Spirit war eine US-amerikanische Rockband, die vor allem in den 1970er Jahren erfolgreich war.
Geschichte Spirit entstand aus der Gruppe Red Rooster, die 1965 vom Schlagzeuger Ed Cassidy, seinem Stiefsohn, dem Gitarristen Randy California sowie dem Bassisten Mark Andes gegründet wurde. Cassidy hatte in den 1950er Jahren mit Jazzgrößen wie Art Pepper, Cannonball Adderley, Thelonious Monk, Gerry Mulligan oder Zoot Sims zusammengearbeitet. Andes konnte bereits auf Singleveröffentlichungen mit den Marksmen zurückblicken.Christian Graf, Burkhard Rausch, Rockmusiklexikon(sic!) Amerika, Afrika, Australien, Asien Bd. 2, Frankfurt am Main, 1999, S. 1467f Gemeinsam mit Sänger Jay Ferguson existierte die Formation bis zum Frühjahr 1966. Anschließend gingen Cassidy und Wolfe nach New York, wo ersterer ein Engagement als Jazz-Drummer hatte, und Wolfe spielte bei Jimmy James and the Blue Flames. James – besser bekannt als Jimi Hendrix – dessen Stil ihn nachhaltig prägte, verpasste ihm den Namen Randy California, den er bis zu seinem Tod nutzte. Andes spielte während dieser Zeit zeitweilig bei Canned Heat, während Ferguson mit dessen Bruder Matt die Band Western Union gründete.
1967 taten sich die Red-Rooster-Mitglieder mit dem Keyboarder John Locke unter dem Namen Spirits Rebellious zusammen – benannt nach einem Buch von Khalil Gibran. Nach der Verkürzung des Namens zu Spirit produzierte die Band zwischen 1968 und 1971 eine Reihe vielbeachteter Alben. Die Platte Twelve Dreams of Dr. Sardonicus von 1970 wurde sowohl künstlerisch wie auch kommerziell ihr größter Erfolg. Ihr einziger großer Single-Hit war I Got a Line on You (1968), auch auf der LP The Family That Plays Together veröffentlicht. Während des Jahres 1969 spielten sie Konzerte zusammen mit Led Zeppelin, die für kurze Zeit den Spirit-Titel Fresh Garbage in ihr Live-Programm aufnahm.
1971 verließen Andes und Ferguson die Band, um mit Jo Jo Gunne Popmusik zu machen. Ferguson startete ab Mitte der 1970er Jahre eine Solokarriere. Es folgten diverse Besetzungswechsel, die dazu führten, dass zeitweilig kein einziges Gründungsmitglied mehr an Bord war. In den 1980er Jahren gab es nochmal ein Album in der Urbesetzung, das allerdings nicht an den Erfolg der früheren Werke anknüpfen konnte.
In Deutschland trat die Band am 5. März 1978 in der Grugahalle in Essen im Rahmen der 2. Rockpalast-Nacht auf. Dickey Betts und Randy California spielten dort spontan zum Konzertabschluss ein Bluesmedley.Rockpalastarchiv: Spirit
Die Band existierte in wechselnden Besetzungen bis zum Tod Randy Californias im Jahr 1997.
Aufgrund deutlicher Ähnlichkeiten eines Gitarrenlaufs von Spirits Taurus (1968) und Led Zeppelins Stairway to Heaven (1971) strebte der Nachlassverwalter von Randy California seit 2014 ein Plagiatsverfahren gegen Robert Plant und Jimmy Page an.Randy Lewis, Guitarist's estate says Led Zeppelin lifted 'Stairway to Heaven' part (21. Mai 2014), auf: latimes.com, abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch) Ein Ziel der Klage war es, dass California künftig als Mitautor von Stairway to Heaven genannt werden sollte.August Brown, Planned lawsuit to claim Led Zeppelin ripped off 'Stairway' riff (20. Mai 2014), auf bbc.com, abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch) Das von einem kalifornischen Richter wegen „ausreichender Ähnlichkeit“ zugelassene Verfahren wurde im Juni 2016 vor einem Geschworenengericht eröffnetStairway to Heaven in copyright trial (12. April 2016), auf bbc.com, abgerufen am 20. Juni 2016 (englisch)Robert Plant und Jimmy Page von Led Zeppelin vor Gericht (15. Juni 2016), auf: tagesspiegel.de, abgerufen am 20. Juni 2016 und der Plagiatsvorwurf von diesem als nicht zutreffend erachtet.
Rezeption Der Song Feel Good Time, der ursprünglich von Beck aufgenommen, später jedoch von Pink für den Soundtrack von 3 Engel für Charlie – Volle Power und ihr Album Try This übersungen wurde, enthält ein Sample des Spirit-Songs Fresh-Garbage aus dem Jahr 1968.Wendy Kale: , Uwire.com
Diskografie
Studioalben
Weitere Studioalben 1975: Son of Spirit 1977: Future Games 1984: The Thirteenth Dream 1989: Rapture in the chambers 1990: Tent of Miracles 1996: California Blues 2005: Model Shop (Soundtrack, bereits 1968 aufgenommen)
Livealben 1977: Live Spirit 1983 Made in Germany 1995: Live at La Paloma 1999: Live At The Rainbow 2003: Blues From The Soul 2004: Live From The Coast 2006: The Original Potato Land 2007: Salvation … The Spirit Of ’74 2019: Live At Rockpalast 1978
Kompilationen
Weitere Kompilationen 1991: Chronicles 1997: The Mercury Years 2000: Cosmic Smile 2002: Sea Dream 2005: Son Of America 2007: The Euro-American Years 2008: The Archive - An Introduction
Singles
Weitere Singles 1968: Mechanical World 1969: Dark Eyed Woman 1970: Mr. Skin 1971: Nature’s Way 1972: Cadillac Cowboys 1975: Lady of the Lakes 1975: Holy Man 1976: Farther Along 1980: Turn to the Right
Einzelnachweise
Kategorie:Rockband Kategorie:US-amerikanische Band