Die Cowpens (CVL-25, ursprünglich CV-25), während der Indienststellung als USS Cowpens bezeichnet, war ein Leichter Flugzeugträger der United States Navy und das vierte Schiff der Independence-Klasse, die durch Umbauten von vorhandenen Kreuzerrümpfen der Cleveland-Klasse entstand. Es ist nach der Schlacht von Cowpens (1781), einer Schlacht des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges benannt. Als erstes Schiff mit diesem Namen in der U.S.-Navy wurde es im Zweiten Weltkrieg auf dem pazifischen Kriegsschauplatz eingesetzt. Nach dem Kriegsende wurde sie der Reserveflotte überstellt. Im Krieg lief die Cowpens am 10. Januar 1945 als erster US-Flugzeugträger in das Südchinesische Meer und am 27. August desselben Jahres als erster US-Flugzeugträger in die Bucht von Tokio ein.

Technik Mehr zur Technik findet sich im Artikel zur Klasse unter Independence-Klasse

Die Cowpens war etwa 190 Meter lang, über 33 Meter breit und hatte mit einer Einsatzverdrängung von 13.000 ts einen Tiefgang von knapp acht Metern. Ihr Schiffsrumpf basierte auf dem der Cleveland-Klasse-Kreuzer und musste aufgrund der massiveren Aufbauten verbreitert werden, wodurch man hoffte, die Topplastigkeit erheblich zu vermindern. Trotz aller konstruktiven Maßnahmen konnte diese nie völlig kompensiert werden. Obwohl die Cowpens als Independence-Klasse-Träger nur ein wenig größer als die Geleitflugzeugträger war, unterschied sie sich hauptsächlich durch ihren starken Antrieb von ihnen, wodurch ihr Einsatzspektrum dem der großen Flottenflugzeugträger glich. Die von den Kreuzern übernommene 100.000 PS starke Maschinenanlage trieb vier Propeller an und brachte das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 31,6 Knoten.

Das zur damaligen Zeit übliche rechteckige Flugdeck war circa 174 Meter lang, 22,3 Meter breit und hatte zwei Decksaufzüge sowie ein Katapult. Die Insel musste aus Stabilitätsgründen klein gehalten werden, wodurch auf einen einzelnen integrierten Schornstein verzichtet und stattdessen vier kleinere separat angebracht wurden. So beherbergte dieser markante Aufbau lediglich die Kommandobrücke, während sich die Operationszentrale unterhalb des Flugdecks befand. Das Bordgeschwader bestand während ihrer aktiven Dienstzeit hauptsächlich aus zwei Dutzend F6F-Hellcat-Jagdflugzeugen und aus neun Torpedobombern vom Typ Grumman Avenger.

Im Laufe des Krieges wurden die Langwellen-Radare SK und SC-2 sowie das SG-Mikrowellen-Radar auf dem Schiff installiert. Montiert auf der Insel und auf einem zusätzlichen Mast zwischen zweien der Schornsteine, ermöglichten diese Geräte Frühwarnungen auf bis zu 180 km Entfernung. Cowpens Defensivbewaffnung bestand aus 40-mm-L/60- und 20-mm-L/70-Flugabwehrgeschützen, deren Anzahl während des Krieges ständig variierte. Im Jahr 1944 wurden die an Rumpf und Heck installierten 40-mm-Vierlingsflak mit der Feuerleitanlage Mk 51 nachgerüstet, die anfliegende Flugzeuge bis auf über 3,5 km Entfernung anvisieren und somit effizienter bekämpfen konnte.

Dienstzeit Bau und Indienststellung mini|links|Stapellauf der Cowpens Ursprünglich wurde das Schiff als Leichter Kreuzer Huntington (CL-77) in Auftrag gegeben und am 17. November 1941 bei der New York Shipbuilding Corporation in Camden, US-Bundesstaat New Jersey, auf Kiel gelegt. Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor und dem dadurch folgenden Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg bestand ein Mangel an Flugzeugträgern in der US-Marine. Dadurch wurde im Januar 1942 ein schon vor dem Krieg ausgearbeiteter Plan in die Tat umgesetzt, nach dem vorhandene Kreuzerrümpfe zu Flugzeugträgern umgebaut werden sollten. Am 21. März 1942 wurde der Rumpf der Huntington für den Umbau zum Flugzeugträger ausgewählt.

Nach Monaten des intensiven Umbaus konnte das Schiff am 17. Januar 1943 durch Mrs. M. H. Spruance, Tochter von Vice Admiral William F. Halsey, als Cowpens (Registrierungsnummer CV-25) getauft und vom Stapel gelassen werden. Der Name erinnert an die am 17. Januar 1781 erfolgte Schlacht von Cowpens im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, die von den US-Truppen unter Daniel Morgan gewonnen wurde. Die Namensgebung kam deswegen zustande, weil ein Apotheker aus der in South Carolina gelegenen Kleinstadt Cowpens einen Brief an den damaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt schrieb, der die Bitte enthielt, einen Flugzeugträger nach dieser wichtigen Schlacht zu benennen. Somit wurde die Cowpens der zweite leichte Flugzeugträger der Marine, der nach einer Schlacht des Unabhängigkeitskrieges benannt wurde. Mit dem Abschluss der letzten Baumaßnahmen wurde das Schiff zum Philadelphia Naval Shipyard überstellt und dort nach weiteren Umrüstungen am 28. Mai 1943 als vierter Träger der Independence-Klasse in den aktiven Dienst gestellt.

Jungfernfahrt und Feuertaufe mini|links|Cowpens auf See am 17. Juli 1943 Am 15. Juli 1943 erfolgte die Umregistrierung zum Leichten Flugzeugträger (Kennung CVL), was auch ihre bereits in Dienst gestellten Schwesterschiffe Independence (CVL-22), Princeton (CVL-23), Belleau Wood (CVL-24) und Monterey (CVL-26) betraf. Die Cowpens verließ am 29. August 1943 Philadelphia und führte in der Karibik Erprobungs- und Trainingsfahrten durch. Nach deren Abschluss verlegte sie via Panamakanal in den Pazifischen Ozean, wo sie nach einem Zwischenstopp in San Diego am 19. September in Pearl Harbor eintraf. Zehn Tage später verließ die Cowpens als Teil von Rear Admiral Albert E. Montgomerys Task Force 14 Hawaii und nahm Kurs auf die von japanischen Truppen besetzte Insel Wake. Gemeinsam mit den Flottenträgern Essex (CV-9), Lexington (CV-16), Yorktown (CV-10), den Schwesterschiffen Independence und Belleau Wood, den Kreuzern New Orleans (CA-32), San Francisco (CA-38), Birmingham (CL-62), Santa Fe (CL-60), Mobile (CL-63) und Nashville (CL-43) sowie 22 Zerstörern führte der Verband am 5. und 6. Oktober einen Luftangriff gegen die Insel aus und kehrte fünf Tage später wieder nach Pearl Harbor zurück. Am 18. Oktober wurde die im Hafen vor Anker liegende Cowpens vom Fletcher-Klasse-Zerstörer Abbot (DD-629) versehentlich gerammt, wobei der Träger nur geringe Schäden davontrug, während der Zerstörer für die nächsten drei Monate ins Trockendock musste.

Gilbert- und Marshallinseln Im Rahmen der Operation Galvanic, der Rückeroberung der Gilbertinseln, gehörte die Cowpens RAdm. Charles A. Pownalls „Carrier Interceptor Force“ (Task Group 50.1) an, die am 10. November 1943 Pearl Harbor verließ. Weitere Schiffe in diesem Flottenverband waren die Lexington (CV-16), Yorktown (CV-10), Washington (BB-56), South Dakota (BB-49), Massachusetts (BB-54), New Orleans (CA-32), San Francisco (CA-38), San Juan (CL-54), Oakland (CL-95), Fletcher (DD-445), La Vallette (DD-448), Taylor (DD-468) und Nicholas (DD-449). Zwischen dem 19. und 24. November attackierte die Task Group die Atolle Mili und Makin, ab dem 4. Dezember die Marshall-Atolle Kwajalein und Wotje und kehrte wenige Tage später nach Hawaii zurück.

mini|F6F-Hellcat-Jagdflugzeuge beim Warmlaufen ihrer Motoren, Januar 1944 Nach der Jahreswende wurde die Cowpens Admiral Marc A. Mitschers TF 58 für die bevorstehende Invasion der Marshallinseln zugeteilt. Konkret war das Schiff RAdm. „Ted“ Shermans TG 58.3 zugeordnet, der unter anderem der Essex-Klasse-Flugzeugträger Bunker Hill (CV-17), die Monterey (CVL-26), die neueren Schlachtschiffe Iowa (BB-61) und New Jersey (BB-62) sowie die Wichita (CA-45) angehörten. Am 16. Januar 1944 verließ die Flotte Pearl Harbor und führte Ende Januar und Anfang Februar Luftangriffe gegen Kwajalein, Eniwetok und Engebi. Am 3. Februar lief TG 58.3 in das zuvor eroberte Majuro-Atoll ein und wurde eine Woche später, wie TG 58.1 (RAdm. John W. Reeves) und TG 58.2 (RAdm. Montgomery), zum Einsatz bei der bevorstehenden Operation Hailstone auserwählt. Bei dieser Reihe massiver Luftangriffe am 16. und 17. Februar auf den japanischen Marine- und Luftwaffenstützpunkt auf dem Karolinen-Atoll Truk wurden rund 50 Schiffe und über 200 Kampfflugzeuge zerstört. Trägerflugzeuge der Cowpens und der Bunker Hill konnten bei diesem „japanischen Pearl Harbor“ circa 35 sm westlich von Truk (), den Kreuzer Naka versenken. In RAdm. Joseph J. Clarks TG 58.1 flogen die Trägerflugzeuge der Cowpens Ende März sogenannte Combat Air Patrols und führten Angriffe gegen japanische Stellungen auf den Palau-Inseln, Yap, Ulithi und Woleai durch. Der im Majuro-Atoll ankernde Verband wurde umgruppiert, sodass sich Clarks TG 58.1 aus den Schiffen Hornet, Belleau Wood, Bataan, New Jersey, San Juan, Oakland, Santa Fe, Mobile, Boyd, Brown, Bradford, Gridley, Craven, McCall und Maury zusammensetzte. Die Task Group fuhr weiter nach Hollandia, Niederländisch-Neuguinea, wo sie die im Rahmen der Operation Reckless stattfindende Anlandung von Truppen der US-Army unter General Robert Eichelberger deckte (21. bis 29. April). Auf dem Weg zurück nach Majuro, wo die Cowpens mit ihrer TG 58.1 am 14. Mai eintraf, flogen ihre Trägerflugzeuge noch Angriffe auf Truk, Ponape und Satawan (29. April und 1. Mai).

Marianen und Palau-Inseln Für die bevorstehende Invasion der Marianen-Inseln wurde die Cowpens RAdm. William Harrills TG 58.4 zugeteilt, der auch die Essex (CV-9), das Schwesterschiff Langley (CVL-27), die Kreuzer Vincennes (CL-64), Houston (CL-81), Miami (CL-89), San Diego (CL-53) und elf Zerstörer angehörten. Am 6. Juni 1944 lichtete die Flotte im Majuro-Atoll ihre Anker und nahm Kurs auf die Marianen-Inseln. TG-58.4-Trägerflugzeuge versenkten am 11. und 12. Juni je 14 im Konvoi fahrende japanische Schiffe, unterstützten die Landungen auf Saipan und attackierten wenige Tage später die Bonin-Inseln Chichijima und Iwojima. Nach der Sichtung einer japanischen Flotte unter Admiral Ozawa, die von Nordwesten auf die Marianen zusteuerte, beorderte der US-Befehlshaber Admiral Spruance seine Flotte von ihren eigentlichen Aufträgen zurück und trat den Japanern in der Seeschlacht in der Philippinensee (19. und 20. Juni) entgegen, welche die Alliierten für sich entscheiden konnten. Die Cowpens verblieb mit ihrem Verband in der Gegend und flog hauptsächlich Angriffe gegen feindliche Stellungen auf den Inseln Rota, Pagan und Guam, bevor sie am 10. Juli zur notwendigen Überholung nach Pearl Harbor beordert wurde.

mini|Cowpens und ihr Schwesterschiff Independence im Hintergrund, 31. August 1944 Mitte August traf die Cowpens in Eniwetok wieder auf die Fast Carrier Task Force, wo sie der TG 38.1 (Vice Admiral John McCain senior) zugeteilt wurde (unter anderem mit den Trägern Wasp (CV-18), Hornet (CV-12), Hancock (CV-19) und Monterey (CVL-25)). Es folgten Attacken auf dem Palau-Archipel, um die dort für Mitte September geplanten Landungen auf Peleliu und Angaur vorzubereiten. Nach Angriffen auf strategische Stellungen auf den Philippinen-Inseln Mindanao, Visayas, Cebu und Negros folgten Luftangriffe auf die zu den Molukken gehörende Insel Morotai, wo sie die am 15. September beginnende Invasion unterstützte. Danach attackierte der Verband ab dem 20. September Ziele auf Luzon und japanische Schiffe in der Bucht von Manila sowie die Flugplätze Nichols Field und Clark Field. Nach der Ergänzung der Treibstoff- und Proviantvorräte auf Manus widmete sich die Flotte ab dem 10. Oktober den Ryūkyū-Inseln und Formosa (heutiges Taiwan), wo sie auf Flugplätzen und in den Häfen schwere Schäden verursachte. Als die beiden Kreuzer Canberra (CA-70) und Houston (CL-81) durch eine Reihe japanischer Gegenangriffe schwer beschädigt wurden, betraute Admiral McCain die Cowpens und ihr Schwesterschiff Cabot (CVL-28) damit, den in der Task Unit 30.3.1, auch bekannt als „Crippled Division 1“, zusammengefassten beschädigten Schiffen auf ihrem Rückzug Fliegerschutz zu gewähren. Nach dem Abschluss dieser Mission kehrte die Cowpens am 20. des Monats zur TG 38.1 zurück, die zwei Tage später zum Ulithi-Atoll aufbrach, um dort notwendige Nachschubgüter aufzunehmen.

Seeschlacht im Golf von Leyte und Taifun Cobra