Die Bois Belleau war ursprünglich ein US-amerikanischer Leichter Flugzeugträger und das dritte Schiff der Independence-Klasse, die durch Umbauten von vorhandenen Kreuzerrümpfen der Cleveland-Klasse entstand. Als USS Belleau Wood (CVL-24, ursprünglich CV-24) versah es seinen Dienst in der United States Navy auf dem pazifischen Kriegsschauplatz des Zweiten Weltkrieges und wurde nach Kriegsende der Reserveflotte überstellt. 1953 an die französische Marine übergeben, wurde sie unter dem neuen Namen Bois Belleau im Indochina- und Algerienkrieg eingesetzt und 1960 außer Dienst gestellt.

Technik Mehr zur Technik findet sich im Artikel zur Klasse unter Independence-Klasse.

Die Belleau Wood war circa 190 Meter lang und über 33 Meter breit und hatte mit einer Einsatzverdrängung von 13.000 ts einen Tiefgang von knapp acht Metern. Ihr Schiffsrumpf basierte auf dem der Cleveland-Klasse-Kreuzer und musste für die massiveren Aufbauten verbreitert werden, wodurch man hoffte, die Topplastigkeit erheblich zu vermindern. Trotz aller konstruktiven Maßnahmen konnte diese nie völlig kompensiert werden. Obwohl sie als Independence-Klasse-Träger nur ein wenig größer als die Geleitflugzeugträger war, unterschied sie sich von diesen hauptsächlich durch ihren starken Antrieb, wodurch ihr Einsatzspektrum dem der großen Flottenflugzeugträger glich. Die von den Kreuzern übernommene 100.000 PS starke Maschinenanlage trieb vier Propeller an und brachte das Schiff auf eine Höchstgeschwindigkeit von 31,6 Knoten.

Das zur damaligen Zeit übliche rechteckförmige Flugdeck war circa 174 Meter lang und 22,3 Meter breit und hatte zwei Decksaufzüge sowie ein Katapult. Die Insel musste aus Stabilitätsgründen klein gehalten werden, wodurch auf einen einzelnen, integrierten Schornstein verzichtet und stattdessen vier kleinere separat angebracht wurden. So beherbergte dieser markante Aufbau lediglich die Kommandobrücke, während sich die Operationszentrale unterhalb des Flugdecks befand. Das Bordgeschwader bestand während ihrer aktiven Dienstzeit hauptsächlich aus zwei Dutzend F6F-Hellcat-Jagdflugzeugen und aus neun Torpedobombern vom Typ Grumman Avenger.

Im Laufe des Krieges wurden die Langwellen-Radare SK und SC-2 sowie das SG-Mikrowellen-Radar auf dem Schiff installiert. Montiert auf der Insel und auf einem zusätzlichen Mast zwischen zweien der Schornsteine, ermöglichten diese Geräte Frühwarnungen auf bis zu 180 km Entfernung. Die Defensivbewaffnung der Belleau Wood bestand aus 40-mm-L/60- und 20-mm-L/70-Flugabwehrgeschützen, deren Anzahl während des Krieges ständig variierte. Im Jahr 1944 wurden die an Rumpf und Heck installierte 40-mm-Vierlingsflak mit der Feuerleitanlage Mk 51 nachgerüstet, die anfliegende Flugzeuge bis auf über 3,5 km Entfernung anvisieren und somit effektiver bekämpfen konnte.

Im Dienst der französischen Marine bestand die Luftgruppe neben Avengers hauptsächlich aus Chance-Vought-Corsair-Jagdbombern. Neben moderneren Versionen der besagten US-Radarsysteme wurde die Bois Belleau später mit dem französischen DRBV 22 nachgerüstet.

Dienstzeit in der US-Marine Bau und Indienststellung mini|links|Belleau Wood am Philadelphia Navy Yard, 18. April 1943 Ursprünglich wurde das Schiff als Leichter Kreuzer New Haven (CL-76) im September 1940 in Auftrag gegeben und am 11. August 1941 bei der New York Shipbuilding Corporation in Camden, US-Bundesstaat New Jersey, auf Kiel gelegt. Nach dem japanischen Überfall auf Pearl Harbor und den dadurch folgenden Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg bestand ein Mangel an Flugzeugträgern in der US-Marine. Dadurch wurde im Januar 1942 ein schon vor dem Krieg ausgearbeiteter Plan in die Tat umgesetzt, nach dem vorhandene Kreuzerrümpfe zu Flugzeugträgern umgebaut werden sollten. Am 16. Februar 1942 wurde der Rumpf der New Haven für den Umbau zum Flugzeugträger ausgewählt.

Nach Monaten des intensiven Umbaus konnte das Schiff am 6. Dezember 1942 durch Mrs. Beatrice Miller Clover, der Ehefrau des damaligen Commandant of the Marine Corps, Thomas Holcomb, als USS Belleau Wood (Registrierungsnummer CV-24) getauft und vom Stapel gelassen werden. Der Name erinnert an die Schlacht im Wald von Belleau im Juni 1918 im Zuge der deutschen Frühjahrsoffensive während des Ersten Weltkrieges. Mit Abschluss der letzten Baumaßnahmen wurde das Schiff zum Philadelphia Naval Shipyard überstellt und dort nach weiteren Umrüstungen am 31. März 1943 als dritter Träger der Independence-Klasse in den aktiven Dienst gestellt.

Baker und Wake Nach Abschluss der letzten Erprobungs- und Trainingsfahrten in der Karibik verlegte die Belleau Wood via Panamakanal in den Pazifischen Ozean, wo sie am 26. Juli 1943 in Pearl Harbor eintraf. Zuvor erfolgte am 15. Juli die Umregistrierung zum Leichten Flugzeugträger (Kennung CVL), was auch ihre bereits diensttuenden Schwesterschiffe Independence (CVL-22), Princeton (CVL-23), Cowpens (CVL-25) und Monterey (CVL-26) betraf. Dort traf sie am 25. des Monats auf Rear Admiral Willis A. Lees Task Force 11 (TF 11) und wurde der Task Group 11.2 (TG 11.2) zugeteilt. Zu diesem Verband gehörten neben ihrem Schwesterschiff Princeton (CVL-23) auch die Zerstörer Spence (DD-512), Trathen (DD-530), Boyd (DD-544) und Bradford (DD-545) sowie zwei Transportschiffe. In der ersten Septemberwoche stellte der Verband die Luftsicherung während der Besetzung und des Flugplatzbaus auf der Baker- und Howlandinsel. Während dieser Sicherungsaufgabe überquerte die Belleau Wood den wenige Kilometer südlich gelegenen Äquator 32-mal. Nach einem kurzen Aufenthalt in Pearl Harbor wurde die Belleau Wood gemeinsam mit dem Schwesterschiff Princeton und dem Flottenträger Lexington (CV-16) Rear Admiral Charles A. Pownalls TF 50 unterstellt, die am 18. und 19. September japanische Stellungen auf dem Makin- und dem Tarawa-Atoll angriff. Danach war die Belleau Wood Teil der 33 Schiffe umfassenden TF 14 unter Rear Admiral Albert E. Montgomery, die ab dem 5. Oktober einen zweitägigen Luftschlag gegen Wake ausführte. Namhafte Schiffe dieser Streitmacht waren unter anderem die Flugzeugträger Essex (CV-9), Lexington, Yorktown (CV-10), Independence (CVL-22) und Cowpens (CVL-25).

Operationen Galvanic bis Hailstone Nach der Auffrischung von Treibstoff, Munition und Proviant auf Hawaii nahm die Belleau Wood an den Gilbertinsel-Operationen teil, wo sie innerhalb des Großverbands TF 50 agierte. Gemeinsam mit den Trägern Enterprise (CV-6) und Monterey (CVL-26) sowie den Schlachtschiffen Indiana (BB-58) und North Carolina (BB-55) und den Zerstörern Radford (DD-446), Jenkins (DD-447) und Brown (DD-546) unterstützte die Belleau Wood unter Rear Admiral Arthur W. Radford (Kommandant der TG 50.2) die Landungen auf dem Makin-Atoll, die am 24. November nach mehrtägigem Kampf beendet werden konnte. Während und auch nach dieser Zeit war der Verband mehreren japanischen Luftangriffen ausgesetzt, wobei die Belleau Wood von den feindlichen Torpedos und Bomben verschont blieb. Nach einer erholsamen Jahreswende auf Hawaii wurde sie der TG 58.1 von Marc Mitschers Task Force 58 unterstellt, die mit der Durchführung der amphibischen Landungen auf den Marshallinseln beauftragt wurde. Die Einsatzgruppe umfasste neben der Belleau Wood auch die Träger Enterprise und Yorktown (CV-10), die Kreuzer Santa Fe (CL-60), Mobile (CL-63), Biloxi (CL-80) und Oakland (CL-95) sowie unter anderem die Zerstörer Cotten (DD-669), Dortch (DD-670), Gatling (DD-671) und Ingersoll (DD-652). Der Großteil der gesamten Streitmacht verließ am 16. Januar Pearl Harbor und attackierte strategische Ziele. TG 58.1 bombardierte unter anderem das japanische Flugfeld auf dem Maloelap-Atoll, bevor es direkte Feuerunterstützung bei der ab dem 31. Januar beginnenden Invasion auf Kwajalein gab. Bereits nach wenigen Tagen konnten die Kampfhandlungen auf dem Atoll für beendet erklärt werden, wodurch der Kampfverband der Belleau Wood im naheliegenden und sicheren Majuro-Atoll Proviant und Treibstoff aufnehmen konnte.

mini|Ein japanischer Bomber explodiert, als er nahe der Belleau Wood ins Wasser stürzt. Aufgenommen vom USS Essex (CV-9), 23. Februar 1944. Nach einigen Tagen Ruhephase führte TG 58.1 gemeinsam mit TG 58.2 (Flugzeugträger Intrepid (CV-11), Essex (CV-9) und Cabot (CVL-28)) und TG 58.3 (Bunker Hill (CV-17), Monterey (CVL-26) und Cowpens (CVL-25)) im Rahmen der Operation Hailstone einen massiven Luftschlag gegen den japanischen Marine- und Luftwaffenstützpunkt auf dem Karolinen-Atoll Truk. Während des zweitägigen Bombardements durch ihre Trägerflugzeuge wurden über 30 japanische Kreuzer, Zerstörer und Transportschiffe versenkt sowie über 200 Flugzeuge zerstört oder beschädigt. Wenige Tage danach griff die Flotte am 21. und 22. Februar 1944 die nördlich gelegenen Marianen-Inseln an, um die für Juni geplanten Landungsunternehmen vorzubereiten. Die Schwerpunkte dieser Aktion lagen auf den Inseln Saipan, Tinian, Rota und Guam. Der am 22. Februar folgende japanische Gegenangriff auf die US-amerikanische Flotte konnte abgewehrt werden, wobei die Trägerflugzeuge der TG 58.1 bei 45 eigenen Verlusten über 200 gegnerische Kampfflugzeuge abschießen konnten.

Nach einigen Tagen Rast auf dem Majuro-Atoll lief die Belleau Wood Richtung Süden und traf am 7. März bei Espiritu Santo auf einen größeren Flottenverband. In den kommenden Wochen flogen die Trägerflugzeuge des Verbands Angriffe gegen japanische Posten auf den westlichen Karolinen und den Palau-Inseln. Auf Palau konnten am 30. März 31 Schiffe versenkt und 18 Schiffe beschädigt werden, während über 200 japanische Flugzeuge zerstört wurden. Die Kampfflugzeuge der Belleau Wood trugen mit drei abgeschossenen und zwei beschädigten Flugzeugen sowie mit der Versenkung eines Frachtschiffes und eines Minenlegers zu dieser Statistik bei. Weitere Ziele waren Ngulu, Ulithi, Yap und Woleai. Unter Rear Admiral Joseph „Jocko“ Clarks TG 58.1 und im Verband mit dem Flottenträger Hornet (CV-12), den Schwesterschiffen Cowpens (CVL-25) und Bataan (CV-29), dem Schlachtschiff New Jersey (BB-62) und unter anderen den Kreuzern San Juan (CL-54), Santa Fe (CL-60), Mobile (CL-63) und Oakland (CL-95) unterstützte die Belleau Wood Mitte April General Douglas MacArthurs Armeeeinheiten bei den Landungen auf den Inseln Sawar und Wakde sowie bei Hollandia im Norden Neuguineas. Auf dem Rückweg nach Kwajalein folgte ein zweiter Angriff auf Truk und am 1. Mai auf die Karolinen-Insel Ponape.

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