Helmut Routschek (* 25. September 1934 in Zarch, Tschechoslowakei; † 7. April 2016 in Heidenau) war ein deutscher Schriftsteller und Ingenieur, der für seine literarischen Werke das Pseudonym Alexander Kröger benutzte.Helmut Routschek. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender 2014/2015: Band I: A-O. Band II: P-Z. Walter De Gruyter Incorporated, 2014, S. 576, ISBN 978-3-11-033720-4.
Leben Routschek war der zweite Sohn einer Bergarbeiterfamilie und wuchs in dörflicher Umgebung auf. Nach der Vertreibung 1946 aus dem Sudetenland besuchte er in Mühlhausen die Schule bis zum Abitur. Nach einem bergmännischen Vorpraktikum studierte er an der Bergakademie Freiberg von 1954 bis 1959 Markscheidewesen und Bergschadenkunde, war danach dort Assistent und promovierte zum Dr.-Ing.
Nach der zweijährigen Probezeit in verschiedenen Bergbaubetrieben erhielt er 1964 die Konzession als Markscheider und arbeitete in diesem Beruf im VEB Gaskombinat Schwarze Pumpe, Tagebau Spreetal. Nach einem postgradualen Zusatzstudium zum Ingenieur für Datenverarbeitung arbeitete er im Unternehmen als Experte für Automatisierung und Untergrundgasspeicherung und war mit Forschungs- und Produktionsaufgaben an der Universität, in der Energiewirtschaft und im Umweltschutz leitend tätig.
Routschek war Mitglied der National-Demokratischen Partei Deutschlands und gehörte von 1972 bis 1982 dem Hauptausschuss der NDPD an. Er war zuletzt Mitglied des Sekretariats des Bezirksvorstandes Cottbus der NDPD.National-Zeitung vom 7. Januar 1988. Von Juli 1981 bis 1990 war er Abgeordneter des Bezirkstages Cottbus und gleichzeitig Stellvertreter des Vorsitzenden des Rates des Bezirkes für Wohnungspolitik und Wohnungswirtschaft (Nachfolger von Günter Batke). Routschek wurde 1980 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze ausgezeichnet.
1990 wurde er in die Bauabteilung für Bundesbauten der Oberfinanzdirektion Brandenburg übernommen. Zahlreiche Fachbeiträge und ein Sachbuch entstanden in dieser Zeit und erschienen unter seinem bürgerlichen Namen, außerdem hielt er mehrere Patente.
Kröger war ehrenamtlich Mitglied im Vorstand des Landesverbandes Brandenburg im Verband deutscher Schriftsteller (Teil der ver.di) und Mitglied des Friedrich-Bödecker-Kreises.
Alexander Kröger gehörte nicht nur in der DDR zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Schriftstellern wissenschaftlich-phantastischer Literatur. Seit 1969 entstanden 33 Romane (einschließlich überarbeitete Neuauflagen) und ein Kurzgeschichtenband für Leser ab 15 Jahren, die in sechs Sprachen und einer Auflagenhöhe von 1,65 Millionen Exemplaren vorliegen. Nach 1990 fand sich für ihn kein Verlag. Daher gründete er mit seiner Frau Susanne Routschek den KRÖGER-Vertrieb, um bis 2008 seine Werke in Eigenregie herauszugeben. In Krögers Grüner Reihe erschienen weitere 14 Romane (einschl. 5 überarbeitete Neuauflagen) und ein Geschichtenband in einer Gesamtauflagenhöhe von 40.000 Exemplaren. 2008 hat der Projekte-Verlag Cornelius in Halle (Saale) eine Gesamtausgabe aller Romane Krögers in überarbeiteter Neuauflage veröffentlicht, die aber wegen der Insolvenz des Verlages nicht abgeschlossen werden konnte.
Unter seinem bürgerlichen Namen erschien das Sachbuch Das Sudelfass, eine gewöhnliche Stasiakte. Es ist Routscheks eigene Akte komplett in Faksimile, mit autobiografischem Begleittext.
Helmut Routschek war seit 1956 mit seiner ehemaligen Mitschülerin Susanne verheiratet und hat mit ihr einen Sohn und eine Tochter. Er starb im Alter von 81 Jahren.Der uns Sternstunden schenkte. In: Lausitzer Rundschau vom 9./10. April 2016
Werke Sieben fielen vom Himmel, 1969 Antarktis 2020, 1973 Expedition Mikro, 1976 Die Kristallwelt der Robina Crux, 1977 (überarbeitete Neufassung unter dem Titel Robina Crux, 2004) Die Marsfrau, 1980 (Neuausgabe 2003) Das Kosmodrom im Krater Bond, 1981 Energie für Centaur, 1983 Der Geist des Nasreddin Effendi, 1984 (überarbeitete Neufassung unter dem Titel Der Geist des Nasreddin, 2001) Souvenir vom Atair, 1985 (überarbeitete Neufassung zusammen mit Andere unter dem Titel Fundsache Venus, 1998) Die Engel in den grünen Kugeln, 1986 (überarbeitete Neufassung unter dem Titel Falsche Brüder, 2000) Der Untergang der Telesalt, 1989 (überarbeitete Neufassung unter dem Titel Die Telesaltmission, 2002) Andere, 1990 (überarbeitete Neufassung zusammen mit Souvenir vom Atair unter dem Titel Fundsache Venus, 1998) Vermißt am Rio Tefé, 1995 Das Sudelfaß – eine gewöhnliche Stasiakte, 1996 Die Mücke Julia, 1996 (überarbeitete und erweiterte Fassung von 2011) Mimikry, 1996 Das zweite Leben, 1998 Saat des Himmels, 2000 Der erste Versuch, 2001 Chimären, 2002 Begegnung im Schatten, 2003 Robinas Stunde null, 2004 Nimmerwiederkehr, 2009 Ego-Episoden des Alexander Kröger. Wahres, heiter und besinnlich, 2012
Überarbeitete Neuauflagen im Projekte-Verlag Halle: Centauren-Trilogie: Sieben fielen vom Himmel, Das Kosmodrom im Krater Bond, Energie für Centaur (2008–2009) Antarktis 2020, 2009 Nimmerwiederkehr, 2009 Expedition Mikro, 2010 Mimikry, 2010 Vermisst am Rio Tefé, 2010 Das zweite Leben, 2011 Der erste Versuch, 2011 Die Mücke Julia, 2011 Saat des Himmels, 2011 Begegnung im Schatten, 2012 Fundsache Venus, 2012 Der Geist des Nasreddin, 2013 Die Telesaltmission, 2013 Falsche Brüder, 2014
Literatur Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Dietz, Berlin (West)/Bonn 1987, ISBN 3-8012-0121-X, S. 267. Hartmut Mechtel: Alexander Kröger. In: Erik Simon, Olaf R. Spittel (Hrsg.): Die Science-fiction der DDR. Autoren und Werke. Ein Lexikon. Verlag Das Neue Berlin, Berlin 1988, ISBN 3-360-00185-0, S. 173–179. Hartmut Mechtel: Kröger, Alexander. In: Lexikon der Science Fiction-Literatur seit 1900. Mit einem Blick auf Osteuropa, herausgegeben von Christoph F. Lorenz, Peter Lang, Frankfurt/Main 2016, ISBN 978-3-63167-236-5, S. 393–398.
Weblinks
www.alexander-kroeger.de Homepage des Verlages
Einzelnachweise
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