GameStop ist eine US-amerikanische Einzelhandelskette für Computerspiele und Unterhaltungssoftware. Das börsennotierte Unternehmen ist außerdem Eigentümer der Tochtergesellschaften EB Games, ThinkGeek (1999 bis 2019), Geeknet (seit 2015), Moviestop, ZiNG Pop Culture und Micromania-Zing. GameStop ist zudem Herausgeber des Computerspielemagazins Game Informer.
Verbreitung von GameStop Niederlassungen von GameStop gibt es gegenwärtig in Australien, Frankreich, Italien, Kanada, Neuseeland und den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen betreibt weltweit mehr als 4400 Filialen, über 830 davon in Europa.GameStop News: GameStop Acquires Micromania, France's Leading Video Game Retailer
Geschichte Ursprünge und Vorgänger Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf das Softwarehandelsunternehmen Babbage's zurück, das zwischen 1984 und 1994 in den Vereinigten Staaten von den Harvard-Business-School-Absolventen James McCurry und Gary M. Kusin betrieben wurde. Der Name ist dabei Charles Babbage gewidmet.Roger W. Roland; David E. Salamis (2005). Jay P. Peterson (ed.). „Game Stop Corp“. International Directory of Company Histories. 69. Detroit: St. James Press. pp. 185–189. Schnell begann das Unternehmen sich auf Konsolenspiele zu fokussieren und fusionierte 1994 mit Software Etc. zur gemeinsamen NeoStar Retail Group.Kathryn Jones (August 26, 1994). „Company News; Two Software Peers Combine Their Specialties“. The New York Times. Zwischen 1996 und 1999 wurde der Vertrieb unter dem neugegründeten Unternehmen Babbage’s Etc. fortgesetzt.Maria Halkias (November 27, 1996). „Babbage's Software Etc. sold to one of the founders – Judge chooses bid over Electronics Boutique's“. The Dallas Morning News.
1999 wurde das Unternehmen von Barnes & Noble für 215 Millionen US-Dollar aufgekauft.„Barnes & Noble plans to buy Babbage's for $215 mln“. Reuters News. October 6, 1999. Im Mai 2000 kaufte Barnes & Noble das Computerspielhandelsunternehmen Funco für 160 Millionen US-Dollar auf und erwarb dadurch auch die Rechte an dem Computerspielmagazin Game Informer, das 1991 erstmals veröffentlicht wurde.Rebecca Quick (May 8, 2000). „Barnes & Noble Makes Another Play in Video Games --- Funco Purchase Wagers That Future Growth Action Will Be in That Industry“. The Wall Street Journal. Im Dezember wurde Funco in GameStop umbenannt.Frank Musero (September 10, 2001). „New Game Plan For Barnes & Noble: Spinoff“. The IPO Reporter. Im Februar 2002 wurde GameStop an die Börse gebracht.Raymond Hennessey (February 14, 2002). „Deals & Deal Makers: GameStop Rises 12 % on First Trading Day“. The Wall Street Journal.
Aufschwung (2004 bis 2016) und Kritik an Geschäftspraktiken 2005 erwarb GameStop für 1,44 Milliarden US-Dollar das Computerspielhandelsunternehmen EB Games und konnte dadurch weltweit wachsen.Jeffrey Ball (April 19, 2005). „GameStop to Buy Videogame Firm For $1.44 Billion“. The Wall Street Journal. Im Laufe der Zeit kaufte das Unternehmen auch weitere Handelsunternehmen für Computerspiele auf. Ein wirtschaftlicher Aufschwung gelang dem Unternehmen auch durch den Wiederverkauf und Tausch von gebrauchten Spielen und Hardware zu einem vergünstigten Preis. Dieses Modell wird zum einen von Unternehmen aufgrund entgangener Einnahmen durch den Wiederverkauf und zum anderen von Verkäufern, aufgrund einer geringen Entlohnung im Vergleich zum Wiederverkaufspreis, kritisiert. Das 2017 gestartete Circle of Life-Programm, das darauf abzielte, den Wiederverkauf von Spielen zu erhöhen, geriet in die Kritik, da Angestellte eine bestimmte Quote erreichen mussten und dafür auch lügen durften. GameStop verzichtet nach eigenen Angaben nach den negativen Kritiken zu dem Programm auf die Überwachung der Quote seiner Mitarbeiter. Mitarbeiter berichten allerdings, dass GameStop trotzdem weitere ähnlich verwerfliche Geschäftspraktiken betreibt. Im Oktober 2017 führte GameStop in den Vereinigten Staaten ein Abomodell für gebrauchte Spiele ein. In die Kritik geriet das Unternehmen außerdem für Sicherheitslücken bei der Kreditkartenzahlung im Online-Handel.
Abschwung (2016 bis 2020) mini|Laden in Wiesbaden (2021) Seit 2016 fiel der Börsenwert des Unternehmens sukzessiv. Grund dafür war überwiegend der wachsende Online-Handel. Erste Schließungen von mehreren hundert Filialen aufgrund der Auslagerung des Software-Einzelhandels auf den Online-Handel fanden allerdings bereits 2012 statt. Weitere hundert Filialen wurden ab 2017 geschlossen. 2018 verzeichnete GameStop mit 673 Millionen US-Dollar den bis dato größten Verlust in der Firmengeschichte. Ein Verkauf des Unternehmens an einen neuen Investor ist daher seit 2018 nicht ausgeschlossen. 2019 gab GameStop bekannt, über 200 Filialen aufgrund gefallener Verkaufszahlen zu schließen. Im zweiten Quartal 2019 hat GameStop einen Verlust von 400 Millionen US-Dollar bekanntgeben.
Auch die COVID-19-Pandemie führte ab Frühjahr 2020 zu starken negativen wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen, da in vielen Ländern die Filialen vorübergehend geschlossen werden mussten. GameStop versuchte sich vorerst dagegen zu wehren und geriet in Kritik für mangelnde Sicherheitsmaßnahmen.
Aufschwung nach Sparmaßnahmen (2025) Im März 2025 berichtete die Wirtschaftswoche, dass sich der Gewinn verdoppelt habe, und dass das Unternehmen Bitcoin als Währungsreserve mit aufnehmen wolle.
Kursexplosion der Aktie im Januar 2021
Während der COVID-19-Pandemie hat der Konsum von Computerspielen deutlich zugenommen. Hiervon profitierte ab Herbst 2020 auch der Aktienkurs von GameStop, obwohl viele Filialen des Unternehmens geschlossen bleiben mussten. Anfang 2021 stieg der Kurs von 20 US-Dollar am 12. Januar bis auf über 480 US-Dollar am 28. Januar 2021. Als Grund dafür gilt der Einstieg des Investors Ryan Cohen, der GameStop stärker im Online-Vertrieb von Videospielen positionieren möchte. Angeheizt durch den Finanzanalysten Keith Gill und folgende Diskussionen auf Twitter und dem Subreddit WallStreetBets des Internetforums Reddit stiegen viele Privatanleger in die Aktie ein.Jörn Brien: Hedgefonds hatten zuvor Leerverkäufe der Aktien von GameStop getätigt – weit mehr, als Aktien vorhanden sind, da sie fallende Kurse erwarteten und daraus Gewinne erzielen wollten. Im Zusammentreffen mit der kurstreibenden Spekulation der Privatanleger wurden die Leerverkäufer jedoch genötigt, ihre Positionen mit Rückkäufen zu jedem zustande kommenden Preis aufzulösen. Es kam zu einem Short Squeeze.Gamestop – Flashmob an der Börse auf tagesschau.de, Stand 26. Januar 2021 15:05 Uhr, abgerufen am 28. Januar 2021 Es folgten politische Verwerfungen und Klagen, nachdem Robinhood, ein Online-Broker, unter dem Eindruck des Kurssprungs die Möglichkeit, auf der Plattform GameStop-Aktien zu kaufen, überraschend abgeschaltet hatte und vorübergehend nur noch das Verkaufen erlaubte. Das bremste den Kursanstieg und half so möglicherweise den Großanlegern, ihre Positionen auszugleichen.„US-Senator will Kurskapriolen auf den Grund gehen“ tagesspiegel.de vom 29. Januar 2021 In Deutschland unterbanden die Online-Broker Trade Republic und eToro eine Zeit lang den Kauf von GameStop und anderen Aktien.Jörn Brien: Skandal – Aktienmärkte blockieren Handel mit Gamestop-Aktien. In: gamingnewstime.de vom 28. Januar 2021. Abgerufen am 5. Januar 2021
GameStopNFT-Marktplatz Im Mai 2021 wurde bekannt, dass GameStop plant, einen NFT-Marktplatz auf Basis der Ethereum-Blockchain anzubieten.https://www.theblockcrypto.com/linked/106071/gaming-retailer-gamestop-is-building-an-nft-platform-on-ethereum Mitte Januar 2024 wurde die Einstellung des NFT-Marktplatzes per Anfang Februar 2024 angekündigt.GameStop legt seinen NFT-Marktplatz schon nach anderthalb Jahren wieder auf Eis. In: Finanzen.net, 19. Januar 2024. Abgerufen am 10. Oktober 2024.
Übernahmeangebot für eBay Im Mai 2026 kündigte GameStop ein Angebot zur vollständigen Übernahme von eBay für rund 55,5 Mrd. US-Dollar (umgerechnet 47,7 Mrd. Euro) an. Der Kaufpreis soll teils in bar, teils in Form eines Aktientausches beglichen werden. Gamestop hielt zu diesem Zeitpunkt bereits einen Anteil von rund 5 % an Ebay.Gamestop kündigt Angebot für Ebay an, FAZ, 4. Mai 2026GameStop Proposes to Acquire eBay at $125.00 Per Share, Mitteilung von GameStop, 3. Mai 2026 Ebay lehnte das Übernahmeangebot ab. Es sei weder glaubwürdig noch attraktiv.eBay lehnt Gamestop-Übernahme ab
GameStop Deutschland GmbH mini|Ehemaliger Hauptsitz von GameStop Deutschland GmbH in Memmingen Die GameStop Deutschland GmbH ist eine Tochtergesellschaft der GameStop Corporation und betrieb rund 170 Filialen in Deutschland.Number of GameStop store locations in Germany in 2022 ScrapeHero, 13. Mai 2022, abgerufen am 19. September 2022Store Locator Österreich GameStop, abgerufen am 19. September 2022 Sie hatte ihren Sitz in Memmingen, der zugleich als Zentrale für ganz Europa fungierte. 2023 wurde der Sitz nach Tannheim verlegt. Am 29. November 2024 wurde bekannt, dass nach den Schließungen im Jahr 2023 von rund 100 Filialen in Deutschland möglicherweise auch alle verbliebenen 70 Filialen geschlossen und damit der Betrieb in Deutschland zum 31. Januar 2025 eingestellt wird. Das Unternehmen bestätigte diese Informationen nicht.
Am 11. Dezember 2024 wurde offiziell bekanntgegeben, dass GameStop alle Aktivitäten in Deutschland einstellen wird. Die ersten lokalen Stores begannen mit ihrer Schließung am 22. Januar, wobei hingegen die folgenden Stores bis zum 31. Januar 2025 schlossen. Der Onlineshop wurde bereits am 10. Januar 2025 eingestellt.
GameStop Österreich GmbH Ende Januar und Anfang November 2022 gab es Medienberichte, dass GameStop alle Filialen in Österreich schließen wolle.Maria Gschwandtner-Marktlegger: , MeinBezirk, 31. Januar 2022, abgerufen am 19. September 2022Lukas Steinberger-Weiß: Handel: Gamestop macht in Österreich dicht In: weekend, 10. November 2022, abgerufen am 14. November 2022 Im Laufe des Jahres 2023 wurden die letzten der zu Bestzeiten 29 Filialen geschlossen. Am 1. August 2023 schloss schließlich auch der österreichische Online-Shop.GameStop Österreich GmbH zieht sich aus dem Markt zurück! GameStop, abgerufen am 26. August 2023
Weblinks
Gamestop Corporation (englisch)
Einzelnachweise
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