Das Wunderhorn ist ein inhabergeführter unabhängiger deutscher Buchverlag mit Sitz in Heidelberg. Er wurde 2023 mit dem Deutschen Verlagspreis in der Spitzenkategorie ausgezeichnet.

Geschichte Der Verlag wurde offiziell am 17. Juli 1978GND-Profil von Angelika Andruchowicz, Manfred Metzner und Hans Thill gegründet.

Verlagsprofil Der Schwerpunkt des Verlagsprogramms liegt auf zeitgenössischer Prosa und Poesie, auf frankophoner Literatur, Büchern über Kunst sowie auf literarischen und interkulturellen Reihen wie z. B. dem Projekt Deutsche Reise nach Plovdiv. Das Verlagsprogramm umfasst Buchreihen („Edition Künstlerhaus“, „Deutsche Reise nach Plovdiv“, „Poesie der Nachbarn“, „VERSschmuggel“), Künstlerbücher, Design (Bruno Munari, Ralf Christofori), Ausstellungsaktivitäten (Pierre Verger, Ré Soupault), Kooperationen mit Museen (Museum Prinzhorn, Museum Ritter, Kurpfälzisches Museum Heidelberg, Völklinger Hütte), mit Kunstvereinen (Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Stuttgart) und dem Theater Heidelberg.

Einen besonderen Platz im Verlagsprogramm haben die Werkausgabe des französischen Surrealisten Philippe Soupault und das fotografische Werk von Ré Soupault. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf der Erforschung des Nationalsozialismus am Beispiel Heidelbergs und seiner Universität (Emil Julius Gumbel, Medizin im Nationalsozialismus, Jüdisches Leben in Heidelberg). Dem literarischen und kulturellen Leben Heidelbergs spürt der Verlag mit Michael Buselmeiers „Literarischen Führungen“ nach. Mit dem Deutschlandfunk-Lyrikkalender und zahlreichen Anthologien war und ist der Verlag einer der profiliertesten Verlage für Poesie in Deutschland. Im interkulturellen Dialog setzt Wunderhorn seit Jahren mit Édouard Glissant (Kultur und Identität), Jean-Marie Gustave Le Clézio (Nobelpreis für Literatur 2008), Abdelwahab Meddeb (Die Krankheit des Islam, Zwischen Europa und Islam), Dany Laferrière (Internationaler Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt 2014 für den Roman Das Rätsel der Rückkehr), Patrick Chamoiseau besondere Akzente. Seit 2010 werden in der Buchreihe „AfrikAWunderhorn“ Autoren der zeitgenössischen afrikanischen Literatur übersetzt, so etwa Helon Habila, Binyavanga Wainaina, Maaza Mengiste oder Lebogang Mashile. Zu den aktuellen Veröffentlichungen des Verlags gehören Texte von Tamara Štajner, Paul-Henri Campbell und Lara Rüter. Besondere Beachtung fanden die übersetzen Neuausgaben der Jiddischen Erzählungen des NistersOhne zu schreiben bin ich kein Mensch mehr. Die Neuausgabe eines Klassikers nicht nur der jiddischen Literatur: „Von meinen Besitztümern“ sammelt Erzählungen des Nisters. In: FAZ, 25. April 2024; Besprechung. und von Paul van Ostaijens typografisch aufwendigem Gedichtband Besetzte Stadt.Ein wilder Tanz der Wörter auf den Seiten. Kanonenkoitus und Schrapnellmenuett: Der flämische Modernist Paul van Ostaijen schuf mit "Besetzte Stadt" 1920 ein Hauptwerk der Avantgarde, das nun auf Deutsch vorliegt. Es ist auch typographisch ein Meisterstück. In: FAZ, 16. März 2024; Besprechung.

Leitung Der Geschäftsführer Manfred Metzner war von 2000 bis 2010 zugleich Vorstandsvorsitzender der Kurt-Wolff-Stiftung, die den gleichnamigen Literaturpreis für anspruchsvolle Verlage vergibt. Kurt Wolff Stiftung Leipzig, 10. Januar 2008. Kurt Wolff Stiftung Leipzig, 30. August 2010.

Auszeichnungen 1996 und 2018: Verlagspreis Literatur des Landes Baden-Württemberg2018er Landespreis für literarisch ambitionierte Kleinverlage. boersenblatt.net, 15. Juni 2018; abgerufen am 20. Juni 2018. 2012: Kurt-Wolff-Preis 2019: Deutscher Verlagspreis 2020: Deutscher Verlagspreis 2022: Deutscher Verlagspreis 2023: Deutscher Verlagspreis (Spitzenpreis) Die Verleihung des Spitzenpreises 2023 wurde von der Jury folgendermaßen begründet:

Literatur Theo Breuer: Wunderhorn Verlag. In: Theo Breuer: Aus dem Hinterland. Lyrik nach 2000. Edition YE, Sistig (Eifel) 2005, S. 188–189.

Weblinks www.wunderhorn.de Verlag „Das Wunderhorn“ feiert 40. Geburtstag. Deutschlandfunk, 19. Juni 2018; Verlagsporträt.

Einzelnachweise

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