mini|Schulterabzeichen der 2. US-Infanteriedivision Die 2nd Infantry Division () ist ein Großverband der United States Army mit Hauptquartier in Camp Red Cloud in Uijeongbu nördlich nahe der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Sie ist den US Forces Korea unterstellt und Teil der 8. US-Armee. Kommandeur des etwa 18.000 Mann starken Verbandes ist derzeit (Januar 2025) Major General Charles T. Lombardo.
Die 2. US-Infanteriedivision trägt die militärische Hauptlast der US-amerikanischen Bündnisverpflichtungen gegenüber der Republik Korea.2nd Infantry Division "Warriors" Second to None / Warrior Division – GlobalSecurity.org (englisch): „[…] The 2ID is the major US ground combat unit in Korea.[…]“, eingesehen am 24. Februar 2008
Geläufige Spitznamen des Verbandes sind Warrior Division (dt.: „Kriegerdivision“) und Indianhead Division (dt.: „Indianerkopfdivision“). Das Motto der Division lautet in Anspielung auf ihre Nummerierung second to none (dt. „niemandem in etwas nachstehend“).
Geschichte Aufstellung und Erster Weltkrieg mini|Georges Scott: American Marines in Belleau Wood (1918) mini|hochkant|Generalmajor Omar Bundy
Die 2. US-Infanteriedivision wurde am 26. Oktober 1917, während des Ersten Weltkrieges, im französischen Bourmont in der Champagne aufgestellt, um das amerikanische Expeditionskorps in Frankreich zeitnah zu verstärken. Als solche ist sie eine der wenigen amerikanischen Divisionen, die nicht auf heimischem Boden aufgestellt wurden, und seitdem ununterbrochen im Dienst., eingesehen am 12. November 2012 (englisch) Zur Zeit der Aktivierung setzte sie sich aus einer Infanteriebrigade, einer Brigade Marineinfanteristen und einer Artilleriebrigade sowie verschiedenen Unterstützungseinheiten zusammen. Zweimal befehligten Kommandeure der Marineinfanterie, nämlich Charles A. Doyen und John A. Lejeune, die Heeresdivision einer anderen Teilstreitkraft, was bis heute einzigartig in der Militärgeschichte der Vereinigten Staaten ist. Während des Winters 1917/18 schulten französische Veteranen die Soldaten der Division in Taktik und Gefechtsführung des französischen Heeres, um im Frühjahr als Teil des amerikanischen Expeditionskorps die entschlossenen deutschen Vorstöße in Richtung Paris aufzuhalten. In der Schlacht im Wald von Belleau und bei Château-Thierry 1918 erlitt der Verband seine ersten spürbaren Verluste. Nach zwei Siegen in den Schlachten bei Soissons und Reims erhielt die Division ihre erste Verbandsauszeichnung, als Frankreich ihr das Fourragère in den Farben des Croix de guerre („Kriegskreuz“) verlieh. Gegen Ende des Krieges nahm die Indianhead Division an der Schlacht von St. Mihiel und der Meuse-Argonne-Offensive teil, die nach Auffassung amerikanischer Historiker kriegsentscheidend war, während deutsche Militärhistoriker die Bedeutung dieser Schlacht als gering einstufen. Als am 11. November 1918 der Waffenstillstand erklärt wurde, marschierte die 2. US-Infanteriedivision in Deutschland ein, um für die Dauer der Friedensverhandlungen bis 1919 als De-facto-Besatzungsverband zu fungieren.
Insgesamt betrugen die Verluste der 2. US-Infanteriedivision im Ersten Weltkrieg 4.478 Gefallene und 17.752 Verwundete. (englisch)
Zwischen den Weltkriegen Nach der Rückkehr in die Vereinigten Staaten wurde der Verband in Fort Sam Houston im US-Bundesstaat Texas stationiert, wo er für die nächsten 23 Jahre als Experimentalverband operierte, der die modernsten Gefechtskonzepte, Taktiken und Waffen des Heeres erprobte. 1940 wurde die Division das erste Mal umorganisiert und erhielt, gemäß dem neuen triangulären Divisionskonzept der Army, das fortan drei Einsatzbrigaden pro Division vorsah, eine dritte Kampfbrigade.
Zweiter Weltkrieg mini|Soldaten der 2. US-Infanteriedivision am Strand Omaha Beach am 7. Juni 1944 mini|hochkant|General Walter M. Robertson Im Rahmen der Vorbereitung der Operation Overlord, der alliierten Landung in der Normandie, wurde die Indianhead Division im Oktober 1943 nach Nordirland verlegt.2nd Infantry Division "Warriors" Second to None / Warrior Division – GlobalSecurity.org (englisch), eingesehen am 4. Februar 2010 Ihren ersten Kampfeinsatz im Zweiten Weltkrieg erlebte die Division nach ihrer Landung auf dem Strandabschnitt Omaha Beach am 7. Juni 1944.
Nach einem von beiden Seiten mit äußerster Härte geführten, 39 Tage andauernden Gefecht, nahm die Division am 18. September 1944 den wichtigen Kriegshafen und die Stadt Brest ein. Während der Ardennenoffensive im Winter 1944 errichtete die 2. US-Infanteriedivision eine Verteidigungsstellung in der Nähe des belgischen Ortes Sankt Vith, die dem deutschen Angriff standhielt und somit die Einnahme Lüttichs und das Erreichen von Antwerpen verhinderte. Am 2. Februar 1945 nahm die Division an der alliierten Großoffensive auf Deutschland teil und erreichte am 9. März 1945 den Rhein.
Die Einheit überquerte den Rhein am 21. März 1945 und besetzte anschließend Hadamar und Limburg. Am 8. April 1945 erreichte die 2. Infanteriedivision Göttingen, am 15. April 1945 besetzte sie Merseburg und am 18. April 1945 erreichte sie Leipzig, das nur noch von wenigen deutschen Einheiten verteidigt wurde.Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Foto von Robert Capa: American soldiers crossing Zeppelin Bridge, Leipzig, Germany, April 18, 1945 An der Mulde endete der Vorstoß und die Einheit schwenkte circa 300 km nach Süden und erreichte am 4. Mai 1945 das Gebiet der früheren Tschechoslowakei. Sie wurde nun aus der 1. US-Armee herausgenommen und der 3. US-Armee unter General George S. Patton unterstellt. Am 8. Mai 1945 trafen sich amerikanische und sowjetische Truppen in Pilsen, weil ein weiteres Vorrücken amerikanischer Streitkräfte durch ein amerikanisch-sowjetisches Abkommen untersagt war. In der westböhmischen Stadt Rokycany kam es zu ersten Auseinandersetzungen mit gewalttätigen Soldaten der Roten Armee. Nach der bedingungslosen Kapitulation entwaffnete allein die 2. US-Infanteriedivision 52.000 deutsche Soldaten, die lieber in amerikanische als in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten wollten. Darüber hinaus mussten zahlreiche Displaced Persons in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Die Division kehrte im Juli 1945 in die USA zurück.Bryan J. Dickerson: (6. März 2006), eingesehen am 12. November 2012 (englisch)
Am 20. Juli 1945 erreichte die Indianhead Division den Hafen von New York und bereitete sich anschließend in Texas auf die geplante Invasion Japans (Operation Downfall) vor. Die bedingungslosen Kapitulation Japans erfolgte jedoch vor der geplanten Verlegung. Nach einer Reihe von Standortwechseln wurde sie schließlich in Fort Lewis im US-Bundesstaat Washington stationiert, von wo aus sie Manöver in Winterkriegführung, amphibischen Operationen und Lufttransport durchführte.
Die Verluste der 2. US-Infanteriedivision im Zweiten Weltkrieg belaufen sich auf 3.488 Gefallene und 12.785 Verwundete.
Für ihre Verdienste im Zweiten Weltkrieg erlangte die Division insgesamt 16 Presidential Unit Citations, ehrenvolle Einheitenerwähnungen durch den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Der Kongress der Vereinigten Staaten zeichnete sechs Soldaten des Verbandes mit der höchsten militärischen Auszeichnung des Landes aus, der Medal of Honor. (englisch). Abgerufen am 7. April 2024.
Koreakrieg Am 25. Juni 1950 begannen nordkoreanische Streitkräfte den Koreakrieg und brachten fast ganz Südkorea mit Ausnahme des südöstlichen Landesteils um die Städte Busan und Daegu unter ihre Kontrolle. Die 2. US-Infanteriedivision wurde dem Far East Command unter General of the Army Douglas MacArthur unterstellt und erreichte den koreanischen Kriegsschauplatz am 23. Juli 1950 als erste Einheit der amerikanischen Streitkräfte, die vom amerikanischen Festland nach Südkorea verlegt wurden.
mini|links|Kriegsverlauf des Koreakrieges
Die Indianhead Division entlastete die stark angeschlagene 24. US-Infanteriedivision am Fluss Naktong, der die westliche Verteidigungslinie des von amerikanischen und südkoreanischen Truppen gehaltenen Kessels von Pusan bildete. Ihre erste wirkliche Gefechtsbelastung hatte sie, als nordkoreanische Truppen im Stile der Sowjetarmee mit menschlichen Wellen einen Großangriff auf die amerikanischen Linien unternahmen. In der sich anschließenden 16 Tage dauernden Schlacht stand die Einheit so unter Druck, dass auch fast alle Soldaten aus der Etappe, wie Versorgungseinheiten, technisches und Verwaltungspersonal, am Kampfgeschehen teilnehmen mussten.
mini|Ein M4 Sherman der 2. US-Infanteriedivision im Gefecht (1952)
Kurz darauf war die 2. US-Infanteriedivision die erste Einheit, der es gelang, aus dem Kessel von Pusan auszubrechen und der 8. US-Armee den Weg in Richtung der chinesischen Grenze zu öffnen. Im August wurde das KATUSA-Programm ins Leben gerufen, eine Vereinbarung zwischen dem südkoreanischen Militär und der Army, der es südkoreanischen Wehrpflichtigen erlaubt, ihren Dienst alternativ in amerikanischen Einheiten abzuleisten.…These valiant new 2nd Infantry Division troops, known since simply as KATUSA, helped turn the tide of the war for American forces… siehe globalsecurity.org, eingesehen am 24. Februar 2008 (englisch)…Contributing to the division’s combat readiness and its ability to team with its Korean allies are the division’s Korean Augmentation to the United States Army, or KATUSA soldiers. More than 2,000 KATUSA soldiers are fully integrated into the division’s force structure… siehe globalsecurity.org, eingesehen am 24. Februar 2008 (englisch) Dadurch konnten die bisherigen Verluste der 2. US-Infanteriedivision deutlich kompensiert werden. Als die chinesische „Freiwilligen-Armee“ kurz vor dem Erreichen der mandschurischen Grenze in den Krieg eingriff, erhielt die Division den Befehl, die rückwärtige und rechte Flanke der 8. US-Armee zu sichern, während diese zum Rückzug gezwungen wurde. Dabei erlitt die Division starke Verluste und wurde auf zwei Drittel ihrer Sollstärke dezimiert. Dennoch konnte sie den Rückzugsweg der 8. Armee nach Süden in der Gegend um Kunu-ri offen halten. Bei der Winteroffensive Nordkoreas im Januar 1951 bei Wonju gelang es der Division, die Wucht des Angriffs durch seine zähe Gegenwehr deutlich abzuschwächen. Im Februar 1951, während der Großoffensive der UN-Truppen, konnte die Indianhead Division durch eine mit zwei Stoßkeilen angelegte Operation einen gefährlichen Gegenangriff (Schlachten von Chip-yong-ni und Wonju) der Chinesen zurückwerfen. Im April und Mai 1951 gelang es der Division, weitere Angriffe der Chinesen erfolgreich zurückzuschlagen, wofür US-Präsident Harry S. Truman den Verband mit einer weiteren Presidential Unit Citation bedachte. Es folgten abwechselnde Perioden des Kampfeinsatzes und des Dienstes in der Etappe, an denen die Division an den Schlachten Bloody Ridge, Heartbreak Ridge, the outposts und Old Baldy teilnahm. Schließlich, am 9. April 1953, wurde sie komplett zur Auffrischung aus den Kampfhandlungen abgezogen und in das rückwärtige Heeresgebiet verlegt. Sie kam dann nicht mehr zum Einsatz, da der Waffenstillstand vom 27. Juli 1953 den Koreakrieg beendete.
Die Verluste der 2. US-Infanteriedivision während des Koreakrieges betrugen 7.432 Gefallenen und 16.575 Verwundete. Das sind die höchsten Verluste, die eine moderne US-Division seit 1900 erlitten hat. 17 Soldaten des Verbandes erhielten die Medal of Honor.
Zwischenjahre und Umorganisation