mini|Im Ort mini|Feuerwehrhaus mini|Haus in Weiterndorf
Weiterndorf (fränkisch: „Waidandorf“E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 199. Dort folgendermaßen transkribiert: „waidəʳndorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Südlich des Dorfs fließt die Schwabach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 14 (0,6 km westlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verläuft zum Gewerbegebiet Rainstraße von Heilsbronn (0,7 km nördlich) bzw. über den Butzenhof nach Weißenbronn (1,3 km südlich).
Gemarkung Die Gemarkung Weiterndorf hat eine Fläche von 4,060 km². Sie ist in 711 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5709,64 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Butzenhof.
Geschichte Der Ort wurde in der Gründungsurkunde des Klosters Heilsbronn (1132) als „Witramenesdorf“ erstmals erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wîtram, der als Gründer des Ortes anzunehmen ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 199. Zu diesem Zeitpunkt bestand der Ort aus mindestens vier Höfen, die dem Kloster überlassen wurden. Im Laufe der Zeit kam das Kloster in den Besitz aller Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 121 ff.
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Weiterndorf 13 Mannschaften verzeichnet: die neun Bauern und vier Köbler hatten das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn. Daneben gab es noch einen Schafhof und eine Schäferei. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 740. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Weiterndorf zwar nicht abgebrannt, jedoch mehrfach überfallen und ausgeplündert. Nur vier der 14 Anwesen blieben während des Kriegs bewohnt. Selbst 1681 galten noch sechs Höfe als verödet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Weiterndorf 16 Anwesen (3 Höfe, 9 Güter, 1 Schafhof, 1 Schmiede, 1 Mühle, Gemeindehirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 187. Es gab zu dieser Zeit 15 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 148. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.
1806 kam Weiterndorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weiterndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bürglein und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Bürglein zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Weiterndorf, zu der Butzenhof und Weiterndorfer Mühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Weiterndorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,073 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Weiterndorf am 1. April 1971 nach Heilsbronn eingemeindet.
Baudenkmäler In Weiterndorf gibt es drei Baudenkmäler: Dorfstraße 5: ehemalige Schafscheune des Klosters Heilsbronn Am Mühlberg 14: ehemalige Wassermühle des Klosters Zum Mitterfeld 3: ehemaliges Forsthaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Weiterndorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 125 150 151 148 139 148 128 150 144 152 131 125 124 127 127 149 144 128 127 189 197 215 188 207 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 24 25 28 30 29 28 29 28 32 Quelle
Weiterndorfer Mühle Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 Einwohner 7 6 7 7Häuser 1 2 2 Quelle
Weiterndorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020Einwohner 125 131 127 110 137 120 138 189 182 203 312 602 561 717Häuser 24 22 27 27 28 27 31 83 Quelle
Religion Weiterndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt, seit 1818 ist die Pfarrei Heilsbronn zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1132 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Schwabach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach