297px|mini|Blick von Seibersbach zum Soonwald
Seibersbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg an.
Geographie Seibersbach liegt im Nordosten des Soonwalds unweit der Nahtstelle zum Binger Wald. Nordwestlich des Orts bzw. jenseits des Hochsteinchens befindet sich Rheinböllen, südöstlich liegt Stromberg. Zu Seibersbach gehören auch die Wohnplätze Autishof, Haus Concordia, Füllenbacherhof, Junkermühle, Landgut Ziegelhütte, Layenkaut, Marienborn und Bahnhof Stromberger Neuhütte.
Geschichte Allgemeines Die erste urkundliche Erwähnung von Seibersbach datiert aus dem Jahr 983, als Kaiser Otto II. dem Mainzer Erzbischof Willigis die beiden Dörfer Dörrebach und Seibersbach schenkte.
Jüdische Geschichte Seibersbachs Vermutlich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand in Seibersbach eine kleine jüdische Gemeinde, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf etwa 70 Personen angewachsen war.
Ab den 1850er Jahren verfügte die Seibersbacher Gemeinde über eine eigene Synagoge. Diese war zentral in der Dorfmitte gelegen. Zudem nutzte die Gemeinde einen Friedhof, der weiter nördlich am Waldrand gelegen war. Vor den 1850er Jahren beteten die Seibersbacher Juden im Gotteshaus der Gemeinde in Schweppenhausen. Ab Mitte der 1920er Jahre verkehrte sich dieses Verhältnis, als Angehörige der Schweppenhausener sowie der Dörrebacher Gemeinde damit begannen, ihrerseits die Synagoge in Seibersbach aufzusuchen. Ein Brand zerstörte die Synagoge im Jahr 1913 zunächst vollständig, bereits 1914 wurde sie allerdings durch die Gemeinde auf den alten Fundamenten wiedererrichtet.
Die Synagoge stellte seit den 1850er Jahren den Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens dar, bis sie im Zuge der Novemberpogrome 1938 von SA-Männern geschändet und zerstört worden war; die religiösen Schriften, die dort aufbewahrt wurden, hat man auf dem Vorplatz der Synagoge verbrannt. Die wenigen noch in Seibersbach lebenden jüdischen Bewohner wurden im Juli 1942 deportiert. Die Zentrale Datenbank Yad Vashems verzeichnet 17 jüdische Opfer der Shoa, die entweder aus Seibersbach stammten oder dort gelebt haben.
Das Gebäude selbst ging kurz darauf in Privathände über und wurde im Seibersbach der Nachkriegszeit unter anderem als Turnhalle und Tanzsaal benutzt. Danach wurde das ehemalige Synagogen-Gebäude für eine längere Zeit durch den Bäckereibetrieb Grünewald genutzt, der von dort aus ab den 1970er Jahren einen Filialbetrieb aufbaute.
Bevölkerungsentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Seibersbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Mein Dorf, meine Stadt: Bevölkerung, abgerufen am 20. November 2021
Jahr Einwohner 1815 740 1835 1.058 1871 884 1905 858 1939 801 1950 948 1961 1.087 Jahr Einwohner 1970 1.201 1987 1.302 1997 1.498 2005 1.426 2011 1.335 2017 1.31020221.235 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Seibersbach von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Seibersbach besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU FWG WGK Gesamt 2024 – 8 2 6 16 Sitze 2019 – 6 4 6 16 Sitze 2014 – 5 6 5 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2009 – 7 9 – 16 Sitze 2004 5 6 5 – 16 Sitze FWG = 1. Freie Wählergruppe Seibersbach e. V. WGK = Wählergruppe Kreer
Bürgermeister Ortsbürgermeister ist Ralf Noch (WGK). Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 60,70 % gewählt und damit Nachfolger von Marita Spreitzer (FWG), die nicht mehr für das Amt kandidiert hatte. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 setzte er sich mit 50,1 % gegen eine Mitbewerberin von der CDU durch.
Kultur
Wirtschaft und Infrastruktur In Seibersbach gibt es eine Grundschule und eine Bücherei. Der Ort ist unter anderem über die Autobahnanschluss-Stellen Stromberg und Rheinböllen von der A 61 erreichbar. Außerdem gibt es einen Dorfladen, eine Bäckerei und eine Metzgerei. In Seibersbach stehen zwei Kirchen, eine katholische und eine evangelische. Seibersbach ist besonders bekannt durch die Martinshütte und die Sportschule. Weiterhin besitzt Seibersbach ein Freibad.
Persönlichkeiten Heinrich Poos (1928–2020), Komponist und Musikschriftsteller
Weblinks
Ortsgemeinde Seibersbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg
Informations- und Quellensammlung zur jüdischen Geschichte Seibersbachs Seibersbach auf jewish-places.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Ersterwähnung 983