mini|Regimentsstandarte Das Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 5 war ein Kavallerieverband der Preußischen Armee.
Geschichte Durch Allerhöchste Kabinettsorder (A.K.O.) vom 31. März 1908 wurde zum 1. Oktober des Jahres („Stiftungstag“) die Aufstellung eines weiteren Jäger-Regiments zu Pferde zu je fünf Eskadronen befohlen; zu dieser Aufstellung mussten je eine Eskadron abgeben: das Husaren-Regiment „von Zieten“ (Brandenburgisches) Nr. 3 das Westfälische Ulanen-Regiment Nr. 5 das Ulanen-Regiment „Großherzog Friedrich von Baden“ (Rheinisches) Nr. 7 das Dragoner-Regiment „König Karl I. von Rumänien“ (1. Hannoversches) Nr. 9 das Magdeburgische Dragoner-Regiment Nr. 6
Das Regiment bezog seine Garnison in der Stadt Mülhausen im Elsass und war bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs der 29. Kavallerie-Brigade unterstellt.
Erster Weltkrieg mini|Grabstein von Albert Mayer auf dem Friedhof bei Illfurth Im Ersten Weltkrieg wurde das Regiment ausschließlich als Divisionskavallerie am westlichen Kriegsschauplatz eingesetzt und versah nach dem Beginn der Kriegshandlungen zunächst Grenzschutzdienste im Abschnitt von Tann im Elsass (heute Thann) bis zur Schweizer Grenze.
Am 2. August 1914 stieß eine Patrouille des Regiments in Joncherey bei Delle im Territoire de Belfort auf Soldaten des französischen 44e régiment d’infanterie (44. Infanterieregiment). Dabei fielen der Patrouillenführer, der 22-jährige Leutnant Albert Mayer, und der 21-jährige Caporal Jules-André Peugeot. Sie gelten als die ersten Toten des Ersten Weltkrieges.
1916 wurde der Regimentsverband aufgelöst und die Eskadronen auf Infanterie-Divisionen verteilt; der Kavalleriestatus blieb bis Kriegsende erhalten.
Verbleib mini|Ehrentafel mit 107 Namen von im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Jäger-Regiments zu Pferde Nr. 5 am Aussichtsturm auf dem Luginsland bei Müllheim Nach dem Waffenstillstand von Compiègne 1918 gelangten die 1. und 2. Eskadron nach Bruchsal bzw. Ettlingen, von wo aus sie zur Bekämpfung der Unruhen in Karlsruhe und Mannheim abgestellt wurden. Im Mai 1919 transportierte man die Jäger nach Müllheim im Markgräflerland, wo eine Freiwilligen-Eskadron gebildet und dem Kavallerieregiment des Freikorps „Feldmarschall von Hindenburg“ in Kolberg angegliedert wurde. Die Eskadron kämpfte in Oberschlesien und Westpreußen gegen polnische Insurgenten.
Die 3. und 4. Eskadron gelangten im Januar nach Bretten und die 5. Eskadron nach Warburg, wo sie aufgelöst wurde.
Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die 4. Eskadron des 5. (Preußisches) Reiter-Regiments in Stolp.
Uniform Muster wie Kürassiere, jedoch mit folgenden Änderungen: Graugrüner Koller (ab 1910) Waffenrock mit schwedischen Aufschlägen, Aufschläge und alle Vorstöße hellgrün, Schulterklappen jedoch mit schwarzen Vorstößen als Abzeichenfarbe. Um Kragen und Aufschläge verliefen hellgrüne Borten, die einen breiten Mittelstreifen und schmale Randstreifen in der Abzeichenfarbe hatten. Für Offiziere bestand der Besatz in goldener oder silberner Tresse mit schmalen Randstreifen in Abzeichenfarbe. Feldmütze: Von graugrüner Farbe mit hellgrünen Besatzstreifen und schwarzen Vorstößen Helm: Ähnlich wie Kürassierhelm, aus geschwärztem Stahlblech mit Dragoneradler. Ränder mit neusilbernen Einfassungsschienen. Spitze wie Dragonerhelm mit kleeblattförmigem Aufsatz. (Offiziere mit gekehlter Spitze wie Kürassier-Offiziere.) Gewölbte Schuppenkette aus Tombak. Kürassier Stiefel aus naturbraunem Leder Lanzenflagge weiß-schwarz
Kommandeure Dienstgrad Name Berufung AbberufungGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815-1939. Band 3: Die Stellenbesetzung der aktiven Regimenter, Bataillone und Abteilungen von der Stiftung bzw. Aufstellung bis zum 26. August 1939. Kavallerie, Artillerie, Pioniere, Kraftfahr- und Fahr-Abteilungen, Panzertruppe, Verkehrstruppe und Nachrichten-Abteilungen. Biblio Verlag, Osnabrück 1993, ISBN 3-7648-2413-1, S. 193.OberstleutnantGeorg Ernst Müller-Kranefeldt1. Oktober 190818. Februar 1910OberstleutnantOskar Sperling19. Februar 191021. April 1912MajorKarl Ullmann22. April 191213. Januar 1917MajorWitt14. Januar 19171919
Literatur
Stefan Rest (Hrsg.), Jürgen Kraus: Die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg. Ingolstadt 2004 Hugo F.W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Weltbild Verlag 1992
Einzelnachweise
Kategorie:Kavallerieverband (Preußen) Kategorie:XIV. Armeekorps Preußen Jagerregiment zu Pferde #:5