Kung Fu – rahmenlos|zentriert|215px|klasse=skin-invert-imageSchriftzeichen Kung Fu, amtlich Gongfu Chinesische Bezeichnung Langzeichen Kurzzeichen Pinyin gōngfu Wade-Giles kung-fu Kantonesisch gung fu  Jyutping gung1fu1 Pe̍h-ōe-jī kang-hu Langjin Pin’in gong1fu1 Alternative Schreibung Langzeichen   Kurzzeichen rahmenlos|zentriert|215px|klasse=skin-invert-imageKung Fu, horizontale Schreibung (v.l.n.r) Anmerkung:

Der Begriff Kung Fu, nach Duden nur Kung-FuKung-Fu – Duden, Cornelsen Verlag., selten Kungfu, wird im Westen meistens als Bezeichnung für verschiedene chinesische Kampfkunststile verwendet, z. B. „Shaolin Kung Fu“ oder „Wing Chun Kung Fu“. Auch das bekannte Taijiquan gehört zum chinesischen Kung Fu, doch die Bezeichnung als „Taiji Kung Fu“Die Bezeichnung „Taiji Kung Fu“ (, alternativ ) als „Kampfkunst“ ist zwar sprachlich korrekt, jedoch wird es im Alltag selten genutzt. Im chinesischen Alltag sind beide Schreibungen austauschbar, doch für Fachleuten gibt es sprachlich und fachlich einen kleinen semantischen Unterschied zwischen beiden Schreibweisen. wird sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas selten verwendet. In der chinesischen Sprache bezeichnete der Begriff ursprünglich den Grad einer durch harte Arbeit erworbenen Kunstfertigkeit und die dafür aufgebrachte Zeit und Anstrengung. Der Begriff Kung Fu wird dort heute umgangssprachlich als Synonym für Kampfkünste verwendet, die man erst durch beständiges Training („Kung Fu“ – „investierte harte Arbeit“) erlernen kann, insbesondere für die chinesische Kampfkunst.

Etymologie und Schreibweisen Der Begriff Kung Fu (Kung-Fu) in der deutschen Sprache ist aus dem Englischen entlehnt. Bis heute existieren verschiedene Umschriftsysteme, um die gemeinsame chinesische Schrift der chinesischen Sprachen in lateinischen Buchstaben darzustellen, wodurch sich auch die verschiedenen lateinischen Schreibweisen für die Schriftzeichen „“, synonym auch „“, ergeben. Die Schreibung Gong Fu, amtlich nach Pinyin Gongfu, selten Gung-Fu ist die heutzutage übliche Transkription des Standardchinesischen (Hochchinesischen) nach der international anerkannten Standardumschrift Hanyu Pinyin, meist kurz Pinyin genannt – aus . Die Schreibweise Kung Fu ist in der westlichen Welt wohl am verbreitetsten und geht auf das vor allem früher in den USA bzw. Großbritannien verwendete Wade-Giles-System zurück – aus veraltend . Im international verwendeten amtlichen Pinyin-System gilt die Schreibweise Gōngfū. Ohne die diakritischen Zeichen für die Töne des Hochchinesischen ergibt sich dann Gongfu.

Die heutzutage nur noch selten anzutreffende Schreibweise des Begriffs Gung Fu (, ) hat ihren Ursprung aus der kantonesischen Aussprache der Zeichen nach der englischen Schreibkonvention und geht auf Bruce Lee zurück.

Bedeutung Kung Fu ist der Ursprung verschiedener chinesischer Kampfkünste (),In China historisch meist unter dem Begriff Wuyi () bekannt. die vor etwa 1.500 Jahren von den Mönchen des Shaolin-Klosters (siehe Bodhidharma) entwickelt wurden. Diese Kampfkünste sind heute im Westen meist als modernes Wushu (moderne asiatische Kampfsportarten) bekannt. Die Fünf Elemente (genauer „Fünf Wandlungsphasen“) spielen im Kung Fu eine große Rolle und werden im Kampf besonders gewürdigt. Der Stock ()Gun (). symbolisiert das Holz, der Speer ()Qiang (). das Feuer, die Faust ()Quan (). die Erde, der Säbel ()Dao (). das Metall und das Schwert ()Jian (). symbolisiert das Wasser. Kung Fu bezieht sich aber nicht nur auf eine spezielle Kampfkunst. Der chinesische Name bedeutet so viel wie „harte Arbeit“. Zum Erlernen der Fertigkeiten des Kung Fu bedarf es Zeit, Mühe und Kraft. Das traditionelle Training ist streng und anspruchsvoll, weshalb von einem Kung-Fu-Schüler Geduld, Ausdauer, Disziplin und ein starker Wille erwartet werden. Heute können verschiedene Kung-Fu-Stile erlernt werden.

Im Westen wurde der Begriff Kung Fu (oder Gungfu) als Bezeichnung für die chinesischen Kampfkünste in den 1960er Jahren durch Bruce Lee und die Hongkong-Filme (Eastern) in den Vereinigten Staaten von Amerika populär, später auch durch die Fernsehserie Kung Fu.

Im alltäglichen chinesischen Sprachgebrauch bedeutet gongfu ( synonym ) ohne Kontext einfach „Arbeit“ (investierte Arbeit), „Aufwand“ oder „Mühe“. So heißt im Chinesischen z. B. xia gongfu ( synonym )Arbeit und Zeit in etwas investieren ( synonym ). übersetzt „Zeit und Mühe (Arbeit) in etwas hineinstecken“. Im spezifischen Kontext wird der Begriff gōngfu im Chinesischen meist mit „Fähigkeit“, „Fertigkeit“ oder „Können“ übersetzt, z. B. ist mit dem Begriff chuangshang gongfu ( synonym )Die Technik im Bett ( synonym ). gewöhnlich jemands „Fähigkeit oder sexuelle Fertigkeit bzw. Technik im Bett“ gemeint und nicht etwa „Kampfkunst im Bett“. Im Allgemeinen ist gōngfu also keine Bezeichnung für die Kampfkünste im Speziellen, sondern eine Bezeichnung für jede Fertigkeit, die man sich durch harte Anstrengung erarbeitet und in der man es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht hat. Dies kann sich auf die Kampfkünste, aber auch auf andere Fähigkeiten beziehen. Somit werden zwar beispielsweise mit shaolin gongfu ()Die Kampfkunst des Shaolin-Kloster (). die Kampfkünste der Shaolin-Mönche bezeichnet,Kung Fu Zentrum Düsseldorf / Köln: In: kung-fu-kunst.com, abgerufen am 16. August 2019. aber auch in der Kalligraphie kann ein Kalligraph „vom gongfu erfüllt sein“ ().Die Technik und Fertigkeit in der Kalligraphie ().

Der allgemeine chinesische Oberbegriff für alle chinesischen Kampfkünste ist heute meist Wushu (, ).Die chinesische Kampfkunst im Allgemeinen (). Mittlerweile wird jedoch auch in China der Begriff Gōngfu () vermehrt verwendet, um die traditionelle Kampfkunst vom modernen Kampfsport, dem wettkampforientierten Wushu, begrifflich zu trennen.

Wird der Begriff in seine einzelnen Schriftzeichen zerlegt, dann bedeutet das Zeichen „Errungenschaft“, „Verdienst“ oder „Leistung“, und bedeutet „reifer Mensch“ oder „Mann“. Die Kombination von Schriftzeichen trägt jedoch die oben genannte Bedeutung.

Verwendung des Wortes in der chinesischen Philosophie mini|Gruß im Kung Fu (Der Kampfkünstler, die Kampfkünsterin (), sinngemäß also eine Person, die sich in den Wushu-Kampfkünsten gut auskennt., siehe Kempō Karate)Geschlossene und offene Hand (genauer „geschlossene Faust und offene Hand“) zur Symbolisierung von Yin und Yang – Gewöhnliche traditionelle Begrüßung (veraltend: Salutation) im alten China als Gruß bei der Begegnung, Abschied wie auch zur Respektbezeugung – neben der Verbeugung, insbesondere bei kampfkunstkundigen Menschen. Das Wort „Kung Fu“ ist aus den Schriftzeichen Gōng () und Fū () gebildet. Der zusammengesetzte Begriff hat in der chinesischen Philosophie eine tiefgehende Bedeutung.

In diesem Sinne ist Kung Fu die Arbeit an der eigenen Person durch die konsequente Hingabe an eine Kunstfertigkeit. Hier ähnelt der Begriff Kung Fu der Verwendung des Begriffes Dō – chin. Dào – bedeutet etwa Weg, Route, („geistiger“) Pfad, Denkrichtung – Schule, Methode – in den traditionellen japanischen Künsten wie beispielsweise Chadō bzw. Sadō, Kadō, Shodō, Budō, Kendō, Karatedō – siehe Tang Soo Do o. ä. Neben der wörtlichen Bedeutung ist dies auch ein Hinweis auf die spirituellen Dimensionen und den Einfluss des Dào auf die Praxis der einzelnen Disziplinen.

Mark Salzman beschreibt in seinem Buch Eisen und Seide,Mark Salzman: Eisen und Seide. Begegnungen mit China. 1995, ISBN 3-426-60409-4. dass Kung Fu auch eine „nicht messbare Qualität“ ist, die einer Sache innewohnt. Ein mit dem Schreibpinsel geschriebenes Schriftzeichen kann Gong fu haben – der Schöpfer hatte, wie oben beschrieben, langes Training in die Vervollkommnung seiner Kunst investiert. So können Dinge, aber auch Tätigkeiten, z. B. Tanz, Musik oder Kampfbewegungen, über Kung Fu verfügen.

Weblinks

Steffen Glückselig: Was bedeutet „Gungfu“ („Kung Fu“)? In: Gungfu.de Key to Kungfu: Wie funktioniert Kung Fu? In: kungfu-wiki.com (englisch)

Anmerkungen Alle Schriftzeichen im obigen Text als Kurzzeichen.

Einzelnachweise

Kategorie:Kampfkunst (China)