Underworld ist der Hauptname des britischen Elektronik-Duos Karl Hyde und Rick Smith aus Cardiff. Ab 1991 gehörte auch der DJ Darren Emerson zur Gruppe, die er im Jahre 2000 aber wieder verließ.
Geschichte Nach diversen Erfahrungen in Schülerbands, die u. a. auch 1979 die Single Teenage Teenage unter dem Projektnamen Screen Gemz hervorbrachte, bildeten Karl Hyde und Rick Smith Anfang der 80er Jahre mit Bryn B. Burrows, John Warwicker und Alfie Thomas die Band Freur, die es auf zwei LPs (Doot Doot 1983 und Get Us Out of Here 1984) brachte, wobei mit Doot Doot ein kleiner Single-Erfolg gelang. Nach Querelen mit der Plattenfirma (CBS), die bereits das zweite Album nur in wenigen Ländern auf den Markt brachte und die die ursprünglich geplante Veröffentlichung als CD zurückzog, löste sich Freur 1985 auf. Der rudimentäre Soundtrack Transmutations Underworld Score für einen Film von Clive Barker wurde nicht mehr beendet, war jedoch namensgebend für ihr nächstes Projekt.
Unter dem Namen Underworld veröffentlichten die verbliebenen Musiker Hyde, Smith, Thomas und Burrows zwei Alben (Underneath the Radar 1988 und Change the Weather 1989) mit mäßigem Erfolg. Das erste der beiden rocklastigen Alben war von Rupert Hine produziert worden, welcher den Musikern später den Rat gab, sich doch auf das zu konzentrieren, was ihnen wirklich am Herzen lag, nämlich progressive Dancefloor-Musik. Karl und Rick revanchierten sich später mit progressivem Sound auf dem Rupert-Hine-Album The Deep End, an dem sie mitschrieben und -produzierten. Die Gruppe Underworld löste sich nach Change the Weather auf. Damit wurde die Phase MK1 beendet.
Nachdem Hyde und Smith den Londoner DJ Darren Emerson kennengelernt und gemeinsame Projekte mit ihm begonnen hatten, veröffentlichten sie zunächst unter dem Namen Lemon Interupt zwei Singles, deren Material später maßgeblich in das Album Dubnobasswithmyheadman (1994) einfloss. Smith und Emerson produzierten zur gleichen Zeit unter dem Projektnamen Steppin' Razor Remixes für diverse andere Künstler.
Es folgte die Gründung des Design- und Kunstprojektes Tomato, welches unter anderem sehr erfolgreich extravagante und bemerkenswerte Werbespots (z. B. für Nike) produzierte. Tomato sind auch heute noch hauptverantwortlich für die Artworks der Underworld-Alben.Underworld:Barking – "Wir mögen den alten Sound nicht mehr so.
Finanziell durch Tomato unabhängig erfolgte der Relaunch von Underworld (Phase MK2) mit dem Album Dubnobasswithmyheadman (1994). Dieses Album verband Dance- und Rockstyle miteinander und wurde von Kritikern hoch gelobt und zugleich ein beachtlicher kommerzieller Erfolg. Underworld produzierte 1995 einen Exklusivtrack für das PlayStation-Spiel Wipeout. Mit der Wiederveröffentlichung der Single Born Slippy (bekannt aus dem Soundtrack zum Film Trainspotting – Neue Helden) wurde Underworld einem breiten Publikum bekannt (UK Singlecharts Platz 2), was sich auch in den Verkaufszahlen des Albums Second Toughest in the Infants (1996) niederschlug. Mit dem Album Beaucoup Fish (1999) erzielten sie dann ihren bislang größten Erfolg.
2001 wurde der Titel Doot Doot im Film Vanilla Sky mit Tom Cruise verwendet; allerdings ist der Titel nicht auf dem Soundtrack erschienen. Nach dem Ausstieg von Darren Emerson änderte sich auch der Sound von Underworld, er wurde zunehmend experimenteller und komplexer. Dies deutete sich bereits im 2002 erschienenen Album A Hundred Days Off an und gipfelte in den kaum kommerziellen oder gar dancefloortauglichen River Run Series, welche lediglich als digitale Downloads über die eigene Webseite vermarktet wurden.
2007 folgte das Album Oblivion with Bells. Obgleich ein echter Charterfolg in Europa und den USA ausblieb, sind Underworld in Japan äußerst populär und veröffentlichten viele CDs ausschließlich dort. Konzertmitschnitte ihrer Tournee in Japan und Europa 2007 und 2008 wurden im Anschluss als CD-Mitschnitt verkauft. Ein Höhepunkt des Jahres 2008 war der Auftritt auf der Loveparade am 19. Juli in Dortmund. Für Anthony Minghellas Film Breaking and Entering – Einbruch & Diebstahl (2006) komponierte Underworld gemeinsam mit Gabriel Yared die Filmmusik.
2010 kehrten Underworld mit dem Album Barking und der Vorabsingle Scribble zurück. Das vergleichsweise melodiös geratene Album wurde von Acts wie Dubfire, Mark Knight & D. Ramirez, High Contrast und Paul van Dyk co-produziert. Bei den in London stattfindenden Olympischen Sommerspielen 2012 waren Underworld musikalische Leiter der Eröffnungsfeier.
2018 nahmen Underworld gemeinsam mit Iggy Pop eine Platte auf. 2019 wurde das Album Drift veröffentlicht.
Diskografie
Studioalben
Livealben
Weitere Livealben 2005: Live in Tokyo 25th November 2005 2007: Birmingham Academy 9.10.2007 2007: Glasgow Academy 13.10.2007 2007: Manchester Apollo 16.10.2007 2007: London Roundhouse 17.10.2007 2007: London Roundhouse 18.10.2007 2007: Live at The Oblivion Ball, Makuhari Messe, Tokyo, Japan 24.11.2007 (nur in Japan) 2008: Köln Palladium 28.01.2008 2008: Rotterdam Maassilo 29.01.2008 2008: Amsterdam Heineken Music Hall 30.01.2008 2008: Brüssel Ancienne Belgique 31.01.2008 2008: London Roundhouse 28.02.2008 2008: London Roundhouse 29.02.2008 2008: London Brixton Academy 31.10.2008 2008: London Brixton Academy 1.11.2008 2010: iTunes Festival: London 2010 2011: Live from the Roundhouse 2016: Live at Summer Sonic 2016 2020: RicksDubbedOutDriftExperience (Live in Amsterdam)
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1999: Darren Emerson Mix (CD 2 enthält ein Interview) 2008: The Bells! The Bells! (nur in Japan, inkl. DVD) 2011: 1992–2012 The Anthology 2011: A Collection 2016: A Collection 2
Soundtracks 2004: Wordimagesoundplay 2006: Breaking and Entering: Music from the Film (mit Gabriel Yared) 2008: Sunshine: Music from the Motion Picture (mit John Murphy) 2011: Frankenstein: Music from the Play 2019: Manchester Street Poem: Installation Score
Remixalben 2003: Back to Mine 2009: Underworld vs. The Misterons – Athens
Demoalben 1990: Underworld Demo 1 (Kassette, Selbstverlag)
EPs
Weitere EPs 2005: Lovely Broken Thing (MP3 im Eigenvertrieb) 2005: Pizza for Eggs (MP3 im Eigenvertrieb) 2006: I’m a Big Sister, and I’m a Girl, and I’m a Princess, and This Is My Horse (MP3 im Eigenvertrieb) 2006: The Misterons Mix (MP3 im Eigenvertrieb) 2005: Jal to Tokyo (als MP3 veröffentlicht über iTunes Japan / Vinyl) 2018: Drift Episode 1: Dust 2019: Drift Episode 2: Atom
Bootlegs/Inoffizielle Veröffentlichungen 1988: White House Studio Köln Live 1991: Hamburg Live 1996: European Club Gig 1997: Diving Through the B-sides Vol. 1 1997: Diving Through the B-sides Vol. 2 1999: Wonderful, Wonderful 2003: Peel Session 2003
Singles
Weitere Singles 1979: Screen Gemz – Teenage Teenage 7" 1988: Glory! Glory! 1988: Show Some Emotion (nur in USA, Kanada, Australien) 1988: Pray (Promo) 1992: Lemon Interrupt – Dirty 1992: Lemon Interrupt – Big Mouth 1992: Rez 1992: Mother Earth 1993: Mmm… Skyscraper I Love You 1994: Cowgirl 1994: Dirty Epic 1994: Dirty Epic / Cowgirl (USA) 1996: Pearl’s Girl (Remix) 1996: Rowla / Juanita 1997: Pearl’s Girl EP (USA) 1997: Juanita (Promo Short Edit) 1999: Bruce Lee 1999: 3 Single Box (King of Snake / Push Upstairs / Bruce Lee / Jumbo) 2005: Play Pig (Vinyl) 2005: Vanilla Monkey (Vinyl) 2006: Riverrun Remix Sampler (Promo) 2007: Crocodile Remix 2007: Beautiful Burnout (Promo) 2007: Boy, Boy, Boy (nur in Japan) 2008: Ring Road (Promo) 2009: Holding the Moth (Promo, CD-R) 2009: Mark Knight & D.Ramirez & Underworld – Downpipe (Promo) 2010: Scribble (Promo) 2010: Always Loved a Film (Promo) 2010: Bird 1 (Beatportal Remix Contest, MP3 online)
Videoalben 2003: Born Slippy Nuxx
Soundtrackbeiträge 1988: Underneath the Radar, Miami Vice (Miami Vice) 1989: Glory! Glory!, Miami Vice Folge Im Untergrund (Miami Vice) 1990: Promised Land, Wilde Orchidee (Wild Orchid) 1996: Cowgirl, Hackers – Im Netz des FBI (Hackers) 1996: Born Slippy, Trainspotting – Neue Helden (Trainspotting) 1997: Oh, Lebe lieber ungewöhnlich (A Life Less Ordinary) 1997: Moaner, Batman & Robin (Batman & Robin) 1997: Pearl’s Girl, The Saint – Der Mann ohne Namen (The Saint) 2000: 8 Ball, The Beach (The Beach) 2006: Breaking and Entering, Breaking and Entering – Einbruch & Diebstahl (Breaking and Entering) 2007: Surface of the sun (Variation of "To heal") (inofficial Soundtrack to Sunshine) 2007: Peggy Sussed, Sunshine (Sunshine) 2010: Shudder/King of Snake, Biutiful (Biutiful) 2011: Doot-Doot, Take Me Home Tonight (Take Me Home Tonight)
Auszeichnungen für Musikverkäufe Silberne Schallplatte (Impala) 2008: für das Album Oblivion with Bells 2010: für das Album Barking
Goldene Schallplatte
1997: für das Album Underneath the Radar
2007: für das Album Beaucoup Fish
2023: für die Single Born Slippy Nuxx
2000: für das Album Beaucoup Fish 2002: für das Album A Hundred Days Off 2003: für das Album 1992–2002
2000: für das Album Beaucoup FishPlatin-Schallplatte
2025: für die Single Born Slippy Nuxx
Weblinks
Offizielle Underworld-Website
Underworld bei Soundcloud
Einzelnachweise
Kategorie:Englische Band Kategorie:Techno-Band