mini|hochkant=0.4|Wappen d. Fam. v. Seydewitz. Kurt Friedrich Ernst Otto Damm von Seydewitz (* 28. Mai 1845 in Reichenbach/O.L.; † 18. Januar 1899 in Baruth bei Bautzen) war königlich-preußischer Kammerherr,Christina Rathgeber, Hartwin Spenkuch: Instrumente monarchischer Selbstregierung: Zivil-, Militär-und Marinekabinett in Preußen 1786 bis 1918. In: Acta Borussica. N. F. 3. Reihe: Praktiken der Monarchie. Band 3, Brill | Schöningh, Paderborn 2023, ISBN 978-3-506-79545-8, S. 549. Landeshauptmann der preußischen Oberlausitz und Besitzer der Rittergüter Reichenbach und Schöps. Von 1877 bis 1895 war er Landrat des Landkreises Görlitz.

Leben Er stammte aus dem meißnischen Uradelsgeschlecht von Seydewitz und war der älteste Sohn von Otto Theodor von Seydewitz und dessen Ehefrau Hedwig geborene von Kiesenwetter (* 1819; † 1886). Die MutterKarl Friedrich Rauer (Hrsg.): Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels. 1857. Selbstverlag, Berlin November 1857, S. 216. war zeitweise die Fideikommissherrin zu Reichenbach und Tochter des Ernst Philipp von Kiesenwetter und der Adelheid geborene Gräfin von Reuß-Köstritz.

Damm von Seydewitz studierte Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1865 wurde er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Carl Gerber-München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 120 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 643. Er wurde zum Dr. iur. promoviert und schlug im Königreich Preußen eine Beamtenlaufbahn ein. Er heiratete 1879 in Berlin Lucie Freiin von Ungern-Sternberg, Tochter der Alexandrine geborene von Brasch und des Landrats Paul Freiherr von Ungern-Sternberg. Mit Lucie lebte er auf dem Gut Reichenbach. Die Tochter Rita (* 1880; † 1966) ehelichte den Offizier Moritz von Roon (* 1876), einem Sohn des Waldemar 2. Graf von Roon. Die jüngere Tochter Alice (* 1882; † 1946) den Gutsherrn Karl von Wiedebach und Nostitz-Jänkendorf. In mehreren DörfernDietrich Meyer (Hrsg.): Jahrbuch für schlesische Kirchengeschichte. Band 78, (Unser Weg), Thorbecke, Sigmaringen 1999, S. 143. war Damm von Seydewitz Kirchenpatron.

1887 erhielt der LandratHandbuch des Allerhöchsten Hofes und des Hofstaates Seiner K. und K. Apostolischen Majestät für das Jahr 1891. Verlag der K. und K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1891, S. 196. den Orden der Eisernen Krone, als Ritter dritter Klasse.

1894 beinhaltete Gut Reichenbach (Ober-Reichenbach) 343 ha, Pächter Major Max von Seydewitz, Gut Reichenbach (Nieder-Reichenbach) 285 ha, und Gut Schöps 93 ha, Bevollmächtigter war hier Administrator Scheunpflug in Goßwitz bei Ziblitz in Sachsen.Schlesisches Güter-Adreßbuch. 1894. Verzeichniß der sämmtlichen Rittergüter und selbstständigen Guts- und Forstbezirke. Fünfte Ausgabe, Wilhelm Gottlob Korn, Breslau November 1894, S. 237, Nr. 2140, 2141, 2142.

Zwischen 1928 bis etwa 1936 wurde das alte Familienfideikommiss der Seydewitz-Güter umgewandelt, das nunmehr Allod-Gut Reichenbach erbte die Tochter Rita von Roon.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 114, Justus Perthes, Gotha November 1941, , S. 405. Ihr Mann lebte als Witwer in Horn, Lippe. Sie hatten als Nacherbe bereits 1920 die 1905 in Göhren auf Rügen geboreneEleonore Ingeborg Ruth Leixner von Grünberg, Tochter des Privatgelehrten Max Leixner von Grünberg und der Olga von Oppen, adoptiert.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. B (Briefadel). 1955. Band I, Band 6 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, , , S. 377.

Das alte Gutsdorf Niederreichenbach wurde 1957 nach Reichenbach/O.L. eingemeindet, Oberreichenbach dann 1969. Schöps gehört heute zum Kirchdorf Meuselwitz (Reichenbach/O.L.) und wurde 1994 Teil von Reichenbach/O.L.

Literatur Walter von Hueck, Erik Amburger, Friedrich Wilhelm Euler, u. v. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser 1973. A (Uradel). 1973. Band XII, Band 55 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1973, , ISBN 3-7980-0755-1, S. 347–349. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1940. Jahrgang 39, Gotha 1939. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1902. Jahrgang 3, Justus Perthes, Gotha 1901, S. 806–807. Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. IV. Band, mit: To(d)tenliste 1899. Verlag von Georg Reimer, Berlin 1900, S. 135. Richard Jecht: Neues Lausitzisches Magazin. Band 75, IV: Nachrichten. Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, Selbstverlag, Görlitz 1898, S. 310–311–312. Beiträge zur Geschichte der Familie von Seydewitz, den Zeitraum von 1299 bis 1875 umfassend. Dreßler’sche Buchdruckerei, Görlitz 1875, S. XXII–XXIII.

Weblinks Katja Kretzschmar-[Stadt] Wehlen (Priv. Hrsg.): Sachsens-Schlösser.de.: Reichenbach-Rittergut-Niederreichenbach, Stand 2022 Sachsens-Schlösser.de.: Reichenbach-Rittergut-Oberreichenbach, Stand 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Landkreis Görlitz, Schlesien) Kategorie:Landeshauptmann der Oberlausitz Kategorie:Person (Oberlausitz) Kategorie:Person (Reichenbach/O.L.) Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Damm Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1845 Kategorie:Gestorben 1899 Kategorie:Mann