Der Lausenbach, auch Lausabach, ist ein linker Nebenfluss der Großen Röder in Sachsen. Er entsteht im Norden von Dresden aus drei Quellbächen, durchfließt mehrere Teiche und mündet nach vier Kilometern im Ottendorf-Okrillaer Ortsteil Hermsdorf. Der Lausenbach ist das Hauptgewässer der Ortschaft Weixdorf im Dresdner Norden und spielt eine wichtige Rolle bei der Entwässerung des Flughafens.
Verlauf mini|links|Lage und Verlauf des Lausenbachs und seiner Zuflüsse Der Lausenbach nimmt seinen offiziellen Anfang in einer Höhe von als Abfluss des Mühlteichs, der sich in Lausa befindet, einem Teil der Ortschaft Weixdorf im Norden Dresdens. Der Bach ist reichlich 3 km lang und fließt innerhalb des Radeberger Landes grob nach Norden, also im rechten Winkel zur Elbe, deren Tal nur wenige Kilometer weiter südlich beginnt und von der er sich entfernt. Sein Wasser fließt daher erst bei der Lutherstadt Wittenberg in die Elbe. Zum Teil werden auch die oberhalb des Mühlteichs gelegenen kurzen und eigentlich namenlosen Bachläufe zwischen den einzelnen Lausaer Teichen zum Lausenbach dazugerechnet. Dies betrifft die Abschnitte zwischen dem Groß- und dem Oberen Mittelteich, dem Oberen und Unteren Mittelteich sowie dem Unteren Mittel- und dem Mühlteich, die allesamt unmittelbar westlich von Friedersdorf in einem flachen Muldental liegen. In diesem Fall ergibt sich eine Gesamtlänge des Baches von 4 km. Davon verläuft der Lausenbach etwa zur Hälfte auf Lausaer Flur, um dann auf in Höhe der ehemaligen Lausenbachmühle auf die Gemarkung Hermsdorf überzuwechseln.
In Hermsdorf durchfließt er ein bis zu 80 m breites Sohlental und erreicht schließlich im Hermsdorfer Ortskern das Tal der Großen Röder. Der Lausenbach fließt hier noch 500 m am linken Talrand parallel zu seinem Vorfluter und mündet, kurz nachdem er durch die Straße „An der Leite“ letztmals überbrückt wurde, direkt unter der Autobahnbrücke der A 4 auf etwa in die Große Röder. Sein Gefälle beträgt damit ungefähr 21 m auf 3 km. In weiten Teilen seines Verlaufs folgt dem Lausenbach die Königsbrücker Landstraße, die in Hermsdorf Dresdner Straße heißt. Rechnet man seinen längsten Quellbach, den Flössert- beziehungsweise Ruhlandgraben, hinzu, beträgt die Gesamtlänge etwa 8 km. Die Fläche des Lausenbach-Einzugsgebiets, das sich größtenteils in Dresden befindet, beläuft sich auf 19,1 km².Hochwasserschutzkonzeption rechtselbischer Fließgewässer I. Ordnung – Große Röder, Los 3.2 – HWSK-Nr. 47. Endbericht. 2004, S. 15 (PDF; 1,9 MB)
Geomorphologie Präglazial Einer Theorie von Geologen der Bergakademie Freiberg zufolge, 17.–21. März 2003, Institut für Geologie, Technische Universität Bergakademie Freiberg floss die Elbe vor dem am Ende der Kreidezeit liegenden zeitlichen Beginn, Sächsisches Landesamtes für Umwelt und Geologie der Entstehung der Lausitzer Verwerfung über Dresden-Klotzsche und Ottendorf-Okrilla, wo es ergiebige Lagerstätten von Elbsanden gibt,, Euroquarz GmbH, Januar 2007. weiter nach Norden. Im Bereich dieses sogenannten Senftenberger Elblaufs findet sich heute der Lausenbach. Die Hebung der Lausitzer Platte und die zeitgleiche relative Senkung des Elbtalkessels ließen die Lausitzer Verwerfung entstehen, an die sich nördlich unter den Flussschottern ausgedehnte Vorkommen des Lausitzer Granodiorits anschließen, den der Lausenbach in seinem Unterlauf zwischen Lausa und Hermsdorf auch durchbricht.
Postglazial mini|Mündung des Lausenbachs (rechts) in die Große Röder Das Einzugsgebiet des Lausenbaches, besonders der Oberlauf, wird durch eine starke Schicht aus Sand und Kies geprägt. Sie entstand während der Elsterkaltzeit und besteht aus fluviatilen Sedimenten der Schmelzwässer, die aus den damaligen Gletschern kommend nach Süden abflossen. Im Bereich des Elbtalkessels mündeten sie in die Elbe, die hier damals einen großen natürlichen Stausee bildete. Dadurch wurde nach und nach ein mächtiger Schwemmkegel aufgeschüttet. Auf dessen Sandablagerungen fließen die Bäche des Lausenbach-Einzugsgebiets und weisen deshalb von Natur aus ein sandiges Bett auf.
Nach dem Ende der Eiszeit grub sich die Prießnitz in die Ablagerungen dieses Binnendeltas ein. Sie war anfänglich noch nicht der Elbe tributär, sondern floss weiter in Richtung Nordwesten über Klotzsche nach Radeburg in die Große Röder. Dabei schuf sie entweder das Tal des Lausenbachs oder verlief etwas weiter westlich im heutigen Promnitztal, was auch wahrscheinlicher ist. Nachdem sie am Prießnitzknick durch einen Elbzufluss seitlich angezapft worden war, wurde der Verlauf der Prießnitz nach Süden abgelenkt. Der vormalige Unterlauf lag nun trocken und füllte sich nur durch die ehemaligen Prießnitzzuflüsse aus diesem Bereich allmählich mit Wasser. Aus diesen entstand nun ein neuer Bach, der das vorhandene Tal weiternutzte und der Großen Röder zufloss. Dabei handelt es sich entweder um die Promnitz oder den Lausenbach.
Durch das geringe Gefälle des Geländes am Lausenbach ist seine Tiefenerosion recht gering. Der Bach verläuft in flachen Mulden oder niedrigen Sohlentälern.
Quellbäche mini|Der Ruhlandgraben im Sauerbusch Der Lausenbach entsteht aus drei Bächen, die sich im Gebiet des Großteichs vereinigen. Der längste unter ihnen ist der Flössert- beziehungsweise Ruhlandgraben, der aus Klotzsche kommt. Die beiden anderen heißen Försterbach und Seifzerbach. Der Ruhlandgraben und der Seifzerbach spielen ebenso wie der später in den Lausenbach einmündende Schelsbach sowie die Promnitz eine wichtige Rolle für die Entwässerung des Dresdner Flughafens. Dieser befindet sich auf einer in etwa gelegenen Hochfläche. Das auf seinen insgesamt 90 ha großen versiegelten Flächen niedergehende Regenwasser gibt er in die genannten umliegenden Bäche ab, von denen drei schließlich in den Lausenbach münden. Dies trägt zur Verstärkung der Hochwassergefahr bei. Die vom Flughafen verursachten Verunreinigungen führten außerdem zu Beeinträchtigungen der Wasserqualität. auf Dresden Neustadt Online
Flössert- und Ruhlandgraben mini|links|Renaturierter Abschnitt des Flössertgrabens An der Ostseite des Flughafens nimmt der Flössertgraben seinen Anfang. Er fließt in der Nachbarschaft der nach ihm benannten Straße „Am Flössertgraben“ in Richtung Osten und passiert dabei, allerdings in weiten Abschnitten in Tunnels, die Neubaugebiete Göhrener Weg und Theodor-Fontane-Straße, wo er zum Teil infolge von bereits 1997 erfolgten Planungen wieder offengelegt wurde. Etwa in Höhe Grenzstraße unterquert er die Königsbrücker Landstraße. Noch bevor er durch die Bahnstrecke Dresden-Klotzsche–Dresden Flughafen überbrückt wird, vereinigt sich der Flössertgraben mit dem von Westen aus Richtung der Straße „Am Kraftwerk“ kommenden und in etwa parallel zu besagter S-Bahn-Strecke fließenden Ruhlandgraben, der weitgehend ebenso kanalisiert wurde. Früher mündete hier noch ein weiterer Zufluss ein, der aus Richtung des heutigen Silbersees bei Klotzsche kam.Themenstadtplan, Themenbereich Umwelt, Thema Historische Gewässer
mini|Tümpel und Feuchtwiesen am Ruhlandgraben Von hier an fließt das nun als Ruhlandgraben bezeichnete vereinigte Gewässer in Richtung Nordosten 2 km weit durch die nordwestliche Dresdner Heide. Die äußerst flache, fast ebene Talmulde des Bachs ist durch ein System abzweigender und einmündender Seitengräben gekennzeichnet, die teilweise in staunasse Flächen mit Feuchtwiesen übergehen. Um die Gewässerstrukturgüte zu verbessern, wurden in den Jahren 2001 bis 2004 insbesondere durch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen am Ruhlandgraben auf einer Länge von 1650 m Maßnahmen zum Befestigungsrückbau, zur Sanierung oder zur Renaturierung durchgeführt. Dies geschah hauptsächlich durch den Einbau kleiner Flussschlingen und künstlicher Aufstauungen zur Verlangsamung der ohnehin recht geringen Fließgeschwindigkeit und zur Schaffung möglichst vielfältiger Lebensräume sowie durch die Freilegung verrohrter oder anderweitig versiegelter Abschnitte. In unmittelbarer Nähe seiner Einmündung in den Großteich vereinigt sich der Ruhlandgraben mit dem von rechts kommenden Försterbach. Das Flössertgraben-Ruhlandgraben-System ist mit einer Länge von 4 km der längste Quellbach des Lausenbachs.
Försterbach Der reichlich 2 km lange Försterbach fließt aus Richtung Heidehof kommend zunächst grob von Süd nach Nord und knickt schließlich nach Westen ab. Auf seinem Weg durch den Sauerbusch nimmt er mehrere kleine Bäche und Gräben auf, die ebenfalls auf der Flur von Langebrück entspringen – so auch den Grenzgraben, der die Grenze zwischen den Gemarkungen Lausa und Langebrück bildet, und den Nassen Graben. In früherer Zeit mündete er direkt in den Großteich ein, wurde aber auf den letzten 100 m seines Verlaufs im Gebiet des Erholungszentrums am Waldbad Weixdorf etwas nach Süden verlegt und vereinigt sich somit zunächst mit dem Ruhlandgraben, welcher in der Regel an dieser Stelle etwas mehr Wasser führt.
Seifzerbach mini|links|Hinweisschild am alten Seifzerteichdamm Den Süden der Gemarkung Weixdorf durchfließt der etwa 2 km lange Seifzerbach, der auch als Seifenbach bekannt ist. Sein Quellbereich ist durch das Industriegebiet Klotzsche überbaut und komplett umgestaltet worden. Dadurch nimmt der Bach heute erst im östlich angrenzenden ehemaligen Seifzerteich, früher auch „Seufzens Teich“, seinen Anfang. Dieser Teich wurde im frühen 16. Jahrhundert angelegt und als „Weicksdorffer Teich“ erwähnt. Im Jahre 1837 wurde er wieder abgelassen und seine Fluren sieben Jahre später vom Gutsherren an einen ortsansässigen Bauern verkauft, der sie als Felder und Weiden nutzte. Sein 5 m breiter und 3 m hoher Damm, der von alten Stieleichen und Kiefern bekrönt wird, existiert größtenteils noch, wurde aber an den Seiten abgetragen. Unmittelbar oberhalb des Damms liegt bis heute eine staunasse Fläche. In der Siedlung Fuchsberg gibt es die Seifzerteichstraße und die Straße Am Seifzerbach. In seinem weiteren Verlauf durchquert der Seifzerbach eine sehr flache Niederung und das Sportgelände der SG Weixdorf. Er mündet wenige Meter westlich der Einmündung des Ruhlandgrabens ebenfalls in den Großteich.
Lausaer Teiche mini|Blick vom Großteichdamm auf den im Winter abgelassenen Großteich mini|Blick über den Mühlteich nach Friedersdorf Gegen Ende des 15. Jahrhunderts lief in Sachsen ein umfangreiches Teichbauprogramm an, um den Hochwasserschutz zu verbessern und gleichzeitig die Fischzucht auszubauen. In dieser Zeit und zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden unter anderem viele der Moritzburger Teiche, so zum Beispiel der Großteich und der Dippelsdorfer Teich. Auch die meisten der Teiche in Weixdorf haben diesem Programm ihre Existenz zu verdanken. Durch einen Erlass Herzog Georgs des Bärtigen wurden viele Dämme gebaut. Dies geschah als Frondienst für Georg von Carlowitz, der das Rittergut in Hermsdorf besaß und somit auch in Weixdorf und Lausa die Grundherrschaft ausübte.
Das größte Dammbauprojekt war der Großteichdamm. Er ist 250 m lang und 12 m hoch, der Wasserstand des Großteiches konnte bis in eine Höhe von 7 m reguliert werden. Der Staudamm ist an der Krone 10 bis 18 m und an der Sohle 45 m breit. Der durch ihn aufgestaute Großteich, der am Nordrand des ehemaligen Hermsdorfer Rittergutswalds liegt und der oberste der Lausaer Teiche ist, war bereits in den Aufzeichnungen des Heidekartographen Matthias Oeder von 1589 vermerkt und erreichte eine Fläche von bis zu 65 ha, wobei 50 ha normal waren.Lars Herrmann: auf dresdner-stadtteile.de Seine historische südliche Uferlinie lebt in etwa im Verlauf der Gemarkungsgrenze zwischen der Dresdner Heide und Lausa fort. Als der Teich in seinem früheren Ausmaß noch existierte, war dies die Grenze des landesherrlichen Eigentums zum Rittergut Hermsdorf, woran ein noch vorhandener Grenzstein mit der Aufschrift „R. H.“ erinnert.