Die Astern (Aster) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 152 Arten der Gattung Aster s. str. sind in Eurasien weitverbreitet. Einige Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Der Name Aster kommt vom altgriechischen Wort ἀστήρ (astḗr), was "Stern" bedeutet und sich auf die Form des Blütenkopfes bezieht. Beschreibung mini|links|Illustration der Berg-Aster (Aster amellus) mini|Grundständige, einfache Laubblätter von Aster tenuipes mini|Blütenkorb mit bläulichen Zungen- und gelben Röhrenblüten von Aster koraiensis mini|links|Illustration aus Addisonia, Tafel 066 von Aster tataricus mini|Achänen mit Pappus der Alpen-Aster (Aster alpinus)

Vegetative Merkmale Aster-Arten sind meist ausdauernde, manchmal auch ein- oder zweijährige, krautige Pflanzen, selten Halbsträucher oder Sträucher, und erreichen Wuchshöhen von 3 Zentimetern bis 3 Metern. Oft haben sie Rhizome.

Oft stehen die Blätter sowohl in grundständigen Rosetten (Rosettenblätter, Grundblätter) als auch wechselständig angeordnet am Stängel (Stängelblätter). Die wechselständigen Laubblätter können gestielt oder ungestielt sein. Die Blattspreiten sind einfach. Die Blattränder können glatt oder gezähnt sein.

Generative Merkmale Die körbchenförmigen Blütenstände können einzeln oder zu mehreren an einem Stängel stehen. Die Blütenkörbchen enthalten einen einreihigen (selten zweireihigen) Kranz aus meist 14 bis 55 (selten 100 bis 150) Zungenblüten (auch Strahlenblüten genannt) und dem Zentrum aus 20 bis über 100 meist gelben Röhrenblüten (auch Scheibenblüten genannt). Das Farbspektrum der Zungenblüten umfasst weiß, rot, blau, rosa- und lilafarben.

Es werden Achänen meist mit einem Pappus gebildet.

Ökologie Die Blütenkörbchen, es sind Pseudanthien, also blütenökologisch „Blumen“.

mini|Illustration der Berg-Aster (Aster amellus) mini|Illustration aus Curtis's Botanical Magazine, London., Volume 143 (= Series 4, Volume 13), 1917, Tafel 8728 von Aster fuscescens

Systematik und Verbreitung Die Gattung Aster wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 2, Seite 872 aufgestellt. Als Lektotypusart wurde 1913 Aster amellus festgelegt.

Die Tribus Astereae wurde neu geordnet, so dass heute die Gattung Aster einen völlig anderen Umfang als früher hat und nur noch Arten der Alten Welt zur Gattung gerechnet werden. Diese nach alter Systematik aus etwa 500 bis 600 Arten bestehende Gattung hatte eine Verbreitung in Eurasien, Afrika und vor allem Neue Welt. Nach engerer Auffassung gehören nur Arten der Alten Welt zur Gattung Aster. Die einzige Art, die in Nordamerika beheimatet ist und noch zur Gattung im neueren Umfang gezählt wird, ist Aster culminis.

Die Gattung Aster s. str. enthält in China und Taiwan etwa 123 Arten, 82 davon kommen nur dort vor.

Die nordamerikanischen Arten der Gattung Aster s. l. sind mit den eurasischen nicht näher verwandt, sondern bilden mit weiteren Gattungen aus Nordamerika – wie den Gattungen Berufkräuter (Erigeron) und den Goldruten (Solidago) – eine zusammengehörige, monophyletische Gruppe. Guy L. Nesom 1994 schlug daraufhin eine Unterteilung in weitere Gattungen vor, die durch DNA-Analysen gestützt wird. Die nordamerikanischen bisherigen Aster-Arten finden sich jetzt unter anderem in den Gattungen Eurybia und Symphyotrichum. Dazu gehören auch häufig verwendete Zierpflanzen wie Glattblatt-Aster (Symphyotrichum novi-belgii) und Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae). Durch die große Bekanntheit der Bezeichnung Aster und die gleichlautenden deutschen und wissenschaftlichen Namen hat sich die neue Namensgebung bei Freizeit- und Erwerbsgärtnern noch nicht verbreitet durchgesetzt. Die afrikanischen Arten der Gattung Aster s. l. wurden in eine neue Gattung Afroaster gestellt.

Synonyme von Aster s. str. sind: Alkibias , Anactis , Bellidiaster , Bindera , Brachyaster , Chlamydites , Deinosmos , Diplactis , Linosyris , Bellidastrum , Lasallea

mini|Aster ageratoides var. leiophyllus mit dem Schmetterling Pterodecta felderi mini|Aster albescens mini|Aster flaccidus mini|Aster himalaicus mini|Aster kantoensis mini|Aster komonoensis mini|Aster koraiensis mini|Aster microcephalus var. ovatus mini|Aster pinnatifidus mini|Knospiger und geöffneter Blütenkorb von Aster rugulosus mini|Aster scaber mini|Aster semiamplexicaulis mini|Aster spathulifolius mini|Aster tataricus mini|Aster taiwanensis mini|Aster thomsonii mini|Aster tongolensis mini|Aster viscidulus mini|Aster willkommii mini|Aster yomena

Es gibt in der Gattung Aster s. str. etwa 152 Arten (Stand 2011 und 2015): Aster ageratoides : Sie kommt in Indien, Bhutan, Myanmar, Thailand, China, Taiwan, Japan, Korea und in Russlands Fernem Osten vor. Es wurden zahlreiche Varietäten beschrieben, dieser Artkomplex wird kontrovers diskutiert, die ganze Art gilt oft als Synonym zu Aster trinervius . Aster aitchisonii : Sie kommt in Pakistan vor. Aster alatipes : Sie gedeiht in Höhenlagen von 800 bis 1600 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Henan, nordwestliches Hubei, südliches Shaanxi sowie Sichuan vor. Aster albescens : Die etwa zehn Varietäten kommen in Pakistan, Indien, Myanmar und China vor. Aster albescens var. albescens (Syn.: Aster cabulicus , Aster ferrugineus not , Aster ignoratus ) Aster albescens var. discolor (Syn.: Aster harrowianus var. glabratus , Aster albescens var. levissimus ) Aster albescens var. glandulosus Aster albescens var. gracilior (Syn.: Aster limprichtii var. gracilior , Aster harrowianus ) Aster albescens var. limprichtii (Syn.: Aster limprichtii ) Aster albescens var. megaphyllus : Dieser Endemit kommt nur in Mao in Sichuan vor. Aster albescens var. niveus : Sie kommt nur in den indischen Provinzen Himachal Pradesh, Jammu und Kashmir sowie Uttar Pradesh vor. Aster albescens var. pilosus Aster albescens var. rugosus Aster albescens var. salignus (Syn.: Aster harrowianus var. glabratus ) Aster ×alpinoamellus Alpen-Aster, auch Himalaya-Aster genannt (Aster alpinus ) Aster altaicus : Sie kommt in den gemäßigten Gebieten Asiens und in Indien, Nepal sowie Pakistan vor. Es gibt mehrere Varietäten, beispielsweise: Aster altaicus var. altaicus (Syn.: Aster gmelinii ): Sie ist in Kaschmir, Kasachstan, in Sibirien, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Heilongjiang, Henan, Jilin, Liaoning, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Shandong, Shanxi, nordwestlichen Sichuan sowie Xinjiang verbreitet. Aster altaicus var. canescens (Syn.: Aster canescens non , Aster pyropappus , Aster spatioides ): Sie kommt im Iran, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Afghanistan, Pakistan, im nordwestlichen Indien, in der Mongolei, im westlichen Sibirien und im nördlichen Xinjiang vor. Aster altaicus var. hirsutus : Sie gedeiht auf Grasland und auf offenen Hängen in Höhenlagen von 2200 bis 3500 Metern im westlichen Sichuan (Garzê, Jinchuan, Kangding) sowie nordwestlichen Yunnan. Aster altaicus var. millefolius (Syn.: Aster millefolius ): Diese häufige Art kommt in der Inneren Mongolei und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Heilongjiang, Liaoning, Shaanxi sowie Shanxi vor. Aster altaicus var. scaber : Sie kommt in den chinesischen Provinzen Liaoning sowie Shanxi vor. Aster altaicus var. taitoensis : Dieser Endemit gedeiht an sandigen Standorten an Fließgewässern nur in Taidong in Taiwan. Berg-Aster oder Kalk-Aster (Aster amellus ): Es etwa drei Unterarten: Aster amellus subsp. amellus: Sie ist in weiten Teilen Europas und im Kaukasusraum sowie in der Türkei weitverbreitet. Aster amellus subsp. bessarabicus (Syn.: Aster scepusiensis , Aster bessarabicus ): Sie kommt in Tschechien, in der Slowakei, der Ukraine, in Russland, Georgien, Moldawien und im Kaukasusraum vor. Aster amellus subsp. ibericus (Syn.: Aster ibericus ): Sie kommt in der Ukraine, in Russland und in Vorderasien vor. Aster arenarius : Sie kommt in Japan und in Zhejiang nur in Putuo vor. Aster argyropholis : Es gibt drei Varietäten: Aster argyropholis var. argyropholis: Sie kommt in Tibet und im westlichen Sichuan vor. Aster argyropholis var. niveus : Sie kommt im südwestlichen Sichuan nur in Yanyuan und im nordwestlichen Yunnan nur in Lijiang vor. Aster argyropholis var. paradoxus : Dieser Endemit kommt nur in Barkam im nördlichen-zentralen Sichuan vor. Aster asagrayi (Syn.: Aster ciliosus non ): Sie kommt in Japan und in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong sowie Hainan vor. Aster asteroides (Syn.: Aster hedinii , Aster heterochaeta nom. illeg. superfl., Aster likiangensis subsp. hedinii ): Sie kommt in Indien, Bhutan, Nepal und in China vor. Aster auriculatus : Sie gedeiht in Höhenlagen von 800 bis 3000 Metern in Tibet (nur Zayü) und in den chinesischen Provinzen Gansu, Guangxi, Guizhou, Hubei, Sichuan sowie Yunnan. Aster baccharoides (Syn.: Aster brevipes ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 1000 Metern in den chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, östliches Guangxi, Hunan, Jiangxi sowie Zhejiang vor. Aster barbellatus : Sie kommt im Himalaja in Sikkim, Bhutan, Nepal und im südlichen Tibet vor. Aster batangensis : Es gibt zwei Varietäten: Aster batangensis var. batangensis: Sie gedeiht in Höhenlagen von 3400 bis 4600 Metern im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen südwestliches bis westliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan. Aster batangensis var. staticifolius (Syn.: Aster staticifolius ): Sie gedeiht in Höhenlagen von 2500 bis 4000 Metern im südwestlichen Sichuan und nordwestlichen Yunnan nur in Lijiang. Aster bietii (Syn.: Aster mekongensis ): Sie kommt im nordwestlichen Yunnan und im östlichen Tibet vor. Aster bipinnatisectus : Dieser Endemit gedeiht auf Felsen in Höhenlagen von etwa 3200 Metern nur in Sog in Tibet. Aster boweri : Sie gedeiht in Höhenlagen von 2200 bis 5200 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen westliches Gansu, Qinghai, Yunnan sowie in Xinjiang. Aster brachytrichus (Syn.: Aster bodinieri ): Sie kommt im nördlichen Myanmar und in den chinesischen Provinzen Guizhou, südwestliches Sichuan sowie nördliches bis nordwestliches Yunnan vor. Aster brevis : Dieser Endemit gedeiht an alpinen Hängen in Höhenlagen von etwa 3900 Metern nur in Zhongdian im nordwestlichen Yunnan. Aster bulleyanus : Sie gedeiht auf subalpinen bis alpinen Wiesen und an Ufern von Fließgewässern in Höhenlagen von 2800 bis 4300 Metern nur im nordwestlichen Yunnan. Aster chingshuiensis (Syn.: Aster hualiensis ): Dieser Endemit gedeiht nur in Kalksteinspalten und -Geröll in Höhenlagen von 2000 bis 2200 Metern in Taiwan. Aster crenatifolius : Sie kommt in Nepal, im östlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen Gansu, Hebei, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, Sichuan sowie im nordwestlichen Yunnan vor. Aster diplostephioides (Syn.: Aster delavayi , Aster diplostephioides var. delavayi , Aster vilmorinii ): Sie kommt im Himalaja in Bhutan, Nepal, Indien, Kaschmir sowie nördlichen Pakistan, im südlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen westlichen Gansu, östlichen Qinghai, südwestlichen bis westlichen Sichuan sowie im nordwestlichen Yunnan vor. Aster dolichophyllus : Sie wurde 1985 erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht nur auf moosbewachsenen Felsen entlang von Ufern von Fließgewässern in Wäldern nur in Longsheng im nördlichen Guangxi. Aster dolichopodus : Sie wurde 1985 erstbeschrieben. Sie gedeiht in Höhenlagen von 2400 bis 3500 Metern in den chinesischen Provinzen Gansu, südliches Shaanxi, nordwestliches bis westliches Sichuan. Aster eligulatus (Syn.: Heteropappus eligulatus ): Diese Neukombination erfolgte 2011. Sie gedeiht auf steinigen Böden in Höhenlagen von 3200 bis 3900 Metern in Tibet.