Sulzfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Königshofen im Grabfeld. Sulzfeld ist ein staatlich anerkannter Erholungsort.
Geografie Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön im Grabfeld am Fuße der Haßberge.
Gemeindegliederung Es gibt zehn Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Kleinbardorf, Leinach, Sulzfeld und Sulzfelder Forst (Gemarkungsteil 0). Die Gemarkung Sulzfeld hat eine Fläche von 15,850 km². Sie ist in 2757 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5749,18 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Johanneshof, Lindleshof, Obermühle, Rothhof, Sandhof und Untermühle.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Das Amt Sulzfeld des Hochstiftes Würzburg gehörte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis. Es wurde, nach der Säkularisation 1803 zugunsten Bayerns, 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.
Jüdische Gemeinde Mindestens seit dem 19. Jahrhundert waren jüdische Familien im Ortsteil Kleinbardorf ansässig, die eine jüdische Gemeinde bildeten, einen jüdischen Friedhof am Steilen Berg anlegten (im Volksmund „Judenhügel“) und an der Unteren Hauptstraße 5 ihre Synagoge errichteten. Dieses Gotteshaus wurde beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern zerstört. Daran erinnert eine Gedenktafel am Friedhofseingang.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 195
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Leinach eingegliedert. Am 1. Januar 1978 kam Kleinbardorf hinzu.
Einwohnerentwicklung 1961: 1456 Einwohner 1970: 1563 Einwohner 1987: 1607 Einwohner 1991: 1733 Einwohner 1995: 1819 Einwohner 2000: 1808 Einwohner 2005: 1797 Einwohner 2007: 1774 Einwohner 2008: 1744 Einwohner 2009: 1756 Einwohner 2010: 1768 Einwohner 2011: 1723 Einwohner 2012: 1694 Einwohner 2013: 1687 Einwohner 2014: 1662 Einwohner 2015: 1661 Einwohner 2016: 1658 Einwohner
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1622 auf 1704 um 82 Einwohner bzw. um 5,1 %. 1997 hatte die Gemeinde 1828 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik Gemeinderat Die Gemeinderatswahl 2020 ergab folgende Stimmenanteile und Sitzverteilung: +Partei/Liste%SitzeCSU27,983Christliche Wählervereinigung/Freie Wählergemeinschaft Sulzfeld32,824Freie Wählergemeinschaft Kleinbardorf20,683Wählergemeinschaft Leinach18,532Wahlbeteiligung70,55 %
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2008 Jürgen Heusinger. Er wurde 2014 und 2020 im Amt bestätigt.
Wappen
Kommunale Allianz Die Gemeinde ist Mitglied in der Kommunalen Allianz Fränkischer Grabfeldgau.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2022 gab es 312 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, 737 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 21 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen und im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. 2020 gab es 25 landwirtschaftliche betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1634 Ha.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2022): Eine Kindertageseinrichtung mit 174 Plätzen und 132 betreuten Kindern Grundschule Sulzfeld mit fünf Klassen und 124 Schülern
Tourismus Durch die Gemeinde Sulzfeld führen die Fernradwander- und Fernwanderwege Rennweg (der Haßberge), Keltenerlebnisweg, Fränkischer Marienweg und der 106 km lange Karolingerweg von Karlburg durch Kleinbardorf nach Bad Königshofen.
Der Badesee Sulzfeld bietet den Besuchern Camping, Open-Air-Schach, Open-Air-Mühle, E-Bike-Verleih, Sandstrand mit Wasserrutsche, ein Beachvolleyballfeld und eine Soccer-Arena.
Söhne und Töchter der Gemeinde Franz Anton von Balling (1800–1875), Balneologe, Badearzt und Unternehmer Andreas Herrlein (1738–1817), Maler und Zeichenlehrer
Literatur
2023: Link: https://www.slideshare.net/slideshow/embed_code/key/Hh0xzg4ZvVWrHm?startSlide=1
Reinhold W. F. Heusinger, Gerwin K. Solf: Wildburg, und Ergänzungen zu den Grafen von Wildberg und ihre Wappengenossen, sowie die Dynasten von Thundorf und Tannroda Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld e. V. Band 13, Bad Königshofen 2014 Reinhold Albert, Gerwin K. Solf: Chronik von Sulzfeld im Grabfeld. Gemeinde Sulzfeld 2022.
Weblinks
Gemeinde Sulzfeld
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rhön-Grabfeld Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)
Kategorie:Gemarkung im Landkreis Rhön-Grabfeld