Das Dorf Eschenhahn ist der südlichste Stadtteil von Idstein im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis.

Geographische Lage Eschenhahn liegt wenige Kilometer südwestlich der Kernstadt Idstein im Quellgebiet des Auroffer Bachs in einer Rodungsinsel des westlichen Hintertaunus. Die Gemarkung erstreckt sich beiderseits des Römischen Limes. Das Dorf selbst liegt auf der römischen Seite, die Bebauung reicht bis auf wenige Meter an den Limes heran.

Geschichte Chronik Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Eschenhahn erfolgte im Jahr 1117 unter dem Namen Asinhaga in einer nassauischen Urkunde. Eschenhahn wurde im Jahre 1117 erstmals als Asinhaga urkundlich erwähnt.

1475 gab es hier die zwei Dörfer Eschenhahn und Niederhahn. Aus einem Weistum von 1475 geht hervor, dass der Graf von Nassau-Idstein Herr in beiden Eschenhahn sei. 1594 gehört Eschenhahn zum Kirchspiel Oberauroff.

2. Weltkrieg Da Eschenhahn in der von alliierten Bomberverbänden genutzten Überflugzone in Richtung Rhein-Main-Gebiet lag, kam es ab 1943 vereinzelt zu Abwürfen von Brandbomben und Luftminen, wenn sich Bomber auf dem Rückweg ihrer Last entledigten, um leichter und beweglicher zu sein. Dabei blieb es in der Regel bei leichten Sachschäden. Die in Wiesbaden-Schierstein stationierte schwere Heimat-Flakbatterie 241/VII nahm diese Maschinen ins Visier. Am 8. September 1944 wurde eine amerikanische Boeing B-17 getroffen, deren Einzelteile über ein Gebiet zwischen Taunusstein-Orlen, Ehrenbach und Eschenhahn auf Höhe des heutigen Sportplatzes niedergingen. Aus den Trümmern wurden die Leichen der drei Besatzungsmitglieder geborgen. Dabei handelte es sich um den Funker Sgt James Arthur Stubbs und die beiden Bordschützen SSgt Anthony John Dymek und SSgt Albert Alvin Spacil. Alle drei wurden zunächst auf dem örtlichen Friedhof bestattet, bevor sie einige Zeit später in die USA rücküberführt wurden.Rudi Wittlich: Eschenhahn im 2. Weltkrieg, in: Geschichts- und Heimatverein Eschenhahn (Hrsg.): Eschenhahner Menschen und Geschichte(n) Idstein, S. 124ff.

Gebietsreform Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich die bis dahin selbständige Gemeinde Eschenhahn am 1. Juli 1971 zeitgleich mit zwei weiteren Gemeinden freiwillig der Stadt Idstein an. Für den Stadtteil Eschenhahn wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Idstein, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Eschenhahn angehört(e):

vor 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Idstein, Amt Idstein ab 1721: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nassau-Ottweiler, Amt Idstein ab 1728: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Amt Idstein 1787: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen, Oberamt oder Herrschaft Idstein ab 1806: Herzogtum Nassau, Amt Idstein 1812: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Amt Idstein ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Wehen ab 1849: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreisamt Langen-SchwalbachAbtrennung der Justiz (Justizamt Wehen) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Justiz- und Verwaltungsamt Wehen ab 1867/68: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, UntertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Wehen) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Untertaunuskreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Untertaunuskreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Untertaunuskreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Untertaunuskreis, Stadt IdsteinAm 1. Juli 1971 als Stadtteil zu Idstein. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Regierungsbezirk Darmstadt, Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Idstein

Einwohnerentwicklung Einwohnerzahlen 1566: 10 nassauische Haushaltungen 1609: 7 nassauische Haushalte

Einwohnerstruktur Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eschenhahn 696 Einwohner. Darunter waren 45 (6,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 132 Einwohner unter 18 Jahren, 179 zwischen 18 und 49, 165 zwischen 50 und 64 und 120 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 330 Haushalten. Davon waren 102 Singlehaushalte, 102 Paare ohne Kinder und 90 Paare mit Kindern, sowie 33 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 57 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 237 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Religionszugehörigkeit • 1895: 143 evangelische (= 78,57 %), 39 katholische (= 21,43 %) Einwohner • 1961: 174 evangelische (= 67,70 %), 79 katholische (= 30,74 %) Einwohner

Kirche Die an der Hauptstraße gelegene Kirche wurde 1948 als Rathaus gebaut und beherbergte nach der Gebietsreform die Feuerwehr. Der heutige Kirchturm diente zwischenzeitlich als Schlauchtrockenturm. 1993 wurde das Rathaus zur Kirche umgewidmet. Die Buntglasfenster gestaltete der Wiesbadener Künstler Karl-Martin Hartmann.Doris Feix: Ein Rathaus wird zur Kirche, in: Unser Kirchenblättchen September - Oktober 2024, S. 37.

Baudenkmäler Die an der Ortsdurchfahrt gelegene, aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Bebauung Schwalbacher Straße 9–27 steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.

Es handelt sich um einen Teilbereich des alten Dorfkerns mit jüngerer Erweiterung nach Osten. Die Erweiterung wurde planmäßig vorgenommen und weist regelmäßige Parzellen mit traufständigen Wohnhäusern auf.

Die Häuser Schwalbacher Straße 9 und 17 stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert, sie verfügen über kleine Walmen. Haus Nummer 13 wurde im 19. Jahrhundert verändert, wobei das Obergeschossfachwerk des 18. Jahrhunderts freigelegt wurde. Haus Nummer 23 ist ein schmales Wohnhaus des 18. Jahrhunderts, das im vorderen Bereich aus kräftigem Fachwerk mit gekrümmten Streben besteht und durch traufseitig Mannfiguren und Schwellenprofil geprägt ist. Nummer 25 ist ein Hof aus dominierender Fachwerk-Scheune und einem im rechten Winkel zurückgesetzten Wohnhaus. Die vierseitige Hofanlage Nummer 27 wird durch ein kleines Nebengebäude zur Straße hin geschlossen. Die Giebelfronten von Wohnhaus und Scheune, teilweise verputzt und verkleidet, bestimmen das Straßenbild. Die Scheune mit regionaltypisch geschnitztem Torsturzbalken trägt als Inschrift das Entstehungsdatum 1732.

Infrastruktur Durch Eschenhahn führt die Bundesstraße 275 als Schwalbacher Straße. Sie verbindet Idstein mit Taunusstein und von dort über die Bundesstraße 417 mit Wiesbaden. Ein Abzweig von der B 275 kurz vor der Kernstadt Idstein verbindet Eschenhahn mit der Anschlussstelle Idstein der Bundesautobahn 3.

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Buslinie 271 der Rheingau-Taunus-Verkehrsgesellschaft sicher.

Im Ort gibt es ein Dorfgemeinschaftshaus.

Fußnoten Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks

Die Stadtteile In: Webauftritt der Stadt Idstein.

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