Egelsbach (im lokalen Dialekt: Elschbach)Stadt Post, Langen - Egelsbach - Erzhausen, Jahrgang 34, Nr. 37, Donnerstag, 13. September 2018, S. 14–17. ist eine Gemeinde mit etwa 11.000 Einwohnern im Landkreis Offenbach in Südhessen.
Geografie mini|links|Luftaufnahme der Gemeinde Egelsbach Geografische Lage Egelsbach ist eine von 13 Gemeinden im Landkreis Offenbach. Die Gemeinde liegt im Rhein-Main-Gebiet südlich des Mains zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt auf einer Höhe von 117 m ü NN und wird von dem Tränkbach durchflossen.
Ausdehnung des Gemeindegebiets Das Gemeindegebiet erstreckt sich über 14,82 km². Davon entfallen etwa 10 km² auf Wald- und Grünflächen und Ackerland.
Egelsbach umfasst nur eine Gemarkung (Gmk.-Nr. 60732) und hat offiziell keine Ortsteile, es werden aber die Wohnplätze Bayerseich, Im Brühl, Egelsbach West und Egelsbach Ortskern unterschieden.
Nachbargemeinden Egelsbach grenzt im Norden und Osten an die Stadt Langen, im Süden an die kreisfreie Stadt Darmstadt und die Gemeinde Erzhausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg), sowie im Westen an die Stadt Mörfelden-Walldorf (Kreis Groß-Gerau).
Geschichte mini|Evangelische Kirche in der Ortsmitte
Ortsgeschichte Historisch dokumentierte Erwähnungen des Ortes sind (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Elsbach (1275), Eygelspach (1336), Egelßbach (1396) und Egelspach (1411). Im Volksmund wird Egelsbach gelegentlich auch mit dem Spitznamen Klammernschnitzerdorf bezeichnet.Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 8. September 2012
Im Jahr 1275 wurde Egelsbach erstmals urkundlich erwähnt. Das Dorf gehörte damals den Herren von Falkenstein, die den Ort wahrscheinlich 1255 von den Herren von Hagen-Münzenberg geerbt hatten. Nach dem Aussterben der Falkensteiner im Mannesstamme 1486 erbten die Grafen von Isenburg Egelsbach.
1526 wurde die Reformation im Dorf eingeführt. 1600 verkaufte der Graf von Isenburg das Amt Kelsterbach mit Egelsbach und Langen an den Landgrafen von Hessen-Darmstadt. Seither ist Egelsbach hessisch. Im Jahr 1705 wurde Egelsbach eigene Pfarrei, nachdem es von der Langener Pfarrei getrennt wurde. Bei der Aufteilung der Länger Mark 1732, der Egelsbach seit alters her angehörte, erhielt Egelsbach ein Drittel des Markbodens. 1821 wurde das Amt Kelsterbach aufgehoben und Egelsbach gehörte bis 1832 dem Landratsbezirk Langen an. Seitdem ist Egelsbach Teil des Kreises Offenbach. Gerichtlich gehörte die Gemeinde ab 1821 zum Landgericht Langen und ab 1879 zum Amtsgericht Langen.Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Mai 1879, S. 197f.
1873 erhielt der Ort einen Bahnhof auf der Strecke Frankfurt am Main-Darmstadt, und 1955 wurde der Flugplatz Egelsbach eingerichtet.
Bei der Reichstagswahl am 6. November 1932 erhielten die Sozialdemokraten 45,7 Prozent, die KPD 25,5 und die NSDAP 22,4 Prozent der Stimmen. Während der Novemberpogrome 1938 zerstörten SA-Angehörige die Wohnungseinrichtungen der jüdischen Einwohner. Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde demoliert und auf einem nahen Sportplatz verbrannt. Am 10. November wurden die jüdischen Einwohner von SA-Mitgliedern auf den Feldweg nach Langen getrieben und dabei misshandelt. Am 28. Dezember 1938 zogen die letzten beiden jüdischen Einwohner nach Darmstadt. Im Februar 1939 meldete der Egelsbacher Bürgermeister dem Landrat in Offenbach, dass sein Ort „seit Ende 1938 judenfrei“ sei. Das Synagogengebäude blieb fast unbeschädigt und wurde 1941 für 5.000,- Reichsmark von der Kommune gekauft. Während des Krieges diente es als Magazin und Unterkunft für Kriegsgefangene. Um 1960 erwarb es ein privater Eigentümer und baute es zu Wohnungen um. Auf dem jüdischen Friedhof sind noch etwa 40 Grabsteine erhalten.
Im Oktober 2009 wurden vom Künstler Gunter Demnig Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt.
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren wurde Egelsbach als eine von wenigen Gemeinden nicht verändert und konnte seine Eigenständigkeit bewahren.
Beim Flugunfall einer Cessna Citation 750 im März 2012 starben die fünf Insassen, beim Absturz eines Kleinflugzeuges auf die Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg im Juni 2015 starb ein Mensch und bei einem ähnlichen Vorfall 2003 wurde der Pilot des Flugzeuges verletzt.
Einwohnerentwicklung Seit Egelsbach im Jahr 1834 1291 Einwohner zählte, hat sich die Bevölkerung stark vermehrt. Bereits 1939 waren es 3695 Einwohner. Im Jahr 1987 hatte Egelsbach 9089 Einwohner. Die Gemeinde zählte am 31. Dezember 2003 eine Einwohnerzahl von 9689. Somit ergibt sich ein Bevölkerungszuwachs von 600 Personen oder etwa 6,7 Prozent in den Jahren 1987 bis 2003. Mitte März 2008 überschritt die Einwohnerzahl die 10.000er-Marke. Dies war vor allem durch den Ausbau des Neubaugebietes „Im Brühl“ bedingt. • 1629: 92 Hausgesesse • 1694: 147 Einwohner • 1791: 802 Einwohner • 1800: 802 Einwohner • 1806: 938 Einwohner, 152 Häuser • 1829: 1252 Einwohner, 166 Häuser • 1867: 1805 Einwohner, 228 Häuser
Politik Gemeindevertretung Für die Gemeindevertretung der Gemeinde Egelsbach erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Egelsbach 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 32,01033,91020,9631,01012,3413,64 23,1717,8618,3621,0730,1929,49 19,4621,0727,4830,7933,21036,812 WGE Wahlgemeinschaft Egelsbach seit 195618,5613,9417,9612,5416,1513,64 7,0213,4411,444,918,236,62 ————4,21—————— Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 56,1 52,0 48,3 50,4 59,0 54,4
Bürgermeister mini|Rathaus von Egelsbach Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Egelsbach neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Beigeordneter und fünf weitere Beigeordnete angehören.Gremien: Gemeindevorstand Bürgermeister ist seit dem 20. Juni 2018 Tobias Wilbrand (Grüne). Er setzte sich am 4. März 2018 in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Jürgen Sieling (SPD), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 48,7 Prozent Wahlbeteiligung mit 53,3 Prozent der Stimmen durch. Es folgte eine Wiederwahl im März 2024.hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 3. März 2024 in Egelsbach
Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu ladenSPD Egelsbach: Geschichte 1892–2018 und (beide Quellen erwähnen auch Namen und Amtszeiten von Bürgermeistern) 2018–2030 Tobias Wilbrand (Grüne)Tobias Wilbrand: Über mich - Gemeinde Egelsbach: Bürgermeister: „Am 04.März 2018 wurde Herr Tobias Wilbrand zum Bürgermeister gewählt. Seine Amtszeit beginnt am 20.06.2018.“ - op online, 3. März 2024: Bürgermeister-Stichwahl in Egelsbach - der Liveticker: Wilbrand geht in zweite Amtszeit 2012–2018 Jürgen Sieling (SPD)Offenbach-Post, 5. Februar 2012: Jürgen Sieling neuer Bürgermeister in Egelsbach - FR, 19. Juni 2018: Der scheidende Egelsbacher Bürgermeister Jürgen Sieling über den Frust nach seiner Abwahl, die Begegnung mit dem Bürger, über Erfolge und nicht verwirklichte Ziele: „Sechs Jahre lang war er Chef im Egelsbacher Rathaus – und heute ist sein letzter Arbeitstag“ 2000–2012 Rudolf MoritzOffenbach-Post, 1. Juni 2012: Die Ära Moritz endet: Bürgermeister-Amtsübergabe in Egelsbach: „In der Sondersitzung der Gemeindevertretung wurde zudem Rudi Moritz (parteilos) nach zwölf Jahren als Rathauschef in den Ruhestand verabschiedet. Allerdings wird Moritz noch bis zum 19. Juni (einen Tag vor seinem 71. Geburtstag) Bürgermeister bleiben“ 1988–2000 Heinz Eyßen (SPD) 1977–1988 Hans Dürner (SPD) 1972–1976 Günter Simon (SPD) 1968–1972 Wilhelm Thomin (SPD) (1923–2011)Traueranzeigen Wilhelm Thomin - 1952–1968 Lorenz Wannemacher (SPD) 1946–1951 Adam Keil (SPD) … 1933–1933 August Beck (NSDAP); PDF-Datei 13,1 MB: „Weil sich kein ortsansässiger Kandidat finden ließ, wurde August Beck im Mai 1933 zum Egelsbacher Bürgermeister ernannt … August Beck muß seinen Bürgermeisterposten in Egelsbach noch im August 1933 aufgeben“ 1928–1933 Heinrich Anthes V. (SPD) 1927–1928 Lorenz Wannemacher III. (SPD)
Wappen und Flaggen 100px 66px 100px
Städtepartnerschaften Egelsbach ging 1991 eine Partnerschaft mit der französischen Stadt Pont-Saint-Esprit ein. Darüber hinaus besteht seit 2005 eine Partnerschaft mit der polnischen Stadt Chojnów.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke
Evangelische Kirche Katholische Kirche St. Josef Ehemaliges Wachthaus Jüdischer Friedhof
Regelmäßige Veranstaltungen August: Koberstädter Wald-Marathon August/September: Raus Ausm Keller Festival September: Egelsbacher KerbStadt Post, Langen - Egelsbach - Erzhausen, Jahrgang 34, Nr. 37, Donnerstag, 13. September 2018, S. 14–17. Dezember: Adventsmarkt in der KulturscheuneDreieich Zeitung, Nr. 48, Mittwoch, 28. November 2018, S. 4.
Sport SG Egelsbach TSC Egelsbach
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Egelsbacher Bahnhof an der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg
Von der zentralen Lage im Rhein-Main-Gebiet und der guten Verkehrsanbindung profitiert die Gemeinde. Sie ist über die Trasse der Bahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg auf dem Abschnitt Frankfurt–Darmstadt an das Netz der S-Bahn Rhein-Main angeschlossen. Linie Verlauf Takt
Direkt an den Bundesautobahnen A 661 und A 5 gelegen, ist der Flughafen Frankfurt, am Frankfurter Kreuz gelegen, in kurzer Zeit zu erreichen.
mini|Luftaufnahme Flugplatz Frankfurt-Egelsbach
Der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach ist der verkehrsreichste Verkehrslandeplatz in Deutschland. Von hier starten Flugzeuge in das In- und Ausland. Mit seinen gut 72.000 Flugbewegungen (2015)Artikel in der Online-Ausgabe der Offenbach-Post vom 13. Februar 2016 entlastet und ergänzt der Flugplatz Frankfurt-Egelsbach den Frankfurter Flughafen im Segment der Allgemeinen Luftfahrt. Betreiber ist seit 2019 die Triwo Egelsbach Airfield GmbH, eine Tochter des Immobilienunternehmens TRIWO AG (Trier). Sie übernahm den Anteil des früheren Hauptgesellschafters NetJets, der von 2009 bis 2019 die Mehrheit der Anteile hielt. Die beiden anderen Gesellschafter sind die Gemeinde Egelsbach und die Stadt Langen, die noch 6,61 Prozent (Egelsbach) und 5,66 Prozent (Langen) der Anteile halten.
Wirtschaft Die Kaufkraft lag in Egelsbach 2013 bei 24.724 Euro/Einwohner. Das entspricht einer Quote von 119,9 Prozent im Bundesdurchschnitt.
In Egelsbach befinden sich die Unternehmenszentralen der folgenden Unternehmen: Delta-Pronatura-Gruppe Brady Corporation (Deutschlandzentrale) SMC Deutschland (Deutschlandzentrale)
sowie ein Produktionsstandort der Trützschler Group, ehemals Fleißner.
Sendeanlage der US-Streitkräfte In der Nähe des Baggersees Egelsbacher See (neben dem Langener Waldsee) befindet sich die Egelsbach Transmitter Facility, (PDF; 606 kB), 2003 eine US-amerikanische militärische Sendeanlage mit diversen Antennenanlagen.
Bildung Grundschulen Wilhelm-Leuschner-Schule, fünf- bis sechszügig mit fast 500 Kindern und über 30 Lehrkräften.
Volkshochschulen Volkshochschule Egelsbach
Die Ernst-Reuter-Schule (Haupt- und Realschule) wurde zum Ende des Schuljahres 2003/2004 aufgelöst und die zu dieser Zeit noch bestehenden Klassen in die Langener Albert-Einstein-Schule eingegliedert.
Naturschutz mini|NSG Hegbachaue bei Messel