Roth (auch das Roth) ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Eschenburg im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geografische Lage Roth erreicht man über eine Abzweigung der Bundesstraße 253, ca. 17 Kilometer östlich von Dillenburg entfernt. Der Ort grenzt unmittelbar an die Ortschaften Steinbrücken, Mandeln, Achenbach, Oberdieten, Oberhörlen, Simmersbach und Eibelshausen. Die Ortschaft liegt ca. , der höchste Berg Stiete hat eine Höhe von .

Geschichte Ortsgeschichte Roth wird im Jahr 1232 in Zusammenhang mit den Wunderheilungen rund um das Grab der heiligen Elisabeth in Marburg als de Roden erwähnt. Es ist aber unklar ob tatsächlich dieses Roth gemeint ist. In erhaltenen Urkunden wurde der Ort in der Folge unter folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Rodgyn (1386), Roede (1413), Roda (1577), Roith (1630) und Rodt (1677).

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde im Umfeld des Heiligen Berges () die Burg Hessenwalt erbaut. Sie diente in der Dernbacher Fehde zur Verteidigung des Breidenbacher Grunds, zu dem Roth bis zur Gebietsreform 1974 gehörte. Die Burg wurde aber noch im selben Krieg zerstört. Historisch hat Roth Stadtrechte erworben (belegt 1758) und ein eigenes Gericht besessen. Bekannt ist Roth auch durch sein Silbervorkommen (Ende des 17. Jahrhunderts entdeckt), welches zur Prägung eines Silbertalers führte (1696). Bis in das 20. Jahrhundert hinein wurde in der Grube Gottesgabe Silber gewonnen.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Roth:

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Roth war bis zur Gebietsreform in Hessen selbstständig und gehörte zum Landkreis Biedenkopf. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolgte die Gründung der Gemeinde Eschenburg zum 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach. Kraft Landesgesetz wurden dann die Gemeinden Eschenburg, Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf zur erweiterten Großgemeinde Eschenburg zusammengeschlossen. Die Inkraftsetzung erfolgte zum 1. Juli 1974 durch den Regierungspräsidenten in Darmstadt. Für alle sechs Ortsteile wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Roth angehört(e):

vor 1567 Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Blankenstein, Grund Breidenbach ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Blankenstein, Grund BreidenbachDie Zugehörigkeit des Amtes Blankenstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Blankenstein, Grund Breidenbach ab 1627: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Blankenstein, Grund Breitenbach (Obergericht; Gericht Roth) ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Blankenstein ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung., Provinz Oberhessen, Amt BlankensteinNeuste Länder und Völkerkunde, Band 22, S. 416, Weimar 1821 ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk GladenbachAb 1923 Trennung von Justiz (Landgericht Gladenbach) und Verwaltung. Bis 1823 Patrimonialgericht Grund Breidenbach. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Biedenkopf ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Biedenkopf ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf (übergangsweise Hinterlandkreis) ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Biedenkopf ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Biedenkopf ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Biedenkopf ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis, Gemeinde EschenburgAm 1. Juli 1974 als Ortsbezirk zur Gemeinde Eschenburg. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Eschenburg ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Eschenburg

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Roth 558 Einwohner. Darunter waren 9 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 93 Einwohner unter 18 Jahren, 264 zwischen 18 und 49, 105 zwischen 50 und 64 und 96 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 210 Haushalten. Davon waren 45 Singlehaushalte, 60 Paare ohne Kinder und 84 Paare mit Kindern, sowie 18 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 39 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 141 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • 1577: 28 Hausgesesse • 1630: 24 Hausgesesse (22 einspännige Ackerländer, 2 Einläuftige) • 1677: 27 Männer, 2 Witwen, 1 Jungmannschaft, 13 ledige Mannschaften. • 1742: 36 Haushalte • 1791: 257 Einwohner • 1800: 261 Einwohner • 1806: 272 Einwohner, 48 Häuser • 1829: 305 Einwohner, 50 Häuser

Historische Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1829: 303 evangelische 2 katholische Einwohner. • 1885: 334 evangelische, 2 katholische Einwohner • 1961: 426 evangelische (= 95,30 %), 21 römisch-katholische (= 4,67 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1867: Erwerbspersonen: 172 Landwirtschaft, 2 Forstwirtschaft, 3 Bergbau und Hüttenwesen, 14 Gewerbe und Industrie, 3 Verkehr, 1 Gesundheitspflege, 1 Gemeindeverwaltung. • 1838: Familien: 39 Ackerbau, 43 Gewerbe, 10 Tagelöhner. • 1961: Erwerbspersonen: 157 Land- und Forstwirtschaft, 116 produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 7 Dienstleistungen und sonstiges.

Politik Für Roth gibt es zurzeit keinen Ortsbeirat., abgerufen im April 2019.

Wappen Das Rother Wappen wurde von Albert Wagner entworfen. Es enthält im oberen Teil eine aufgehende Sonne und im unteren Teil eine Waage als Zeichen für die Gerichtsbarkeit. Die Waage weist auf ein eigenes Gericht hin, das Roth in der Vergangenheit besaß. Die aufgehende Sonne findet sich auch als Motiv auf dem Rother Silbertaler wieder und soll an diesen erinnern.

Vereine Das kulturelle Leben in Roth ist vorwiegend durch die am Ort ansässigen Vereine geprägt.

Zu den Vereinen gehören der Männergesangverein 1856 Harmonie Roth die Freiwillige Feuerwehr (gegründet 1907) der Naturschutz- und Heimatverein (gegründet 1969) der Fußballclub FC Roth (seit 1976) die Laienspielgruppe „Die Herrjelshinkelcher“ (seit 1980); Herrjelshinkelcher ist ein Begriff des Rother Dialekts und bedeutet „Marienkäfer“. der Jugendclub (seit 1997).

Weiterhin gibt es noch die Forstbetriebsvereinigung, die sich um die Interessen der Privatwaldbesitzer kümmert und den Interessentenwald, der die im Siegerland und nördlichen Lahn-Dill-Kreis verbreitete Haubergswirtschaft betreibt. Während die Landwirtschaft bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg das Dorfleben prägte, gibt es mittlerweile fast ausschließlich Nebenerwerbsbetriebe. Am Ort gab es einen eigenen Kindergarten Rothkäppchen sowie eine eigene Schule, beide existieren nicht mehr. Die Kinder besuchen die Grundschule im benachbarten Simmersbach und die weiterführende Schulen in Eibelshausen, Dillenburg und Bad Laasphe.

Literatur Die drei Rother Dorfchroniken des Naturschutz- und Heimatvereins.

Weblinks

Ortsteil Roth. In: Webauftritt der Gemeinde Eschenburg.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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