La Chapelle-Saint-Sauveur [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Nord Intercom’. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Chapalais, resp. Chapalaises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Norden des Arrondissement Louhans, 4,7 Kilometer südlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 24,6 Kilometer nördlich von Louhans-Châteaurenaud. Sie grenzt im Norden an Pierre-de-Bresse, im Nordosten an Authumes, im Osten an Torpes und im Südosten an Montjay. Im Süden liegt La Chaux, im Südwesten ein kleines Stück Mervans, Dampierre-en-Bresse und schließlich im Nordwesten Saint-Bonnet-en-Bresse.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse bourguignonne.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit weit verstreuter Besiedlung». Lediglich etwa 10 % der Bevölkerung lebt im Bourg, 90 % der Bevölkerung lebt in den 21 Weilern und in Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 511 Hektar bewaldete Flächen auf, was 18,6 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 91 % Laubwald und 8 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Westen – Bois des Neiges, La Boucharde, Bois Beljean, Bois des Crots, Bois de la Reurre – und Osten der Gemeinde – Bois Richard, Bois des Vaux, Les Grands Pousseaux. In den zentralen Gebieten finden sich kleinere Waldflächen und einige Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 1678,7 Hektar (etwa 61,3 % des Gemeindegebietes; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzt deklariert, wovon 4,3 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind (Angabe für 2024, 2023 noch 19,2 Hektar). Rund 31 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 3 % wird Raps, auf 26 % wird Weichweizen und auf rund 21 % Körner- und Silomais angebaut.
Heute werden nahezu ein Viertel der Häuser in der Gemeinde als Zweitwohnsitz genutzt. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch.
Gewässer An stehenden Gewässern finden sich im Gemeindegebiet zwölf Étangs nebst etwa 10 kleineren, namenlosen. Die Gesamtfläche der Stillgewässer macht gegen einen Quadratkilometer aus. Im 19. Jahrhundert wurden in der Gemeinde 24 Étangs gezählt. Diese wurden in neueren Zeiten aufgefüllt, um Kulturland zu schaffen, geblieben sind jedoch die Biefs, da diese die Bewirtschaftung der Étangs ermöglichen.
An fließenden Gewässern findet man im Osten den Ruisseau des TenaudinsRuisseau des Tenaudins, Länge 13,43 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Mouthier-en-Bresse (als Bief Fourneau) auf ca. 212 m, Mündung bei in Torpes auf ca. 186 m, Ruisseau des Tenaudins auf sandre.eaufrance.fr, er entwässert die Étangs Rouge und de Chavenne. Bei Les Pernards verlässt der Ruisseau des Tenaudins die Gemeinde Richtung Torpes.
Beim Bourg entspringt La CharetelleLa Charetelle, Länge 9,26 km, Zufluss zu Les Mortes, Quelle bei in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 199 m, Mündung bei in Charette-Varennes auf ca. 175 m, La Charetelle auf sandre.eaufrance.fr, fließt nach Norden und bedient die Étangs de Pitoure, de Gros Bois und de Bois Moisi.
Südwestlich des Bourg entspringt der Ruisseau d’d’AloiseRuisseau d’d’Aloise, Länge 8,33 km, Zufluss zu Guyotte, Quelle bei in La Chapelle-Saint-Sauveur auf ca. 210 m, Mündung bei in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau d’d’Aloise auf sandre.eaufrance.fr fließt nach Norden und bedient die Étang de Rivet und de Chozat sowie die Étang des Bois, de la Folie und Neuf, um bei Les Vernes die Gemeinde nach Saint-Bonnet-en-Bresse zu verlassen.
Im Südwesten fließt der Ruisseau de GrangeRuisseau de Grange, Länge 5,73 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in La Chaux auf ca. 205 m, Mündung bei in Saint-Bonnet-en-Bresse auf ca. 181 m, Ruisseau de Grange auf sandre.eaufrance.fr von La Chaux her in das Gemeindegebiet und bedient den Étang de la Croix. Er bildet ein kurzes Stück die Grenze zu Dampierre-en-Bresse und mündet in Saint-Bonnet-en-Bresse in die Guyotte.
Im Südosten der Gemeinde fließt schließlich noch der Ruisseau des ArmetièresRuisseau des Armetières, Länge 6,1 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in La Chaux auf ca. 195 m, Mündung bei in Torpes auf ca. 184 m, Ruisseau des Armetières auf sandre.eaufrance.fr von La Chaux her in die Gemeinde, durchquert den Südostzipfel und verlässt sie Richtung Torpes. In diesem Südostzipfel fließt zudem ein namenloser Bief in zwei Ästen östlich und westlich des Weilers Les Prames nach Norden Richtung Torpes.
Verkehrswege Die Hauptverbindung bildet die Départementsstraße D13, sie durchzieht das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung von Pierre-de-Bresse nach La Chaux und durchzieht den Bourg. Diese Straße verläuft auf dem Trassee der Römerstraße, die Louhans mit Pierre-de-Bresse verband.
Im Bourg zweigt die D115 nach Westen ab und verlässt in der Gegend von La Motte die Gemeinde nach 6 Kilometern Richtung Saint-Bonnet-en-Bresse. Diese Straße führte einst weiter nach Osten und geht zurück auf die Römerstraße, die Verdun-sur-le-Doubs mit Poligny verband.
Schließlich durchquert noch die D313 den Südwestzipfel des Gemeindegebiets, jedoch lediglich über 400 Meter und ohne einen Weiler zu streifen.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Alloise, Boibe, Le Bois-Brûlé, Bois-d’Amange, Bois-d’Avaux, Le Borgeot, La Boucharde, Le Bourgneuf, Buisson-Jean-Chêne, Champ-Renaud, La Chapelle, Les Chapots, Chavenne, Chavenotte, Les Cinq-Chênes, Le Corbeau, La Dombe, Etang-des-Bois (Gewässer), La Malatière, Masse, La Motte, Les Parays, Les Pernards, Pitour, Les Prames, Préziard, La Quemine, La Ranche, La Reure, Ville-Lambert, Vineaux. Höhenprofil mini|400pxBei diesem Höhenprofil wird offensichtlich, dass die Gemeinde in der Ebene der Bresse liegt. Bei einem Profil von nahezu 8 km Länge bestehen lediglich Höhenunterschiede von etwa 18 Metern. Die Ebene, die im Südwesten beginnt, wird durchschnitten von einer Senke, in der der Étang de la Croix liegt. In der Folge steigt das Gelände leicht an und sinkt erneut nach dem Weiler Amange bis zum Bourg. Es folgt ein erneutes Absinken bis 190 Meter beim Weiler Les Bouleaux, wo ein alter Bief verläuft, und ein Anstieg zum Weiler Chavenne auf 206 Meter. Schließlich erfolgt ein erneutes Absinken zum Étang Rouge, der auf 189,6 Metern liegt.
Klima Das Klima in La Chapelle-Saint-Sauveur ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Die erste Erwähnung eines Ortes in der Gemeinde geht zurück auf 1179 und bezieht sich auf Aloise (phonetisch: [alwaz]), das als Aloaisia genannt wird. Dieser Weiler liegt unmittelbar an der Römerstrasse Verdun – Poligny, seine Besiedlung dürfte deshalb in gallorömische Zeiten zurückreichen. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befinden sich La Grande Motte und La Petite Motte. Zumindest die große dieser Motten dürfte im Zusammenhang mit dem Bau der Römerstraße entstanden sein, als Kastell zum Schutz der Straße.
Im 12. Jahrhundert taucht Capella en Braysse auf.Joseph Calmette, Étienne Clouzot: Recueil des historiens de la France. Pouillés des Provinces de Besançon, de Tarentais et de Vienne. Imprimerie nationale, 1940 (französisch); . Der Ort wurde 1141 als Ecclesia de Capella bezeichnet (Bezeichnung für Kirchen oder Kapellen auf dem Land, die keine eigene Pfarrei bilden) und trug 1313 die Bezeichnung Ville de la Chapelle Saint Sauveur en Bresse (Ort der Kapelle des Heiligen Erlösers in der Bresse).
Als Folge der Revolution und der damit verbundenen Säkularisierung wurde die Gemeinde umbenannt und trug während einiger Zeit den Namen Masselibre.
Geschichte Das alte Dorf lag einige hundert Meter östlich des heutigen Ortes, zwischen den Weilern Masse und Les Pernards (die bereits 1462 als Maisse und Esparnay genannt werden) und war bereits zu gallorömischer Zeit besiedelt. Die Kirche dort war dem Heiligen Nikolaus geweiht und wurde 1637 während der Auseinandersetzungen mit der Freigrafschaft mit dem Dorf zusammen abgebrannt. Die Mönche von Sankt Peter in Chalon stellten der Bevölkerung ihre Kapelle zur Verfügung, die der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht ist. Diese Kapelle wurde als Chor in die erweiterte Kirche integriert. Das Kirchenschiff wurde 1820 erbaut und 1981 durch einen Brand schwer beschädigt. Mit der Schenkung der Kapelle bildete sich die heutige Siedlung um diese herum. Das Pfarrhaus wurde ebenfalls zweimal abgebrannt und dadurch die Archive vernichtet. Die Herren von Pierre-de-Bresse waren von alters her Besitzer von Chapelle-Saint-Sauveur.
In Masse und in Aloise befanden sich Burgen, Aloise selber war ein Lehen von Bellevesvre, der Bois d’Amange von Authumes und zwischen Masse und Borgeot befand sich eine Brücke der Römerstraße. Die Gegend beschreibt Courtépée als waldreich aber sumpfig. Es bestanden mehrere Mühlen, diejenige von Chavenne wurde im 18. Jahrhundert erbaut.
Die Mairie-École wurde 1846 erbaut, 1875 erbaute die Familie Massin in Masse ein rechteckiges Herrschaftshaus, flankiert von einem zylindrischen Turm und mit Wehrgängen. Es wurde 1981 vollständig abgebrochen. Heute bestehen lediglich noch die Gesindehäuser und die Ställe auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Seit 1900 verfügt die Gemeinde über eine Poststelle, die heutige Post wurde 1903 erbaut. Die alte Knabenschule ist heute Kindergarten und im Pfarrhaus befindet sich eine Gîte de France.
Der Ort wurde während der Französischen Revolution Masselibre genannt (1789), ab 1793 Masse Chapelle Saint Sauveur und trägt seit 1801 die heutige Bezeichnung. Die Herren von Chapelle-Saint-Sauveur Seit Langem waren die Herren von Pierre-de-Bresse auch die Herren von la Chapelle-Saint-Sauveur. Weitere Gebiete gehörten lange dem Kloster Saint-Pierre in Chalon-sur-Saône. Daneben bestanden aber noch weitere Lehen: Alloise (etwa 3,3 Kilometer westlich des Bourg), gehörte zu Bellevesvre und war ein Nachlehen an die Herren von Dampierre. Bois-d’Amange (Gebiet nördlich des Bourg) gehörte zur Baronie von Authumes.
Bevölkerung mini|Dreifaltigkeitskirche von La Chapelle-Saint-Sauveur mini|Ortskern von La Chapelle-Saint-Sauveur mini|Bressehaus, heute Gîte
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %641309332243,7
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen leichten Überhang zugunsten der Frauen auf, die 51,7 % der Bevölkerung ausmachen, wobei 34 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 43 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Die Gemeinde hat praktisch keine Bautätigkeit und dadurch auch kein Bevölkerungswachstum. So zeigt sich eine zunehmende Überalterung (Durchschnitt Arrondissement Louhans: 44 % unter 45 und 36 % über 60 Jahre alt). Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999459436167+15,3 % = 61 WE davon Hauptwohnsitz 304Zweit- oder Ferienwohnsitz106vakant48
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen
n der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: