Der Checker Marathon ist ein von der Checker Motors Corporation in Kalamazoo (Michigan) von 1963 bis 1982 hergestellter, weitgehend mit dem Checker-Taxi baugleicher Pkw für Privatkunden. Ursprünglich wurde mit Marathon nur die gehobenere der zwei Versionen für Privatkunden bezeichnet; die andere war Superba.

Modellgeschichte Die Grundform der letzten und am längsten gebauten Version des Checker-Taxi erschien als Checker A-8 bereits 1955. Danach wurden nur noch Details geändert wie verschiedene Kühlermasken, 1959 (teilweise) Doppelscheinwerfer und ab 1974 stärkere Stoßfänger.

Der Marathon wurde erst im September 1960 für das Modelljahr 1961 eingeführt, zunächst parallel zum Checker Superba. 1963 ersetzte er den Superba Special; 1964 entfiel der Superba ganz. Der Marathon hatte eine bessere Innenausstattung als der Superba. Äußerlich unterschied er sich durch einen Wabengrill über die gesamte Fahrzeugbreite statt des schmaleren Kühlergrills des Superba mit seitlich angeordneten Standlichtern. Ursprünglich erhielten Superba und Marathon den gleichen Modellcode, A-10. Das Taxi hieß A-9.

Dieser Code änderte sich 1963 auf A-11 für das Taxi und A-12 für Superba und Marathon. Im gleichen Jahr wurde mit dem Marathon Town Custom eine Chauffeur-Limousine mit auf 129 Zoll (3277 mm) verlängertem Radstand eingeführt. Diese Version mit acht Plätzen (davon zwei abklappbaren Notsitzen) erhielt den Fahrgestellcode A-19E. Dies wurde nach kurzer Zeit auf A-12E abgeändert.

Mit Ausnahme der von der US-Regierung ab 1974 vorgeschriebenen Stoßfänger, die 5 mph (8 km/h) Kollisionsgeschwindigkeit unbeschädigt überstehen mussten, blieb der Marathon in seiner Produktionszeit praktisch unverändert. Das letzte Fahrzeug der A-11/A-12-Baureihe entstand 1982 und damit verabschiedete Checker sich von der Automobilherstellung. Ein Nachfolger war seit den späten 1970er Jahren erwogen worden. Erprobt wurde eine um 21 Zoll (533 mm) deutlich gestreckte Variante des VW Rabbit, die in Zusammenarbeit mit Volkswagen of America hergestellt werden sollte, sich aber als unzweckmäßig erwies. 1981 entstand ein Prototyp namens Galva II auf der gestreckten GM X-Plattform mit Frontantrieb. Auch dies wurde nicht weiter verfolgt. Nach der Einstellung der Autoproduktion wurden Karosserie- und Fahrzeugteile für Ford und General Motors gefertigt, ehe das Unternehmen 2009 ganz stillgelegt wurde.

Übersicht In der Tradition früherer Baureihen von Checker gab es mehrere, technisch sehr ähnliche Versionen.

1961–1962: A-9 und A-10

Alle Versionen wurden vom gleichen Continental 226 „Red Seal“-Sechszylindermotor angetrieben, der schon in früheren Baureihen seit den 1930er Jahren verwendet worden war. 1962 erhielten alle Modelle die hinteren Kotflügel des Checker Aerobus, die den Zugang zum Rad bei einem Radwechsel erleichterten. Das nur 1961 verwendete Dreispeichen-Lenkrad wurde von einer Vierspeichen-Ausführung mit parallel angeordneten Doppelspeichen abgelöst. Es gab wiederum eine Standard- und eine Deluxe-Ausführung mit einem Hupknopf in der Radnabe bei der einen und einem Hupring bei der anderen Ausführung. Die Deluxe-Ausführung gehörte zur Grundausstattung bei den „zivilen“ Checker. Im Taxi war sie erhältlich, wurde aber selten geordert, weil die Hupringe recht oft brachen. Bis 1970 war das Zündschloss am Armaturenbrett angeordnet.

A-9 „Checker Cab“; das Standard-Taximodell; 6-sitzig A-9 „Checker Cab“ Wagon; das Standard-Taximodell als Kombi; 6-sitzig A-10 Superba; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-10 Superba Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 6-sitzig (1962: 8-sitzig) A-10 Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-10 Marathon Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 6-sitzig (1962: 8-sitzig) A-10W 6 Aerobus, sechstürig (ab 1962) A-10W 8 Aerobus, achttürig (ab 1962)

1963–1964 mini|Checker A-12W Station Wagon mit lackierter statt verchromter Stoßstange (ca. 1964)

Ab 1963 wurde nur noch zwischen Taxi- und Nicht-Taxi-Versionen unterschieden. In diesem Jahr wurden die Stoßstangen abgeändert; sie erhielten mittig eine Einbuchtung. Weiterhin wurde vorn und hinten die gleiche Stoßstange verwendet; bei dieser Ausführung blieb Checker bis 1973. Zudem erhielten die vorderen Blinker bernsteinfarbene statt weiße Gläser. Ab 1963 war der seitengesteuerte Motor-Basisausstattung in allen Versionen außer der Custom Limousine Ersterer erhielt die leistungsfähigere Continental-Version mit neu 141 bhp (105,1 kW), letzterer einen Chrysler V8 mit 326 c.i. (5342 cm³). Chrysler-Motoren wurden bei Checker ausschließlich und nur für kurze Zeit für den Aerobus verwendet. Der Superba entfiel 1964; Beckengurte wurden vorne Standardausstattung. In dieser Periode wurden die Türhäute der vorderen Türen so verlängert, sodass die B-Säule abgedeckt wird und nur noch ein Spalt zwischen der vorderen und der hinteren Tür sichtbar ist. Der Aerobus erhielt neue hintere Kotflügel mit größeren Radausschnitten, weil sich gezeigt hatte, dass ein Radwechsel mit den kleinen Ausschnitten problematisch war. Zu dieser Zeit wurde eine schusssichere Trennscheibe zwischen Fahrer und Passagierabteil angeboten. Im Prinzip handelte es sich um die gleiche, die auch in der Custom Limousine (ohne Panzerglas) erhältlich war. Sie bestand aus zwei ungleich großen Teilen. Der größere war fest hinter dem Fahrer angebracht, der kleinere ließ sich elektrisch vom Fahrersitz aus versenken. Checker empfahl dieses Zubehör in Verbindung mit elektrischen Fensterhebern und einem Schalensitz für den Fahrer.

A-11 „Checker Cab“; das Standard-Taximodell; 6-sitzig A-11 „Checker Cab“ Wagon; das Standard-Taximodell als Kombi; 8-sitzig A-12 Superba; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-12 Superba Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig A-12 Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-12 Marathon Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig (ab 1966: A-12W) A-19E Marathon Town Custom; Chauffeurlimousine mit Luxusausstattung basierend auf dem A-12E; 8-sitzig A-12W 6M Aerobus, sechstürig, Continental-Motor (bis 1963). A-12W 6C Aerobus, sechstürig. Das „C“ steht für den 1963–1965 verwendeten Chrysler V8-Motor. A-12W 8C Aerobus, achttürig. Das „C“ steht für den 1963–1965 verwendeten Chrysler V8-Motor.

1965–1967 mini|Checker A-11 Cab (1965) Der größte Wechsel erfolgte unter der Motorhaube: Nachdem Continental die Produktion des Red Seal Sechszylindermotor einstellen wollte, musste Checker Ersatz suchen. Nun wurden obengesteuerte ReihenSechszylinder- und V8-Motoren von Chevrolet eingebaut. 1966 wurden auch hinten Beckengurte Standard. 1967 wurden die Sicherheitseinrichtungen verstärkt. Innen gab es das Interior safety package mit energieabsorbierender Lenksäule und ebensolchem Lenkrad, gepolstertem Armaturenbrett und zurückgesetzten Schaltern. Technisch ersetzte ein Zweikammer-Hauptbremszylinder die frühere Anordnung. A-11 „Checker Cab“; das Standard-Taximodell; 6-sitzig A-11 „Checker Cab“ Wagon; das Standard-Taximodell als Kombi; 8-sitzig A-11E „Checker Cab“ mit längerem Radstand; 8-sitzig A-12 Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-12 Marathon Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig A-12E Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung mit längerem Radstand; 8-sitzig A-19E Marathon Town Custom; Chauffeurlimousine mit Luxusausstattung basierend auf dem A-12E; 8-sitzig A-12W 6 Aerobus, sechstürig A-12W 8 Aerobus, achttürig

1968–1973 mini|Checker A-11 mit Side Markers, aber einfachen Schlussleuchten (ca. 1970)

1968 wurde das Dach um zwei Zoll (50,8 mm) angehoben, was zu einer entsprechend größeren Windschutzscheibe führte. Die US-Regierung setzte 1968 Side Markers an der Karosserie durch. Das sind seitliche Positionslampen in den Kotflügeln. Die vorderen leuchten bernsteinfarben, die hinteren rot. Checker wählte eine unübliche, runde Ausführung. Ebenfalls neu waren Dreipunktgurte vorn. 1969 brachte Kopfstützen in den vorderen Sitzlehnen. Nur in diesem Jahr war ein Vierzylinder-Dieselmotor von Perkins erhältlich – der erste in einem US-Serienwagen. 1970 wurden Lenksäulen mit Lenkradschloss Vorschrift. Checker kaufte nun komplette Säulen samt Lenkrad von Chevrolet. Damit wurde auch das seit 1962 verwendete Vierspeichen-Lenkrad ersetzt. Um 1972 verlangten neue Gesetze größere Blinker und Rückleuchten. Letzteres wurde gelöst, indem anstelle der unter den Heckleuchten angebrachten Rückfahrlichter ein zweites Paar Schlusslichter eingebaut wurde. Die Rückfahrlichter wurden an die Karosserieabschlusskante unter dem Kofferraumdeckel verlegt.

1968 wurde die Baureihe reorganisiert: A-11 „Checker Cab“; das Standard-Taximodell; 6-sitzig A-11W „Checker Cab“ Wagon; das Standard-Taximodell als Kombi; 8-sitzig A-11E „Checker Cab“ mit längerem Radstand; 8-sitzig A-12 Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-12W Marathon Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig A-12E Marathon Deluxe Sedan; gehobene Ausführung ohne Taxiausstattung; 8-sitzig; ersetzt Marathon Town Custom A-12W 6 Aerobus, sechstürig A-12W 8 Aerobus, achttürig

Bereits 1969 wurde umgruppiert. Es scheint, dass die Diesel-Fahrzeuge im Modell-Code den Zusatz „D“ erhielten; ein A-12D ist bekannt.In die nachstehende Zusammenstellung wurde dies nicht aufgenommen, weil nur die eine Fahrgestellnummer bekannt ist. Nach dieser Quelle sollen 330 dieser Fahrzeuge entstanden sein. Ob dies nur Standardmodelle waren oder ob auch die schwereren Wagon und Extended-Versionen so erhältlich waren, ist unklar. Für den Aerobus nennt der Verkaufsprospekt nur V8-Motoren Die Leistung des Perkins-Motors lag mit 88 bhp (65,6 kW) etwas höher als beim früheren Continental in der seitengesteuerten Version.

Ein neues Modell war der Medicar, eine Version zum komfortablen Transport von drei Passagieren im Rollstuhl samt Begleitpersonen. Basis war der A-12E. Das Dach wurde erhöht, sodass die Rollstuhlpassagiere keinen Transfer vom Rollstuhl auf einen Autositz benötigen. Der war über die hintere Tür möglich, die mit verstärkten und weit öffnenden Scharnieren versehen war.

A-11 „Checker Cab“; das Standard-Taximodell; 6-sitzig A-11W „Checker Cab“ Wagon; das Standard-Taximodell als Kombi; 8-sitzig A-11E „Checker Cab“ mit längerem Radstand; 8-sitzig A-12 Marathon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung; 6-sitzig A-12W Marathon Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig A-12E Marathon Deluxe Sedan; gehobene Ausführung ohne Taxiausstattung; 8-sitzig A-12E Marathon Deluxe Wagon; das Standard-Modell ohne Taxiausstattung als Kombi; 8-sitzig A-12E Marathon Deluxe Sedan; Luxuslimousine, a. W. mit Trennscheibe zum Fahrer; 8-sitzig A-12M Medicar; Ausführung als Krankentransporter oder für drei Rollstühle mit Begleitpersonen auf der Basis des A-12E mit erhöhtem Dach (1969). A-12W 6 Aerobus, sechstürig (nur 1969) A-12W 8 Aerobus, achttürig A-12W 8 Convoy, achttüriger Strafgefangenentransporter (ca. 1971–1972)

Davon abgeleitet waren die heute seltenen, sechs- und achttürigen resp. 9- und 12-sitzigen Aerobus, die überwiegend als Flugfeld-Busse (zum Transport der Flugzeugcrews von und zum Flugzeug), Airport Shuttles oder Hoteltaxis Verwendung fanden. Die kürzere Version, die nur einen Sitzplatz mehr als die Kombis und E-Versionen bot, entfiel nach 1969. Einer der Gründe, paradox genug, war, dass sich der Neunsitzer in einer Grauzone bezüglich der neuesten Sicherheitsvorgaben für Wagons befand, während der Zwölfsitzer problemlos als Commercial Car durchging und damit weniger rigide Vorschriften zu erfüllen hatte.