Santa Maria in Calanca ist eine Ortschaft und eine politische Gemeinde im italienischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden. Sie gehört zur Region Moesa.

Geographie Santa Maria in Calanca (auch Santa Maria di Calanca) ist nach Castaneda die zweite Gemeinde am Eingang des Calancatals. Das Dorf liegt auf einer Terrasse über dem Misox auf 949 m ü. M.

Santa Maria ist einer der Ausgangspunkte des Calanca-Höhenweges.

Geschichte mini|links|Pfarrkirche Santa Maria Assunta und ehemaliges Franziskaner-Kloster mini|links|Pfarrkirche Santa Maria Assunta, Blick zum Chor mini|Pfarrkirche Santa Maria Assunta, Blick zur Empore mini|Luftbild von Werner Friedli (1953) Aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurden Gräber gefunden. Eine erste Erwähnung findet das Dorf im Jahre 1219 unter dem damaligen Namen sancte Marie in Calanca. Im Ort befindet sich ein altes Kastell, von den Talbewohnern Torre Santa Maria genannt. Der Turm soll römischen Ursprungs und einer von den Türmen der Postenkette der alten Römerstrasse gewesen sein. Von hier aus soll der römische Verwalter Bonasius 402 mit den Talleuten bei der Brücke Gola die über den Vogelberg (San Bernhardin) eingedrungenen Goten geschlagen und zersprengt haben.

Im 13. Jahrhundert erwarben die Grafen von Sax von lokalen Adligen den mittelalterlichen Turm, der mit der Pfarrkirche das Dorf überragt. Santa Maria gehörte zur Gemeinde Calanca, 1796 bis 1851 zur Äusseren Calanca und ist seit 1851 selbständig. Die seit 1219 bezeugte Pfarrkirche S. Maria Assunta ist die Mutterkirche des ganzen Calancatals und seit dem 17. Jahrhundert Ziel von Prozessionen. Das einschiffige Gotteshaus wird von verschiedenen Stilen geprägt und ist reich an Fresken, Ölbildern und weiteren Ornamenten. Der frühere Hochaltar, ein Werk Ivo Strigels von 1512, befindet sich seit 1887 im Historischen Museum Basel.

Nur wenige Einwohner sind erwerbstätig: Einige betrieben noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts Ackerbau und Viehzucht.

Wappen

Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung Jahr 1808 1850 1900 1950 2000 2010 2020 Einwohner 207 206 163 202 111 109 115

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Santa Maria Assunta wurde 1219 zum ersten Mal erwähnt.Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 515–517, ISBN 978-88-7713-482-0 Kirche Sta. Maria Assunta auf ETHorama Die Pfarrhaus erbaut 1640 Der mittelalterliche Turm von Santa Maria in Calanca, genannt «Castello»Turm «Castello»Burg von Sta. Maria in Calanca auf ETHorama Schalenstein im FelsFranco Binda, Locarno 2013, S. 115.

Literatur Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 515–517.

Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1945, ISBN 978-3-906131-55-9. Balser Puorger: Santa Maria in Calanca In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 6: Saint Gelin – Schaffer. Attinger, Neuenburg 1921, S. 81 (Digitalisat) (abgerufen am 7. März 2018).

Verschiedene Autoren: Storia dei Grigioni. 3 Bände. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2000.

Weblinks

Website der Gemeinde Santa Maria in Calanca

Santa Maria in Calanca auf graubuenden.ch Ticinoinfoto: Santa Maria auf www.flickr.com

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Calancatal Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Graubünden

Kategorie:Ersterwähnung 1219