Die Frankfurt war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkrieges. Sie war das zweite Schiff der Wiesbaden-Klasse.
Geschichte Die Frankfurt wurde auf der Kaiserlichen Werft in Kiel (Baunummer 40) unter der Bezeichnung „Ersatz Hela“ gebaut. Sie lief am 30. März 1915 vom Stapel und wurde am 20. August in Dienst gestellt.
Nach dem Abschluss der Erprobungen am 12. Oktober 1915 wurde die Frankfurt der II. Aufklärungsgruppe zugeteilt. Sie führte Handelskrieg im Skagerrak und im Kattegat. Im März und April 1916 unternahm sie mehrere Vorstöße zur englischen Ostküste. In der Skagerrakschlacht war sie das Flaggschiff der II. Aufklärungsgruppe, die von Konteradmiral Friedrich Boedicker kommandiert wurde. Ihr Schwesterschiff Wiesbaden wurde in dieser Schlacht versenkt; die Frankfurt erhielt dagegen nur wenige Treffer. Nach ihrer Wiederinstandsetzung versah sie Vorposten- und Sicherungsdienste in der Nordsee.
Im Herbst 1917 nahm die Frankfurt an der Besetzung der Baltischen Inseln teil. Danach kehrte sie in die Nordsee zurück. Am 17. November 1917 kam es zum zweiten Seegefecht bei Helgoland. Die Frankfurt erhielt mehrere Treffer und hatte 6 Gefallene sowie 18 Verwundete zu beklagen.
Im letzten Kriegsjahr war die Frankfurt wieder im Vorposten- und Sicherungsdienst in der Nordsee sowie an diversen Mineneinsätzen beteiligt. Am 12. August 1918 kam das Schiff zur IV. Aufklärungsgruppe. Es löste dort den Minenkreuzer Brummer ab und wurde in die Ostsee verlegt. Schon fünf Tage später wurde die Frankfurt von dem Kleinen Kreuzer Regensburg abgelöst und kehrte in die Nordsee zurück. Nach einem Werftaufenthalt in Wilhelmshaven wurde die Frankfurt erneut in die Ostsee verlegt. Am 21. Oktober 1918 rammte sie versehentlich das Unterseeboot UB 89. Das U-Boot sank, wobei sieben Männer ertranken.
Nach Kriegsende wurde das Schiff in Scapa Flow interniert. Sein Ankerplatz befand sich im Norden der Bucht, nahe unter der Küste der Insel Mainland. Als am 21. Juni 1919 der Befehl zur Selbstversenkung gegeben wurde, öffnete man auch auf der Frankfurt die Seeventile. Den Briten gelang es jedoch, die Versenkung zu verhindern, indem sie das Schiff in flachem Wasser auf Grund setzten. Es wurde im März 1920 als Kriegsbeute an die Vereinigten Staaten ausgeliefert, kurzzeitig in Dienst gestellt und dort am 18. Juli 1921 bei Versuchen mit Fliegerbomben versenkt.DANFS: FrankfurtRonald Schaffer (1985): Wings of Judgment: American Bombing in World War II, S. 11 (online)
Kommandanten Fregattenkapitän/Kapitän zur See Thilo von TrothaAugust 1915 bis November 1916Fregattenkapitän/Kapitän zur See Fritz RebensburgNovember 1916 bis September 1917Fregattenkapitän/Kapitän zur See Otto Seidensticker September 1917 bis August 1918Fregattenkapitän Alfred Lassen August bis November 1918Kapitänleutnant Hans Beesel Internierungskommandant
Verbleib Das Schiff wurde am 18. Juli 1921 als Zielschiff für Luftangriffe von der United States Navy versenkt.
Bildergalerie
Literatur Gerhard Koop, Klaus-Peter Schmolke: Schiffsklassen und Schiffstypen der deutschen Marine. Band 12: Kleine Kreuzer 1903–1918. Bremen bis Cöln-Klasse. Bernard & Graefe, München 2004, ISBN 3-7637-6252-3.
Weblinks german-navy.de Wochenschauaufnahme der British Pathe vom 24. August 1921 von der Bombardierung und dem Untergang der Frankfurt
Fußnoten
Kategorie:Wiesbaden-Klasse Kategorie:Schiff im Ersten Weltkrieg Kategorie:Kaiserliche Werft Kiel