Die Naturlandstiftung Saar (NLS) ist eine gemeinnützige, rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Saarbrücken. Sie ist die älteste deutsche Naturschutzstiftung und feierte 2016 ihr 40-jähriges Bestehen.

Satzungsgemäßer Zweck der Naturlandstiftung Saar (NLS) ist es, landschaftsökologisch wertvolle Flächen zu erwerben, um die Lebensräume bedrohter Tiere und Pflanzen als Grundlage für nachfolgende Generationen zu sichern, zu pflegen und zu entwickeln.

Die NLS verfügt über eine Tochtergesellschaft, die Naturland Ökoflächen-Management GmbH.

Ziel Die Stiftung hat sich gemäß Satzung zum Ziel gesetzt, den Artenreichtum der Pflanzen und Tiere unserer Heimat zu erhalten und die Vielfalt ihrer Lebensräume zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln.

Dazu erwirbt die Stiftung ökologisch wertvolle Flächen und knüpft ein Netz von Schutzgebieten im Saarland. Grunderwerb zum Schutz der Lebensräume bedrohter Tiere und Pflanzen ist eines der wirkungsvollsten und erfolgreichsten Instrumente des Naturschutzes. Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt in der Erhaltung, Renaturierung, Pflege und Nutzung unter Natur- und Landschaftsschutz stehender Flächen der Auen und Überschwemmungsgebiete sowie der heimischen Gewässer.

Des Weiteren werden Natur-, Boden- und Baudenkmäler erhalten und gepflegt, sofern sie wesentlicher Bestandteil von Stiftungsgrundstücken sind und eine Bedeutung für die Schönheit, Vielfalt und Geschichte des Landes und das Heimatgefühl seiner Bewohner haben.

Eine hohe Bedeutung wird der Umweltinformation und Umweltbildung beigemessen. Die Stiftung hat dazu die Trägerschaft der Naturwacht Saarland übernommen. Diese ist für die Betreuung der Naturschutzgebiete, der NATURA 2000–Gebiete sowie der Gebiete der Naturschutzgroßprojekte im gesamten Saarland zuständig. Sie versteht sich als Mittler zwischen Natur und Mensch. Die Naturwacht Saarland ist ein kompetenter Ansprechpartner für alle, die an der Natur interessiert und in der Natur tätig sind. Eine wichtige Aufgabe der Naturwacht Saarland liegt darin, die Menschen wieder an die Natur heranzuführen, um so ihre vielfältige Schönheit bewusst zu machen.

Neben dem kontinuierlichen Aufbau eines landesweiten Schutzgebietssystems zum Schutz, der Pflege und Entwicklung des saarländischen Naturerbes arbeitet die NLS projektbezogen. In ihrer über 40-jährigen Geschichte führte sie zahlreiche Naturschutzprojekte auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene durch. Ein Schwerpunkt der konkreten Projektarbeit liegt auf der grenzübergreifenden Vernetzung und Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Bereich der Großregion (Luxemburg, Frankreich/Lothringen, Belgien/Wallonie, Rheinland-Pfalz). Weiterhin engagiert sich die NLS beim Aufbau und der Entwicklung eines europaweiten Schutzgebietsystems „NATURA 2000“ auf der Grundlage von Förderprogrammen der Europäischen Union.

Die vier Leitziele der Stiftung Die Stiftungsgründer haben die Naturlandstiftung 1976 in der Absicht errichtet, nicht nur über die Umweltprobleme und die Ausbeutung der Natur zu klagen, sondern aktiv etwas für die Natur und Umwelt zu tun. Dabei stand die Erhaltung der Artenvielfalt und unseres saarländischen Naturerbes im Vordergrund. Durch Erwerb von ökologisch hochwertigen Flächen sollte der Lebensraum bedrohter Tiere und Pflanzen unserer Heimat nachhaltig geschützt und entwickelt werden.

Im Laufe der Jahre sind die Aktivitäten der Stiftung zum Schutz des saarländischen Naturerbes erheblich vielfältiger geworden. Sie gehen mittlerweile weit über den reinen Flächenerwerb hinaus, sei es durch innovative Eigeninitiativen, die Teilnahme an Landes-, Bundes- und EU-Förderprogrammen oder die Gründung von Tochtergesellschaften. Biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit und Bewahrung unseres Natur- und Kulturerbes sind die treibenden Kräfte für alle Aktivitäten der Naturlandstiftung Saar. Sie lassen sich in vier Leitzielen zusammenfassen:

Natur schützen – Leben bewahren – Zukunft sichern durch Flächenerwerb zum Schutz bedrohter Tiere und Pflanzen unserer Heimat

Lebensräume wiederherstellen durch Pflegen, Nutzen und Renaturieren vor allem von unter Natur- und Landschaftsschutz stehenden Flächen der Auen und Überschwemmungsgebiete sowie der heimischen Gewässer

Historisches erhalten durch Bewahren und Pflegen von Natur-, Boden- und Baudenkmälern, sofern sie wesentlicher Bestandteil von Stiftungsgrundstücken sind und eine Bedeutung für die Schönheit, Vielfalt und Geschichte des Landes und das Heimatgefühl seiner Bewohner haben und

Natur genießen – Menschen für die Umwelt sensibilisieren durch Umweltinformation und Umweltbildung. Die Naturlandstiftung Saar hat 2005 dazu die Trägerschaft der Naturwacht Saarland übernommen, die ein kompetenter Ansprechpartner für alle ist, die an der Natur interessiert sind und in der Natur tätig sind.

Geschichte mini|Initiator und Ehrenvorsitzender Rainer Wicklmayr (2008) mini|hochkant|Altes NLS-Logo bis Mitte 2015 Die Stiftung wurde am 3. November 1976 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts gegründet. Vordenker und Initiatoren waren der ehemalige saarländische Landtagsabgeordnete und Minister für Rechtspflege Rainer Wicklmayr und der damalige Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und spätere Umweltminister Berthold Budell. Auslöser für ihre Aktivitäten war die Beobachtung in den späten 60er und besonders in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, dass die großflächige Vernichtung und Veränderung von Lebensräumen die größte Gefährdung für Tiere und Pflanzen darstellte. Als angemessene Antwort auf die Zerstörung der Lebensräume wurde das Konzept eines Aufbaus eines Systems von Schutzgebieten angesehen; Grundeigentum in der Hand eines verantwortungsbewussten Eigentümers wie einer Stiftung bot nach Einschätzung der Initiatoren den besten Schutz der Landschaft vor zerstörerischen Eingriffen.

Angestrebt wurde die Mitwirkung möglichst aller saarländischen „grünen“ Verbände, um eine optimale Effizienz und Breitenwirkung zu erreichen. Am 20. Januar 1976 fanden erste vorbereitende Gespräche mit „grünen“ Verbänden statt, deren Ergebnis die Gründung der Stiftung war.

Das erste Schutzgebiet der Naturlandstiftung Saar war das Gelände um eine ehemalige Backsteinfabrik in Dirmingen mit einer Fläche von knapp 10 ha. Bis zum Jahr 1985 wurden elf Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 63 ha erworben, Ende des Jahres 2000 waren es bereits 53 Gebiete mit einer Gesamtfläche von über 500 ha.

1986 wurde die Arbeit der Stiftung durch die Anstellung eines hauptamtlichen Geschäftsführers, der den Flächenankauf systematisierte und intensivierte, professionalisiert. Eine weitere Effizienzsteigerung erfuhr die NLS im Jahr 1987 durch den Eintritt des saarländischen Ministeriums für Umwelt in die Stiftergemeinschaft. Dieser Schritt brachte der Stiftung durch regelmäßige finanzielle Förderung durch das Umweltministeriums die notwendige längerfristige Planungssicherheit bei ihren Vorhaben.

Grunderwerb und Flächenentwicklung Die NLS ist nicht fördernd, sondern selbst operativ tätig. Die Stiftung kauft ökologisch wertvolle Flächen und knüpft ein Netz von Schutzgebieten, um die Vielfalt der Lebensräume und den Artenreichtum der Pflanzen und Tiere unserer Heimat für nachfolgende Generationen zu sichern.

Grunderwerb zum Schutz der Lebensräume bedrohter Pflanzen und Tiere ist eines der wirkungsvollsten und erfolgreichsten Instrumente des Naturschutzes.

Nach 47 Jahren hat die Naturlandstiftung über 830 Hektar (Stand 2023) ökologisch wertvolle Flächen im Saarland erworben und landesweit ein Netz von 123 Schutzgebieten geknüpft. mini|Die Klasse 10e der Kreisrealschule Merzig besucht am 21. Mai 1981 das Schutzgebiet in Dirmingen (vorne rechts Rainer Wicklmayr, ehemals Vorsitzender der NLS, hinten rechts Karl-Heinz Unverricht, ehemals Kurator der NLS) Das erste Schutzgebiet mit einer Fläche von 9,7 Hektar ist das Gelände um die ehemalige Backsteinfabrik in Dirmingen, das 1978 in das Eigentum der Stiftung übertragen worden ist. Es handelte sich dabei um eine Schenkung.

Die Größe der einzelnen Schutzgebiete schwankt zwischen 0,08 Hektar und 111 Hektar. (Flächen auf dem Südhang des Peterbergs bei Eiweiler)

Die Tochtergesellschaft der Stiftung, die ÖFM (Naturland Ökoflächen-Management GmbH) hat bisher über 1.250 Hektar Flächen erworben und in rund 200 Projekten ökologisch aufgewertet (Stand 2023).

Als Mitglied in den Zweckverbänden von drei Naturschutzgroßvorhaben ist die Naturlandstiftung des Weiteren an den Eigentumsflächen der jeweiligen Zweckverbände beteiligt. Der Zweckverband „Naturschutzgebiet Wolferskopf“ hat bei einer Projektgebietsgröße von 340 Hektar insgesamt 172 Hektar im Eigentum, der Zweckverband „Saar-Blies-Gau / Auf der Lohe“ bei einer Projektgebietsgröße von 2.159 Hektar rund 623 Hektar und der Zweckverband „Illrenaturierung“ verfügt bei 1.161 Hektar Projektgebiet über 408 Hektar Eigentumsflächen. In der Gesamtbilanz ist die Stiftung somit für rund 5.750 Hektar Naturschutzflächen verantwortlich, wovon rund 3.295 Hektar im Eigentum der Stiftung, der Tochtergesellschaft ÖFM sowie der Zweckverbände sind. Das entspricht 1,3 Prozent der Landesfläche des Saarlandes. (Stand 2023)

Stiftungsorgane Die Stiftung setzt sich aus drei Organen zusammen: dem Stiftungsrat, dem Stiftungsvorstand und dem Kurator. Stiftungsrat und Stiftungsvorstand führen ihre Geschäfte ehrenamtlich. Aktueller Kurator der Stiftung ist Roland Krämer, der Udo Weyrath ablöste.

Stifter und Zustifter Stifter und Zustifter können nach der NLS-Satzung nur juristische Personen werden. Hierbei wurde allerdings eine Ausnahme gemacht. Im Hinblick auf seine Verdienste als Spiritus rector der NLS wurde Rainer Wicklmayr als natürlicher Person der Status eines Stifters zugesprochen. Neben ihm umfasste die ursprüngliche Stiftergemeinschaft vier „grüne“ Verbände:

Bund für Umweltschutz e. V. (später BUND) Saarwald-Verein e. V. Deutscher Bund für Vogelschutz (heute NABU Landesverband Saarland) Vereinigung der Jäger des Saarlandes

Stiftungsrat Im Stiftungsrat sind alle Stifter und Zustifter vertreten, die je einen Vertreter in das Gremium entsenden. Er ist das oberste Beschlussorgan der Stiftung.

Der Stiftungsrat setzt sich aus 18 Mitgliedern (Stand: 2023) zusammen. Eine Amtsperiode dauert fünf Jahre. Der Stiftungsrat ist grundsätzlich für alle Angelegenheiten der NLS zuständig und bestellt die Mitglieder des Vorstandes sowie den Kurator. Rainer Wicklmayr wurde 1988 zum bisher einzigen Ehrenvorsitzenden gewählt. mini|Stiftungsrat der Naturlandstiftung Saar im April 2008

Spätere Zustifter sind/waren: Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e. V., (BUND), LV Saar Saarwald-Verein e. V. Naturschutzbund Deutschland, (NABU), LV Saar e. V. Vereinigung der Jäger des Saarlandes Fischereiverband Saar e. V. Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz e. V. Delattinia e. V. (Arbeitsgemeinschaft für Tier- und pflanzengeografische Heimatforschung im Saarland) Förderverein der Naturlandstiftung Saar Bauernverband Saar e. V. Landkreistag Saarland Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz Neunkircher Zoologischer Garten Landesdenkmalamt Saarland Saarländischer Waldbesitzerverband SaarForst Landesbetrieb Arbeitskammer des Saarlandes – Körperschaft des öffentlichen Rechts Landesentwicklungsgesellschaft Saarland mbH

Die „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Sektion Saar e. V.“ sowie der „Verband der Landwirte im Nebenberuf e. V.“ sind mit Stand 2019 nicht mehr Mitglied im Stiftungsrat. Neu hinzugekommen ist der Landesbetrieb für Straßenbau.

Der Stiftungsrat wählt aus seiner Mitte den Vorsitzenden des Stiftungsrates. Der erste Vorsitzende war von 1976 bis zum Jahr 1988 Rainer Wicklmayr. Danach hat traditionell der jeweilige Umweltminister des Saarlandes den Vorsitz übernommen.