Lend ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) und ein Dorf im Bezirk Zell am See im Land Salzburg.

Geografie Lend ist die unterste zum Pinzgau gehörende Gemeinde an der Salzach. Sie liegt überwiegend auf deren Südufer. Im Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet bis auf den Bernkogel (). Im Westen bildet die Rauriser Ache die Grenze, welche sich hier durch die Enge der Kitzlochklamm zwängt. Am Ostrand des gleichnamigen Dorfes mündet die Gasteiner Ache in die Salzach.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Berg () Embach () Heuberg () Lend () Teufenbach () Urbar () Winkl ()

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Embach und Lend.

Bei Embach handelt es sich um einen bereits im 14. Jahrhundert nachgewiesenen Kirchweiler mit umliegenden Streusiedlungen am historischen Weg in das Raurisertal auf einer Terrasse hoch über dem Salzachtal, Lend hingegen ist ein später gegründeter Fabriksort direkt an der hier tief eingeschnittenen Salzach.

Bis Ende 2002 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Taxenbach, seit 2003 ist sie Teil des Gerichtsbezirks Zell am See.

Nachbargemeinden

Geschichte Seit seinen Anfängen war Lend im Gegensatz zu Embach keine bäuerliche Ansiedlung, sondern ein Fabriksort. Um 1544 wurde eine Rechenanlage errichtet, um das aus dem Oberpinzgau getriftete Holz hier anzuländen (daher auch der heutige Name). Das Holz wurde als Kohle für die Schmelzöfen benötigt für Gold- und Silbergewinnung aus dem Gold- und Silbererz aus dem Gasteiner- und Raurisertal. Um 1600 wurde das Schloss als Sitz für den Erzbischöflichen Verwalter („Verweser“) gebaut, in dem sich heute das Gemeindeamt befindet.Oswald Scherer: Die Kirchen von Lend-Embach mit Maria Elend (= Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 574). Verlag St. Peter, Salzburg 2015, S. 21.

Im Jahr 1850 wurde die Ortsgemeinde Lend gegründet.

Nach Stilllegung der Goldschmelze im Jahr 1862Dehio-Handbuch Salzburg, Verlag Anton Schroll und Co, Wien 1986, S. 203. wurde Lend bedeutende Poststation und Verkehrsknotenpunkt aufgrund der Lage am Eingang des Gasteiner Tals. Diese Bedeutung verlor Lend nach und nach; zunächst durch die Errichtung der Tauernbahn, dann durch die Errichtung des Klamm-Tunnels 1974 für den motorisierten Individualverkehr, schließlich durch die Fertigstellung der Stahlbetonbrücke über die Schlucht der Gasteiner Ache als Teil der B311 1979.

Bereits in den Jahren 1898/99 war es in Lend zur Errichtung der ersten Aluminiumfabrik der österreichisch-ungarischen Monarchie gekommenDehio-Handbuch Salzburg, Verlag Anton Schroll und Co, Wien 1986, S. 203., die Fabrik und zahlreiche Arbeiterwohnhäuser prägen bis heute das Ortsbild.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Embach mini|Verwesschloss und Pfarrkirche Lend mini|Arzhof-Kapelle mini|Gasthof Handlwirt mit schönem Malschrot

Embach mit Maria Elend Katholische Pfarrkirche Embach hl. Laurentius Wallfahrtskapelle Maria Elend in Winkl mit Ursprungskapelle etwas unterhalb Ölbergkapelle am Fußweg von Maria Elend nach Embach Gasthaus Oberwirt, im Kern 18. Jahrhundert, mit Stadel und Mühle Lend Katholische Pfarrkirche Lend hl. Rupert mit angrenzendem Friedhof Arzhof-Kapelle an der Bundesstraße Lend-Taxenbach Verwesschloss Lend, ehemaliger Wohn- und Amtssitz des erzbischöflichen Berg- und Hüttenverwalters Gasthaus Handlwirt, im Kern 17. JahrhundertDehio Salzburg 1986

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 21 im Haupt-, 29 im Nebenerwerb, drei von Personengemeinschaften und fünf von juristischen Personen geführt. Im Produktionssektor arbeiteten 196 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 103 in der Bauwirtschaft und zwei in der Energieversorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (82), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (49) und freiberufliche Dienstleistungen (46 Mitarbeiter). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)58612825Produktion2722301296Dienstleistung5556222200 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Betriebe Salzburger Aluminium AG (SAG) Heinrich Bau GmbH Signatur (Moritz Weiss AG, Holz Weiss) Autohaus Reisinger Raiffeisenkasse Embach Sparkasse Salzburg, Filiale Lend Tischlerei Plaikner

Kraftwerke Das Kraftwerk Klammstein nützt Wasser der Gasteiner Ache, die dafür bei der Burg Klammstein gefasst wird. Das Triebwasser fließt durch eine sichtbar verlegte Druckrohrleitung und treibt nach 163 m Fallhöhe drei Francisturbinen mit zusammen 21 MW im Krafthaus an, das am Betriebsgelände der SAG Lend liegt. Die SAG verfügt daneben auch noch über das Kraftwerk Kitzloch in Taxenbach. Das Kleinkraftwerk Dientenbach der Österreichischen Bundesforste liegt teilweise auch im Gemeindegebiet von Dienten.Kleinwasserkraftwerk Dientenbach bundesforste.at, abgerufen am 1. Februar 2020.

Verkehr Eisenbahn: An der Nordgrenze der Gemeinde verläuft die Salzburg-Tiroler-Bahn mit dem Bahnhof Lend. Straße: In Lend zweigt die Gasteiner Straße B167 von der Pinzgauer Straße B311 ab.

Vereine Alpenverein Sektion Lend-Dienten D'Embacher Schnalzer Eisschützenverein Lend Eisschützenverein Embach Kameradschaftsbund Embach Kinderfreunde Lend-Embach Embacher Krampusrunde Fischereiverein Lend Landjugend Embach Orts- und Werksmusikkapelle Lend Schiclub Embach SV Lend (Sektion Tennis) SV Lend (Sektion Fussball) Trachtenmusikkapelle Embach Trachtenverein Klammstoana Lend

Körperschaften Freiwillige Feuerwehr Lend Freiwillige Feuerwehr Löschzug Embach

Politik Gemeinderat

Die Gemeindevertretung hat seit 2009 13 Mitglieder.

Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen im Land Salzburg 2004 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 12 SPÖ und 5 ÖVP. (17 Mitglieder) Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2009 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 9 SPÖ und 4 ÖVP. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2014 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 7 SPÖ und 6 ÖVP. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2019 hatte die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 7 SPÖ und 6 ÖVP. Mit den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg 2024 hat die Gemeindevertretung folgende Verteilung: 7 SPÖ und 6 ÖVP.

Bürgermeister

1945–1960 Johann Richter (SPÖ) 1961–1972 Johann Denk (SPÖ) 1973–1993 August Primig (SPÖ) 1993–2015 Peter Eder (SPÖ) seit 2015 Michaela Höfelsauer (SPÖ)

Wappen Blasonierung des 1926 verliehenen Gemeindewappens: In Silber ein durch ein Gewässer (Furt) schreitender roter Hirsch.

Das Wappen erinnert an den ursprünglichen Namen der Gegend „Hirschfurt“.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Hans Katschthaler (1933–2012), Landeshauptmann von Salzburg Jeanette Koppensteiner, ehemalige Naturbahnrodlerin (Weltmeisterin, Naturbahnrodel-Weltmeisterschaft 1990) Rupert Linsinger (1897–1977), Angestellter, Buchhalter, Schriftsteller, Illustrator und Faltbootfahrer Fritz Macho (1899–1974), Fotograf Alexander Pichler (1906–1962), Anatom, Hochschullehrer und NS-Parteiorganisator Otto Raber (1900–1951), Politiker (NSDAP) O. P. Zier (* 1954), Schriftsteller

Ehrenbürger Herbert Moritz (1927–2018), Journalist und Politiker (SPÖ)

Weblinks

Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Salzburger Schieferalpen Kategorie:Ankogelgruppe Kategorie:Goldberggruppe