mini|Flughafen Frankfurt Main mit fertiggestellter Landebahn Nord-West, Blick von Nord nach Süd
Der Flughafen Frankfurt Main (genehmigt als Frankfurt/Main; Eigenbezeichnungen Flughafen Frankfurt und Frankfurt Airport, inoffiziell auch Rhein-Main-Flughafen genannt, ) ist ein internationaler Verkehrsflughafen und der größte Deutschlands. Gemessen am Fluggastaufkommen war er 2025 mit 61,2 Mio. Fluggästen der sechstgrößte europäische Flughafen und liegt im weltweiten Vergleich auf dem 16. Rang (2023). Mit über 2,1 Millionen Tonnen hat der Frankfurter Flughafen das größte Frachtaufkommen aller europäischen Flughäfen und liegt im globalen Vergleich ebenfalls auf dem 16. Rang. Der Flughafen ist die Heimatbasis und das Hauptdrehkreuz der Fluggesellschaften Lufthansa, Discover Airlines und Condor Flugdienst sowie der Frachtfluggesellschaft Lufthansa Cargo.
Betreibergesellschaft ist die im MDAX notierte Fraport, die mehrheitlich im Besitz des Landes Hessen und der Stadt Frankfurt am Main ist.
Lage und Verkehrsanbindung
Lage Das Flughafengelände liegt etwa zwölf Kilometer südwestlich der Frankfurter Innenstadt, größtenteils im Frankfurter Stadtwald. Frankfurt-Flughafen ist ein Stadtteil von Frankfurt am Main mit rund 200 Einwohnern und etwa 24 Quadratkilometern Fläche. Der südliche Teil des Flughafengeländes erstreckt sich teilweise auf das Gebiet der Städte Rüsselsheim am Main und Mörfelden-Walldorf. Ein Teil des westlichen Geländes befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Kelsterbach.
Straßenverkehr Motorisierter Individualverkehr Am nördlichen Rand des Flughafens verläuft seit 1956 die Autobahn A 3 in Ost-West-Richtung, östlich des Flughafens die bereits 1935 eröffnete A 5. Beide Autobahnen treffen am Frankfurter Kreuz in unmittelbarer Nähe des Flughafens aufeinander. Mit über 370.000 Fahrzeugen pro Tag ist es einer der meistbefahrenen Straßenknoten in Europa. Parallel zur A3 verläuft die Bundesstraße 43, die zwischen den Anschlussstellen Kelsterbach, Flughafen und Flughafen-Nord den größten Teil des Zubringerverkehrs aufnimmt. Der südliche Teil des Flughafengeländes ist über die Anschlussstelle Zeppelinheim der A5 angebunden.
Fahrradverkehr Es gibt für Radfahrer freigegebene Straßen in Richtung Frankfurt und in Richtung Frankfurt-Schwanheim, Kelsterbach und Walldorf.
Stadt- und Regionalbusverkehr Der Flughafen ist an die öffentlichen Bussysteme der örtlichen und regionalen Verkehrsbetriebe angeschlossen.
Die städtischen Buslinien 58 und X58 verbinden den Bahnhof Frankfurt (Main) Höchst sowie den Industriepark Höchst mit dem Flughafen Frankfurt. Auf dem Weg zur Endhaltestelle Terminal 1 bedienen sie weitere Haltestellen auf dem Flughafengelände, darunter das Lufthansa Aviation Center und die Lufthansa-Basis.
Mit der Linie X53 sind die Frankfurter Stadtteile Zeilsheim und Sindlingen direkt an den Flughafen angebunden.
Die Linie 61 verkehrt vom Bahnhof Frankfurt (Main) Süd über Niederrad, das Waldstadion sowie Terminal 2 zur Haltestelle Terminal 1, während die Linie X61 zwischen dem Bahnhof Frankfurt (Main) Süd und Terminal 1 auf einem direkteren Linienweg verkehrt und nur wenige Zwischenhalte bedient.
Frankfurt-Schwanheim ist mit der Linie 62 direkt angebunden.
Zur Cargo City Süd und zum Terminal 3 verkehrt die Linie X77 über Gateway Gardens auf einem direkten Linienweg. LinieLinienverlaufTakt (Mo–Fr)Takt (Sa–So)Terminal 1 – Industriepark Höchst – Frankfurt-Höchst – Frankfurt-Sossenheim – Eschborn West15/30 min30 minTerminal 1 – Terminal 2 – Gateway Gardens Nord – Frankfurt Stadion – Frankfurt-Niederrad – Südbahnhof15/30 min30 minTerminal 1 – Terminal 2 – Unterschweinstiege – Schwanheimer Wald – Alt-Schwanheim30 min30 minTerminal 1 – Terminal 2 – Darmstadt Hauptbahnhof – Darmstadt Luisenplatz – Darmstadt Kongresszentrum30 min30 minTerminal 1 – Elly-Beinhorn-Straße – Zeppelinheim – Dreieich-Buchschlag – Dreieich-Sprendlingen30/60 min60 min Terminal 3 – Walldorf – Mörfelden – Büttelborn – Groß-Gerau-Dornberg – Groß-Gerau Kreisklinik60 min60 minTerminal 1 – Flughafen Tor 31 – Walldorf – Mörfelden – Rüsselsheim30/60 min 30/60 minTerminal 1 – Kelsterbach – Raunheim – Rüsselsheim – Bischofsheim30/60 min30/60 minTerminal 1 – Kelsterbach Friedhof60 min60 min Terminal 1 – Kelsterbach – Raunheim West60 min –Flughafen Tor 32 – Terminal 3 – Flughafen Parkhaus P60 – Terminal 2 – Terminal 1 – Gateway Gardens Nord – Neu-Isenburg – Offenbach/DietzenbachZwei Fahrten 40/80 min Terminal 3 – Walldorf – Mörfelden – Gräfenhausen – Darmstadt Mathildenplatz60 min –Terminal 1 – Flughafen Tor 31 – Walldorf – Mörfelden – Gräfenhausen – Darmstadt Mathildenplatz60 min60 min(Neu-Isenburg Gewerbegebiet Ost – Gateway Gardens) – Terminal 1 – Hattersheim Bahnhof – Kriftel – Hofheim am Taunus30 min60 minWalldorf – Cargo City Süd – Neu-Isenburg – Dietzenbach30/60 min60 minFlughafen Lufthansabasis – Terminal 1 – Neu-Isenburg – Heusenstamm – Obertshausen30 min30 min Terminal 1 – Zeilsheim – Frankfurt-Höchst – Höchst Bolongaropalast30 min30 min Terminal 1 – Industriepark Höchst – Frankfurt-Höchst15/30 min30 minTerminal 1 – Gateway Gardens Nord – Sachsenhausen Stresemannallee/Mörfelder Landstraße – Südbahnhof30 min30 min Cargo City Süd – Terminal 3 – Gateway Gardens – Stresemannallee/Mörfelder Ldstr. – Südbahnhof 30 min 30 min 15 min zwischen Terminal 3 und Gateway Gardens
Fernbusverkehr Fernbusverbindungen bestehen unter anderem zum Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz.
Shuttleverkehr Flugreisende, die nicht mit dem eigenen Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, können verschiedene Flughafentransfer-Angebote nutzen, beispielsweise den Shuttlebus AirLiner der HEAG mobilo, den Lufthansa Airport Bus sowie die TLS aus Heidelberg. Viele Hotels aus Frankfurt und Umgebung bieten zusätzlich einen eigenen Transferdienst an. Während der meisten großen Messen in Frankfurt gibt es auch direkte Shuttle-Bus-Verbindungen zur Messe Frankfurt.
Taxiverkehr Darüber hinaus bieten manche Taxi-Unternehmen ihren Service zum Pauschalpreis an, unabhängig von der exakten Kilometerzahl oder der Anzahl der Fahrgäste. Auch uber-Taxi kann gerufen werden.
Carsharing Am Frankfurter Flughafen kann man auch Carsharing von verschiedenen Anbietern nutzen. Die Parkplätze für Carsharing befinden sich bei Terminal 1 in der Parkreihe 611. Zusätzlich bieten zwei Unternehmen mit E-Antrieb E-Carsharing an. Die Parkplätze für die Elektrofahrzeuge des E-Carsharing befinden sich bei Terminal 1 in der Parkreihe 1406.
Schienenverkehr mini|hochkant|Die mittlerweile umbaute Bahnhofshalle des Fernbahnhofs „Frankfurt Flughafen“ Der Flughafen ist über zwei Bahnhöfe an das Schienennetz der Deutschen Bahn angeschlossen:
Über den Flughafen-Regionalbahnhof vor dem Terminal 1 (Halle B) fahren Regional-Express-, Regionalbahn- und S-Bahnzüge der Linien S8 und S9. Der Bahnhof ist Teil der 1972 eröffneten Flughafenschleife Frankfurt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 ist auch das Gewerbegebiet Gateway Gardens am Flughafen über eine neue Strecke mit seinem Bahnhof Gateway-Gardens an die Flughafenschleife angebunden. Die alte Bestandsstrecke soll zurückgebaut werden. abgerufen am 12. Mai 2023. Bis 2026 soll die Regionaltangente West aus Richtung Industriepark Höchst von Norden in die Flughafenschleife eingefädelt werden und dann ebenfalls den Flughafen Regionalbahnhof bedienen.
Tagsüber fahren die S-Bahn-Züge alle 15 Minuten zum Frankfurt (Main) Hauptbahnhof tief, in die Frankfurter Innenstadt über den City-Tunnel Frankfurt und weiter nach Offenbach am Main bzw. Hanau. In Gegenrichtung fahren sie ab Flughafen weiter über Rüsselsheim am Main und entweder über Mainz oder Mainz-Kastel nach Wiesbaden. Der Mainzer Hauptbahnhof wird alle 30 Minuten angefahren (S8), alternativ der Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kastel (S9). Die Reisezeit bis zum Frankfurter Hauptbahnhof beträgt 13 Minuten, in die Innenstadt (Hauptwache) sind es etwa 17 Minuten. Einzelne S-Bahn-Züge fahren nur bis Frankfurt Hauptbahnhof. Regional-Express-Züge fahren über Rüsselsheim am Main und Mainz weiter nach Saarbrücken oder Koblenz.
Der Flughafen-Fernbahnhof liegt zwischen der Autobahn A 3 und der Bundesstraße B 43. Er ist über eine geschlossene Brücke mit dem Terminal 1 verbunden. Hier verkehren planmäßig ausschließlich Fernverkehrszüge mit Ausnahme der Regionalbahnlinie 58. Der viergleisige Bahnhof entstand als Entlastung des Regionalbahnhofs im Rahmen der Neubaustrecke Köln–Rhein/Main und wurde 1999 eröffnet. Neben der Neubaustrecke ist er über eine Verbindungskurve an die Riedbahn Richtung Mannheim angeschlossen. Über dem Fernbahnhof wurde 2011 das Büro- und Hotelgebäude The Squaire eröffnet. Den Fernbahnhof bedient auch der Nightjet aus Österreich, welcher von Düsseldorf über Köln, Koblenz, Mainz, Frankfurt, Nürnberg nach Wien Hauptbahnhof und Innsbruck Hauptbahnhof verkehrt.
Für den Güterverkehr gibt es in der CargoCity Süd einen eigenen Bahnhof. Eine im Bereich des Regionalbahnhofs vorbereitete Anbindung eines Luftfrachtzentrums wurde bislang nicht realisiert. Im Januar 2020 erteilte das Land Hessen einen Planungsauftrag für eine Schienenanbindung des im Bau befindlichen Terminals 3 im Süden des Flughafengeländes. Sie soll durch einen Abzweig von der Riedbahn erfolgen und von der S-Bahnlinie S7 und dem Regional-Express genutzt werden.
mini|Nicht genutzter Güterzuganschluss an die Riedbahn in der CargoCity Süd (März 2025)
LinieLinienverlaufTakt (Mo–Fr)Takt (Sa–So)Wiesbaden Hauptbahnhof – Mainz Hbf – Rüsselsheim – Regionalbahnhof – Frankfurt Stadion – Frankfurt Hauptbahnhof (tief) – Offenbach Ost (– Hanau Hbf)30 min30 minKelsterbach – Regionalbahnhof – Frankfurt Stadion – Frankfurt Hauptbahnhof30 min –Wiesbaden Hauptbahnhof – Mainz-Kastel – Rüsselsheim – Regionalbahnhof – Frankfurt Stadion – Frankfurt Hauptbahnhof (tief) – Offenbach Ost – Hanau Hbf30 min30 minKoblenz Hauptbahnhof – Bingen Hbf – Mainz Hbf – Rüsselsheim – Regionalbahnhof – Frankfurt Hauptbahnhof60-, 120 min120 minSaarbrücken Hauptbahnhof – Bad Kreuznach – Ingelheim – Mainz Hbf – Rüsselsheim – Regionalbahnhof – Frankfurt Hauptbahnhof60-, 120 min60-, 120 minFernbahnhof oder Regionalbahnhof – Frankfurt Süd – Frankfurt Ost – Maintal Ost – Hanau Hbf (– Aschaffenburg Hauptbahnhof)120 min –Rüsselsheim Opelwerk – Fernbahnhof – Frankfurt Süd – Frankfurt Ost – Maintal Ost – Hanau Hbf – Aschaffenburg Hauptbahnhof (– Laufach)60 min60 min (So: –)
Geschichte 1912: Erster Flughafen am Rebstock Einen Monat nach dem Ende der ersten Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung wurde am 16. November 1909 in Frankfurt am Main mit der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft DELAG die erste Fluggesellschaft der Welt gegründet. Diese eröffnete 1912 in Frankfurt-Bockenheim westlich des ehemaligen Ausstellungsgeländes den Luftschiffhafen am Rebstock, den späteren Flughafen Frankfurt-Rebstock. Er war zunächst nur für Luftschiffe vorgesehen, wenig später wurde das Gelände auch als Start- und Landeplatz für Flugzeuge verwendet. Mit dem im Februar 1912 stationierten Zeppelin LZ 11 Viktoria Luise begann ein Linienflugverkehr. Im Juni 1912 beförderten das Luftschiff LZ 10 Schwaben und August Eulers Doppeldecker Gelber Hund im Rahmen der Flugpost am Rhein und am Main von hier aus zum ersten Mal Luftpost in Deutschland.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Flugplatz weiter ausgebaut, doch schon 1924 bezweifelte ein vom Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann in Auftrag gegebenes Gutachten die langfristige Ausbaufähigkeit des Flugplatzes, der auf allen Seiten von Bahndämmen und dem Gleisvorfeld des Hauptgüterbahnhofes begrenzt war. Im gleichen Jahr wurde der Flugplatz unter die Aufsicht der städtischen Südwestdeutschen Luftverkehrs-AG gestellt und ein planmäßiger Luftverkehrsdienst eingeführt.