Saadat Hasan Manto (* 11. Mai 1912 in Samrala, Punjab; † 18. Januar 1955 in Lahore) war ein Urdu-Autor und Drehbuchautor. Er schrieb fiktionale Tagebuch- und Reiseberichte in Form von Kurzgeschichten. Zu seiner wichtigsten Thematik gehörte die indische Teilung im Zuge der Unabhängigkeit der Staaten Indien und Pakistan, wovon auch seine bekannteste Geschichte Toba Tek Singh handelt.

Leben Manto entstammte einer muslimisch-kaschmirischen Familie. Er arbeitete als Journalist in Aligarh und ging 1936 nach Bombay, um die Filmwochenzeitschrift Mussawar herauszugeben. Bei Ardeshir Iranis Imperial Film begann er als Drehbuchautor. 1943 wechselte er zu Filmistan und schrieb unpolitische Drehbücher. Gemeinsam mit Ashok Kumar ging er später zu Bombay Talkies. Wegen der Verfolgung von Moslems in Bombay im Zuge der Teilung Indiens verließ Manto 1948 das Land und ließ sich in Lahore nieder.

Er veröffentlichte 15 Kurzgeschichtenbände, den Roman Baghair Unwan Ke (1940), fünf Hörspielsammlungen, drei Essaysammlungen und zwei Skizzensammlungen und das Theaterstück Teen Auratein (1942). Nach seinem Tod erschienen unter dem Titel Meena Bazaar autobiografische Aufzeichnungen Mantos über seine Zeit beim Film. Sein Werk war Grundlage der britischen Fernsehproduktion Partition (1987).

Er wurde sechsmal wegen Obszönität angeklagt, dreimal vor und dreimal nach der Teilung Britisch-Indiens, jedoch kam es nie zu einer Verurteilung. Einige seiner Werke sind auch in andere Sprachen übersetzt worden.

Zu seinen wichtigsten verfilmten Arbeiten gehören: Kisan Kanya (1937) von Moti Gidwani, Chal Chal Re Naujawan (1944) von Gyan Mukherjee, Ghar Ki Shobha (1944) von Harshadrai Mehta und Mirza Ghalib (1954) von Sohrab Modi.

Manto starb an Leberzirrhose.

Werke (Deutsch) Schwarze Notizen. Geschichten der Teilung. Ausgew. u. aus dem Urdu übs. von Christina Oesterheld. Mit e. Nachwort von Tariq Ali. Frankfurt a. M. : Suhrkamp 2006. Blinder Wahn. Erzählungen. Aus dem Urdu. Berlin : Lotos 1997. (Bibliothek Indischer Erzähler. Bd. 1)

Werke (Englisch) Atishparay (Nuggets Of Fire) 1936 Manto Ke Afsanay (Stories of Manto) 1940 Dhuan (Smoke) 1941 Afsane Aur Dramay (Fiction and Drama) 1943 Lazzat-e-Sang (The Taste Of Rock) 1948 Siyah Hashiye (Black Borders) 1948 Badshahat Ka Khatimah (The End of Kingship) 1950 Khali Botlein (Empty Bottles) 1950 Nimrud Ki Khudai (Nimrod The God) 1950 Thanda Gosht (Cold Meat) 1950 Yazid 1951 Pardey Ke Peechhey (Behind The Curtains) 1953 Sarak Ke Kinarey (By the Roadside) 1953 Baghair Unwan Ke (Without a Title) 1954 Baghair Ijazit (Without Permission) 1955 Burquey 1955 Phunduney (Tassles) 1955 Sarkandon Ke Peechhey (Behind The Reeds) 1955 Shaiytan (Satan) 1955 Shikari Auratein (Women Of Prey) 1955 Ratti, Masha, Tolah 1956 Kaali Shalwar (Black Pants) 1961 Manto Ki Behtareen Kahanian (Best Stories of Manto) 1963 Tahira Se Tahir (From Tahira to Tahir) 1971

Literatur Ayesha Jalal: The Pity of Partition: Manto’s Life, Times, and Work across the India-Pakistan Divide. Princeton University Press, Princeton 2013, ISBN 978-0-691-15362-9.

Weblinks

zu einer Briefmarkenausgabe der pakistanischen Post Saadat Hasan Manto Kurzporträt beim Literaturforum Indien

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