Die Asklepios-Kliniken-Gruppe ist ein primär in Deutschland tätiger Klinikbetreiber mit Hauptsitz in Hamburg. Die Gruppe gehört deutschlandweit zu den größten Klinikbetreibern mit rund 160 Einrichtungen in 15 Bundesländern.
Geschichte Asklepios – benannt nach dem griechischen Gott der Heilkunst – wurde 1985 durch den Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Bernard große Broermann zusammen mit dem Chirurgen Lutz Helmig gegründet.Sebastian Balzter, Georg Meck: Lebenstipps vom Milliardär. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15. April 2018. Im Zuge einer Abspaltung der Anteile von Helmig entstand 1994 die Helios Kliniken GmbH aus der Asklepios-Gruppe.
Die Asklepios-Kliniken-Gruppe übernahm seit ihrer Gründung kontinuierlich zumeist defizitäre kommunale Krankenhäuser.400 Betten für 16 000 Patienten. In: Frankfurter Neue Presse, 23. November 2011. 2004 erwarb Asklepios 49,9 % der Anteile am Hamburger Landesbetrieb Krankenhäuser (LBK), der bis dahin eine Anstalt des öffentlichen Rechts gewesen war. Durch den Erwerb von weiteren 25 % im Jahr 2007 wurde der LBK zu 74,9 % privatisiert und zur Asklepios Kliniken Hamburg GmbH umfirmiert. Die Stadt Hamburg blieb mit 25,1 % beteiligt.Konzernchef Thomas Wolfram verlässt Asklepios. In: Hamburger Abendblatt, 5. Oktober 2018.
Seit 2008 betreibt Asklepios über die Asklepios Medical School zusammen mit der ungarischen Semmelweis-Universität den Asklepios Campus Hamburg als klinische Ausbildungsstätte für den Medizinbereich.
2011 übernahm Asklepios mehrheitlich die Mediclin AG mit Sitz in Offenburg, indem die Anteile auf 52,7 Prozent aufgestockt wurden. Zuvor hatte Asklepios bereits rund 34,7 Prozent der Anteile gehalten. Ein Jahr später erwarb Asklepios erstmals Aktien an der Rhön-Klinikum AG. 2013 stockte Asklepios die Anteile auf rund zehn Prozent auf, womit die Gruppe ein Vetorecht erhielt, um die Übernahme von Rhön durch andere Wettbewerber zu verhindern. In den folgenden Jahren erwarb Asklepios zunehmend Aktien an Rhön, einen Großteil davon im Jahr 2020, wodurch Asklepios in diesem Jahr insgesamt 92,58 Prozent der Aktien an Rhön hielt.
In Bad Oldesloe nahm Asklepios 2022 das bundesweit größte Logistikzentrum für die Versorgung von Gesundheitseinrichtungen in Betrieb. Hierfür investierte die Gruppe über 40 Millionen Euro. Neben den eigenen medizinischen Einrichtungen können auch Kliniken anderer Träger beliefert werden. Umgesetzt wurde der Bau, um möglichen Lieferschwierigkeiten, wie in der COVID-19-Pandemie, vorzubeugen.Anika Schock: Asklepios-Gruppe eröffnet Zentrallager. In: Lübecker Nachrichten, 22. Oktober 2022.
Seit 2025 nutzt Asklepios in Schleswig-Holstein Drohnen, um medizinische Laborproben zwischen den Standorten Selent und Bad Oldesloe zu transportieren. Die Strecke ist rund 50 bis 60 Kilometer lang. Die Proben aus Selent werden dabei zur Analyse nach Bad Oldesloe gebracht, weil der kleinere Standort kein eigenes entsprechend ausgestattetes Labor hat. Nach Angaben des NDR war die im März 2025 gestartete Verbindung die erste regelmäßige Drohnenlinie dieser Art in Deutschland. Der Betrieb wurde nach einem rund zweijährigen Genehmigungsverfahren aufgenommen.
Asklepios und die Medical School Hamburg kündigten 2026 eine Erweiterung der medizinischen Ausbildung in Hamburg an. Ab Oktober 2026 entstehen in Kooperation beider Einrichtungen pro Semester rund 75 zusätzliche Studienplätze für Humanmedizin.
Unternehmensstruktur Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 5,96 Milliarden Euro und beschäftigte 50.904 Angestellte. Die Führungsgesellschaft der Gruppe ist die Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA. Geleitet wird diese vom Vorstand bestehend aus Joachim Gemmel, Marco Walker, Hafid Rifi und Sara Sheikhzadeh. Muttergesellschaft der Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA ist die von den Erben des Konzerngründers Bernard große Broermann kontrollierte Broermann Holding GmbH.
Zur Gruppe gehören die vollkonsolidierten Tochtergesellschaften Asklepios Kliniken Hamburg GmbH, MediClin AG und die Rhön-Klinikum AG.
Die Asklepios-Kliniken-Gruppe ist tätig im Erwerb, Betrieb und in der Beratung von Einrichtungen des Gesundheitswesens in den Geschäftsfeldern der klinischen Akutbehandlung und Rehabilitation. Zudem ist sie Mehrheitseigentümerin der ursprünglich als Gesundheitsfernsehsender konzipierten, später digitalisierten Gesundheitsplattform Health tv.
Ebenfalls ist Asklepios im Bereich der ambulanten medizinischen Versorgung über seine bundesweit 90 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) tätig. Asklepios ist zudem über die Tochtergesellschaften Insite Interventions GmbH, Fürstenberg Institut GmbH und Pulso Europe auch im Bereich der Mitarbeitergesundheit aktiv.
Kennzahlen + Konzernkennzahlen Jahr Umsatz EBITDA Patientenzahl(inkl. ambulante) Bettenzahl Mitarbeiter nach Vollzeitäquivalent Investitionen durch Eigenmittel und Fördergelder20245,962 Mrd. €569 Mio. €3.643.90130.91850.904479 Mio. €20235,452 Mrd. €540 Mio. €3.475.69230.67049.425371 Mio. €20225,290 Mrd. €533 Mio. €3.570.97630.74949.103314 Mio. € 2021 5,118 Mrd. € 503 Mio. € 3.542.346 31.197 49.967 242 Mio. € 2020 4,343 Mrd. € 415 Mio. € 2.592.045 31.628 50.371 290 Mio. € 2019 3,537 Mrd. € 463 Mio. € 2.497.095 27.090 36.265 243 Mio. € 2018 3,408 Mrd. € 398 Mio. € 2.265.603 26.651 35.327 252 Mio. € 2017 3,262 Mrd. € 396 Mio. € 2.282.421 26.704 35.097 196 Mio. € 2016 3,211 Mrd. € 390 Mio. € 2.279.477 26.593 34.887 174 Mio. € 2015 3,099 Mrd. € 374 Mio. € 2.217.987 26.669 34.690 262 Mio. € 2014 3,020 Mrd. € 330 Mio. € 2.186.876 26.508 34.255 243 Mio. € 2013 2,899 Mrd. € 284 Mio. € 2.161.627 26.635 34.439 247 Mio. € 2012 2,812 Mrd. € 267 Mio. € 2.066.353 26.396 34.037 245 Mio. € 2011 2,379 Mrd. € 216 Mio. € 1.742.353 26.793 33.152 232 Mio. € 2010 2,130 Mrd. € 228 Mio. € 1.624.409 18.501 26.917 209 Mio. € 2009 2,006 Mrd. € 198 Mio. € 1.563.171 18.030 26.123 204 Mio. € 2008 2,022 Mrd. € 160 Mio. € 1.512.598 18.057 25.700 217 Mio. € 2007 1,860 Mrd. € 127 Mio. € 1.295.057 17.926 25.127 203 Mio. € 2006 1,860 Mrd. € 127 Mio. € 932.638 16.650 22.546 203 Mio. €
Wesentliche Beteiligungen 52,73 % an Mediclin AG (Klinikbetreiber) 94,42 % an der Rhön-Klinikum AG 74,90 % an Asklepios Kliniken Hamburg
Kooperationen und Forschung Asklepios unterhält verschiedene Kooperationen, wie mit dem Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein, durch welche Athleten in Asklepios-Kliniken medizinische Versorgung angeboten werden. Zudem erhalten die Sportler Zugang zum offiziellen Medizinzentrum in der Asklepios Klinik St. Georg. Das Sportmedizinische Untersuchungszentrum ist seit 2023 vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lizenziert. Zusammen mit dem Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein und der Alskepios Medical School wird zudem seit 2022 an der Kooperation Partnerhochschule des Spitzensports teilgenommen. Dieses Projekt unterstützt Athleten durch Stipendienprogramme.
Asklepios betreibt in Hamburg das Institut für Klinische Forschung (IKF), welches gemeinnützig durch Spenden und Forschungsstipendien finanziert wird. Das Institut ist dabei Vermittler zwischen finanzieller Förderung und medizinischer Forschung, die keinen kommerziellen Hintergrund besitzt. Weiterhin betreibt die Gruppe das klinische Forschungsinstitut Asklepios Proresearch in Hamburg.
Die Gruppe bietet durch das Interdisziplinäres Zentrum für Telemedizin auch eine telemedizinische Versorgung, seit 2024 insbesondere für Patienten mit Herzinsuffizienz. Durch die Anwendung von Telemedizin werden Krankenhausaufenthalte vermieden oder verkürzt.
Standorte Die Asklepios-Kliniken-Gruppe agiert überwiegend auf dem deutschen Markt. In Deutschland werden in 14 Bundesländern 160 assoziierte Einrichtungen betrieben. Neben zahlreichen Krankenhäusern, darunter sechs Maximalversorgern, betreibt die Gruppe Fachkliniken, Psychiatrische Kliniken sowie Postakut- und Rehakliniken. Dazu gehören das führende Zentrum für Pneumologie in Gauting,Philipp Paulus: Asklepios liegt vorn. In: Bayerische Staatszeitung, S. 25, 14. November 2014. das größte Krankenhauscluster in privater Trägerschaft Europas und eine der größten Geburtskliniken Deutschlands in Hamburg sowie ein Universitätsklinikum in Marburg, das Universitätsklinikum Gießen und Marburg. Mit Medilys verfügt die Gruppe über eines der größten Kliniklabore Europas, in welchem jährlich über 10 Millionen Analysen und 18 Millionen Befunde vorgenommen werden. In der Blomenburg, einem ehemaligen Jagdschloss in Selent, betreibt Asklepios eine Privatklinik für Psychotherapie und Psychosomatik.
mini|Asklepios-Neurologische-Klinik Falkenstein mini|Asklepios-Klinik Birkenwerder mini|Asklepios-Katharina-Schroth-Klinik Bad Salzungen mini|Asklepios-Klinik Weißenfels
Deutschland (Auswahl) Baden-Württemberg: Asklepios Klinik Triberg, Triberg
Bayern: Asklepios Gesundheitszentrum Aidenbach, Aidenbach Asklepios Klinikum Bad Abbach, Bad Abbach Asklepios Zentrum für Rehabilitation Bad Abbach, Bad Abbach Asklepios Klinik Schaufling, Schaufling Asklepios Stadtklinik Bad Tölz, Bad Tölz Asklepios Gesundheitszentrum Bad Tölz, Bad Tölz Asklepios Fachkliniken München-Gauting, Gauting Asklepios Klinik Bad Griesbach, Bad Griesbach im Rottal Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe, Schwandorf Asklepios Klinik Lindau – Orthopädie und Unfallchirurgie, Lindau (Bodensee) Asklepios Klinik Oberviechtach, Oberviechtach Asklepios Klinik im Städtedreieck, Burglengenfeld
Brandenburg: Asklepios Klinik Birkenwerder, Birkenwerder Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt Asklepios Fachklinikum Brandenburg, Brandenburg Asklepios Fachklinikum Lübben, Lübben Asklepios Fachklinikum Teupitz, Teupitz
Hamburg – Asklepios Kliniken Hamburg: Asklepios Klinik St. Georg, Stadtteil St. Georg Asklepios Medical School Asklepios Klinik Wandsbek, Bezirk Wandsbek Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg-Barmbek-Nord Asklepios Klinik Nord, Betriebsteile in den Stadtteilen Ochsenzoll, Heidberg, Wandsbek Asklepios Klinik Altona, Bezirk Altona Asklepios Klinik Harburg, Stadtteil Heimfeld Asklepios Westklinikum Hamburg, Stadtteil Rissen
Hessen: Asklepios Klinik Lich (Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Gießen), Lich Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen, Bad Salzhausen Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein, Falkenstein (Königstein) Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden (Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main), Wiesbaden Asklepios Klinik Seligenstadt (Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main), Seligenstadt Asklepios Klinik Langen (Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main), Langen Asklepios Klinik für Psychische Gesundheit Langen, Langen Asklepios Schlossberg-Klinik Bad König, Bad König Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein, Alsbach-Hähnlein Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen (Akademische Lehrkrankenhäuser der Philipps-Universität Marburg), Bad Wildungen Asklepios Helenenklinik Bad Wildungen, Bad Wildungen Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen, Bad Wildungen Universitätsklinikum Gießen-Marburg (UKGM) (Akademisches Lehrkrankenhaus der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Philipps-Universität Marburg), Gießen bzw. Marburg Asklepios Klinik Schwalmstadt (Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg), Schwalmstadt
Mecklenburg-Vorpommern: Asklepios Klinik Parchim, Parchim Asklepios Klinik Pasewalk, Pasewalk
Niedersachsen: Asklepios Harzklinik Goslar (Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen), Goslar Asklepios Harzklinik Bad Harzburg, Bad Harzburg Asklepios Psychiatrie Niedersachsen Asklepios Fachklinikum Göttingen (Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen), Göttingen Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn (Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen), Rosdorf