Die altnordische Jómsvíkinga saga berichtet vom Entstehen der, oft als Männerbund bezeichneten Gemeinschaft der Jomswikinger (altnd. Jómsvíkingar) und deren angeblichen Einfluss auf die norwegische und dänische Geschichte zur Zeit Harald Blauzahns und Olaf Tryggvasons.
Inhalt Allgemein Die Jómsvíkinga saga „besteht aus zwei Abschnitten (þættir)“:Zernack, Julia: „Jómsvíkinga saga“. In: Beck, Heinrich, und andere (Hg.): Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. 2. Auflage. De Gruyter, Berlin & New York 2000. Bd. 16, S. 69. der erste þáttr behandelt hauptsächlich die Geschichte der dänischen Könige von Gormr dem Alten bis zu König Haraldr Gormsson und die Verbindungen zum norwegischen Königshaus. der zweite þáttr behandelt die Geschichte der Jomswikinger und deren „heroische[s] Sterben in der Schlacht von Hjörungavágr“.
Pálna-Tóki Zur Zeit, als Haraldr König von Dänemark ist, lebt in Fyn ein Mann namens Tóki, der in der Umgebung sehr beliebt ist. Er hat drei Söhne, die beiden ehelichen Áki und Pálnir und den unehelichen Fjölnir. Als Tóki stirbt, fordert Fjölnir, dass seine Halbbrüder ihm etwas vom Erbe des Vaters abgeben, woraufhin Áki und Pálnir ihm ein Drittel der Güter, aber nichts vom Land anbieten.
Fjölnir ist das zu wenig, denn er sieht sich als vollwertigen Erben an, und geht an den Hof König Haralds und wird sein Berater. Gegen seinen Bruder Áki, der zu der Zeit einer der respektiertesten Männer in Dänemark wenn auch nicht von hoher Geburt war, begann Fjölnir vor dem König schlecht zu machen und redete Haraldr ein, dass er niemals Alleinherrscher über Dänemark sein könne, so lange Áki noch lebe.
Daraufhin schickt König Haraldr im Sommer zehn Schiffe und sechshundert Mann nach Fyn, damit sie Áki bei seiner Rückkehr aus Gautland abfangen und töten. Áki ist auf diesen Angriff nicht vorbereitet und stirbt bei dem Überfall. Als Pálnir die Nachricht von Ákis Tod erhält, wird er krank und fragt seinen Ziehbruder Sigurðr um Rat, wie er denn den Tod seines Bruders an einem König rächen solle. Sigurðr rät ihm, er solle Ingibjörg, die Tochter von Jarl Óttar, einem guten Freund Ákis, heiraten, und so geschieht es.
Pálnir und Ingibjörg bekommen einen Sohn, der Pálna-Tóki heißt. Als Pálna-Tóki das Mannesalter erreicht, stirbt sein Vater und er übernimmt mit seiner Mutter alle wichtigen Aufgaben. Pálna-Tóki fährt im Sommer auf Wiking und wird ein berühmter Mann, der in seinem ganzen Verhalten seinem Onkel Áki ähnelt.
Während einer Heerfahrt in Wales hält Pálna-Tóki um die Hand Álofs, der Tochter des Jarls Stefnir, an und heiratet sie. Im folgenden Frühjahr fährt er mit seiner Frau zurück nach Dänemark.
Als König Haraldr eine Reise durch Dänemark macht, richtet Pálna-Tóki ihm ein Fest aus, und während der Zeit, die Haraldr bei Pálna-Tóki verbringt, hat er Saum-Æsa zur Bediensteten und schwängert diese. Saum-Æsa bringt einen Sohn zur Welt, der Sveinn heißt und bei Pálna-Tóki aufwächst.
Als Sveinn drei Jahre alt ist, ist König Haraldr wieder Gast auf einem Fest bei Pálna-Tóki, und Saum-Æsa sagt ihm, dass er der Vater des Jungen ist, doch der König bestreitet dieses. Pálna-Tóki und König Haraldr zerstreiten sich deswegen, der König verlässt das Fest ohne Geschenke und die Beziehungen zwischen ihm und Pálna-Tóki werden sehr angespannt. Kurz nach diesem Geschehen gebiert Álof ihren und Pálna-Tókis Sohn Áki.
König Haraldr stirbt Im Alter von fünfzehn Jahren schickt Pálna-Tóki seinen Ziehsohn Sveinn zu dessen Vater König Haraldr, damit dieser endlich die Vaterschaft anerkennt. Sveinn tut dies, doch König Haraldr weigert sich nach wie vor, und Sveinn erpresst einige Schiffe und Besatzung von Haraldr. Den Sommer über heert Sveinn im ganzen Reich seines Vaters und verbringt den Winter bei Pálna-Tóki.
Im darauf folgenden Frühjahr versucht Sveinn wieder, den König dazu zu bringen die Vaterschaft anzuerkennen, doch es geht genauso wie beim ersten Zusammentreffen aus. Sveinn erhält diesmal doppelt so viele Schiffe von Haraldr und wütet wieder den ganzen Sommer in seines Vaters Königreich. Auch diesen Winter verbringt er bei Pálna-Tóki und versucht im Frühjahr mit seinem Vater zu reden, der wieder die Vaterschaft nicht anerkennen will.
Sveinn ist so erbost, dass er seinen Vater zum Kampf herausfordert. Er plündert und tötet schlimmer denn je in Dänemark und im Herbst treffen er und König Haraldr bei Bornholm aufeinander. Doch da es schon spät am Abend und dunkel ist, vertagen sie die Schlacht auf den nächsten Tag. Am selben Abend jedoch landet Pálna-Tóki und erschießt König Haraldr mit einem Pfeil, als dieser sich gerade am Feuer wärmt. Pálna-Tóki begibt sich am nächsten Morgen zu Sveinn, um mit ihm die Schlacht zu besprechen, und sie greifen das königliche Heer an.
Doch noch währenddessen erfahren sie vom Tod des Königs. Pálna-Tóki stellt die Anhänger des Königs nun vor die Wahl, dass sie Sveinn als ihren neuen König akzeptieren oder kämpfen sollen. Sie akzeptieren Sveinn als neuen König von Dänemark.
Pálna-Tóki gründet Jómsborg Sveinn will für seinen Vater eine Trauerfeier ausrichten und lädt auch Pálna-Tóki dazu ein, der allerdings immer wieder absagt und so dafür sorgt, dass die Trauerfeier immer wieder verschoben werden muss. Im dritten Sommer nach König Haraldrs Tod erklärt sich Pálna-Tóki endlich bereit, zur Trauerfeier zu erscheinen, doch er taucht erst bei der Feier auf, als alle schon bei Essen und Trinken zusammensitzen. Während der Feier flüstert Fjölnir König Sveinn etwas zu, woraufhin dieser verstimmt ist und den Pfeil holen lässt, mit dem sein Vater getötet wurde. Pálna-Tóki gibt zu, dass er König Haraldr erschoss, und Sveinn will ihn töten lassen, doch Pálna-Tóki schlägt Fjölnir entzwei und entkommt.
Pálna-Tóki und sein Berater Björn packen alles zusammen und fahren nach Wales, wo im folgenden Sommer Álof verstirbt. Björn wird von Pálna-Tóki als Verwalter eingesetzt, während dieser sich wieder auf Heerfahrt begibt. Im vierten Sommer nach Álofs Tod heert er in Vindland, was den dortigen König Búrisleifr sehr beunruhigt. Daraufhin lädt er Pálna-Tóki zu sich ein und bietet ihm seine Freundschaft an, die Pálna-Tóki auch annimmt und Búrisleifr schenkt ihm einen Teil seines Landes, der Jóm heißt. Pálna-Tóki gründet dort an der Ostseeküste die Festung Jómsborg und lebt dort mit seinem Gefolge in einer Gemeinschaft, die strengen Regeln unterliegt. So heißt es,
Veseti und Strút-Haraldr In Sjóland herrscht Jarl Strút-Haraldr, dessen Söhne Sigvaldi und Þorkell nach Jómsborg fahren wollen. Auf dem Weg dorthin verwüsten sie auf Bornholm einen Teil des Besitzes von Veseti, bei dem Pálna-Tókis Enkel Vagn Ákason zeitweise aufwächst.
Als Sigvaldi und Þorkell nach Jómsborg kommen, möchten sie mit den tauglichen Männern ihrer Mannschaft bei den Jomswikingern eintreten. Pálna-Tóki berät sich mit seinen Männern, denn sie wissen welcher Herkunft Sigvaldi und Þorkell sind, stimmt ihrem Beitritt aber letztendlich zu.
Währenddessen begibt sich Veseti zu König Sveinn, um ihm von der Verwüstung durch Jarl Strút-Haraldrs Söhne zu berichten, und möchte den Schaden ersetzt haben. Sveinn sagt Veseti, er solle sich ruhig verhalten und gibt ihm sein Wort, dass er sich darum kümmern will, ob Haraldr bereit sei für den Schaden, den seine Söhne verschuldet haben, zu bezahlen. Daraufhin fährt Veseti zurück nach Bornholm.
König Sveinn schickt eine Nachricht an Strút-Haraldr, und dieser sucht den König auf. Als er von der Klage Vesetis hört, ist er aber nicht bereit, für den Schaden aufzukommen. Sveinn gibt ihm den Rat, er solle für den Schaden einstehen.
Als Veseti und seine Söhne Búi und Sigurðr erfahren, dass Haraldr nicht bereit ist, den Schaden zu begleichen, fahren sie nach Sjóland und verwüsten einen Teil von Haraldrs Besitz. Haraldr verlangt daraufhin von König Sveinn, dass dieser nun doch auf einen Vergleich eingeht. Da Haraldr aber nicht auf Sveinns Rat gehört hatte, sieht dieser sich nicht veranlasst, etwas zu unternehmen. Darauf rüstet Strút-Haraldr seinerseits Schiffe auf und verwüstet einen Teil von Vesetis Besitz.
Veseti begibt sich daraufhin wieder zu König Sveinn und legt diesem nahe, er solle zwischen ihm und Haraldr schlichten, denn sonst entstehe nur Unfrieden zwischen seinen Leuten und denen Haraldrs. Sveinn sagt, er werde auf dem nächsten Þing zwischen den beiden schlichten. Während des Þings stehlen Búi und Sigurðr Strút-Haraldr dessen Ehrenkleid, seinen reich mit Gold verzierten Hut und zwei Kisten mit Gold. Als König Sveinn den Vergleich zwischen den Familien anstrengt, gesteht er Búi zu, dass er die Kisten mit Gold behalten kann. Vesetis Familie soll Strút-Haraldr die Höfe ersetzen, die sie zerstört haben, dafür soll Haraldr aber seine Tochter Tófa mit Sirgurðr verheiraten.
Nach der Hochzeit will Búi nach Jómsborg fahren und den Jomswikingern beitreten, und Sigurðr fasst den Entschluss, sich seinem Bruder anzuschließen, obwohl er verheiratet ist. In Jómsborg angekommen, erkennt Sigvaldi die beiden Brüder und will wissen, wie die Geschichte zwischen ihren Vätern ausgegangen ist. Búi sagt ihm, die Geschichte sei für den Moment zu lang und dass er und Sigurðr unter Pálna-Tókis Führung den Jomswikingern beitreten wollen. Nachdem sich Pálna-Tóki mit seinen Männern beraten hat, werden die beiden aufgenommen.
Vagn wird bei den Jomswikingern aufgenommen Im Alter von zwölf Jahren erhält Vagn von seinem Vater Áki und seinem Großvater Veseti Schiffe und eine Mannschaft, um auf Heerfahrt zu gehen. Vagn heert an der gesamten dänischen Küste und fährt dann nach Jómsborg, um von den Jomswikingern aufgenommen zu werden. Pálna-Tóki und seine Männer stehen dem Wunsch von Vagn ablehnend gegenüber, da dieser erst zwölf Jahre alt ist. Seine Verwandten würden ihn lieber zu Björn nach Wales schicken, als ihn in ihrer Mannschaft zu sehen.
Vagn spricht nun direkt Sigvaldi an und fragt ihn, was er zu der Sache zu sagen habe. Sigvaldi sagt, dass er Vagn niemals aufnehmen werde. Trotz Pálna-Tókis Angebot, Vagn die Hälfte des Landes in Wales zu geben, hält Vagn weiter daran fest, dass er bei den Jomswikingern aufgenommen wird. Er fordert Sigvaldi und seine Männer zu einer Schlacht heraus, um unter Beweis zu stellen, dass sie gut daran täten, ihn bei sich aufzunehmen. Während der Schlacht, die sich in ihrem Verlauf von den Schiffen aufs Land verlagert, fallen dreißig von Sigvaldis Männern, jedoch kaum welche von Vagns Seite. Pálna-Tóki beendet die Schlacht und nimmt Vagn und seine Männer in Jómsborg auf.
Als Vagn fünfzehn Jahre alt ist, wird Pálna-Tóki krank, und er lässt nach König Búrisleifr schicken. Bei einer Unterredung rät der König ihm, Pálna-Tóki solle einen seiner Männer als Nachfolger auswählen. Seine Wahl trifft Sigvaldi, der diese Aufgabe mit Freuden annimmt.
Sigvaldis Verrat Sigvaldi begibt sich zu König Búrisleifr, um ihn vor die Wahl zu stellen, Sigvaldi die älteste Tochter Ástriðr zu vermählen, andernfalls werde Sigvaldi die Jómsborg verlassen. Búrisleifr ist von keiner der beiden Bedingungen angetan und bespricht sich mit seiner Tochter. Ástriðr ist gegen eine Ehe mit Sigvaldi und verlangt, dass er den Schaden, den König Sveinn dem Land zugefügt hat, rächen und dafür sorgen soll, dass König Sveinn zu König Búrisleifr geschafft werde, damit dieser Sveinn in der Hand habe. Sigvaldi stimmt dem zu und bricht mit seinen Männern nach Sjóland auf.