José Manuel Jiménez Berroa, genannt Lico (* 7. Dezember 1855 in Trinidad, Kuba; † 15. Januar 1917 in Hamburg) war ein kubanischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge.Friedrich Jansa: Deutsche Tonkünstler und Musiker in Wort und Bild. Friedrich Jansa, Leipzig 1911, S. 835.
Leben und Wirken Jiménez Berroa erhielt den ersten Unterricht durch seinen Vater, José Julián Jiménez (1833–1898). Dieser hatte bereits am Konservatorium Leipzig Violine, Klavier und Komposition bei Ferdinand David, Ignaz Moscheles und Ritter studiert. Von seiner Tante mütterlicherseits, der Organistin, Komponistin und Dirigentin, Catalina Berroa Ojea (1849–1911), lernte er das Klavierspielen.
1867 kam Jiménez Berroa zusammen mit seinem Bruder, dem Cellisten Nicasio, nach Hamburg, wo er bei Carl Armbrust Klavier und Orgel studierte. 1869 ging er nach Leipzig, wo er am dortigen Konservatorium – wie schon sein Vater – bei Ignaz Moscheles sowie Carl Reinecke, Richter und Salomon Jadassohn studierte. 1875 schloss José Jiménez das Studium mit Diplom ab. Sein Bruder war bereits seit 1873 Mitglied des Gewandhausorchesters.
Bereits während seines Studiums bildete Jiménez Berroa mit seinem Bruder und seinem Vater das Jiménez-Trio, das sich Trío de los Negros oder Neger-Trio nannte und mit großem Erfolg zeitgenössische Salonmusik spielte. Es war eines der ersten afroamerikanischen Ensembles überhaupt in Europa. Das Trio unternahm ausgedehnte und erfolgreiche Konzertreisen durch alle Großstädte Europas und dessen Fürstenhöfe. Unter anderem traten sie 1873 beim 60. Geburtstag von Richard Wagner in Bayreuth auf.
Jiménez bewarb sich als Student am Conservatoire de Paris, wo er sich unter Ambroise Thomas und Antoine François Marmontel weiterbildete. 1876 bekam er das Diplom des Conservatoire und errang den 1. Preis. Danach folgte ein zweijähriger Aufenthalt auf Schloss Chenonceau.
1879 kehrte er zusammen mit seinem Vater nach Kuba zurück und war dort als Musikschulleiter und Pianist tätig. In dieser Zeit wurde sein Sohn Angel Zambrana geboren. Seine musikalische Karriere und der Betrieb seiner Musikschule wurde durch die dortige weiße Elite aus rassistischen Gründen behindert.
Im September 1890 ließ er sich als Konzertpianist und als Klavier- und Gesangslehrer in Hamburg nieder. Er wirkte am Konservatorium Krüß-Färber als Leiter der Ausländerklassen und seit 1892 als zweiter Direktor.
Er war mit der Deutschen Margaretha Sophie Emma Filter (1870–1942) verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, die Töchter Manuela und Andréa und der Sohn Adolfo.
Kompositionen (Auswahl) Elegie D-Dur Melodie E-Dur Polonaise für Violine und Klavier D-Dur Präludium und Fuge nach einem Thema von Bach in g-Moll Legende für Violine und Klavier g-Moll Murmelndes Lüftchen nach Adolf Jensen in Ges-Dur Fünf Lieder Valse Caprice Des-Dur Solitude A-Dur Spanische Rhapsodie g-Moll für 2 Klaviere Jota Aragonesa Kubanische Rhapsodie E-Dur Asra, e-Moll, nach einem Text von Heinrich Heine Estúdio sinfónico für Orchester
Literatur
Olavo Alén Rodríguez / Gudrun Weber: Zwischen Kuba und Deutschland, Leben und Wirken der kubanischen Musikerfamilie Jiménez, WeltTrends, Potsdam 2021, ISBN 978-3-947802-78-4 Weblinks
Webseite der Urenkelin (Zambranamusic Stiftung)
Website über den Pianisten und Komponisten (engl.)
Einzelnachweise
Kategorie:Komponist (Romantik) Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Kuba) Kategorie:Klassischer Pianist Kategorie:Musikpädagoge Kategorie:Kubaner Kategorie:Geboren 1855 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann