thumb|300px|Nationalpark und Welterbestätte in der Gemeinde Richtersveld
Die Kulturlandschaft Richtersveld (offizieller Name: Richtersveld Cultural and Botanical Landscape) ist ein Gebiet im äußersten Nordwesten Südafrikas. Das gebirgige, wüstenartige Gelände ist das letzte Gebiet im südlichen Afrika, in dem noch Einwohner vom Stamm der Nama als Wanderhirten leben. 2007 ernannte die UNESCO deshalb einen Teil dieser Landschaft, deren Kernzone zum Weltkulturerbe.
Lage Die Kulturlandschaft Richtersveld ist ein nur extrem dünn besiedeltes Gebiet an der Grenze zu Namibia, das administrativ zur Lokalgemeinde Richtersveld gehört und im Wesentlichen diese ausmacht. Sie grenzt im Norden und Osten an den Oranje-Fluss und im Westen an den Atlantik.Towns in the region. Kurzbeschreibung auf www.richtersveldwhs.org (englisch). Nur wenige hundert Menschen leben in diesem bergigen Gebiet. Im südlichen Bereich der Kulturlandschaft befindet sich eine Welterbestätte, die seit 2000 unter dem Namen Richtersveld Community Conservancy geschützt ist. An deren Rand, jedoch außerhalb, liegen die Dörfer Kuboes und Eksteenfontein. Im Osten ist das Gebiet begrenzt vom Oranje-Fluss, im Norden vom Richtersveld-Nationalpark, der seit 2003 gemeinsam mit Namibia als transnationaler Park betrieben wird.Rowena Smuts, Mark Thornton: The Richtersveld Community Conservancy. An oasis in the richest desert on earth. In: Veld & Flora, Juni 2008, S. 78–80
Eigentümer sowohl des Nationalparks als auch der Community Conservancy ist eine „gemeinschaftliche Eigentümergemeinschaft“ (Community Property Association) der dort lebenden Nama und „Bosluis-Baster“.Die Bosluis-Baster sind seit den 1930er Jahren aus der Region Buschmannland umgesiedelte Mischlinge. Siehe: Rowena Smuts, Mark Thornton: The Richtersveld Community Conservancy. An oasis in the richest desert on earth. In: Veld & Flora, Juni 2008, S. 78–80 ().
Das Richtersveld ist eine trockene Bergwüste, in der die Temperaturen extremen täglichen und saisonalen Schwankungen unterliegen. Frost im Winter und über 40 °C im Sommer sind nicht ungewöhnlich. Im größten Teil des Richtersveld fällt im Winter Regen, meist zwischen Mai und September, in den Bergen sind aber auch Sommergewitter möglich. Diese klimatischen Bedingungen haben eine einmalige Biodiversität entstehen lassen: Die Sukkulentenkaroo beheimatet, trotz Wüstenbedingungen, fast 5000 Sukkulentenarten, von denen 40 % endemisch sind. Lithops sind darunter zahlreich vertreten. 29 Flechtenarten stellen eine weltweit einmalige Vielfalt dar.Arid Zone / Northern Cape. Kurzbeschreibung auf www.wwf.org.za (englisch).Zur Definition der Sukkulenten-Karoo als Ökoregion siehe Fynbos and Succulent Karoo. Kurzbeschreibung auf www.wwf.org.za (englisch).
Nutzung Während die touristische Erschließung des Nationalparks eher auf die natürliche, ungestörte Tier- und Pflanzenwelt ausgerichtet ist, werden die als Welterbe ausgewiesenen Gebiete vor allem als saisonaler Weidegrund genutzt. Tatsächlich tragen die Ziegen-, Esel- und Schafsherden erheblich zur Erhaltung der Karoo-Vegetation bei. Vermutlich seit zweitausend Jahren ist so ein ökologisches Gleichgewicht entstanden.
Trotzdem stellt Überweidung ein ernsthaftes Problem auf dem empfindlichen Grund dar. Deshalb ist innerhalb der Kernflächen ausschließlich Weidewirtschaft nach den traditionellen Regeln und mit den althergebrachten mobilen Binsenhütten erlaubt.
Im Gegensatz zum Nationalpark sind Prospektion, Bergbau und Diamantensuche in der Community Conservancy streng verboten.
Traditionelle Weidewirtschaft mini|Nama-Hütten Im geschützten Gebiet befinden sich etwa 40 traditionelle Lagerplätze (stockposts), die von den Hirten abwechselnd aufgesucht werden. Je nach Jahreszeit wechseln sie zwischen höher und tiefer gelegenen Standorten (Transhumanz). Die Aufteilung der Lagerplätze auf Familien erfolgt gemeinschaftlich. Heutzutage halten sich die Angehörigen der Hirten dort nur noch am Wochenende auf.
Nachts werden die Tiere in Kraalen zusammengetrieben, tagsüber durchstreifen sie die Umgebung. Die Herden bestehen sowohl aus den eigenen Tieren als auch aus solchen, die gegen Bezahlung gehütet werden.
Als Unterkünfte dienen traditionell Binsenhütten, die . Sie sind halbkugelförmig und über einem Holzgerüst mit fein geflochtenen Binsenmatten bedeckt. Nur noch wenige Hütten, die für Touristen hergerichtet sind, beschränken sich auf diese Materialien. Üblicherweise werden sie inzwischen mit Plastikplanen und Segeltuch wetterfest gemacht.
Tourismus Abgesehen von Gästehäusern in Kuboes und Eksteenfontein sowie einem kleinen Museum in Eksteenfontein gibt es bis jetzt kaum touristische Infrastruktur. Es gibt jedoch Planungen, in den kommenden Jahren Verkehrswege zu verbessernUnter anderem durch die Einbeziehung in die South-North Tourism Route durch die Norkap-Provinz und Campingplätze zu bauen. Angeboten werden zudem Wanderungen und die Möglichkeit, das Gebiet auf den vorhandenen Pisten mit Geländewagen zu erkunden. Die Forschungsstation am Rooiberg soll für Besucher ausgebaut werden.
Siehe auch Transfrontier Park
Weblinks
Peace Parks Foundation: South Africa gets 8th World Heritage Site, Presseerklärung des Büros von Marthinus van Schalkwyk, südafrikanischer Minister für Umwelt und Tourismus, 28. Juni 2007, auf www.peaceparks.org (englisch) Richtersveld Community Conservancy. auf www.richtersveld-conservancy.org (englisch) Robin Oakley: Collective Rural Identity in Steinkopf, a Communal Coloured Reserve, c.1926–1996. In: Journal of Southern African Studies, Vol. 32 (2006), Ausgabe 3, S. 489–503 (Link). Rowena Smuts, Mark Thornton: The Richtersveld Community Conservancy. An oasis in the richest desert on earth. In: Veld & Flora, Juni 2008, S. 78–80. Videos Richtersveld
Anmerkungen
Kategorie:Welterbestätte in Afrika Kategorie:Welterbestätte in Südafrika Kategorie:Weltkulturerbestätte Kategorie:Geographie (Provinz Nordkap) Richtersveld