miniatur|Tokyo Camii Tokyo Camii (jap. , Tōkyō-jāmii; auch Tokyo Mosque (, Tōkyō-mosuku); vollständiger Name: , Tōkyō-jāmii · Toruko-bunka-sentā, auf Deutsch so viel wie: „Tokioter Moschee & Türkisches Kulturzentrum“) ist eine Moschee mit angeschlossenem türkischen Kulturzentrum in der japanischen Hauptstadt Tokio. Sie befindet sich im Viertel Ōyama-chō () des Bezirks Shibuya, in der Nähe des Bahnhofs Yoyogi-Uehara.

Beschreibung Die Moschee wurde zusammen mit einer Schule am 12. Mai 1938 (Maulid an-Nabī des Jahres) von der Gemeinde „Mahalle-i İslamiye“, baschkirische und Kasan-tatarische Emigranten aus Russland nach der Oktoberrevolution, unter Abdürreşid İbrahim (erster Imam der Moschee) und Abdülhay Kurban Ali im Viertel Yoyogi-Uehara () von Shibuya fertiggestellt. Bei der Eröffnungszeremonie waren hochrangige Militärs und Politiker aus Japan (darunter der Gründer der ultranationalistischen Gen’yōsha Tōyama Mitsuru sowie Admiral Ogasawara Naganari) und dem Ausland anwesend.Selçuk Esenbel: “”, in: The American Historical Review, Vol. 109, No. 4, Oktober 2004.

1986 wurde die Moschee wegen starker Bauschäden abgerissen. Unter der Schirmherrschaft des Diyanet İşleri Başkanlığı wurde dann 1998 ein Neubau begonnen, der im Jahr 2000 abgeschlossen wurde und dessen Kosten sich auf ca. 1,5 Milliarden Yen beliefen.“”, in: Japan Policy & Politics, 21. September 1998. Architekt des Neubaus war Muharrem Hilmi Senalp. Der Neubau orientiert sich an die Ornamentik der osmanischen Sakralarchitektur. Die Einweihungszeremonie fand diesmal am 30. Juni 2000 statt, bei der der türkische Botschafter in Japan, Yaman Başkut, eine Rede hielt.“New Tokyo Mosque opens”, in: The Japan Times, 1. Juli 2000. Bei der feierlichen Eröffnung waren ferner Staatsminister Fikret Ünlü und der Vorsitzende des Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten, Mehmet Nuri Yılmaz, zugegen. in türkischer Sprache.

Im Jahre 2003 erklärte der damalige türkische Parlamentspräsident Bülent Arınç bei einem Besuch der Moschee: „Ich hoffe, dass diejenigen die kommen und dies sehen, sich zur wahren Religion bekehren.“„Şintoist Japonları İslamiyete çağırdı“, in: Milliyet vom 4. Juni 2003 in türkischer Sprache. Einen Tag später erklärte er, falsch verstanden worden zu sein. Er habe die Japaner nie zur Bekehrung aufgefordert.„Arınç: Japonları İslamiyete çağırmadım“, in: Radikal vom 5. Juni 2003 in türkischer Sprache. Im Jahre 2004 besuchte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan im Rahmen eines Staatsbesuchs die Tokyo Camii. Begleitet wurde er von dem damaligen Staatsminister Ali Babacan, den Ministern für Gesundheit und für Tourismus, einer Gruppe Abgeordneten und dem türkischen Botschafter in Tokio, Solmaz Ünaydın. in türkischer Sprache.

Weblinks

Offizielle Website - Japanisch und Englisch Informationen und Bilder - Japanisch Pressemitteilung des Bauunternehmens Kajima zum Neubau 2000 - Englisch

Einzelnachweise

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