Wolf ist ein Stadtteil von Büdingen im südhessischen Wetteraukreis.
mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche – Kulturdenkmal mini|Ehemalige Schule, Ansicht zum Kirchhof mini|Lapidarium im Kirchhof mini|hochkant|Dorflinde, sehenswerter offener Stamm
Geographische Lage Wolf liegt zweieinhalb Kilometer nordwestlich von Büdingen und zehn Kilometer westlich von Rinderbügen.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung stammt das dem Jahr 1259. Damals wurde ein Ulricus de Wolfaha (Ulrich von Wolf) genannt.Heinrich Reimer, Urkundenbuch zur Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Teil 1. 767-1300. Leipzig 1891, Nr. 355, S. 260. Der Name leitet sich vermutlich aus der Besiedlung vor 500 v. Chr. als „Wolfaha“ ab. Die Endung „-aha“ (wie auch „-ehe“) bezeichnet sehr alte vorfränkische Siedlungsräume in den Talschaften von Gewässern (dort: Wolfsbach).
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Wolf im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Büdingen eingegliedert. Für Wolf wurde ein Ortsbezirk errichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Wolf angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Isenburg-Büdingen, Amt Büdingen ab 1806: Fürstentum Isenburg (Rheinbund), Amt Büdingen ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt, Amt Büdingen ab 1815: Kaisertum Österreich, Amt Büdingen ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Büdingen (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BüdingenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Büdingen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Büdingen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wolf 819 Einwohner. Darunter waren 33 (4,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 141 Einwohner unter 18 Jahren, 345 zwischen 18 und 49, 183 zwischen 50 und 64 und 150 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 342 Haushalten. Davon waren 96 Singlehaushalte, 96 Paare ohne Kinder und 120 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 237 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung
Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 493 evangelische (= 89,31 %), 54 katholische (= 9,78 %) Einwohner
Politik Für Wolf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Wolf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 46,03 %. Alle gewählten Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Wolf“ an. Der Ortsbeirat wählte Bernd Frieborg zum Ortsvorsteher.
Bei der Kommunalwahl in Hessen am 15. März 2026 konnte neben der Bürgerliste Wolf (BLW Wolf) mit 4 Sitzen auch erstmals die Partei Die Heimat mit 10,08 % einen Sitz im Ortsbeirat Wolf erringen.
Kulturdenkmäler Gesamtanlage Wolf Zur Wolfer Mühle 16 – Wolfer Mühle Brücke über den Graben in Richtung Büches Dudenroder Straße 4 Dudenroder Straße 14 Dudenroder Straße 21 Dudenroder Straße 22 Dudenroder Straße 24 Dudenroder Straße 26 Lindenstraße 4
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Wolf
Ehrenbürger 1933 – Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Bezirk Braunau; † 30. April 1945 in Berlin), Reichskanzler/FührerDas zu Lebzeiten gewährte Ehrenbürgerrecht erlischt mit dem Tod der geehrten Person. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Büdingen hat als Rechtsnachfolger der ehemals selbstständigen Gemeinde Wolf am 20. April 2007 die Ehrenbürgerschaft Hitlers ausdrücklich aberkannt. 1933 – Paul von Hindenburg (* 2. Oktober 1847 in Posen; † 2. August 1934 auf Gut Neudeck, Westpreußen), Generalfeldmarschall und Reichspräsident 1933 – Dr. Ferdinand Werner (* 27. Oktober 1876 in Weidenhausen, Kreis Biedenkopf; † 5. März 1961 in Gießen), Staatspräsident und Ministerpräsident von Hessen (NSDAP)
Literatur Ruppel, Hans Georg (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform, Reihe Darmstädter Archivschriften (2), 1976, S. 217 Baudenkmale in Hessen. Denkmaltopographie Wetteraukreis I, Braunschweig/Wiesbaden, Friedr. Vieweg & Sohn 1982, ISBN 3-528-06231-2, S. 182–185
Weblinks
Stadtteil Wolf. In: Webauftritt der Stadt Büdingen.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise 2014:
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Büdingen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung 1259 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971