Mohammad Hashem Cheshti, auch Ustad Mohammad Hashem oder Ustad Mohammed Hashem Chishti (‎ * 1934 in Kabul; † 26. Juli 1994 in KerpenSterberegister, Standesamt Kerpen Nr. 234/1994), war ein afghanischer Komponist und Musiker. Er spielte Tabla, Sitar, Gitarre, Harmonium und Sarod und trug den Ehrentitel Ustad (Meister).

Leben und Werk Mohammad Hashem Cheshti stammte aus einer Musikerfamilie, die, ursprünglich aus Indien, Mitte des 19. Jahrhunderts an den Hof von Schir Ali Khan nach Afghanistan kam. Seit Generationen werden in der Familie Cheshti, auch Chishti, die klassische afghanische Musik und der indische Gesang weitergegeben. Viele Mitglieder der Familie Cheshti leben in Kabuls altem Musikerviertel Kharabat, in dem auch Mohammad Hashem Cheshti zur Welt kam und aufwuchs. Mohammad Hashem Cheshtis Vater war Cha-cha Mahmud (Ustad Mahmud), einer der ersten bei Radio Afghanistan angestellten Tablaspieler.

Ustad Hashem hat nicht nur bei seinem Vater, sondern vor allem bei dem als legendär geltenden Ustad Mian Qadir Bakhsh gelernt, der zur Punjab-Gharana gehörte. Auch Ustad Hashem selbst wurde zu einem der bedeutendsten Vertreter und Lehrer dieses in Afghanistan vorherrschenden klassischen Tablastils. Er war auch der Lehrer und Mentor der Sängerin Mahwash, der einzigen Frau, die, seit 1977, den Titel Ustad trägt, für die er zahlreiche Lieder schrieb.

Er gab zahlreiche Konzerte in Afghanistan, Iran, Tadschikistan, Pakistan, Indien sowie in Europa und den Vereinigten Staaten. Auf einer USA-Reise mit seinen jüngeren Brüdern Asif und Arif im Jahr 1977 wurde bei einer Aufführung in New York die Sufi-inspirierte Komposition The Dance of the Wounded mitgeschnitten, die noch auf SoundCloud zu hören ist.

Nach Beginn des Afghanischen Bürgerkriegs 1979 blieben die Cheshti-Brüder zunächst in Kabul, emigrierten später jedoch nach London (Asif) und Pakistan (Arif); Mohammad ging nach Deutschland, wo er mit seiner Frau und zuletzt neun Kindern in Kerpen lebte.

1994 wurde Mohammad Hashem Cheshti von einem seiner Schüler ermordet. Er wurde auf dem Nordfriedhof in Bonn beerdigt. Bei nicht vorhandener amtlicher Geburtsurkunde aus Afghanistan wurde als Datum der Geburt der 1. Januar 1930 angenommen und so auch auf dem Grabstein ausgewiesen.

Mohammad Hashem Cheshtis Sohn, der Tablaspieler Shams Hashemi Mahmoud, ist als Musiker ebenfalls in Deutschland bekannt.

Weblinks Ustad Mohammed Hashem Chishti #31. Youtube-Video afghanland.com (englisch)

Einzelnachweise

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