Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE; , PES; , PSE) ist eine europäische politische Partei. Sie umfasst 33 sozialdemokratische und sozialistische Parteien sowie Arbeiterparteien aus der gesamten Europäischen Union, aus dem Vereinigten Königreich und aus Norwegen sowie weitere assoziierte Parteien aus mehreren anderen europäischen Ländern. Im Europäischen Parlament gehören ihr der 720 Europaabgeordneten an. Die Fraktion der SPE trägt den Namen Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (S&D) und umfasst Mitglieder.

Mitgliedsparteien Vollmitglieder Staat Partei Abkürzung MdEP NationaleAbgeordnete Parti Socialiste/Sozialistische ParteiPS/SPVooruitVBălgarska Socialističeska PartijaBSPSocialdemokraterneSSozialdemokratische Partei DeutschlandsSPDSotsiaaldemokraatlik ErakondSDESuomen sosialidemokraattinen puolueSDPParti socialistePSPlace publiquePPPanellinio Sosialistiko KinimaPASOKLabour PartyLAB Partito Socialista ItalianoPSPartito DemocraticoPDSocijaldemokratska partija HrvatskeSDPSociāldemokrātiskā partija „Saskaņa“SDPSLietuvos socialdemokratų partijaLSDP Lëtzebuerger Sozialistesch AarbechterparteiLSAPPartit LaburistaPLArbeiderpartietApSozialdemokratische Partei Österreichs SPÖ Nowa LewicaNLPartido SocialistaPSPartidul Social DemocratPSDSveriges socialdemokratiska arbetarepartiSAPSocialni demokratiSDPartido Socialista Obrero EspañolPSOESociální demokracieSOCDEM Magyar Szocialista PártMSZPDemokratikus KoalícióDKLabour PartyLabour ()Social Democratic and Labour PartySDLPKinima SosialdimokratonEDEK

Assoziierte Parteien StaatParteiAbkürzungMdEPPartia Socialiste e ShqipërisëPSSSocijaldemokratska partija Bosne i HercegovineSDPPartei bulgarischer SozialdemokratenPBSSamfylkinginLëvizja Vetëvendosje!LVVPartidul Social Democrat EuropeanPSDE Demokratska Partija Socijalista Crne GoreDPSSocijaldemokratska Partija Crne GoreSDP Socijaldemokratski Sojuz na MakedonijaSDSMSozialdemokratische Partei der SchweizSPDemokratska StrankaDSStranka slobode i pravdeSSPHlas – sociálna demokraciaHLAS(fraktionslos) Cumhuriyet Halk PartisiCHPHalkların Eşitlik ve Demokrasi PartisiDEM Parti

Parteien mit Beobachterstatus StaatParteiAbkürzungMdEPÄgyptische Sozialdemokratische ParteiESDPPartit SocialdemòcrataPSArmenische Revolutionäre FöderationARF HramadaBSDPNarodnaya HramadaBSDP HAwodaLatvijas Sociāldemokrātiskā Strādnieku partijaLSDSPUnion Socialiste des Forces PopulairesUSFPFatahPro RomâniaPROPartito dei Socialisti e dei DemocraticiPSDDemokratisches Forum für Arbeit und FreiheitEttakatolCumhuriyetçi Türk PartisiCTP

Darüber hinaus gehören der S&D-Fraktion im Europäischen Parlament Abgeordnete anderer Parteien an, die an keiner Europapartei beteiligt sind oder an einer, die nur wenige Abgeordnete stellt. Beispiele hierfür sind die italienische Partei Democrazia Solidale oder Dimokratiko Komma aus der Republik Zypern.

Geschichte Die Anfänge der internationalen Kooperation zwischen sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien gehen auf die Arbeiterbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die gemeinsame Mitgliedschaft in der Sozialistischen Internationale bildete für die sozialdemokratischen und sozialistischen Parteien in West-Europa die Grundlage für ihre Zusammenarbeit im Rahmen der sich abzeichnenden europäischen Integration.

Im Januar 1957 führten sozialdemokratische Parteien der Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) erstmals einen Kongress in Luxemburg durch und verständigten sich auf die Schaffung eines Verbindungsbüros (). Auf dem 8. Kongress Ende Juni 1971 in Brüssel wurde das Verbindungsbüro in umbenannt.

Auf der Sitzung des Verbindungsbüros am 5. April 1974 in Luxemburg wurde der in Deutschland bezeichnete Bund der Sozialdemokratischen Parteien der Europäischen Gemeinschaft als europäischer Parteienzusammenschluss gegründet. Die Parteien konnten sich allerdings nicht auf einen einheitlichen Namen einigen, was zu einer unterschiedlichen Definition des Parteizusammenschlusses führte: federatie in den Niederlanden, union in Frankreich, Bund in Deutschland, confederation in Großbritannien, confederazione in Italien und samenslutingen in Dänemark. Der Sitz des Parteibüros wurde kurze Zeit später von Luxemburg nach Brüssel verlegt. Der erste Präsident des Bundes wurde der Deutsche Wilhelm Dröscher (SPD), ihm zur Seite standen die zwei Stellvertreter Sicco Mansholt (ehemaliger Präsident der EG-Kommission) und Robert Pontillon (Internationaler Sekretär der französischen Sozialisten).

Nach den ersten unmittelbaren Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 1979 stellten die Mitgliedsparteien des Bundes die meisten Abgeordneten und konnten mit 113 gegenüber den 107 Parlamentariern der EVP die stärkste Fraktion bilden.

Die zweiten Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni 1984 konnten die im Bund zusammenschlossenen Parteien deutlicher als gegenüber 1979 gewinnen und bildeten in der zweiten Legislaturperiode mit 130 Fraktionsmitgliedern gegenüber 110 der EVP erneut die stärkste Gruppierung im Parlament.

Aufgrund des Maastricht-Vertrages zur Gründung der Europäischen Union und des revidierten EG-Vertrag mit Artikel 138a der eine Norm zu europäischen Parteien beinhaltet, wurde auf dem Kongress in Den Haag am 9. und 10. November 1992 die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) gegründet (in den Landessprachen einiger Mitgliedsparteien unter dem Namen Sozialistische Partei Europas). Ebenfalls 1992 schlossen sich die sozialistischen und sozialdemokratischen Jugendorganisationen als Europäische Jungsozialisten (ECOSY) zusammen.

Die europäische Parteienvereinigung besteht aus 32 Parteien aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie der norwegischen Arbeiderpartiet. In Kroatien, Nordmazedonien, der Schweiz und der Türkei ist die SPE mit assoziierten Parteien vertreten.

Von April 2004 bis zum 24. November 2011 war der ehemalige dänische Ministerpräsident und Europaabgeordnete Poul Nyrup Rasmussen Vorsitzender der SPE. Sein Nachfolger ist der Vorsitzende der Bulgarischen Sozialistischen Partei Sergei Stanischew, welcher das Amt zunächst als Interimspräsident ausübte und auf dem Parteikongress im September 2012 formell im Amt bestätigt wurde.

Im Europäischen Parlament bildet die SPE eine eigene Fraktion, der jedoch auch einige nationale Parteien angehören, die nicht Mitglied der SPE sind. Die Progressive Allianz der Sozialisten und Demokraten (S&D) ist seit der Europawahl 2009 mit 184 Sitzen die zweitstärkste Fraktion des Parlaments und die einzige, die Mitglieder aus allen 27 EU-Staaten hat. Fraktionsvorsitzender ist der österreichische Sozialdemokrat Hannes Swoboda.

Parteivorsitzende

Die folgende Liste führt die Präsidenten der SPE (bzw. bis November 1992 des Bundes der Sozialdemokratischen Parteien der EG) auf.

PräsidentStaatNationale Partei Amtszeit1.Wilhelm DröscherSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)April 1974November 19772.Robert PontillonParti Socialiste (PS)Januar 1978März 19803.Joop den UylPartij van de Arbeid (PvdA)März 1980Mai 19874.Vítor ConstâncioPartido Socialista (PS)Mai 1987Januar 19895.Guy SpitaelsParti Socialiste (PS)Februar 1989Mai 19926.Willy ClaesSocialistische Partij Anders (sp.a)November 1992Oktober 19947.Rudolf ScharpingSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)März 1995Mai 20018.Robin CookLabour PartyMai 200124. April 20049.Poul Nyrup RasmussenSocialdemokraterne (S) 24. April 2004 24. November 201110.Sergei StanischewBulgarische Sozialistische Partei (BSP) 24. November 2011 14. Oktober 202211.Stefan LöfvenSveriges socialdemokratiska arbetareparti (S) 14. Oktober 2022 –

Generalsekretäre

GeneralsekretärStaatNationale Partei Amtszeit1.Manfred MichelSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)April 1974Juli 19772.Dick ToornstraPartij van de Arbeid (PvdA)Juli 1977November 19823.Mauro GiallombardoPartito Socialista Italiano (PSI)November 1982Oktober 19894.Axel HanischSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)Oktober 1989November 19925.Jean-François VallinParti Socialiste (PS)November 1992September 19996.Antony BeumerPartij van de Arbeid (PvdA)September 1999Juni 20047.Philip CorderyParti Socialiste (PS)Juni 2004 September 20128.Achim PostSozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)September 2012 November 20239.Giacomo FilibeckPartito Democratico (PD)November 2023 -

Parteikongress Die SPE organisiert alle zweieinhalb Jahre einen europaweiten Kongress, einmal im Jahr der Wahlen zum Europäischen Parlament, und einmal zur Halbzeit.

SPE-Mitglieder in europäischen Institutionen

Überblick Organisation Institution Sitze Europäisches Parlament Europäische Kommission Europäischer Rat(Staats- und Regierungschefs)

Europäischer Rat mini|Länder mit SPE-Ratsmitglied sind rot markiert

Die SPE stellt derzeit (Mai 2025) drei der 27 Mitglieder (Staats- und/oder Regierungschefs) des Europäischen Rats:

: Pedro Sánchez (PSOE) : Robert Abela (PL) : Mette Frederiksen (A)

Außerdem stellt die SPE mit dem Portugiesen António Costa (PS) den nicht stimmberechtigten Ratspräsidenten.

Europäische Kommission Der seit dem 1. Dezember 2024 amtierenden Kommission von der Leyen II gehören vier Kommissare aus Mitgliedsparteien der SPE an. Zwei davon sind Vizepräsidentinnen der Kommission.

Europäisches Parlament Zuletzt war aus den Reihen der SPE von 2019 bis 2022 der Italiener David Sassoli von der PD Präsident des Europäischen Parlaments. Die SPE stellt derzeit der insgesamt Europaabgeordneten.

Mitgliedschaften Die SPE ist Mitglied in der Europäischen Bewegung International und der Sozialistischen Internationalen.

Finanzierung Als registrierte europäische politische Partei hat die Partei Anspruch auf öffentliche europäische Finanzmittel, die sie seit 2004 kontinuierlich erhält.

Nachstehend ist die Entwicklung der europäischen öffentlichen Mittel dargestellt, die die Partei erhalten hat.

In Übereinstimmung mit der Verordnung über europäische politische Parteien und europäische politische Stiftungen sammelt die Partei auch private Mittel, um ihre Aktivitäten mitzufinanzieren. Ab 2025 müssen europäische Parteien mindestens 10 % ihrer erstattungsfähigen Ausgaben aus privaten Quellen aufbringen, während der Rest aus europäischen öffentlichen Mitteln gedeckt werden kann.Für die Zwecke der europäischen Parteienfinanzierung beziehen sich „Beiträge“ auf finanzielle oder Sachleistungen von Parteimitgliedern, während „Spenden“ dasselbe bezeichnen, jedoch von Nichtmitgliedern geleistet werden.

Nachstehend ist die Entwicklung der von der Partei erhaltenen Beiträge und Spenden dargestellt.

Weblinks Socialists & Democrats Informationen zur SPE im Register der Behörde für Europäische Politische Parteien SPD-Europaabgeordnete SPÖ-Europaabgeordnete Andreas von Gehlen: Europäische Parteiendemokratie? Publikation mit ausführlicher Untersuchung der Geschichte, Organisationsform und Programmatik der SPE Björn Hacker, Gero Maaß: Ein Grundsatzprogramm für die SPE: Baustellen, Gemeinsamkeiten und Eckpunkte aus deutscher Perspektive. (PDF; 115 kB.) Friedrich-Ebert-Stiftung, 2010 Aktenbestand der Sozialistischen Fraktion des EP im Historischen Archiv der EU in Florenz

Einzelnachweise

Kategorie:Europäische politische Partei Kategorie:Sozialdemokratische Partei Kategorie:Parteigründung 1992