Der Landkreis Schaumburg-Lippe mit Sitz in Stadthagen war bis 1977 ein Landkreis in Niedersachsen. Sein Gebiet ging aus dem Land Schaumburg-Lippe hervor, das 1946 Teil von Niedersachsen wurde, und gehört heute größtenteils zum Landkreis Schaumburg.

Nachbarkreise Der Landkreis Schaumburg-Lippe grenzte 1977 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Nienburg/Weser, Hannover und Grafschaft Schaumburg in Niedersachsen sowie an den Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen.

Geschichte Der Landkreis ging 1946 aus dem Freistaat Schaumburg-Lippe hervor, der seinerseits vorher in die kreisfreien Städte Bückeburg und Stadthagen sowie die Landkreise Bückeburg und Stadthagen unterteilt war.

Die Gemeinde Schöttlingen bildete ursprünglich eine Exklave des Landkreises Grafschaft Schaumburg und wurde 1955 in den sie umschließenden Landkreis Schaumburg-Lippe umgegliedert.Gesetz über die Eingliederung der Gemeinden Beeke und Rösehöfe, Landkreis Schaumburg-Lippe, in die, Stadt Obernkirchen, Landkreis Grafschaft Schaumburg, und über die Umgliederung der Gemeinde Schöttlingen, Landkreis Grafschaft Schaumburg, in den Landkreis Schaumburg-Lippe, Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt 1954 Im Gegenzug kamen die beiden schaumburg-lippischen Gemeinden Beeke und Rösehöfe zum Landkreis Grafschaft Schaumburg und wurden in die Stadt Obernkirchen eingemeindet. Am 1. Oktober 1971 wurde die Gemeinde Frille in den Kreis Minden des Landes Nordrhein-Westfalen umgegliedert und mit der dortigen Gemeinde Frille zusammengeschlossen. Seit dem 19. Jahrhundert hatten beiderseits der Landesgrenze sowohl eine westfälische als auch eine schaumburg-lippische Gemeinde Frille existiert.

Weitere Grenzänderungen fanden am 1. März 1974 statt: Liekwegen aus dem Landkreis Grafschaft Schaumburg wurde nach Nienstädt eingemeindet. Ottensen aus dem Landkreis Grafschaft Schaumburg wurde nach Lindhorst eingemeindet. Reinsen aus dem Landkreis Grafschaft Schaumburg wurde nach Stadthagen eingemeindet. Schermbeck aus dem Landkreis Grafschaft Schaumburg wurde nach Luhden eingemeindet. Gelldorf und Vehlen, schieden aus dem Landkreis aus und wurden nach Obernkirchen im Landkreis Grafschaft Schaumburg eingemeindet. Großenheidorn und Steinhude schieden aus dem Landkreis aus und wurde nach Wunstorf im Landkreis Hannover eingemeindet. Nienbrügge schied aus dem Landkreis aus und wurde nach Sachsenhagen im Landkreis Grafschaft Schaumburg eingemeindet. Steinbergen schied aus dem Landkreis aus und wurde nach Rinteln im Landkreis Grafschaft Schaumburg eingemeindet. Wiedensahl wechselte aus dem Landkreis Nienburg in den Landkreis Schaumburg-Lippe.

Durch weitere Zusammenschlüsse verringerte sich die Zahl der Gemeinden von 63 im Jahre 1967 auf 20, darunter die beiden Städte Bückeburg und Stadthagen. Im Zuge der niedersächsischen Kreisreform wurde der Landkreis am 1. August 1977 mit dem Landkreis Grafschaft Schaumburg zum Landkreis Schaumburg mit der Kreisstadt Stadthagen zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1950 85.443 1960 77.300 1970 84.600 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 1977 82.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1978

Gemeinden

Die folgende Tabelle listet alle Gemeinden, die dem Landkreis Schaumburg-Lippe angehörten, mit ihrer Einwohnerzahl (Stand 1961) sowie allen Eingemeindungen:Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindestatistik Niedersachsen 1960/61. Teil 1: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Hannover 1964, S. 74–80. GemeindeEw.1961eingemeindet nachDatum derEingemeindungAnmerkung Achum 677 Bückeburg 1. März 1974 Ahnsen 1.047 Altenhagen 805 Hagenburg 1. Juli 1970 Bad Eilsen 1.346 Beeke Obernkirchen (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. April 1955 Bergdorf 388 Bückeburg 1. März 1974 Bergkirchen 295 Wölpinghausen 1. März 1974 Buchholz 721 Bückeburg 11.933 Cammer 638 Bückeburg 1. März 1974 Enzen 899 Stadthagen 1. März 1974 Evesen 2.698 Bückeburg 1. März 1974 Frille 377 Frille (Kreis Minden)Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) 1. Oktober 19711. Januar 1973 am 1. Oktober 1971 zu Nordrhein-Westfalen Gelldorf 1057 Obernkirchen (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. März 1974 Großenheidorn 2.026 Wunstorf (Lkr. Hannover) 1. März 1974 Habichhorst-Blyinghausen 156 Stadthagen 1. März 1974 Hagenburg 1.862 Heeßen 590 Helpsen 680 Hespe-Hiddensen 829 Hespe 1. März 1974 Heuerßen 232 Hobbensen 185 Stadthagen 1. März 1974 Hörkamp-Langenbruch 444 Stadthagen 1. März 1974 Hülshagen 513 Lauenhagen 1. März 1974 Kirchhorsten 634 Helpsen 1. März 1974 Kobbensen 273 Heuerßen 1. März 1974 Krebshagen 449 Stadthagen 1. März 1974 Kuckshagen 80 Meerbeck 1. März 1974 Lauenhagen 670 Levesen 271 Hespe 1. März 1974 Lindhorst 4.305 Lüdersfeld 807 Luhden 776 Meerbeck 928 Meinsen 721 Bückeburg 1. März 1974 Müsingen 415 Bückeburg 1. März 1974 Niedernholz Lüdersfeld 1. April 1956 Niedernwöhren 1.739 Nienbrügge 244 Sachsenhagen (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. März 1974 Nienstädt 2.127 Nordsehl 1.131 Obernwöhren 476 Stadthagen 1. März 1974 Pollhagen 1.076 Probsthagen 376 Stadthagen 1. März 1974 Reinsen 115 Stadthagen 1. März 1974 Rösehöfe Obernkirchen (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. April 1955 Rusbend 480 Bückeburg 1. März 1974 Scheie 631 Bückeburg 1. März 1974 Schierneichen-Deinsen 310 Seggebruch 1. März 1974 Schmalenbruch-Windhorn 157 Wölpinghausen 1. März 1974 Schöttlingen 115 Lindhorst 1. März 1974 bis zum 1. April 1955 im Lkr. Grafschaft Schaumburg Seggebruch 427 Stadthagen 14.865 Steinbergen 1.618 Rinteln (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. März 1974 Steinhude 3.912 Wunstorf (Lkr. Hannover) 1. März 1974 Stemmen 481 Hespe 1. März 1974 Südhorsten 601 Helpsen 1. März 1974 Sülbeck 1.226 Nienstädt 1. Juli 1968 Tallensen-Echtorf 471 Seggebruch 1. März 1974 Vehlen 1.053 Obernkirchen (Lkr. Grafschaft Schaumburg) 1. März 1974 Volksdorf 455 Meerbeck 1. März 1974 Vornhagen 300 Lüdersfeld 1. März 1974 Warber 690 Bückeburg 1. März 1974 Wendthagen-Ehlen 1.009 Stadthagen 1. März 1974 Wiedenbrügge 333 Wölpinghausen 1. März 1974 Wiedensahl bis zum 1. März 1974 Landkreis Nienburg Wölpinghausen 726

Daneben bestanden im Landkreis Schaumburg-Lippe noch mehrere gemeindefreie Gebiete:Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) GemeindefreiesGebietEw.1961eingemeindet nachDatum derEingemeindungAnmerkung Baum 145 Bückeburg 1. März 1974 22,0 km² Brandshof 1 Wendthagen-Ehlen 1. Juli 1966 14,0 km² Harrl 0 Bad EilsenBückeburg 1. Juli 1965 1,0 km² an Bad Eilsen, 1,6 km² an Bückeburg Landwehr 25 NiedernwöhrenVolksdorf 1. Januar 1972 5,1 km² an Niedernwöhren, 2,0 km² an Volksdorf Spießingshol 46 Wölpinghausen 1. Januar 1972 10,2 km²

Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen STH zugewiesen. Es leitete sich von der Kreisstadt Stadthagen ab und wurde bis zum 30. Juni 1978 ausgegeben.

Gemeindepartnerschaften Eine Gemeindepartnerschaft bestand seit 1969 mit der Stadt Soissons in Frankreich. Diese wird vom Nachfolger Landkreis Schaumburg fortgeführt.

Einzelnachweise

Schaumburglippe Kategorie:Geschichte (Landkreis Schaumburg) Kategorie:Stadthagen SchaumburgLippe Kategorie:Aufgelöst 1977