mini|Landwirtschaftliche Gebäude in Höfstetten mini|Feuerwehrhaus
Höfstetten (fränkisch: HeschdadE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 98. Im Gegensatz zu Höfstetten (Ansbach), das im Volksmund als Hefschded ausgesprochen wird.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Beim Weiler entspringt der Triebendorfer Graben, ein rechter Zufluss der Bibert. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt die Kreisstraßen AN 17 kreuzend nach Steinbach (2,7 km westlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zur AN 17 bei Ketteldorf (0,5 km südlich) bzw. zur AN 24 südlich von Betzendorf (1,4 km nordöstlich).
Gemarkung Die Gemarkung Höfstetten hat eine Fläche von 4,830 km². Sie ist in 415 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11.638,49 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Neuhöflein.
Geschichte 1194 wurde der Ort als „Hovestete“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bezeichnet schlichtweg den Standort eines Hofes.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 98. Das Kloster Heilsbronn erwarb 1249 unter dem 9. Abt Edelwinus durch Tausch von der Domkirche zu Bamberg Güter in Höfstetten. Man gab dafür Güter in Laubendorf ab. Im Ganzen erwarb das Kloster sieben Anwesen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 226.
Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Höfstetten sieben Mannschaften verzeichnet, die alle das Kastenamt Bonnhof als Grundherrn hatten (vier Bauern, drei Köbler). Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 9. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 737. Während des Dreißigjährigen Kriegs erlitt der Ort wenig Schaden, einige Anwesen blieben besetzt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Höfstetten zehn Anwesen (1 Hof, 4 Halbhöfe, 1 Wirtshaus, 2 Güter, 1 Haus, Gemeindehirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das brandenburg-bayreuthische Kastenamt Bonnhof. Es gab zu dieser Zeit sieben Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.
Im Jahre 1806 kam Höfstetten an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Höfstetten dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Petersaurach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Petersaurach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Höfstetten, zu der Neuhöflein gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Höfstetten zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 996. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,810 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Heilsbronn eingemeindet.
Ehemalige Baudenkmäler Bauernhaus, erbaut 1367, umgebaut 1625, mit Stroh gedecktes Vollwalmdach, Außenwände aus Fachwerk im Lehmflechtwerk oder lehmverputzten Holzbohlen. 1979 wurde dieses wohl älteste fränkische Bauernhaus vom Fränkischen Freilandmuseum erworben, abgetragen und von 1983 bis 1987 dort wieder aufgebaut. Einarmiges mittelalterliches Sandsteinkreuz an der Wegkreuzung Kehlmünz/Höfstetten/Kleinhaslach/MarkttriebendorfG. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 114.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Höfstetten Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 102 137 148 158 166 140 142 129 141 154 127 138 149 151 137 145 145 154 138 221 185 188 123 139 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 22 23 28 26 24 20 21 21 Quelle Für die Gemeinde Höfstetten zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Neuhöflein (S. 63).
Ort Höfstetten Jahr 1807 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2016 2020 Einwohner 57 50 55 68 64 58 64 56 68 37 54 45 43 43 40 Häuser 9 12 9 12 9 8 8 8 9 Quelle K. Rosenhauer: Der Landkreis Ansbach, 156f.
Religion Höfstetten ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes (Bürglein) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt, heute ist die Pfarrei Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Heilsbronn Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1194 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach