Qiqihar () ist eine bezirksfreie Stadt im Südwesten der Provinz Heilongjiang im Nordosten Chinas. Der Name ist daurisch und bedeutet so viel wie ‚Mark‘ oder ‚natürliche Weide‘.
Geographie Qiqihar hat 4.067.489 Einwohner (Stand: Zensus 2020), davon 959.787 (Stand: Zensus 2020) in der „Innenstadt“, den drei Stadtbezirken Longsha, Jianhua und Tiefeng. 2010 betrug die Einwohnerzahl der Innenstadt 1.314.720. Das Verwaltungsgebiet der Stadt hat eine Fläche von 42.147 Quadratkilometern. Daran haben die Stadtbezirke einen Anteil von 4.627 km². Qiqihar liegt im Mittel 146 m ü. NN. Die jährliche Regenmenge beträgt 415 mm, die Durchschnittstemperatur 3,2 °C (Januar −25,7 °C, Juli 22,8 °C).
Administrative Gliederung Qiqihar setzt sich aus sieben Stadtbezirken, einer kreisfreien Stadt und acht Kreisen zusammen. Diese sind (Einwohnerzahlen: Zensus 2020): Stadtbezirk Longsha (), 122 km², 355.849 Einwohner, Zentrum, Sitz der Stadtregierung Stadtbezirk Jianhua (), 121 km², 332.566 Einwohner Stadtbezirk Tiefeng (), 752 km², 271.372 Einwohner Stadtbezirk Ang’angxi (), 728 km², 67.824 Einwohner Stadtbezirk Hulan Ergi (), 376 km², 197.424 Einwohner Stadtbezirk Nianzishan (), 300 km², 56.553 Einwohner Stadtbezirk Meilisi der Daur (), 2.228 km², 125.399 Einwohner Stadt Nehe (), 6.369 km², 436.906 Einwohner Kreis Longjiang (), 5.698 km², 414.285 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Longjiang () Kreis Yi’an (), 3.680 km², 353.872 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Yi’an () Kreis Tailai (), 3.910 km², 249.153 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Tailai () Kreis Gannan (), 4.804 km², 288.203 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Gannan () Kreis Fuyu (), 4.005 km², 224.040 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Fuyu () Kreis Keshan (), 3.410 km², 255.041 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Keshan () Kreis Kedong (), 2.052 km², 156.983 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Kedong () Kreis Baiquan (), 3.593 km², 282.019 Einwohner, Hauptort: Großgemeinde Baiquan ()
Ethnische Gliederung der Bevölkerung von Qiqihar (2000) Beim Zensus 2000 wurden 5.419.621 Einwohner gezählt (Bevölkerungsdichte 126,04 Einw./km²). Name des Volkes Einwohner Anteil Han 5.222.846 96,37 % Mandschu 94.542 1,74 % Daur 31.814 0,59 % Mongolen 26.652 0,49 % Hui 21.023 0,39 % Koreaner 16.806 0,31 % Ewenken 1.389 0,03 % Kirgisen 1.332 0,02 % Xibe 1.135 0,02 % Sonstige 2.082 0,04 %
Geschichte Qiqihar ist eine der ältesten Städte im Nordosten Chinas und wurde im 17. Jh. n. Chr. gegründet. Nachdem sich Russland, das 1900 die Mandschurei besetzt hatte, nach dem Russisch-Japanischen Krieg 1905 zurückgezogen hatte, blieb die Stadt aufgrund ihrer Lage an der Chinesischen Osteisenbahn weiterhin unter russischem Einfluss und ist daher auch unter ihrem russischen Namen Zizikar () bekannt. Sie war von 1931 bis 1945 ein wichtiger Militärstützpunkt für die japanische Kontrolle der Mandschurei (siehe Mandschukuo).
Politik Städtepartnerschaften Qiqihar listet 24 Gemeindepartnerschaften auf: StadtLandseitBinhai2008Dongcheng1985Foshan1986Goyang1998Guangyuan2011Heihe1992Heping1987Huanggang2009Huangpu1988Huludao2003Hulun Buir1992Jing’an1984Jiulongpo1999Luzhou2007Manjur1992Mariupol2008Mudanjiang1991Newcastle2016Qingyuan1992Shaoxing1990Ufa 15px2015Utsunomiya1984Wenzhou2008Autonomer Bezirk Xishuangbanna2004Xuhui2008Yancheng2007Zhanjiang1992
Kultur und Wirtschaft Tourismus mini|Mandschurenkraniche im Zhalong-Naturschutzgebiet Zhalong-Naturschutzgebiet Longsha-Park Mingyue-Insel
Das Eisfest Das Eisfest findet jährlich im Winter (meist Ende Dezember) statt. Dazu werden schon Wochen zuvor große Mengen Eisblöcke herantransportiert. Diese werden dann von Eiskünstlern bearbeitet und das Ergebnis sind Eisskulpturen aller Variationen.
Tempel Im Süden der Stadt gibt es eine Tempelanlage. Sie existiert seit ca. 300 Jahren und ist somit eine der ältesten erhaltenen Anlagen der Stadt. Sie wird zwar von Mönchen bewohnt, ist aber für Besucher zugänglich. Interessant ist, dass die dort befindlichen Buddha-Statuen stets sorgfältig eingekleidet sind. Es gibt sogar ein fest vorgeschriebenes Zeremoniell, bei dem das Gewand zu bestimmten Zeiten gewechselt wird.
St. Michaelskathedrale Die katholische St. Michaelskathedrale im neugotischen Stil wurde 1931 von den Schweizer Bethlehem-Missionaren erbaut. Sie ist heute noch ein imposantes Gebäude. 1982 wurden die Eigentumsrechte der Kathedrale an die Diözese Harbin zurückgegeben. Im Februar 1987 wurde diese Kirche zum Kulturobjekt der Stadt erklärt. 1991 hat das Religionsbüro des Staatsrates Mittel zur Renovation des Turmes bewilligt. Die fünf Sterne an der Spitze des Turms wurden entfernt und das ursprüngliche Kreuz wiederhergestellt.
Sport Qiqihar hat ein eigenes Eishockeyteam, das in der Asia League Ice Hockey spielte. Das Maskottchen der Mannschaft war der Schneeleopard (siehe auch China Dragon). Im April 2007 war Qiqihar Austragungsort der Spiele der Division I (Gruppe A) der Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren.
Bildung In Qiqihar betreibt das SOS-Kinderdorf die SOS Hermann Gmeiner Technical School.
Persönlichkeiten Li Gang (* 1967), Paläontologe Xue Ruihong (* 1968), Eisschnellläuferin Huang Xiaomin (* 1970), Schwimmerin Liu Hongbo (* 1973), Eisschnellläufer Li Yu (* 1976), Eisschnellläufer Song Li (* 1981), Eisschnellläuferin Liu Fangyi (* 1983), Eisschnellläufer Liu Xianwei (* 1987), Shorttracker Luo Na (* 1993), Hammerwerferin Yan Ruinan (* 2001), Eishockeyspieler
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Einzelnachweise
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