mini|hochkant=1.25|Katholische Kirche St. Jakobus Poppenhausen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie Poppenhausen liegt in der Region Main-Rhön. Im Gemeindegebiet entspringt das Flüsschen Wern.

Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Hain (Kirchdorf) Kronungen (Pfarrdorf) Kützberg (Pfarrdorf) Maibach (Pfarrdorf) Pfersdorf (Pfarrdorf) Poppenhausen (Pfarrdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach, Pfersdorf und Poppenhausen. Die Gemarkung Poppenhausen hat eine Fläche von 7,455 km². Sie ist in 1643 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4537,70 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Rannungen, Dittelbrunn, Niederwerrn, Euerbach, Sulzthal, Ramsthal und Oerlenbach.

Etymologie Das Bestimmungswort „Poppen“ kommt vom Personennamen „Boppo“ oder „Poppo“, einer Kurzform von „Bodebert“. Bodebert heißt „der als Gebieter Glänzende“, ein Name, der besonders bei dem Adelsgeschlecht der Henneberger (Grafschaft Henneberg) sehr beliebt war. Die Bedeutung des Ortsnamens Poppenhausen, mundartlich Bobbahausa, ist demnach „zu den Häusern des Bodebert gehörend“.

Geschichte Geschichte Poppenhausens bis zur Gemeindegründung Die ältesten Siedlungszeugnisse (Grab am Wiesberg) stammen aus der Zeit 750 bis 450 v. Chr. Am 8. Dezember 1223 wurde Poppenhausen erstmals urkundlich erwähnt. 1517 wurde der Turm der Pfarrkirche errichtet. 1525 beteiligten sich Poppenhäuser Bauern im Bauernkrieg an der Zerstörung des Amtssitzes in Ebenhausen. 1595 wurde Jakobus der Ältere zum Kirchenpatron bestimmt. 1659 kam es zur Einquartierung von Truppen des schwedischen Generals Wrangel. 1730 erfolgte der Bau der Heeresstraße Meiningen–Münnerstadt–Schweinfurt durch Poppenhausen. 1743 baute der Maurermeister Johann Müller aus Eßleben die Pfarrkirche. Seit 1779 verläuft die Staatsstraße Würzburg–Meiningen durch Poppenhausen. Seit 1785 führten die Reiserouten der Wernecker Poststation nach Bad Kissingen, Bad Bocklet und Münnerstadt durch Poppenhausen. 1791 wurde die Brauerei Werner gegründet. Am 9. November 1802 wurde die Poststation mit Posthalterei der Kaiserlichen Generaldirektion Regensburg errichtet. Als Teil des Hochstiftes Würzburg lag Poppenhausen seit 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel 1814 mit diesem endgültig an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1971 schlossen sich die Gemeinden Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach und Pfersdorf zur Großgemeinde Poppenhausen zusammen.

Weitere Ereignisse 18. August 1680 Grundsteinlegung des Pfarrhofs Pfersdorf 1871 Bau des Bahnhofs an der Strecke Schweinfurt–Bad Kissingen (Fertigstellung der Strecke am 19. Oktober 1871) 18. Mai 1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 15. Dezember 1874 zweigleisige Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen durch Poppenhausen 1936 Gründung des Zweckverbandes Rhön-Maintalgruppe 1938 Vergrößerung der Pfarrkirche 6. März 1942 Einziehung der Kirchenglocken für Rüstungszwecke 9. April 1945 Einmarsch der Amerikaner 1953 Erweiterung der Pfarrkirche durch zwei Seitenflügel, Beginn der Flurbereinigung 1. September 1954 Poppenhausen wird selbständige Pfarrei (vorher Expositur von Ebenhausen) 1958 Erstellung eines Flächennutzungsplanes 7. Februar 1960 Bezug der neuen Volksschule 4. Dezember 1960 Einweihung des ersten Pfarr- und Jugendheimes 1961 Fertigstellung der Ortskanalisation 1. Juni 1966 Gründung der Verbandsschule Poppenhausen, Maibach, Hain und Pfersdorf 2014 Renovierung der Grund- und Mittelschule Poppenhausen

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1971 die Gemeinden Hain, Kronungen, Kützberg, Maibach und Pfersdorf eingegliedert.

Geschichte der Gemeindeteile Pfersdorf: erste urkundliche Erwähnung 763, eines der ältesten Dörfer des Landkreises Schweinfurt Kronungen: erste urkundliche Erwähnung 779 Maibach: erste urkundliche Erwähnung 791 Kützberg: erste urkundliche Erwähnung 1237 Hain: erste urkundliche Erwähnung 1302

Einwohnerentwicklung + Poppenhausen(vor den Eingemeindungen1971) Jahr Einwohner 1892 ca. 500 1939 ca. 700 1953 ca. 1.000 1961 ca. 1.099 1967 ca. 1.500 1970 ca. 1.450 + Poppenhausen(in denheutigen Grenzen) Jahr Einwohner 1961 3.328 1970 3.723 1987 3.682 1991 4.035 1995 4.103 2000 4.056 2005 4.198 2010 4.042 2015 4.364 2018 4.355 Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 3757 auf 4355 um 598 Einwohner bzw. um 15,9 %. Quelle: BayLfStat

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte zu folgender Verteilung der 16 Sitze des Gemeinderats: Liste Sitze Wählergemeinschaft CSU/Bürgerverein 6 Wählergemeinschaft Kützberg 4 Christliche Dorfgemeinschaft Pfersdorf 2 Christliche Dorfgemeinschaft Maibach 2 Freie Wählergemeinschaft Kronungen 1 Freie Wählergemeinschaft Hain 1

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Ludwig Bernhard Nätscher (CSU); dieser wurde am 15. März 2020 bei einer Wahlbeteiligung von 62,2 % mit 71,8 % der Stimmen wieder gewählt und gehört ebenfalls dem Gemeinderat an.

Wappen

Gemeindefinanzen Im Jahr 2022 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 4.368.000 Euro, davon waren 1.074.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Interkommunale Allianz Die Gemeinde ist Mitglied in der Interkommunalen Allianz Oberes Werntal.

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2010 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 333 und im Bereich Handel und Verkehr 75 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 44 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1526. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe waren es fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2010 44 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2476 Hektar, davon waren 1876 Hektar Ackerfläche und 599 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr Die B 19 (Eisenach – Mellrichstadt – Würzburg–Ulm – Oberstdorf) und die B 286 (Enzlar – Gerolzhofen – Schweinfurt – Bad Kissingen – Bad Brückenau) führen direkt an Poppenhausen vorbei. Die A 71 ist über die Anschlussstelle (29) Poppenhausen/Dittelbrunn zu erreichen. An den Bahnverkehr ist der Ort über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schweinfurt–Meiningen angebunden, ferner fährt mittlerweile unter der Woche die Buslinie Rannungen – Pfändhausen – Holzhausen – Schweinfurt auch über das Pfarrdorf Poppenhausen.

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2010): Je einen Kindergarten in den Ortsteilen Kronungen, Kützberg, Maibach, Pfersdorf; insgesamt 178 Kindergartenplätze und 154 betreute Kinder Zwei Volksschulen mit 26 Lehrkräften, die in 18 Klassen insgesamt 361 Schüler unterrichten

Vereine Die Musikkapelle Poppenhausen e. V. hat eine lange Tradition, ein genaues Gründungsdatum ist nicht bekannt. Seit 1995 ist die Musikkapelle Poppenhausen ein eingetragener Verein. Die Musiker kommen hauptsächlich aus Poppenhausen, Hain und den umliegenden Gemeinden. Die Nachwuchsmusiker werden größtenteils im Verein ausgebildet. Neben vielen kleinen Auftritten finden alljährlich jeweils ein Frühjahrskonzert und ein Böhmischer Abend statt.

Persönlichkeiten Placidus Muth (1753–1821), Benediktiner, Theologe und Hochschullehrer Gerhard Kleinhenz (1940–2015), Wirtschaftswissenschaftler

Literatur Emil Bachmann: Poppenhausen wie es leibt und lebt. Verlag Weppert KG, Schweinfurt 1968. Broschüre: 250 Jahre St. Jakobus Poppenhausen 1744–1994. Karl Treutwein: Unterfranken. Verlag Glock und Lutz, Nürnberg 1967. Karl Treutwein: Die Ortsnamen des Landkreises Schweinfurt.

Weblinks

Gemeinde Poppenhausen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Schweinfurt Kategorie:Ersterwähnung 1223 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Schweinfurt