aircraft. Doubleday and Company, New York 1967. Roger Hayward: Beaufort File. Air-Britain (Historians) Ltd., Tonbridge 1990, ISBN 0-85130-171-1.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Torpedobomber Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigtes Königreich) Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video Beaufort Kategorie:Erstflug 1938 Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Luftfahrzeug der Royal Air Force