mini|René Schoemakers: amok III. 2007 (Detail)
René Schoemakers (* 19. Mai 1972 in Kleve) ist ein deutscher Bildender Künstler mit dem Schwerpunkt Malerei.
Leben und Werk René Schoemakers studierte von 1993 bis 1999 Malerei bei Peter Nagel an der Muthesius Kunsthochschule Kiel sowie Philosophie und Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er arbeitet als Maler gegenstandsbezogen, hauptsächlich in naturalistischer Darstellungsweise, die deutlich stärker am Naturalismus orientiert ist, wie er schon aus der Malerei vor dem Aufkommen der Fotografie bekannt ist, als an einer stilistischen Orientierung an den Gestaltungsmitteln der Fotografie, diese „Malerei gemahnt sowohl an Holbein wie an Neusachliches der 20er-Jahre“.Heinz Höfchen In: Richard W. Gassen et al. (Hrsg.): Saar Ferngas Förderpreis 2002. Ludwig-Hack-Museum, Ludwigshafen 2002, ISBN 3-934713-06-8, S. 9 Zentral ist dabei das Moment der Distanzierung vom Bildgegenstand.Uwe Haupenthal: René Schoemakers. In: Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst. Band 106, Nr. 13. Kunsthandel, Neu-Isenburg 2014, , S. 3–4. Dabei bevorzugt er die Arbeit an mehrteiligen Bildserien und Werkzyklen, die zum Teil auch objekthaft im Raum arrangiert werden.
Im Werk von René Schoemakers wird im Medium der Malerei das Problem der bildlichen Repräsentation von konkreter individueller Existenz thematisiert. Schoemakers geht es darum, das Allgemeine im Besonderen in ihrer Gleichzeitigkeit nachvollziehbar zu machen. Seine Arbeiten zeigen meist „auf der einen Seite eine handwerklich-elaborierte Herstellung der sinnlichen Präsenz des Dargestellten, sowie andererseits die Vorführung eines die vermeintlich reine Wahrnehmung leitenden begrifflichen Rahmens“.Anders Siech In: Bernd-und-Gisela-Rosenheim-Stiftung (Hrsg.): Orient – Okzident. Rosenheim-Museum, Offenbach am Main 2010, ISBN 978-3-9813067-5-0, S. 48 Dabei bedient er sich einerseits Bildquellen aus seiner unmittelbaren Umgebung und verwendet keine Medienbilder, spielt in Bildaufbau und Details jedoch häufig auf kunsthistorische Muster an.
Das Bildpersonal ist zumeist begrenzt auf die eigene Familie, jedoch nicht im Sinne klassischer Genremalerei. „Auffällig ist die Isolierung der Personen durch die fehlenden Blickbeziehungen; Beziehungen werden nur über das Arrangement hergestellt.“Antje Krause-Wahl: Vom Fest der Malerei. In: René Schoemakers. sechsundneunzignulleins. Katalog, Hamburg 2001, S. 5 In einigen Arbeiten wird diese Bildwelt auch mit computergenerierten Elementen kombiniert.
Seit 2014 nehmen, beginnend mit der Werkserie The Missing Kink, gesellschaftspolitische Inhalte einen breiteren Raum neben dem ursprünglich eher individuell-existenziellen Thematiken ein, wobei die wesentlichen strukturellen Merkmale seiner Arbeiten erhalten bleiben.Christoph Tannert, Michael Fuhr: René Schoemakers. „The Missing Kink“. Kerber, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-7356-0068-4, S. 10–16. Sichtbar wird dies in Serien wie The Unencumbered SelfSebastian Geisler: IS, Steve Bannon, und die Reformationsstandarte am Pick-up. In: Berliner Morgenpost. 20. Mai 2018, abgerufen am 12. März 2019. von 2017/2018 und durch Ausstellungsbeteiligungen zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen wie Weiter so.Christoph Tannert (Hrsg.): Weiter So. Ausstellungskatalog. Kunstraum Potsdam, Potsdam 2017, ISBN 978-3-941230-63-7, S. 3. In den Jahren 2019/2020 entstand die Werkserie Weltgeist, die sich mit den Erscheinungsformen rechten Terrors auseinandersetzt.Gerald Heidegger: Beispiel Halle: Der rechte Terror und die Kunst auf orf.at, 24. Juli 2020, abgerufen am 24. Juli 2020 Für die Arbeit Der böhse Paul (Mekanïk Destruktïw Kommandöh) aus dieser Serie erhielt René Schoemakers 2022 den Wilhelm-Morgner-Preis.15.000 Euro für die Kunst: 26. Wilhelm-Morgner-Preis geht an René Schoemakers. In Soester Anzeiger. 23. Mai 2022, abgerufen am 26. Mais 2022.
Die Arbeit Der Hausrat der Nation wurde 2024 im Rahmen der Ausstellung „Dissonance. Platform Germany (2)“ in der Stadtgalerie Kiel gezeigtKristof Warda: Deutsche Dissonanzen auf kulturkanal.sh, 26. März 2024, abgerufen am 10. Juli 2025. und der Entstehungsprozess für die Ausstellung aufbereitet.Der Hausrat der Nation. Ausstellungsbegleitende Webseite, abgerufen am 10. Juli 2025 Die Ausstellung „Dissonance. Platform Germany (3)“ mit Beteiligung von René Schoemakers wurde 2024 bis 2025 im Nationalen Kunstmuseum Rumäniens gezeigt.Dissonnce – Platform Germany #3 auf rvonkaufmann.com, abgerufen am 25. August 2026.
Sie bezieht sich unmittelbar auf das bekannte Triptychon "Die vier Elemente" von Adolf Ziegler, eines der bekanntesten Beispiele der Kunst des Nationalsozialismus.
René Schoemakers lebt in Kiel. Er arbeitet als Landesfachberater und hauptamtlicher Studienleiter für Philosophie am „Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein“.Hauptamtliche Studienleiter auf schleswig-holstein.de
Einzelausstellungen mini|René Schoemakers:Hiob – Kunsthalle zu Kiel. 2000 1998: Organon, Textilmuseum Neumünster 1999: traditionals, Richard-Haizmann-Museum, Niebüll 2000: under construction, Galerie am Großneumarkt, Hamburg 2002: postpaintingprelude, Galerie am Großneumarkt, Hamburg 2005: Ego-Biennale, Galerie am Großneumarkt, Hamburg 2006: kleinvieh, Kunsthandel Widder, Wien 2008: Weltinventur, Reste, Literaturhaus Schleswig-Holstein, Kiel 2012: Widergänger, Kunstverein Emmerich 2012: Das Ende der Ironiker, Kunstraum B, Kiel 2012: hylemorphinismus, Kunstverein Kunst&Co, Flensburg 2012: dysfunktionale kognitionen? Kunstverein Region Heinsberg 2012: carne levale, Galerie Z, Stuttgart 2012: buridanesk!, Kunstverein Viernheim 2013: Soweit. Arbeiten 2003 bis 2012, Schloss vor Husum 2013: vor dem öffnen gut verschließen, Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken 2013: Postauratische Entlastungsstörung, Galerie cubus-m, Berlin 2014: παρουσια (parousia), Kunstraum B, Kiel 2015: The Missing Kink, Museumsberg Flensburg und Städtische Galerie Eichenmüllerhaus Lemgo 2015: Paradigms Tossed, balzer projects, Basel 2015: Dystopia/Fugen, Galerie cubus-m, Berlin 2016: Konzentrat, Galerie Z, Stuttgart 2016: Zellstoff. Arbeiten auf Papier, Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, Kiel 2017: Zellstoff II, Kunstverein Paderborn 2017: Dystopia, Kunstverein Siegen 2017: Cranach Suite, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf, Schleswig 2017: Zellstoff III, Kunstverein Elmshorn 2018: Blendwerk, Städtisches Museum, Kalkar 2018: The Unencumbered Self, Edmond Gallery, Berlin 2019: Oberflächenspannung, Arbeiten aus den Jahren 1997–2019, Museum Angerlehner, Thalheim bei Wels, Österreich 2020: Der harte Kern, Stadtgalerie Brunsbüttel 2021: Weltgeist/Ortsgeist, Karl Oskar Gallery, Berlin 2021: Weltgeist, Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund 2023: Genius Loki, Karl Oskar Gallery, Berlin
Ausstellungsbeteiligungen 1991: Salon der Künstler, Städtisches Museum, Kleve 1998: Lucas-Cranach-Preis, Fränkische Galerie, Kronach 2000: Landesschau, Kunsthalle zu Kiel/Staatliche Kunstgalerie Danzig/Zoppot 2002: Saarferngas Förderpreis Junge Kunst, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen 2003: Preis der Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe, Darmstadt 2003/2004: NordKunst, Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert, Nordfriesisches Museum Husum, Kunstmuseum Tondern, Burgkloster Lübeck 2005: Zeichnung, Brunswiker Pavillon, Kiel mini|René Schoemakers:amok IV (links) und amok I. Nord Art 2008 2007: Samtidskunst fra Schleswig-Holstein, Galerie Skaarer, Lørenskog/Oslo 2007 2007: Anonyme Zeichner, blütenweiss – raum für kunst, Berlin 2008: Landesschau, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schleswig 2009: Nord Art, Carlshütte, Rendsburg/Büdelsdorf 2010: Wilhelm-Morgner-Preis, Wilhelm-Morgner-Haus, Soest 2011: Orient – Okzident, Rosenheim-Museum, Offenbach am Main 2011: Menschenbilder, Lucas-Cranach-Preis, Fränkische Galerie, Kronach 2012: Menschenbilder, Cranach Stiftung, Wittenberg 2013: Metamorfoser, Reventlow-Museum, Pederstrup, Dänemark 2014: Windrose. Nordwind (IV), Kunstverein Schwimmhalle Schloss Plön 2014: Around You, OSTRALE – Internationale Ausstellung für zeitgenössische Künste, Dresden 2014: Kinder, Kinder!, Museumsberg Flensburg, Flensburg 2014: Figuration zwischen Traum und Wirklichkeit, Museum Angerlehner, Thalheim bei Wels, Österreich 2015/2016: Passion – Fan-Verhalten und Kunst, Künstlerhaus Bethanien, Berlin, Kunsthaus Nürnberg, Ludwig Múzeum Budapest, Stadtgalerie Kiel 2016: Der feine Riss. Malerei auf dem historischen Feld, Haus am Lützowplatz, Berlin 2017: Weiter so, Kunstraum Potsdam, Potsdam 2017: Glaube. Orte. Kunst. Richard Haizmann Museum, Niebüll 2018: bitch MATERial, Kunstquartier Bethanien, Berlin 2018: HistoRetroShabbyIsmus, Museumsberg Flensburg, Flensburg 2019: bOObs, Karl Oskar Gallery, Berlin, Raum linksrechts, Hamburg 2019: Photospiel, Karl Oskar Gallery, Berlin 2022: Dissonance. Platform Germany, Künstlerhaus Bethanien, Berlin 2022: Le monde clair des bienheureux.s.e.x.s, Quartier Général, La Chaux-de-Fonds, Schweiz 2023: Dyade, Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus Schwerin 2023: Ostrale Biennale O23, robotron-Kantine, Dresden 2024: Dissonance. Platform Germany (2), Stadtgalerie Kiel 2024: Dissonance. Platform Germany #3, Nationales Kunstmuseum Rumäniens, Bukarest
Preise und Stipendien 1999: Arbeits- und Reisestipendium der Dr.-Günther-Schirm-Stiftung, Lübeck 2009: mit Eun Jung Kim: Imke-Folkerts-Preis 2011: Kunstpreis der Bernd-und-Gisela-Rosenheim-Stiftung, Offenbach am Main 2011: Lucas-Cranach-Preis, Kronach 2022: Wilhelm-Morgner-Preis, SoestRené Schoemakers – Preisträger 2022 auf wilhelmmorgnerpreis.de, abgerufen am 25. Mai 2022.
Arbeiten in öffentlichen Sammlungen Kunstsammlung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein: ...edle Größen..., 1998, Acryl auf Papier, 56,6 × 56,6 cm, carne levale III, 1998, Acryl auf Leinwand, 130 × 130 cm Kunstsammlung des Landes Schleswig-Holstein, Kiel: fleisch I, 1999, Acryl auf Leinwand, 3-teilig, je 40 × 30 cm Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Schloss Gottorf, Schleswig: Hiob, 2000, Acryl auf Leinwand, 5-teilig, Maße variabel; Magister Ludi! Paint It Black!, 2016, Acryl auf Leinwand, 6-teilig, je 24 × 18 cm The George Economou Collection, Athen: amok I, 2004, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, je 110 × 160 cm; drehen und wenden I, 2004, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, je 110 × 160 cm; system 01, 2005, Acryl auf Leinwand, 8-teilig, insgesamt 310 × 60 cm; rokoko, 2003, Acryl auf Leinwand, 3-teilig, je 19 × 19 cm Sammlung des Saarländischen Künstlerhauses: angebot II, 2006, Acryl auf Leinwand, 18 × 24 cm Museum Angerlehner, Thalheim, Österreich: amok II, 2006, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, je 100 × 130 cm, radix #4, 2013, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, 130 × 310 cm Kunsthaus NRW, Aachen-Kornelimünster: naamah (punctum (beta)), 2009, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, je 40 × 50 cm Rosenheim-Museum, Offenbach am Main: hephaiste IV, 2010, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, je 60 × 40 cm Museumsberg Flensburg: radix #3, 2013, Acryl auf Leinwand, 2-teilig, 40 × 30 cm, Wandfolie, Zweig Museum Wilhelm Morgner: Der böhse Paul (Mekanïk Destruktïw Kommandöh), 2019, Acryl auf Leinwand, 180 × 120 cm
Literatur Richard W. Gassen et al. (Hrsg.): Saar Ferngas Förderpreis 2002. Ludwig-Hack-Museum, Ludwigshafen 2002, ISBN 3-934713-06-8. Uwe Haupenthal (Hrsg.): Nord-Kunst. Schleswig-Holstein im 20. Jahrhundert, Katalog der Ausstellungen im Nordfriesischen Museum Ludwig-Nissen-Haus, Husum, Sønderjyllands Kunstmuseum, Tondern, Kulturforum Burgkloster zu Lübeck, Neumünster 2003, ISBN 3-529-02784-7 Anders Siech: René Schoemakers – kleinvieh. In: Vernissage. Band 26, 255, 2006, S. 40–43, . Uwe Haupenthal: René Schoemakers. Soweit. Arbeiten 2003–2012. Verlag der Kunst Dresden, Husum 2013, ISBN 978-3-86530-184-0